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Berichte

Palestinian Centre for Human Rights

 

 

 

 

Israelische Menschenrechtsverletzungen in den besetzten palästinensischen Gebieten

(Wöchentliches Update 10. – 16. November 2022)

Verletzung des Rechts auf Leben und körperliche Unversehrtheit:

Ein palästinensisches Mädchen wurde getötet und sechs Palästinenser, darunter ein Kind und ein Aktivist der internationalen Solidarität, wurden verletzt, während dutzende andere aufgrund von Angriffen der israelischen Besatzungsstreitkräfte (IOF) in der Westbank, darunter auch Ostjerusalem, unter Erstickungsanfällen litten. Einzelheiten sind, wie folgt:

Am 14. November 2022 tötete die IOF Fulla Rasmi ‘Abdul al-‘Aziz Masalmah (16) und verletzte Anas Suliman Hassounah (26) durch eine scharfe Kugel, die in seine linke Schulter drang. Danach verhaftete sie ihn. Dieser Vorfall geschah, nachdem die IOF, die in dem Gebiet patrouillierte, das Feuer auf ein Huyundai-Fahrzeug mit einem gelben Nummernschild im Schulviertel im Zentrum des Dorfes Beitunia, im Westen Ramallahs eröffnete, das Hassounah steuerte, und neben ihm saß das Mädchen. Die IOF behauptete, dass das oben genannte Auto versucht habe, die israelischen Soldaten zu überfahren und dass der Fahrer den Befehl der Soldaten, anzuhalten, missachtet habe, deshalb hätten sie das Feuer auf das Auto eröffnet und das Mädchen durch eine scharfe Kugel im Rücken verletzt, die in ihre Brust gedrungen sei. Es gibt keine Augenzeugen zum Zeitpunkt des Vorfalles, da sich dieser im Morgengrauen ereignete. Aber Filmmaterial, das in den sozialen Medien veröffentlicht wurde, zeigte, dass die IOF das Feuer auf das Fahrzeug von hinten eröffnet hatte.
Diejenigen, die verletzt wurden, waren Opfer des exzessiven Einsatzes von Gewalt, die das Eindringen in Städte und Dörfer oder die Niederschlagung von friedlichen Protesten, die von palästinensischen Zivilpersonen organisiert wurden, begleitete, und zwar, wie folgt:

Am 11. November 2022 wurden drei Palästinenser und ein Aktivist der internationalen Solidarität mit gummi-ummantelten Stahlkugeln bei der Niederschlagung des wöchentlichen Protestes von Kafr Qaddoum im Norden von Qalqilya beschossen.

Am selben Tag litten dutzende von Palästinensern unter Erstickungsanfällen aufgrund der Einatmung von Tränengas und unter Verletzungen durch Blendgranatsplitter bei Zusammenstößen mit der IOF in der Nähe des Bab al-Zawiyia-Gebiets in Hebron.

Am 14. November 2022 erlitten drei Palästinenser, darunter 2 Kinder, Brüche und Beulen, als die IOF die Palästinenser angriffen, die Oliven auf ihrem Land in Dura, Hebron ernteten. Die IOF feuerte auch Tränengaskanister und Blendgranaten auf die Palästinenser, nachdem Letztere Olivensetzlinge, die ein Siedler auf ihrem Land gepflanzt hatte, ausgerissen hatten.

Am 14. November 2022 wurde ein 14jähriges Kind von einer Kugel in seinem rechten Bein bei Zusammenstößen mit der IOF getroffen, die einen temporären Militärkontrollpunkt am Nordeingang zum Dorf Teqoa, im Osten von Bethlehem errichtete.

Im Gazastreifen wurde über 3 Schießereien auf landwirtschaftliches Gebiet im Osten des Streifens und 5 Schießereien auf Fischerboote vor der Westküste, die meisten im nördlichen Gazastreifen, berichtet.

Bis heute in 2022 töteten die Angriffe der IOF 165 Palästinenser, darunter 111 Zivilpersonen: 34 Kinder, 8 Frauen, 2 Palästinenser wurden von israelischen Siedlern getötet, und der Rest waren Aktivisten; 17 von ihnen wurden ermordet. Ebenso wurden hunderte von Palästinensern, darunter Frauen und Kinder, bei Angriffen der IOF im Gaza Streifen und in der Westbank verletzt. Außerdem starben 5 palästinensische Gefangene, darunter eine Frau, in israelischen Gefängnissen.

Einebnungen von Land, Zerstörungen und Bescheide

Die IOF zerstörte zwei Landwirtschaftsgebäude, zwang einen Palästinenser zur Selbstzerstörung seines Hauses und beschlagnahmte landwirtschaftliche Geräte und einen Generator in der Westbank, auch im besetzten Ostjerusalem. Einzelheiten sind wie folgt:

Am 11. November 2022 zwang die IOF im Dorf Beit Safafa im besetzten Ostjerusalem einen Palästinenser, unter dem Vorwand einer fehlenden Baugenehmigung, zur Selbstzerstörung seines 70-Quadratmeter Hauses, das eine vierköpfige Familie beherbergte, darunter eine Frau und 2 Kinder.

Am 13. November 2022 zerstörte die IOF aufgrund einer fehlenden Baugenehmigung zwei landwirtschaftliche Behausungen aus Blech, Stahl und Solarpanelen, wodurch zwei Familien, insgesamt 9 Personen, darunter 2 Frauen und 5 Kinder, vertrieben wurden.

Am selben Tag beschlagnahmten israelische Verwaltungs- und Organisationsbeamte, unter dem Schutz der IOF, Blechplatten, Stahlträger und einen Generator eines Palästinensers, der eine Blechbaracke für sein Vieh in der Stadt Yatta in Hebron bauen wollte.

Seit Anfang 2022 machten die israelischen Besatzungskräfte 131 Familien zu Obdachlosen, insgesamt 767 Personen, darunter 151 Frauen und 343 Kinder. Das war das Ergebnis der Zerstörung von 147 Häusern und vielen Wohn- und für landwirtschaftliche Zwecke genutzten Zelten. Die IOF zerstörte auch 93 weitere zivile wirtschaftliche Objekte, ebnete unbebaute Flächen Land ein und stellte dutzende Abriss-, Baustopp- und Evakuierungsbescheide aus.

Siedlerangriffe gegen palästinensische Zivilpersonen und ihr Eigentum:

Israelische Siedler führten 4 Angriffe gegen palästinensische Fahrzeuge in verschiedenen Gebieten der Westbank aus. Einzelheiten sind, wie folgt:

Am 14. November 2022 drangen israelische Siedler in das Dorf Haris in Salfit, im Norden der Westbank, ein und setzten vier Fahrzeuge von Dorfbewohnern in Brand.

Am 15. November 2022 griffen israelische Siedler das Fahrzeug eines Palästinensers an, der auf dem Rückweg vom Dorf Attil, im Norden von Tulkarm, nach Nablus war, und setzten es in Brand.
Am selben Tag fingen israelische Siedler einen Ausflugsbus für Frauen in Hebron ab und hinderten ihn einige Stunden lang an der Weiterfahrt, was Angst bei den Passagieren entfachte.

Am 16. November 2022 warfen israelische Siedler Steine auf 4 Fahrzeuge in der Nähe des Dorfes Ramin, im Osten von Tulkarm, und zerbrachen deren Scheiben. Am selben Tag beschädigten israelische Siedler das Fahrzeug eines palästinensischen Arztes in der Nähe des Dorfes Jit in Qalqilya.

Seit Beginn dieses Jahres führten Siedler mindestens 236 Angriffe aus. Bei zwei der Angriffe wurden 2 Palästinenser getötet.

Übergriffe und Verhaftungen palästinensischer Zivilpersonen durch die IOF:

Die IOF führte 35 Übergriffe auf die Westbank aus, einschließlich des besetzten Ostjerusalems. Diese Übergriffe schlossen Razzien und Fahndungen in zivilen Häusern und Einrichtungen sowie die Errichtung von Kontrollpunkten ein. Bei diesen Übergriffen wurden 62 Palästinener verhaftet.

Bis heute in 2022 führte die IOF 7.748 Übergriffe auf die Westbank, einschließlich des besetzten Ostjerusalems, aus, bei denen 4.393 Palästinenser verhaftet wurden, darunter 421 Kinder und 43 Frauen. Die IOF führte auch 33 begrenzte Übergriffe auf den östlichen Gazastreifen aus und verhaftete 95 Palästinenser, darunter 58 Fischer, 32 Infiltratoren und 5 Personen, die über den Beit Hanoun “Erez”-Übergang reisten.

Israelische kollektive Bestrafungs- und Absperrpolitik sowie Einschränkungen der Bewegungsfreiheit:


Die IOF hält ihre 15jährige illegale und unmenschliche Blockade des Gazastreifens aufrecht. Einzelheiten im monatlichen Update des PCHR über die Gaza-Übergänge verfügbar: monthly-update.

Am 11. November 2022 verschloss die IOF nach Zusammenstößen, die zwischen ihr und den Palästinensern ausbrachen und bei denen die IOF scharfe Munition und Blendgranaten eingesetzt hat, die Eingänge des Dorfes Beit Ummar in Hebron.

Bis heute in 2022 errichtete die IOF mindestens 4000 temporäre Militärkontrollpunkte und verhaftete 183 Palästinenser an diesen Kontrollpunkten.        (übersetzt von Inga Gelsdorf)          Quelle

 

 

 

 

Israelische Menschenrechtsverstöße in den besetzten palästinensischen Gebieten

(Wöchentliches Update 03. – 09. November 2022)

 

Verletzung des Rechts auf Leben und auf körperliche Unversehrtheit:

5 Palästinenser, darunter ein Kind, wurden getötet und 14 weitere, darunter 2 Kinder und ein ausländischer Solidaritätsaktivist, verletzt, und dutzende weitere litten bei den Angriffen der IOF in der Westbank, einschließlich Ostjerusalems, unter Erstickungsanfällen. Einzelheiten sind wie folgt:

Am 03. November 2022 wurde Dawoud Rayan von der IOF nach deren Eindringen in das Dorf Beit Duqqu, in Ostjerusalem, erschossen. Einzelheiten verfügbar in der Pressemitteilung von PCHR:  press release.

Am selben Tag wurden 2 Palästinenser, darunter ein Kind und ein Mitglied des palästinensischen Widerstandes, getötet, und 3 weitere durch das Feuer der IOF beim Eindringen dieser in das Jenin-Flüchtlingslager, im Norden der Westbank, verletzt. Einzelheiten verfügbar in der Pressemitteilung von PCHR: press release.

Am 05. November 2022 wurde Mosa’b Nafal getötet und ein weiterer vor seiner Verhaftung verletzt, nachdem die IOF das Feuer direkt auf sie in der Nähe des Dorfes Sinjil, im Osten von Ramallah, eröffnet hatte. Einzelheiten in der Pressemitteilung von PCHR: press release.

Am 09. November 2022 wurde Rafat ‘Ali ‘Issa (29) getötet, nachdem die IOF das Feuer auf ihn eröffnet hatte. ‘Issa wurde von 2 Kugeln getroffen und ließ ihn 2 Stunden lang bluten, während er versuchte, die Trennmauer bei der Stadt ‘Anin in Jenin zu überqueren, als er zu seiner Arbeit in Israel war. Die IOF händigte seinen Leichnam der palästinensischen Ambulanz aus, sie wurde ins Al-Razi-Krankenhaus in Jenin gebracht.

Diejenigen, die verletzt wurden, waren Opfer des exzessiven Einsatzes von Gewalt, die das Eindringen der IOF in Städte und Dörfer sowie die Niederschlagung friedlicher Proteste, die palästinensische Zivilpersonen organisiert hatten, begleitete. Es war, wie folgt:

Am 04. November 2022 wurden 3 Palästinenser und ein ausländischer Solidaritätsaktivist von Metallkugeln bei der Niederschlagung des wöchentlichen Protestes von Kafr Qaddoum, im Norden von Qalqilya, durch die IOF getroffen.  Außerdem wurde ein Palästinenser von einer Metallkugel bei Zusammenstößen mit der IOF verletzt, nachdem Letztere in die Stadt ‘Azzoun, im Osten von Qalqilya, eingedrungen war. Am selben Tag wurden 2 zivile Einrichtungen und ein landwirtschafliches Gebiet beschädigt, als Kampfflugzeuge der IOF circa 16 Raketen auf ein Widerstandsgebiet abfeuerten, das an landwirtschaftliche Gebiete im Flüchtlingslager Maghazi, im Zentrum des Gazastreifens, angrenzt.

Am 05. November 2022 erlitt ein Palästinenser eine Verletzung durch eine scharfe Kugel und dutzende litten unter Erstickungsanfällen und Prellungen bei Konfrontationen mit der IOF in der Nähe des Trennzaunes, der an die al-Quds Universität in der Stadt Abu Dis in Ostjerusalem grenzt, infolge einer Solidaritätsbezeugung durch Studenten innerhalb des Kampus. Aufgrund der IOF-Angriffe verbrannten 40 Bäume und Gewächshäuser in dem Gebiet. Am selben Tag wurden 2 Palästinenser durch Kugeln der IOF bei Zusammenstößen am Nordeingang zur Stadt Al-Bireh verletzt.

Am 09. November 2022 wurden 2 Kinder von der IOF bei Unruhen beschossen, nachdem die Letztere eine Beerdigung im Osten von Beit Umar in Hebron behindert hatte.

Im Gazastreifen wurden 8 Schießereien der IOF auf Fischerboote vor der Küste von Gaza  (Westküste von Gaza), vor allem im Norden des Gazastreifens sowie 10 weitere Schießereien auf landwirtschaftliche Gebiete im Osten des Gazastreifens verzeichnet.

Bis heute in 2022 töteten die IOF-Angriffe  164 Palästinenser, darunter  110 Zivilpersonen: 33 Kinder, 8 Frauen; 2 Palästinenser wurden von israelischen Siedler getötet und der Rest waren Aktivisten; 18 von ihnen wurden bei Angriffen der IOF im Gazastreifen und in der Westbank gezielt getötet. Außerdem starben 5 palästinensische Gefangene, darunter eine Frau, in israelischen Haftanstalten.

 

Landeinebnungen, Zerstörungen und Bescheide

Die IOF zerstörte 5 Häuser, die meisten von ihnen waren  im Bau befindlich, sowie 4 landwirtschaftliche Einrichtungen und Räume und beschlagnahmte Eigentum in der Westbank. Einzelheiten, wie folgt:

Am 03. November 2022 zerstörte die IOF einen Landwirtschaftsraum aus Ziegelsteinen, Zinn und Schiefer, eine Betonmauer und einen 230 Quadratmeter-Brunnen, ein Badezimmer aus Ziegelsteinen und Zinn sowie ein 90 Quadratmeter Blechhaus und beschlagnahmten 2 Eisencontainer im Süden von Hebron, einer wurde als Büro und der andere als Lager genutzt, unter dem Vorwand nicht-genehmigter Baumaßnahmen im Gebiet C.

Am 06. November 2022 zwang die IOF einen Bürger, sein im Bau befindliches Haus in ‘Anata im besetzten Ostjerusalem auf Beschluss der israelischen Gemeinde hin, unter dem Vorwand nicht genehmigter Baumaßnahmen selbst zu zerstören.

Am 07. November 2022 zerstörte die IOF mit Bulldozern eine Bäckerei mit 3 Geschäften und einer Fläche von 110 Quadratmetern im Shu’fat-Viertel, in Ostjerusalem, unter dem Vorwand einer nicht genehmigten Konstruktion. Die IOF zerstörte auch ein im Bau befindliches 200 Quadratmeter-Haus, und daneben einen Zaun, im Osten von Jericho. Am selben Tag zerstörte die IOF ein zweistöckiges Haus von 200 Quadratmetern in dem Dorf Qibya in Ramallah, unter dem Vorwand, es läge im Gebiet C, wodurch eine 6köpfige Familie, darunter 2 Frauen, obdachlos wurden.

Am 09. November 2022  demontierte die IOF einen isolierten Blechraum, erließ einen Bescheid, um die Arbeit auf dem Betonboden einzustellen, auf dem der Raum erbaut worden war und beschlagnahmte einen Eisencontainer, der zur Lagerung der Ausrüstung benutzt wurde, im Süden von Hebron.

Am 09. November 2022 zerstörte die IOF ein im Bau befindliches Haus von circa 230 Quadratmetern in Beit Hanin in Ostjerusalem, unter dem Vorwand nicht genehmigter Konstruktion.

Seit Beginn von 2022 machten die israelischen Besatzungskräfte  128 Familien obdachlos, insgesamt       754 Personen, darunter  148 Frauen und  339 Kinder. Das war das Ergebnis der Zerstörung durch die IOF von  44 Häusern und vielen Wohnzelten. Die IOF zerstörte auch  93 weitere zivile Objekte, ebnete unbebautes Land ein und stellte dutzende von Zerstörungs-, Baustopp- und Evakuierungsbescheiden aus.

 

Siedlerangriffe

5 Palästinenser wurden verletzt und erlitten Prellungen. Außerdem wurde landwirtschaftliches Gebiet und Eigentum bei 8 Angriffen, die Siedler in der Westbank verübten, verletzt. Einzelheiten wie folgt:

Am 03. November 2022 wurde ein Palästinenser, seine Frau und drei seiner Kinder verletzt und erlitten Prellungen wegen eines Angriffs von Siedlern aus der Asfar-Siedlung in Hebron, während die Familie im Al-Majalis-Gebiet Oliven erntete.

Am 05. November 2022 griffen Siedler die Bürger an, die in der Stadt Kafr al-Deik, im Westen von Salfit, Oliven ernteten, und beschlagnahmten eine Olivenernte-Maschine und eine Tasche mit persönlichen Dokumenten. Siedler kamen im Schutz der IOF am westlichen Eingang zum Dorf Hares in Salfit und warfen Steine auf die vorbeifahrenden Autos.

Am 06. November 2022 zerstörten Siedler aus der Adora-Siedlung das Bewässerungssystem der Ernten im ‘Ein Fara’-Gebiet, in der Nähe der Siedlung. Ebenso griffen Siedler landwirtschaftliches Gebiet im Dorf Kafr Qaddoum in Qalqilya an und fällten mehrere Olivenbäume . Am selben Tag stahlen Siedler circa 19 Tüten mit Oliven von dem landwirtschaftlichen Gebiet in der Stadt Kafr al-Deik, im Westen von Salfit.

Am 07. November 2022 fällten 116 Olivenbäume im Osten von Turmusa’ya in Ramallah.

Am 09. November 2022 verübten Siedler Vandalismus an Plastik-Wassertanks, die zur Bewässerung des Olivenhains, im Süden von Yatta in Hebron, dienten.

Seit Beginn des Jahres verübten Siedler mindestens  232 Angriffe. Bei zwei der Angriffe wurden 2 Palästinenser getötet.

 

Übergriffe auf  und Verhaftungen von palästinensischen Zivilpersonen durch die IOF:

Die IOF verübte 190 Übergriffe auf die Westbank, darunter das besetzte Ostjerusalem. Diese Übergriffe schlossen Razzien und Fahndungen in zivilen Häusern und Einrichtungen ein sowie die Errichtung von Kontrollpunkten. Während dieser Übergriffe wurden 81 Palästinenser verhaftet, darunter 11 Kinder und 2 Frauen. Im Gazastreifen verhaftete die IOF am 06. November 2022 einen Bewohner aus Rafah am Beit Hanon “Erez”-Übergang. Am 09. November 2022 drang die IOF über eine begrenzte Strecke im Osten von Deir Al-Balah, im Zentrum des Gazastreifens, ein.

Bis heute in 2022 führte die IOF  7.713 Übergriffe in die Westbank, darunter das besetzte Ostjerusalem, aus, bei denen  4.331 Palästinenser verhaftet wurden, darunter  432 Kinder und  45 Frauen. Die IOF verübte auch   34 limitierte Angriffe auf den östlichen Gazastreifen und verhaftete  97 Palästinenser, darunter 58 Fischer, 32 Infiltratoren und 7 Personen, die über den Beit Hanoun “Erez”-Übergang reisten.

 

Israelische kollektive Bestrafungs- und Absperrpolitik und Einschränkungen der Bewegungsfreiheit:

Die israelische Besatzung hält ihre illegale und unmenschliche 15jährige Blockade des Gazastreifens aufrecht. Einzelheiten verfügbar im monatlichen Update von PCHR über die Gaza-Übergänge: monthly-update.

In der Westbank, einschließlich Ostjerusalems, verhängt die IOF weiterhin Einschränkungen der Bewegungsfreiheit. Außer ihren 108 permanenten Kontrollpunkten errichtete die IOF 95 temporäre Militärkontrollpunkte in der Westbank, einschließlich Ostjerusalems, und verhaftete dort 4 Palästinenser.

Am 05. November 2022 verschloss die IOF den Eingang in die Dörfer Janba und Al-Markaz in der Stadt Masafafer Yatta in Hebron, mit Zementblöcken und Sandbermen.

Während dieser Woche schloss die IOF die Kontrollpunkte Qalanda und Al-Za’eem mehrere Male, öffnete sie später wieder und verschärfte ihre Maßnahm en an Jerusalems Kontrollpunkten.
 

Bis heute in 2022 errichtete die IOF  3.961 temporäre Militärkontrollpunkte und verhaftete  181 Palästinenser an diesen Kontrollpunkten.

(übersetzt von Inga Gelsdorf)   Quelle

 

 

 

 

 

Ermordungen und Exekutionen im Schnellverfahren eskalieren: 2 Palästinenser, darunter 1 Kind, von  israelischen Besatzungsstreitkräften im Jenin-Flüchtlingslager getötet

PCHR - Ref: 143/2022 - Datum: 04. November 2022

 

Gestern Abend wurden zwei Palästinenser, darunter ein Kind, getötet und 3 weitere von israelischen Besatzungsstreitkräften (IOF) bei dem Überfall der Letzteren auf das Jenin-Flüchtlingslager im Norden der Westbank verletzt. Das Kind wurde getötet, als ihm die IOF bei Zusammenstößen geradewegs in die Brust schoss im Westen des Flüchtlingslagers, wohingegen der andere Palästinenser im Rahmen außergerichtlichen Exekutionen von einer israelischen Sondereinheit gezielt getötet wurde. Diese beiden Verbrechen gingen der Tötung eines Palästinensers durch gezielte Schüsse im besetzten Ostjerusalem gestern im Morgengrauen voraus. Die Verbrechen beweisen eindeutig die lockeren Schieß-Standards gegenüber Palästinensern und das Begehen von Mordverbrechen, der auf außergerichtliche Hinrichtungen auf Befehl ranghöchster Militärs und Politiker hinausläuft.

Untersuchungen des Palästinensischen Zentrums für Menschenrechte (PCHR) ergaben, dass gegen circa 13:30 Uhr am Donnerstag, 03. November 2022, drang heimlich eine israelische Sondereinheit aus “Yamam Unit” in das Zentrum des Jenin-Flüchlingslagers, im Westen von Jenin ein.  Sie benutzte dazu einen weißen zivilen Kleinbus mit einem palästinensischen Kennzeichen. Die Einheit bezog Stellung in der Nähe der al-“Odah-Kreuzung im Zentrum des Lagers und verriegelte eine Metzgerei, die Mujahed Zidan al-Akhsh gehörte. Man war gerade dabei, einen Ochsen für die Hochzeitszeremonie von Farouq Jamil Hasan Salamah (28), einem Kommandeur der al-Quds Brigaden, der sich ebenfalls in der Metzgerei, nur 2 Tage vor seiner Hochzeit, befand, zu schlachten. Einer der israelischen Spezialeinheit eröffnete das Feuer direkt auf die Menschen in der Metzgerei, verletzte zahlreiche von ihnen, wobei Salamah von mehreren Kugeln in die Brust, den Bauch und seinen Kopf nur 5 Meter entfernt von der Metzgerei getroffen wurde, als er versuchte, zu fliehen. Das führte zu seiner Tötung und sein Leichnam wurde in das Khalil Suliman-Krankenhaus in Jenin gebracht. Vor ihrem Rückzug aus dem Gebiet verhaftete die IOF  5 Palästinenser, darunter Salamahs Bruder und 2 der Verletzten.

Nach der Operation fuhren Fahrzeuge der IOF in die Stadt hinein über verschiedene Zufahrten zur Unterstützung der Sondereinheit in dem Flüchtlingslager. Die IOF versiegelte Qassam Salamahs Haus in dem Lager, wobei es zu heftigen Kämpfen bei dem versiegelten Haus und zu  Steinewürfen in der Nähe von Wad Burqin und dem Dorf Burqin in den westlichen Außenbezirken des Lagers kam. Diese führten dazu, dass Mohammed Samer Mohammed Khalouf (14) getötet wurde, nachdem eine Kugel bei Zusammenstößen in der Burqin-Straße, im Westen des Lagers, seine linke Achselhöhle getroffen hatte und bis in seine Brust durchgedrungen war. Bevor er im Dr. Khalil Suliman Governmental-Hospital in Jenin eingetroffen war, starb er. Außerdem erlitt ein 29jähriger Palästinenser eine Schrapnellverletzung am Fuß.

Das PCHR wiederholt nochmals seine Forderung an die internationale Gemeinschaft, sofort zu handeln, um die Verbrechen der israelischen Besatzung zu beenden und Doppelstandards abzuschaffen, wenn es sich um das Völkerrecht handelt, und drängt den Staatsanwalt des IStGH, im Hinblick auf die Situation in Palästina ernsthaft zu handeln. Das PCHR fordert die Hohen Vertragsparteien der Vierten Genfer Konvention auf, ihre Verpflichtungen gemäß des gemeinsamen Artikels 1 der Konvention, „unter allen Umständen, die gegenwärtige Konvention zu respektieren und deren Einhaltung sicherzustellen“, sowie ihre Verpflichtungen gemäß Artikel 146 derselben Konventionen, das bedeutet, Personen, die beschuldigt werden, schwere Verstöße gegen die Konvention begangen haben, zur Rechenschaft zu ziehen, zu erfüllen.     Quelle

(übersetzt von Inga Gelsdorf)

 

 

 

 

Israelische Menschenrechtsverstöße in den besetzten palästinensischen Gebieten

 (Wöchentliches Update 27. Oktober – 02. November 2022)
 

Verletzung des Rechts auf Leben und körperliche Unversehrtheit:

Elf Palästinenser, darunter 3 Kinder und 2 Rettungssanitäter, wurden verletzt und dutzende andere litten bei Angriffen der israelischen Besatzungskräfte (IOF) in der Westbank, darunter auch Ostjerusalem, unter Erstickungsanfällen. Diejenigen, die verletzt waren, waren Opfer exzessiver Gewaltanwendungen, die das Eindringen in palästinensische Städte und Dörfer begleiteten, oder die Unterdrückung friedlicher Proteste, die palästinensische Zivilpersonen organisiert hatten, und zwar wie folgt:

Am 28. Oktober 2022 wurde ein 22jähriger Palästinenser von einer Blendgranate beim Überfall in das Dorf Kafr al-Labad in Tulkarm getroffen. Ebenso wurde ein Kind von einer gummi-ummantelten Stahlkugel bei Zusammenstößen mit der IOF infolge der Niederschlagung des wöchentlichen Protestes von Kafr Qaddoum im Norden Qalqilya verletzt.

Am 29. Oktober 2022 wurde ein 19jähriger Palästinenser von einer scharfen Kugel bei Zusammenstößen mit der IOF im al-Arroub-Flüchtlingslager in Hebron an seinem Fuß getroffen. Auch ein 22jähriger Rettungssanitäter erlitt eine Schrapnellkugel-Verletzung in seiner Schulter, nachdem die IOF das Feuer auf eine Ambulanz der Gesellschaft des Palästinensischen Roten Halbmondes (PRCS) in der Nähe des “Givat Havot”-Siedlungsaußenpostens im Osten von Hebron eröffnete, nachdem man das PRCS  über eine Verletzung in dem Gebiet informiert hatte. Später stellte sich heraus, dass ein Palästinenser getötet worden war, nachdem er eine Schießerei verübt hatte und dabei einen Siedler getötet und weitere verletzt hatte.

Am 30. Oktober 2022 wurden ein 17 jähriger Jugendlicher und ein 18jähriger junger Mann mit gummi-ummantelten Stahlkugeln beschossen, nachdem die IOF das Feuer eröffnet hatte und Tränengaskanister auf Palästinenser feuerte, die in der Nähe der Annexionsmauer, im Westen von Tulkarm zusammenkamen. Auch ein Palästinenser wurde bei Zusammenstößen mit der IOF in der Nähe des Militärkontrollpunktes (300) im Norden von Bethlehem von einer scharfen Kugel in seinen Oberschenkel getroffen.

Am 31. Oktober 2022 erlitt ein Sanitäter (33) Verletzungen durch eine Schrapnellkugel, nachdem ein Krankenwagen der PRCS, den er steuerte, bei den Auseinandersetzungen und einem Schusswechsel zwischen bewaffneten palästinensischen Gruppen und der IOF, nachdem die Letztere in Jenin und dessen Flüchtlingslager eingedrungen war, getroffen wurde. Vor ihrem Rückzug verhaftete die IOF einen Palästinenser aus dem Jenin-Flüchtlingslager.

Am selben Tag wurde ein Palästinenser mit einer gummi-ummantelten Kugel angeschossen, nachdem die IOF das Feuer auf ihn eröffnet hatte. Er hatte mit einer Frau versucht, die IOF daran zu hindern, ihre Tochter an einem Militärkontrollpunkt zu verhaften, den sie am Eingang zur gesperrten al-Shuhada-Straße im Zentrum von Hebron errichtet hatte.

Am 01. November 2022 wurde ein Kind von einer scharfen Kugel in den Fuß geschossen und weitere Palästinenser litten unter Erstickungsanfällen bei Zusammenstößen mit der IOF am Eingang des al-Arroub-Flüchtlingslagers in Hebron.

Am 02. November 2022 wurde ein 39jähriger Palästinenser mit 4 scharfen Kugeln verletzt, nachdem die IOF das Feuer auf sein Fahrzeug in der Nähe der Muthalath al-Kharsa-Kreuzung in Hebron eröffnet hatte. Die IOF behauptete, er habe versucht, eine Rammattacke mit dem Fahrzeug auszuüben.

Im Gazastreifen wurden  5  Schießereien auf landwirtschaftliche Gebiete im Osten des Gazastreifens verzeichnet sowie 7  Schießereien auf Fischerboote vor der Westküste Gazas, hauptsächlich im Norden des Gazastreifens.

Bis heute in 2022 töteten die IOF-Angriffe 158 Palästinenser, darunter 106 Zivilpersonen: 32 Kinder, 8 Frauen, 2 Palästinenser wurden von israelischen Siedlern getötet und der Rest waren Aktivisten; 17 von ihnen wurden ermordet. Außerdem wurden Hunderte von Palästinensern, darunter Frauen und Kinder, bei Angriffen der IOF im Gazastreifen und Westbank verletzt. Darüber hinaus starben 5 Palästinenser, darunter eine Frau, in israelischen Gefängnissen.

 

Landeinebnungen, Zerstörungen und Bescheide

Die IOF zerstörte 9 Häuser, wodurch 31 Palästinenser, darunter 8 Frauen und 13 Kinder zu Obdachlosen wurden. Ebenso zerstörte die IOF einen Wasserbrunnen und beschlagnahmte 616 Dunum in der Westbank, darunter das besetzte Ostjerusalem. Einzelheiten, wie folgt:

Am 27. Oktober 2022 stellte die IOF 2 Zivilpersonen 2 Baustopp-Bescheide in ihren Häusern im Dorf Al-Mughayyir, im Osten von Ramallah, unter dem Vorwand, sie befänden sich im Gebiet, das als Gebiet C klassifiziert sind.

Am 28. Oktober 2022 zwang die IOF aufgrund der Umsetzung einer israelischen Gemeindeverordnung einen Palästinenser zur Selbstzerstörung seines im Bau befindlichen Hauses im Dorf Al-Tur im besetzten Ostjerusalem. Zu beachten ist, dass der Hauseigentümer in einem 50 Quadratmeter Haus mit seinen Eltern und drei Kindern lebt.

Am 29. Oktober 2022 zwang die IOF aufgrund einer israelischen Gemeindeverordnung 2 Palästinenser zur Selbstzerstörung ihrer Häuser an der Salah al-Deen-Straße und im Shu’fat-Viertel, mit dem Vorwand einer nicht-genehmigten Konstruktion, wodurch zwei Familien, die aus 12 Personen bestehen, darunter 4 Kinder und 3 Frauen zu Obdachlosen wurden.

Am 31. Oktober 2022 zerstörte die IOF ein im Bau befindliches Haus, das 3 Stockwerke hatte, sowie einen Wasserbrunnen und eine 100 Meter lange Betonmauer im Gebiet von al-Baq’a in Hebron.

Am 31. Oktober 2022 stellte die IOF einen Militärbefehl aus, um etwa 616 Dunum der Dörfer Qaryut, As-Sawiya und Al-Lubban_ash-Sharqiya in Nablus zu beschlagnahmen, um die “Eli”-Siedlung zu erweitern, die auf dem Gebiet dieser Dörfer errichtet wurden.

Am 02. November 2022 zerstörte die IOF vier Häuser im Dorf Al-Walaja, nordwestlich von Bethlehem, unter dem Vorwand der nicht-genehmigten Konstruktion, wodurch 2 Familien, die aus 12 Personen bestehen, darunter 6 Kinder und 3 Frauen, zu Obdachlosen wurden.

Am selben Tag zerstörte die IOF ein unbewohntes Haus, das aus zwei Etagen bestand, im Dorf  Jalbun in Jenin, unter dem Vorwand einer illegalen Konstruktion im Gebiet C, wodurch eine 5köpfige Familie, darunter 3 Kinder, zu Obdachlosen wird.

Seit Beginn 2022 machten die israelischen Besatzungstruppen 127 Familien obdachlos, insgesamt 748 Personen, darunter 146 Frauen und 339 Kinder. Das war das Ergebnis der Zerstörung von 139 Häusern und vielen Wohnzelten und landwirtschaftlich genutzten Zelten. Die IOF zerstörte auch 93 weitere zivile wirtschaftliche Objekte, ebnete unbebaute Flächen Land ein und stellte Dutzende von Abriss-, Baustopp- und Evakuierungsbescheiden aus.

 

Siedlerangriffe gegen palästinensische Zivilpersonen und ihr Eigentum:

Am 27. Oktober 2022 warfen israelische Siedler Steine, behinderten den Verkehr palästinensischer Fahrzeuge in der Nähe des Westeinganges zum Dorf Haris in Salfit und des Eingangs zum Dorf Kafr Laqif in Qalqilya und verursachten Materialschaden an einem Fahrzeug.

Am 28. Oktober 2022 hinderte ein israelischer Siedler die palästinensischer Bauern aus dem Dorf Kafl Haris daran, die unbefestigte Straße, die in der Nähe des Elektrizitätswerkes gegenüber der  “Ariel”-Siedlung in Salfit liegt, zu passieren. Außerdem warfen die israelischen Siedler Steine und behinderten den Fahrzeugverkehr auf der Nebenstraße zwischen dem Dorf Bruqin und dem Dorf Kafr ad-Dik in Salfit.

Am 29. Oktober 2022 warfen israelische Siedler Steine und behinderten den Verkehr palästinensischer Fahrzeuge in der Nähe des Westeingangs zum Dorf Kafr ad-Dik, im Westen von Salfit. Am Abend warfen israelische Siedler aus der “Kiryat Arba”-Siedlung in Hebron Steine und eröffneten das Feuer auf palästinensische Häuser im Gebiet al-Ras und im al-Jaber-Viertel, im Osten der Stadt, außerdem zerbrachen sie die Scheiben von mehreren Fahrzeugen. Das geschah nach der Schießerei eines Palästinensers, die zum Tod des Angreifers und eines israelischen Siedlers führte sowie zu Verletzungen von anderen im dem benachbarten Gebiet. Der Angriff der israelischen Siedler geschah am Abend und darauf folgten die Razzia der IOF in einem Haus und die Verhaftung von einem seiner Bewohner. 

Seit Jahresbeginn führten die Siedler mindestens 224 Angriffe aus. Bei zwei der Angriffe wurden zwei Palästinenser getötet.

 

Übergriffe der IOF und Verhaftungen von palästinensischen Zivilpersonen:

Die IOF verübte 184 Übergriffe auf die Westbank Bank, darunter auch das besetzte Ostjerusalem. Diese Übergriffe beinhalteten Razzien und Fahndungen in zivilen Häusern und Einrichtungen sowie die Errichtung von Kontrollpunkten. Bei diesen Übergriffen wurden 74 Palästinenser verhaftet, darunter 7 Kinder und 4 Frauen.

Im Gazastreifen am 01. November 2022 verhafteten israelische Marinestreitkräfte 4 Fischer, während sie vor der Küste von Gaza segelten, und beschlagnahmten zwei Fischerboote, auf denen sich 4 Fischer befanden. (Einzelheiten sind in dieser Pressemitteilung verfügbar: press release)

Bis heute in 2022 führte die IOF 7.523 Übergriffe auf die Westbank, darunter das besetzte Ostjerusalem, bei denen 4.250 Palästinenser wurden verhaftet, darunter 421 Kinder und 43 Frauen. Die IOF führte auch 33 limitierte Übergriffe im Osten des Gazastreifens aus und verhaftete 95 Palästinenser, darunter 58 Fischer, 32 Infiltratoren sowie 5 Reisende an dem Beit Hanoun “Erez”-Übergang.

 

Israelische kollektive Bestrafungs- und Absperrpolitik sowie Beschränkungen der Bewegungsfreiheit:

Die israelische Besatzung hält ihre illegale und unmenschliche 15jährige Blockade des Gazastreifens aufrecht. Einzelheiten sind im monatlichen Update von PCHR über die Gaza-Übergänge enthalten: monthly-update.

In der Westbank, darunter das besetzte Ostjerusalem, verhängt die IOF Beschränkungen der Bewegungsfreiheit. Außer ihren 108 ständigen Militärkontrollpunkten errichtete die IOF  99 temporäre Militärkontrollpunkte in der Westbank, darunter das besetzte Ostjerusalem, und verhaftete 9 Palästinenser an diesen Kontrollpunkten.

Seit dem 11. Oktober 2022 hat die IOF kollektive Strafmaßnahmen in Nablus und ihren drei Lagern: Balata, Ein Beit al-Maa’ und Askar, und den Städten und Dörfern dort verhängt, darunter die Verriegelung von Eingängen und Kontrollpunkten. Diese Maßnahmen beeinträchtigten das tägliche Leben von Zehntausenden von Palästinensern.

Am 29. Oktober 2022 schloss die IOF die Eingänge, die zum Gebiet Qizoun im Osten von Hebron führten, wo es ein Haus gibt, das die IOF im Rahmen ihre kollektiven Bestrafungspolitik zu zerstören beabsichtigt. Ebenso schloss die IOF alle Eingänge, die nach Hebron führten und eine Verbindung zur Straße (60) und hinderte palästinensische Fahrzeuge daran, hinein- oder hinauszufahren bis zum Mittag am darauffolgenden Tag.

Am selben Tag schloss die IOF die Straße (60) in Bethlehem für den Fahrzeugverkehr und verschloss die beiden Metall-Detektor-Tore, die am Eingang zu den Dörfern Tekoa und Husan errichtet worden waren.

Am 01. November 2022 verkündeten die israelischen Behörden die Sperrung des Gazastreifens und der Übergänge der Westbank, außer in dringenden und außergewöhnlichen humanitären Fällen nach Genehmigung der entsprechenden Behörden, unter dem Vorwand der israelischen Wahlen.

Bis heute in 2022 errichtete die IOF  mindestens 3.866 temporäre Militärkontrollpunkte und verhaftete 177 Palästinenser an diesen Kontrollpunkten.

Quelle     (übersetzt von Inga Gelsdorf)

 

 

 

PCHR erstellt neuen Bericht:
7 Patienten gestorben und Ausreise von 5000 Patienten zur Behandlung außerhalb (des Gazastreifens) verhindert

 Ref: 30/2022 - 24 Oktober 2022

Am Montag, 24/10/2022, veröffentlichte das Palästinensische Zentrum für Menschenrechte (PCHR) einen neuen Bericht, mit dem Titel: „ Antrag auf medizinische Behandlung in Bearbeitung“. Der Report beleuchtet das Leiden der Patienten des Gazastreifens aufgrund von israelischen Restriktionen ihrer Ausreise zur Behandlung außerhalb (des Gazastreifens).

Der Bericht stellt die Verstöße gegen das humanitäre Völkerrecht der israelischen Besatzungsbehörden und die Missachtung ihrer Pflicht, den Patienten des Gazastreifens ihr Recht auf Bewegungsfreiheit zu gewährleisten und sowohl ihren Zugang zu Gesundheitsdiensten als auch ihr Recht auf die Ausreise zu Behandlungen ihrer schweren Erkrankungen, die in den Krankenhäusern des Gazastreifens nicht möglich sind, sicherzustellen.  Die israelischen Reisebeschränkungen für Patienten aus dem Gazastreifens sind eines der größten Hindernisse, die ihnen den Zugang zu einer ordentlichen Behandlung und einer angemessenen medizinischen Versorgung verwehren.

Dieser Bericht verdeutlicht die Konsequenzen der ständigen Blockade, die Israel dem Gazastreifen seit 16 Jahren auferlegt hat, und deren Auswirkungen auf das fragile Gesundheitssystem und dessen Einrichtungen im Gazastreifen, das nicht mehr in der Lage ist, Gesundheitsdienste zur Behandlung ernsthafter Erkrankungen bereitzustellen und deshalb gezwungen ist, Patienten zur Behandlung (in Krankenhäuser) außerhalb des Gazastreifens zu überweisen.

Der Bericht unterstreicht auch, dass die Beschränkungen der Ausreise von Patienten aus dem Gazastreifen die Ursache dafür sind, dass sich der Gesundheitszustand von Hunderten von Patienten verschlechtert hat; außerdem ist die Verweigerung einer Ausreise zu „lebensrettenden“ Maßnahmen ein Todesurteil für als dringende Fälle eingestufte Patienten. da sie lange Wartezeiten in Kauf nehmen müssen, um eine Ausreisegenehmigung über den Beit Hanoun “Erez”-Übergang zu erreichen. Das Ergebnis war, dass 7 Patienten seit Beginn 2022 gestorben sind.

Der Bericht weist darauf hin, dass die israelischen Besatzungsbehörden von 2008 bis 2021 die Ausreise von 73.955 Patienten trotz Überweisung zur Behandlung in Krankenhäusern der Westbank, einschließlich des besetzten Ostjerusalems, oder in Israel verhindert haben. Von insgesamt 204.086 Anträgen zur Genehmigung von Behandlungen bedeutet diese Zahl 36,2% aller eingereichter Anträge.  Dem Bericht zufolge haben die israelischen Besatzungsbehörden die Ausreise für 5.001 Patienten von insgesamt 13.270 Patienten  ( 37.6% aller Anträge) blockiert, die eine Reisegenehmigung in Krankenhäuser der Westbank, im besetzten Ostjerusalem oder in Israel beantragt haben.

Nach Aussagen der Patienten gegenüber PCHRs Forschern haben die Behinderungen durch die israelischen Behörden verschiedene Formen angenommen: Patienten die Ausreise ohne Angabe von Gründen zu verbieten: „in Bearbeitung“; Patienten die Ausreise mit der Behauptung zu verbieten, die Behandlung stünde im Gazastreifen zur Verfügung oder, deren Krankheit stelle keine Lebensbedrohung dar. Sie blockieren die Ausreise von Patienten, weil deren Verwandte angeblich israelische Gesetze verletzt haben. Sie verhindern, dass Sponsoren mit den Patienten wegen einer Organspende und Transplantation reisen, um das Leben der Patienten zu retten. Sie zögern die Antwort an Patienten hinaus, damit diese ihren vereinbarten Termin im Krankenhaus verpassen. All diese Behinderungen haben (bei den Patienten) zu einer Verschlechterung ihres Gesundheitszustandes geführt und setzen ihr Leben aufs Spiel, für einige von ihnen wird das den Tod bedeuten.

Der Bericht überprüft außerdem Rolle von PCHR im Hinblick auf die Unterstützung von Patienten, die zur Behandlung außerhalb des Streifens reisen müssen, und auf die tägliche Überwachung der (Rechts-)Verstöße, die gegen Patienten aus dem Gazastreifen begangen werden, als auch seine Rolle im Hinblick auf die Bereitstellung einer juristischen Unterstützung der Patienten, denen die Ausreise verweigert wurde oder die mit Hindernissen bei ihrer Ausreise zur Behandlung außerhalb des Streifens konfrontiert werden.

In seinen Empfehlungen in dem Bericht fordert das PCHR die internationale Gemeinschaft auf, Druck auf Israel auszuüben, damit es seinen Verpflichtungen als Besatzungsmacht gemäß dem humanitären Völkerrecht nachkommt und umgehend Patienten mit schwerwiegenden Erkrankungen, die in den Krankenhäusern des Gazastreifens nicht behandelt werden können, die Reise und den Zugang zu Krankenhäusern, in die sie zur Behandlung überwiesen werden, ohne jegliche Verzögerung genehmigt, und betont die dringende Notwendigkeit, Langzeitgenehmigungen für Patienten mit Krebs und unheilbaren Krankheiten auszustellen.

Darüber hinaus drängt das PCHR die Hohen Vertragsparteien, die Verpflichtungen der israelischen Behörden zu berücksichtigen, die in den abschließenden Stellungnahmen des Ausschusses für wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte kodiert sind, in denen die Einhaltung der Grundrechte und Prinzipien der Vereinten Nationen gefordert werden; in erster Linie das Recht, den höchstmöglichen Gesundheitsstandard zu genießen. Ebenso fordert das PCHR die Umsetzung der Empfehlungen des Komitees zur Beseitigung der Rassendiskriminierung (CERD), das verlangt, dass Israel konkrete Maßnahmen ergreift, um den Gesundheitsstatus der Palästinenser zu verbessern.
(übersetzt von Inga Gelsdorf)     Quelle

 

 

 

 

Israelische Menschenrechtsverletzungen in den besetzten palästinensischen Gebieten

(Wöchentliches Update v. 20. – 26. Oktober 2022)

Verletzung des Rechts auf Leben und auf körperliche Unversehrtheit:

7 Palästinenser, darunter 5 Zivilpersonen, wurden getötet sowie ein Kind, das seinen Wunden erlag, und 44 weitere wurden verletzt, darunter 14 Kinder, während dutzende andere unter Erstickungsanfällen bei den Angriffen der israelischen Besatzungskräfte (IOF) in der Westbank, darunter Ostjerusalem, litten. Einzelheiten sind, wie folgt:

Am 20. Oktober 2022 erlag Mohammad Fadi Nuri (16) einer Verletzung durch eine scharfe Kugel im Unterleib, die sie beim Eindringen der IOF in Al-Bireh City am 28. September 2022 getroffen hatte.

Am 21. Oktober 2022 wurde Salah al-Breiki (19) getötet, und 3 weitere wurden durch das Feuer der IOF bei dem Überfall der letzteren in Jenin verletzt. Die IOF zog sich zurück, nachdem sie einen Palästinenser aus einem gesperrten Haus, verhaftet hatte. Einzelheiten sind in der Presseerklärung von PCHR verfügbar: press release.
 
Am 22. Oktober 2022 wurde Rabi ‘Arafa Rabi (32) aus Qalqilya mit einer scharfen Kugel in den Kopf geschossen, nachdem die IOF das Feuer auf ein Fahrzeug eröffnet hatte, das ihn und andere Arbeiter in die Nähe des israelischen Tores (109), im Süden von Qalqilya befördert hatte. Die IOF behauptete, die Soldaten hätten nach dessen Versuch, einen israelischen Soldaten am Kontrollpunkt zu überfahren, das Feuer auf das Fahrzeug eröffnet.

Am 25. Oktober 2022 wurden 5 Palästinenser, darunter 3 Zivilpersonen, getötet und 20 weitere, hauptsächlich Zivilpersonen, darunter 3 Kinder, durch das Feuer der IOF in Nablus und Ramallah in der Westbank verletzt. Unter diesen Getöteten wurden vier, darunter 2 Zivilpersonen, in einer Militäroperation der IOF in Nablus Altstadt getötet, wohingegen die fünfte Person durch den exzessiven Einsatz von Gewalt in Ramallah bei Zusammenstößen mit der IOF getötet wurde. Einzelheiten siehe Presseerklärung des PCHR: press release.

Die Verletzten waren Opfer exzessiver Gewaltanwendung, die die IOF-Überfälle auf Städte und Dörfer oder die Unterdrückung friedlicher Proteste, die palästinensische Zivilpersonen organisiert hatten, begleitete, und zwar, wie folgt:

Am 20. Oktober 2022
wurden 5 Palästinenser, darunter 4 Kinder, verletzt: eins von ihnen in kritischem Zustand, bei Zusammenstößen mit der IOF im Dorf Sa’ir, in der al-Shuhada-Straße und am Eingang zu Beit Ummar in Hebron. Außerdem wurden 4 Palästinenser bei Konfrontationen mit der IOF im Dorf Biddu und zwischen dem Eingang des Dorfes al-Ram und dem Abu Al-Shaheed-Kreisel in der Nähe des Qalandia-Kontrollpunktes in Ostjerusalem verletzt. Darüber hinaus wurden zwei Kinder durch 2 scharfe Kugeln bei Zusammenstößen mit der IOF in der Nähe des Militär-Kontrollpunktes (300), im Norden von Bethlehem, verletzt. 2 Palästinenser wurden durch gummi-ummantelte Stahlkugeln verletzt, andere litten unter Atembeschwerden, und ein Palästinenser wurde bei Auseinandersetzungen mit der IOF in der Nähe des al-Mahkamah-Kontrollpunktes am Nordeingang zur Stadt al-Bireh verhaftet.

Am 21. Oktober 2022 wurde ein Kind von einer gummi-ummantelten Stahlkugel bei Zusammenstößen mit der IOF in Bethlehem verletzt.

Am 22. Oktober 2022 verhaftete die IOF ein Kind, nachdem sie zunächst direkt auf es gefeuert hatte und schwer auf einem Fußballplatz im Viertel Sheikh Jarrah, in Ostjerusalem verletzt hatte. Er wurde in ein israelisches Krankenhaus gebracht. Die IOF behauptete, sie habe das Kind nach einem Messerangriff im French Hill-Gebiet verfolgt. Später führte die IOF eine Razzia in dem Haus der Familie des Kindes durch und verhaftete seinen Vater und seinen Bruder.

Am 25. Oktober 2022 wurden 2 Palästinenser, darunter ein Kind, von 2 scharfen Kugeln bei Zusammenstößen mit der IOF am nördlichen Eingang zum Dorf ‘Azzun, im Osten von Qalqilya verletzt. Am selben Tag verhaftete die IOF 2 Kinder. Eins von ihnen wurde bei Zusammenstößen mit der IOF am Eingang der gesperrten al-Shuhada-Straße in Hebron angeschossen. Außerdem wurde ein Palästinenser verletzt, nachdem die IOF das Feuer auf ihn in der Nähe der Trennmauer, im Westen von Hebron, eröffnet hatte.
Im Gazastreifen wurden 10 Schießereien auf Fischerboote vor der Westküste von Gaza verzeichnet, meistens im nördlichen Gazastreifen, und eine der Schießereien verursachte einen Schaden an einem beleuchteten Boot im Gazastreifen. Außerdem wurde von 3 weiteren Schießereien auf landwirtschaftliches Gebiet im Osten des Gazastreifens berichtet. (Fischer wurden am späten Mittwoch ebenfalls verhaftet. Einzelheiten in der Presseerklärung von PCHR: press release).


Bis heute in 2022 töteten Angriffe der IOF 153 Palästinenser, darunter 106 Zivilpersonen: 32 Kinder, 8 Frauen, 2 Palästinenser wurden von israelischen Siedlern getötet, und der Rest waren Aktivisten; 17 von ihnen wurden bei Angriffen der IOF im Gazastreifen und in der Westbank ermordet. Außerdem starben 5 palästinensische Häftlinge, darunter eine Frau, in israelischen Gefängnissen.


Landeinebnungen, Zerstörungen und Bescheide

Die IOF zerstörte 3 Häuser, wodurch 2 Familien, die aus 15 Personen bestanden, darunter 2 Frauen und 8 Kinder, obdachlos machten, und beschlagnahmten 5 Landwirtschaftszelte, nachdem sie diese in der Westbank abgebaut hatten, ebenso in Ostjerusalem. Einzelheiten, wie folgt:
Am 20. Oktober 2022 zerstörte die IOF ein im Bau befindliches Haus in Hebron, unter dem Vorwand einer nicht genehmigten Konstruktion. Zu bemerken ist, dass dies das dritte Mal ist, dass das Haus zerstört wird.
Am 10. Oktober 2022 zwang die IOF einen Palästinenser, sein Haus in Jabal Mukabber im besetzten Ostjerusalem unter dem Vorwand einer nicht genehmigten Konstruktion, selbst zu zerstören, wodurch eine 7köpfige Familie vertrieben wurde, darunter eine Frau und 3 Kinder.
Am 25. Oktober 2022 zerstörte die IOF ein im Bau befindliches Haus, im Norden des Dorfes Bani Na’im in Hebron, in das eine 8köpfige Familie, darunter 5 Kinder, einziehen wollte. Nach der Zerstörung brachen Unruhen in dem Gebiet aus, bei denen die IOF einen Palästinenser angriff und verhaftete. Am selben Tag beschlagnahmte die IOF 5 Landwirtschaftszelte, nachdem sie diese im Süden des Dorfes Susiya in Hebron abgebaut hatte.


Seit Beginn 2022 machte die IOF 121 Familien zu Obdachlosen, insgesamt 717 Personen, darunter 136 Frauen und 326 Kinder. Das war das Ergebnis der Zerstörung von 130 Häusern und vielen Wohn- und Landwirtschaftszelten. Die IOF zerstörte auch 92 weitere zivile und wirtschaftliche Objekte, ebnete unbebaute Landgebiete ein und stellte Hunderte von Abriss-, Baustopp- und Evakuierungsbescheiden aus.


Siedlerangriffe


Die Siedler intensivierten ihre Angriffe simultan zur Olivenernte-Saison in der Westbank. Einzelheiten, wie folgt:
Am 20. Oktober 2022 setzten israelische Siedler ein Fahrzeug in Brand und rissen circa 80 Oliven- und Mandelsetzlinge im Dorf Al-Mughir, im Osten von Ramallah, aus. Am Abend griffen Siedler palästinensische Fahrzeuge in der Nähe des (al-Mahkamah) Kontrollpunktes in der Stadt al-Bireh an, verursachten Schäden an 3 Fahrzeugen. Sie griffen auch ein Haus in Salfit mit Steinen an.

Am 21. Oktober 2022 griffen Siedler, geschützt von der IOF, Landwirte an, die in Tulkarm und Salfit Oliven geerntet haben.

Am 22. Oktober 2022 griffen Siedler im Schutz der IOF Landwirte an, die Oliven in Salfit ernteten und stifteten Unruhen durch Versammlungen auf den Straßen und blockierten den Verkehr auf diesen Straßen und warfen Steine auf sie in Qalqilya.

Am 23. Oktober 2022 brachen Siedler, geschützt durch die IOF, in die Dörfer Tekoa, Minya und Dar Nahla in Bethlehem ein, warfen Steine auf palästinensische Häuser und Eigentümer und zerbrachen Scheiben von Fahrzeugen. Außerdem griffen sie Landwirte an, während sie Oliven in Tulkarm ernteten.
Am 24. Oktober 2022 griffen Siedler an, geschützt von der IOF, und überfielen Landwirte und randalierten auf den Straßen in Salfit.


Seit Beginn dieses Jahres verübten Siedler mindestens 218 Angriffe. Bei zwei der Angriffe wurden 2 Palästinenser getötet.


Übergriffe und Verhaftungen von palästinensischen Zivilpersonen durch die IOF:


Die IOF verübte 203 Übergriffe auf die Westbank aus, darunter das besetzte Ostjerusalem. Diese Übergriffe schlossen Razzien und Fahndungen in zivilen Häusern und Einrichtungen ein sowie die Errichtung von Kontrollpunkten. Bei diesen Übergriffen wurden 84 Palästinenser verhaftet, darunter 26 Kinder und eine Frau. Im Gazastreifen verhafteten israelische Marineeinheiten 5 Fischer am 26. Oktober 2022 und beschlagnahmten ihr Boot, nachdem sie es vor der Nord(küste) des Gazastreifens abgefangen hatten. Einzelheiten siehe PCHRs Presseerklärung: press release.


Bis heute in 2022 führte die IOF 7.339 Übergriffe auf die Westbank aus, darunter das besetzte Ostjerusalem, bei denen 4.176 Palästinenser verhaftet wurden, darunter 414 Kinder und 39 Frauen. Die IOF führte außerdem 33 limitierte Übergriffe auf den Osten des Gazastreifens aus und verhaftete 91 Palästinenser, darunter 54 Fischer, 32 Infiltratoren und 5 Reisende am Beit Hanoun “Erez”-Übergang.


Israelische kollektive Bestrafungs- und Absperr-Politik sowie Einschränkungen der Bewegungsfreiheit:


Die israelische Besatzung hält ihre illegale und unmenschliche 15jährige Blockade des Gazastreifens aufrecht. Einzelheiten sind im monatlichen Update von PCHR über die Gaza-Übergänge verfügbar: monthly-update.

In der Westbank, darunter das besetzte Ostjerusalem, verhängte die IOF auch weiterhin Einschränkungen der Bewegungsfreiheit. Zusätzlich zu den 108 ständigen Kontrollpunkten errichtete die IOF 84 temporäre Militär-Kontrollpunkte in der Westbank, darunter das besetzte Ostjerusalem, und verhaftete 3 Palästinenser an diesen Kontrollpunkten.

Am 20. Oktober 2022 schloss die IOF das am Westeingang des Dorfes Husan errichtete Eisentor.

Am 20. Oktober 2022 schloss die IOF die meisten der Nebenstraßen im Dorf Hawara, im Südosten von Nablus bis zum 25. Oktober 2022 mit Sandbermen, um die Bewegung der Palästinenser auf der Hauptstraße im Rahmen der kollektiven Bestrafungspolitik der IOF zu verhindern.

Am 23. Oktober 2022 schlossen die israelischen Behörden den Eingang zum Dorf Beit Ummar, im Norden von Hebron, den Eingang zum ‘Arroub-Flüchtlingslager, im Norden von Hebron sowie den Eingang zum Dorf ‘Abod, im Nordwesten von Ramallah, mit Eisentoren.

Am 24. Oktober 2022 schloss die IOF das Eisentor am Nordeingang zum Dorf Tekoa.

Am 25. Oktober 2022 schloss die IOF das am Haupteingang zum Dorf Nabi Saleh errichtete Tor, hielt die Fahrzeuge an und beschlagnahmte deren Autoschlüssel. Die folgenden Eisentore wurden in diesen Gebieten ebenso geschlossen: das Tor an der Wadi Al-Delb-Straße in der Nähe des Dorfes Ras Karkar, am Eingang zum Dorf Kafr Ni’ma und am Eingang zum Dorf Rantis, im Westen von Ramallah.

Bis heute in 2022 errichtete die IOF 3.767 temporäre Militär-Kontrollpunkte und verhaftete 168 Palästinenser an diesen Kontrollpunkten
            Quelle          (übersetzt von Inga Gelsdorf)

 

 

 


Israelische Besatzungsstreitkräfte verhaften 5 Fischer und beschlagnahmen ihr Boot vor der Beit Lahia-Küste

Ref: 139/2022

27. Oktober 2022

Das Palästinensische Zentrum für Menschenrechte (PCHR) verurteilt die anhaltenden Gewalttaten der israelischen Streitkräfte gegenüber palästinensischen Fischern im Meer des Gazastreifens; die jüngsten waren die Verhaftung von 5 Fischern sowie die Beschlagnahmung ihrer Boote im Westen der Beit Lahia-Küste.

PCHRs Nachbereitung nach verhaftete die IOF, die auf dem Meer vor der Al-Waha-Küste, nordwestlich von Beit Lahia im Norden des Gazastreifens Stellung bezogen hatte, um circa 23:30 Uhr am Mittwoch, dem 26. Oktober 2022, 5 Fischer. Es waren: Ahmed Mohammed Mahmoud al-Hessi (40), seine 2 Brüder, ‘Abdel Malek (26) und Mahmoud (25), Mohannad Mohammed Murad al-Hessi (19) und Fares Murad Rajab al-Hessi (43); alle 5 Bewohner von Gaza City. Die IOF kreiste ihr Boot ein, das Murad Rajab al-Hessi gehörte, unter der Registriernummer 47, und das circa 1,5 Seemeilen vor der Küste segelte. Die fünf Fischer wurden zum Seehafen in Ashdod gebracht, während ihr Boot beschlagnahmt wurde, mit dem Vermerk, die Fischer stünden jetzt unter Arrest.

Die IOF schränkt die Arbeit der palästinensischen Fischer im Meer vor dem Gazastreifen ein und erlaubt ihnen nur innerhalb von 6 – 12 Seemeilen zu segeln. Bis heute in 2022 dokumentierte das PCHR Verletzungen von 19 Fischern und Verhaftungen von 44 weiteren, darunter 6 Kindern; 2 von ihnen stehen immer noch unter Arrest. Ebenso behalten die israelischen Behörden weiterhin 18 Fischerboote in Gewahrsam, außer dutzenden von Fischerausrüstungen.

Angesichts des obengenannten Zwischenfalls betont das PCHR nochmals, dass die israelischen Praktiken gegenüber den palästinensischen Fischern im Gazastreifen einen schweren Verstoß gegen sämtliche internationalen Konventionen und Mittel darstellen, darunter die Vierte Genfer Konvention in Bezug auf den Schutz von Zivilpersonen in Zeiten des Krieges und der Internationale Pakt über wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte, die beide die Notwendigkeit vorschreiben, Arbeitnehmer zu beschützen und ihre Unversehrtheit zu garantieren.

Das PCHR wiederholt seine Forderung an die internationale Gemeinschaft, darunter die Vertragsstaaten der Genfer Konventionen von 1949, die israelischen Besatzungsbehörden zu verpflichten, die Angriffe und die Verfolgung palästinensischer Fischer in den Gewässern von Gaza einzustellen und den Fischern zu erlauben, frei zu fischen und Israel zu verpflichten, die Fischer für ihre Verluste, die die wiederholten israelischen Angriffe verursacht haben, zu entschädigen und die Boote der Fischer sowie die Ausrüstung, die in ihrem Gewahrsam ist, freizugeben.
Quelle    (übersetzt von Inga Gelsdorf)

 

 

 

Al Mezan und PCHR übermitteln eine gemeinsame Eingabe an den UN-Menschenrechtsrat vor Israels UPR

Gaza, Palästina – 19/10/2022

Im Rahmen ihres Einsatzes für den UN-Menschenrechtsmechanismus übermittelten das Al Mezan-Zentrum für Menschenrechte und das Palästinensische Zentrum für Menschenrechte (PCHR) dem UN-Menschenrechtsrat für den vierten Zyklus der allgemeinen regelmäßigen Überprüfung Israels (UPR) eine gemeinsame Stellungnahme. UPR ist ein Peer-Review Mechanismus, der unter der Schirmherrschaft des Menschenrechtsrates durchgeführt wird, bei dem alle UN-Mitgliedsstaaten die Gelegenheit haben, die Menschenrechtsberichte aller Mitgliedsstaaten zu überprüfen.

Die gemeinsame Beschwerde bringt die jüngsten israelischen Militärangriffe ans Licht, die gegen Zivilpersonen und die zivile Infrastruktur im Gazastreifen während der gesamten Berichtszeit ausgeführt wurden. Während die Palästinenser in Gaza sich von den letzten Militärangriffen im Mai 2021 und August 2022 erholen, betont die gemeinsame Beschwerde die internationalen Verbrechen, die die israelischen Behörden gegen die Palästinenser in Gaza begangen haben, darunter der unverhältnismäßige und wahllose Einsatz von Gewalt, die willkürliche Tötung, einschließlich des Bombardierens von Häusern, während die Bewohner sich im Innern befanden; umfangreiche, unnötige und mutwillige Zerstörung von Eigentum. Dementsprechend betonten die Organisationen, dass solche Angriffe auf Kriegsverbrechen hinauslaufen könnten und Teil eines umfangreichen und systematischen Angriffs gegen die palästinensische Zivilbevölkerung sind, die auf Verbrechen gegen die Menschlichkeit gemäß dem Römischen Statut des Internationalen Strafgerichtshofs hinauslaufen.

Die gemeinsame Stellungnahme lenkt die Aufmerksamkeit des Rates erneut auf die 15jährige israelische Blockade und Absperrung des Gazastreifens und ihre katastrophalen Folgen für 2,1 Millionen Palästinenser, die in der besetzten Enklave gefangen sind. Während die israelische Regierung die Absperrung und die entsprechenden Einschränkungen unter dem Deckmantel der „Sicherheit“ rechtfertigt, ordnet die Stellungnahme die illegale israelische Absperrung von Gaza in den weiteren Rahmen von Israels Siedler-Kolonialismus und Apartheid ein. Die Stellungnahme detailliert die Auswirkungen der illegalen israelischen Absperrung, die sämtliche Aspekte des Lebens im besetzten Gaza immer stärker beeinträchtigt - und sämtliche unveräußerliche Rechte der Palästinenser– darunter ihr Recht auf Leben, Gesundheit, Arbeit, Bildung, entsprechende Selbstbestimmung und Rückkehr immer mehr untergraben haben.

Mit dem Hinweis darauf, wie den palästinensischen Patienten aus Gaza ihr Recht auf Zugang zu einer rechtzeitigen und potentiellen lebensrettenden Behandlung außerhalb des Gazastreifens verweigert wurde, wiederholt die Stellungnahme, dass das israelische diskriminierende Genehmigungssystem das Leben Tausender von Patienten bedroht, für die eine Behandlung in Gaza als direkte Folge der ständigen Blockade und der wiederholten Militärangriffe, die Gazas Gesundheitssystem lahmgelegt haben, nicht verfügbar ist.

Al Mezan und PCHR betonen, dass Israel als Besatzungsmacht Empfehlungen ignoriert hat, die es bei den vorherigen UPR-Zyklen erhalten hatte, darunter die Beendigung der Blockade des Gazastreifens, die Gewährleistung der Bewegungsfreiheit für die gesamte Bevölkerung, als auch die Achtung sowie der Schutz von deren Menschenrechte. Dementsprechend forderten die Organisationen Israel auf:

• Sofort, vollständig und bedingungslos die illegale Absperrung und Blockade des Gazastreifens aufzuheben und alle damit verbundenen rechtswidrigen Einschränkungen des Verkehrs von Menschen und Gütern zu beenden, die den Gazastreifen bereits unbewohnbar gemacht haben und gegen das gesamte Spektrum der Rechte verstoßen, die mehr als nur zwei Palästinensern im Gazastreifen zustehen, indem sie ihnen den Genuss einer gleichberechtigten Inanspruchnahme der Grundrechte und Freiheiten verwehren.

• Seinen moralischen und gesetzlichen Verpflichtungen gegenüber geschützten Personen in den besetzten palästinensischen Gebieten nachzukommen und sämtliche Einschränkungen der Bewegungsfreiheit der Palästinenser zu beenden, vor allem die der kranken Patienten aus Gaza.

• Maßlose und unverhältnismäßige Angriffe und das direkte Zielen auf palästinensische Zivilpersonen und zivile Objekte zu unterlassen sowie die Prinzipien des humanitären Völkerrechts einzuhalten, einschließlich der Differenzierung und Verhältnismäßigkeit.

• Internationale Menschenrechtsnormen in Bezug auf den Einsatz von Gewalt bei strafrechtlichen Verfolgungsoperationen einzuhalten, bei denen tödliche Gewalt nur als letztes Mittel eingesetzt werden darf, um sich gegen eine unmittelbare Bedrohung des Lebens zu schützen und, wenn andere, weniger gewaltsame Maßnahmen ausgeschöpft wurden.         Quelle            (übersetzt von Inga Gelsdorf)
 

 

 

 

Israelische Menschenrechtsverletzungen in den besetzten palästinensischen Gebieten

(Wöchentliches Update 13. – 19. Oktober 2022)

Verletzung des Rechts auf Leben und auf körperliche Unversehrtheit:
Drei Palästinenser, darunter ein Zivilist, wurden getötet und 23 weitere, darunter 6 Kinder und 2 Sanitäter verletzt, während dutzende andere bei Angriffen der israelischen Besatzungskräfte (IOF) im Gazastreifen und der Westbank, einschließlich im besetzten Ostjerusalem, Erstickungsanfälle erlitten. Einzelheiten wie folgt:

Am 14. Oktober 2022,
wurden zwei Mitglieder bewaffneter palästinensischer Gruppen getötet und vier andere, darunter zwei Sanitäter, bei Auseinandersetzungen und Zusammenstößen mit der IOF verletzt, als Letztere in das Jenin-Flüchtlingslager eindrang, wo sie ein Haus verriegelte, einen seiner Bewohner verhaftete und sich später wieder zurückzog.

Am 15. Oktober 2022
erlag ein Palästinenser seinen Verletzungen, die er durch das Feuer der IOF am Tag vor ihrem Eindringen am Eingang zum Dorf Qarawat Bani Hassan, im Westen von Salfit, erlitten hatte, wobei vier weitere Palästinenser, darunter ein Kind und ein Teenager, verletzt wurden. (Einzelheiten sind verfügbar in dieser Presseerklärung: press release).

Bei den Verletzten handelte es sich um Opfer exzessiver Gewaltanwendung, die Angriffe der IOF auf Städte und Dörfer sowie die Niederschlagung friedlicher Proteste, die palästinensische Zivilpersonen organisiert hatten, begleitete. Es war wie folgt:

Am 13. Oktober 2022
, erlitten zahlreiche Studenten Erstickungsanfälle, nachdem die IOF Tränengaskanister in der Nähe der al-Qisariyia Gemischten Schule im Dorf Gazatal (Juhor al-Deek), im Südosten von Gaza, die 1000 Meter vom Grenzzaun entfernt liegt, abgefeuert hatte, was die Schulverwaltung zur Evakuierung zwang. Am Abend wurde ein Teenager bei Zusammenstößen mit der IOF bei deren Eindringen in Nablus, um den Überfall der Siedler auf Josephs Grab abzusichern, von einer scharfen Kugel in die Hand getroffen. Ebenso erlitten dutzende von Palästinensern, darunter 3 Kinder, schwere Erstickungsfälle, und sechs weitere wurden bei Zusammenstößen mit der IOF im Dorf Silwan im besetzten Ostjerusalem verhaftet. Darüber hinaus wurde ein Kind mit einer scharfen Kugel bei Zusammenstößen mit der IOF am Eingang des Al-Arroub-Flüchtlingslagers nach der Beerdigung von Osama ‘Adawi, der am Tag zuvor durch das Feuer der IOF getötet worden war, in den Fuß geschossen (Einzelheiten sind in dieser Presseerklärung verfügbar: press release). Außerdem wurde ein Kind ebenso mit einer scharfen Kugel bei Zusammenstößen mit der IOF am Eingang der gesperrten al-Shuhada-Straße in Hebron in den Fuß geschossen.

Am 14. Oktober 2022
, wurden drei Palästinenser, darunter ein Kind, von gummi-ummantelten Kugeln bei Zusammenstößen mit der IOF nach deren Niederschlagung des wöchentlichen Protestes von Kafr Qaddoum im Norden von Qalqilya verletzt. Am selben Tag wurde ein Kind von einer gummi-ummantelten Stahlkugel bei Zusammenstößen mit der IOF in der Nähe des Trennmauer-Tors an der Straße, die das Dorf Beit Duqqu mit dem Dorf Beit Ijza im besetzten Ostjerusalem verbindet, angeschossen. Außerdem wurden zwei Palästinenser mit zwei scharfen Kugeln beschossen und zwei weitere bei Zusammenstößen mit der IOF, die israelische Siedler beschützte, während Angriffe im Dorf Huwara in Nablus ausgeführt wurden, verhaftet. Des Weiteren wurden drei Palästinenser, darunter ein Kind, verletzt und ein weiterer bei Zusammenstößen mit der IOF am Eingang der gesperrten al-Shuhada-Straße in Hebron verhaftet.

Am 15. Oktober 2022
, verhaftete die IOF einen Palästinenser, nachdem sie das Feuer auf ihn eröffnet und ihn verletzt hatte, unter dem Vorwand, er habe Steine auf die IOF in der Nähe des nördlichen Eingangs zu Yatta in Hebron geworfen. Ebenso verhaftete die IOF einen Palästinenser, nachdem sie das Feuer auf ihn eröffnet hatte, und verletzte ihn, als er versuchte, sich der Trennmauer, im Südwesten des Dorfes As-Samu in Hebron zu nähern.
Am 18. Oktober 2022, verhaftete die IOF einen Teenager, nachdem sie das Feuer auf ihn eröffnet hatte und verletzte ihn, unter dem Vorwand, einen Molotow Cocktail an der Kreuzung des Dorfes Al-Majdal in Nablus geworfen zu haben.

Im Gazastreifen wurden über 7 Schießereien auf landwirtschaftliche Gebiete im Osten des Gazastreifens sowie auf Fischerboote vor der Westküste Gazas berichtet.


Bis heute in 2022 töteten IOF-Angriffe 144 Palästinenser, darunter 100 Zivilpersonen: 27 Kinder, 8 Frauen, 2 Palästinenser wurden von israelischen Siedlern getötet und der Rest waren Aktivisten; 15 von ihnen wurden ermordet. Außerdem wurden hunderte von Palästinensern bei IOF-Angriffen im Gazastreifen und der Westbank verletzt, während 4 palästinensische Gefangene, darunter eine Frau, in israelischen Gefängnissen starben.



Landeinebnungen, Zerstörungen und Bescheide
Am 13. Oktober 2022
zwang die IOF einen Palästinenser zur Selbstzerstörung seines Hauses in dem Dorf Sur Baher unter dem Vorwand der nicht genehmigten Konstruktion, was ihn, seine Frau und seine Tochter obdachlos machte.

Seit Beginn von 2022 machten israelische Besatzungskräfte 119 Familien obdachlos, insgesamt 702 Personen, darunter 136 Frauen und 318 Kinder. Das war das Ergebnis der Zerstörung von 127 Häusern und mehreren Wohnzelten. Die IOF zerstörte auch 92 weitere zivile Wirtschaftsobjekte, ebnete Landgebiete ein und stellten dutzende von Abriss-, Baustopp- und Evakuierungsbescheiden aus.

Siedlerangriffe gegen palästinensische Zivilpersonen und ihr Eigentum:

Viele Palästinenser erlitten Prellungen, ein israelischer Solidaritätsaktivist erlitt Verletzungen und palästinensisches Eigentum wurde schwer beschädigt bei 9 Angriffen, die von israelischen Siedlern unter dem Schutz der IOF, ausgeführt wurden, darunter Angriffe gegen palästinensische Bauern bei der Olivenernte-Saison in der Westbank, einschließlich des besetzten Ostjerusalems. Einzelheiten sind wie folgt:

Am 13. Oktober 2022
erlitten fünf Palästinenser Prellungen, nachdem israelische Siedler Läden und Fahrzeuge im Dorf Huwara in Nablus angegriffen und Schäden an zwei Fahrzeugen verursacht hatten. Am selben Tag griffen israelische Siedler landwirtschaftliche Gebiete im al-Montar-Gebiet in Nablus an und schnitten Zweige von 120 Olivenbäumen ab. Am Abend setzten die israelischen Siedler ein Restaurant und einen LKW bei ihrem Angriff im Dorf Huwara in Brand. Außerdem stürmten dutzende von israelischen Siedlern unter dem Schutz der IOF, einige von ihnen maskiert, in Begleitung des extremistischen israelischen Knessetabgeordneten (MK), Itamar Ben Gvir, das Sheikh Jarrah-Viertel. Sie brachen in Wohnhäuser ein, griffen dere Bewohner an und beschädigten deren Eigentum. Die IOF unterdrückte die Palästinenser, die versuchten, sich den Siedlern zu widersetzen, anstatt den Bewohnern des Viertels Schutz bereitzustellen, und zerstreute sie, nachdem sie ein Sperrfeuer von Tränengaskanistern abgefeuert, Abwasser auf sie gepumpt und 9 Palästinenser verhaftet und angegriffen hatte. Die Gesellschaft des Palästinensischen Roten Halbmondes (PRCS) gab bekannt, dass ihre Teams 20 Palästinenser behandelt hätten, die geschlagen und mit Steinen beworfen worden waren, während 5 von ihnen ins Krankenhaus transportiert wurden.

Am 14. Oktober 2022,
fanden die Palästinenser heraus, dass israelische Siedler 12 alte Olivenbäume im Norden des Dorfes Qaryut in Nablus abgesägt hatten. Am Abend fielen israelische Siedler in das Dorf Huwara ein, griffen Läden auf der Hauptstraße an und stießen dabei mit Palästinensern zusammen. Am selben Tag warfen israelische Siedler, unter dem Schutz der IOF, einen Brandsatz auf das Büro des Direktors der Awarif Secondary Schule im Dorf Urif, Nablus, und setzten es in Brand. Außerdem zerschmetterten sie das Glas von 20 Solarzellen auf dem Dach der Schule. Darüber hinaus fielen dutzende von israelischen Siedlern, unter dem Schutz der IOF, in das al-Sumod-Gebäude im Sheikh Jarrah-Viertel im besetzten Ostjerusalem, ein, wo sie die Scheiben mehrerer Fahrzeuge, die vor dem Gebäude geparkt waren, zerbrachen, und schlugen und stießen dessen Bewohner. Das Ergebnis war, dass dutzende von Bewohner des Viertels sich vor dem Eingang des Gebäudes versammelten, um sich den Siedlerangriffen zu widersetzen. Dabei feuerte die IOF Schallbomben auf die Bewohner des Viertels, unterdrückte sie mit Gewalt, griff sie an und verhaftete sieben von ihnen, darunter ein Kind.

Am 15. Oktober 2022
griffen israelische Siedler palästinensische Fahrzeuge an, die den Kreisverkehr bei Omar Abu Laila (Ariel), im Norden von Salfit passierten. Das Ergebnis war, dass Scheiben einiger Autos zerbrochen wurden.

Am 19. Oktober 2022
griffen israelische Siedler palästinensische Bauern und Freiwillige mit Messern, Stöcken und Stangen an, die versuchten ein landwirtschaftliches Gebiet in der Nähe der “Ma’ale Amos”-Siedlung, im Dorf Kisan, im Osten von Bethlehem zu erreichen. Das führte dazu, dass ein israelischer Solidaritätsaktivist Verletzungen und Brüche davontrug.



Seit Beginn des Jahres führten Siedler mindestens 203 Angriffe aus. Bei zwei der Angriffe wurden 2 Palästinenser getötet.


Angriffe und Verhaftungen palästinensischer Zivilpersonen durch die IOF:
Die IOF verübte 239 Übergriffe auf die Westbank, einschließlich des besetzten Ostjerusalems. Diese Übergriffe enthielten Razzien und Fahndungen in zivilen Häusern und Einrichtungen sowie die Errichtung von Kontrollpunkten. Bei diesen Übergriffen wurden 110 Palästinenser verhaftet, darunter 15 Kinder, 2 Frauen und ein Sanitäter. Diese Woche sprengte die IOF Türen von drei Häusern in Ramallah, misshandelte deren Bewohner und beschlagnahmte ihr Geld. Im besetzten Ostjerusalem führte die IOF eine umfangreiche Verhaftungskampagne durch, sowohl bei ihrem Überfall auf das Shu’fat-Flüchtlingslager, als auch bei Siedlerangriffen im Sheikh Jarrah-Viertel. Die IOF verhaftete auch einen PRCS-Sanitäter, nachdem sie einen Krankenwagen, den er steuerte am Za’tara-Militär-Kontrollpunkt angehalten hatte.


Bis heute in 2022 verübte die IOF 7.136 Übergriffe auf die Westbank, darunter auch Ostjerusalem, wobei 4.092 Palästinenser verhaftet wurden, darunter 388 Kinder und 38 Frauen. Die IOF führte außerdem 33 limitierte Übergriffe auf den Osten des Gazastreifens aus und verhaftete 86 Palästinenser, darunter 49 Fischer, 32 Infiltratoren und 5 Personen, die über den Beit Hanoun “Erez”-Übergang reisten.


Israelische kollektive Bestrafungs- und Absperrpolitik sowie Einschränkungen der Bewegungsfreiheit:
Die israelische Besatzung hält ihre illegale und unmenschliche 15jährige Blockade des Gazastreifens aufrecht. Einzelheiten, verfügbar im monatlichen Update von PCHR über die Gaza-Übergänge: monthly-update

Die israelischen Behörden kündigten die Schließung der Übergänge von Westbank und Gazastreifen von Sonntagmittag, 16. Oktober 2022 bis Dienstag,18. Oktober 2022, Mitternacht, aufgrund der jüdischen Feiertage an.
Am 17. Oktober 2022, starb der Patient, Akram Ahmad Mohammad Al-Sultan (62), aus dem nördlichen Gazastreifen, nachdem man ihm die Ausreise zur Behandlung im Al-Muttala’-Krankenhaus im besetzten Jerusalem verweigert hatte. Somit ist die Zahl der Toten unter den Patienten, denen man die Ausreise seit Beginn dieses Jahres verweigert hat auf 8 Personen gestiegen, darunter 3 Kinder. ( Weitere Einzelheiten sind in dieser Presseerklärung verfügbar: press release).

In der Westbank, darunter das besetzte Ostjerusalem, verhängt die IOF weiter Einschränkungen der Bewegungsfreiheit. Zusätzlich zu ihren 108 permanenten Kontrollpunkten errichtete die IOF 156 temporäre Militär-Kontrollpunkte in der Westbank, auch im besetzten Ostjerusalem, und verhaftete 5 Palästinenser an diesen Kontrollpunkten.

Seit 11. Oktober 2022 verhängt die IOF weiter eine Belagerung und eine Schließung von Nablus und seinen drei Lagern: Balata, ‘Ein Beit el Ma und Askar, einschließlich der Schließung der Eingänge und Kontrollpunkte sowie die Sperrung einiger Straßen mit Sandbermen und Zementblöcken im Rahmen ihrer kollektiven Bestrafungsmaßnahmen gegen Zehntausende von Palästinensern. Die Belagerung wurde nach einer Schießerei auf die IOF, die bei der “Shavei Shomron”-Siedlung, im Nordwesten von Nablus, stationiert war, wobei ein israelischer Soldat getötet wurde, verhängt. Aufgrund der Schließung der Kontrollpunkte benötigen die Bewohner der Stadt 3-4 Stunden, um aus - oder in die Stadt zu gelangen, so dass sie verschmutzte Straßen oder Nebenstraßen benutzen.


Bis heute in 2022 errichtete die IOF mindestens 3683 temporäre Militär-Kontrollpunkte und verhaftete 165 Palästinenser an diesen Kontrollpunkten.

Quelle               (übersetzt von Inga Gelsdorf)
 

 

 

 

 

 

 

 

PCHR: Der Achte in diesem Jahr: Krebspatient stirbt nach Verweigerung der Ausreise zur externen Behandlung durch die israelischen Behörden

 Ref: 134/2022 - Datum: 19. Oktober 2022

Ein Patient mit Namen Akram Ahmad Mohammad Al-Sultan (62) aus dem nördlichen Gazastreifen starb, nachdem ihm die Ausreise zur Behandlung im Al-Muttala’-Krankenhaus im besetzten Jerusalem verweigert wurde. Somit stieg die Zahl der Toten unter den Patienten seit Beginn dieses Jahres auf 8, darunter 3 Kinder.

Hazem Akram Al-Sultan (38) sagte, sein Vater habe eine Fraktur des 11. Brustwirbelkörpers (T11) seit Juni 2022. Nach mehreren Untersuchungen stellte sich heraus, dass er Leukämie hatte, und die Ärzte entschieden, ihn ins Al-Muttala’-Krankenhaus im besetzten Jerusalem aufgrund seines schlechten Zustandes und der dringenden Notwendigkeit einer Strahlentherapie, die in den Krankenhäusern des Gazastreifens nicht verfügbar ist, zu überweisen. Am 18. Juli 2022 beantragte der Patient eine Genehmigung bei den israelischen Behörden zwecks Behandlung im Al-Muttala’-Krankenhaus, aber am 8. August 2022 antworteten die israelischen Behörden, dass sein Antrag immer noch „in Bearbeitung“ sei.

Der Patient hatte einen neuen Termin am 13. August 2022 erhalten und beantragte eine weitere Genehmigung. Aber die israelischen Behörden prüften seinen Antrag erneut. Der Patient durchlief dasselbe Procedere, um einen neuen Termin am 30. September 2022 zu bekommen. Am  06. Oktober 2022 erhielt er eine Nachricht, er solle zu einem Gespräch mit dem israelischen Geheimdienst zum Beit Hanoun “Erez”-Übergang kommen, deshalb ging er am selben Morgen dorthin. Nach einer Wartezeit von 3 Stunden wurde er gebeten, ohne dass ein Gespräch stattfand, in den Gazastreifen zurückzukehren,. Am 17. Oktober 2022 verschlechterte sich sein Gesundheitszustand, und er wurde in das Indonesische Krankenhaus im nördlichen Gazastreifen gebracht, wo man seinen Tod verkündete.

Laut PCHRs Nachforschungen haben die israelischen Behörden bis jetzt in diesem Jahr die Ausreise von 5.472 Patienten mit schwerwiegenden Krankheiten verhindert, die in den Krankenhäusern des Gazastreifens nicht behandelt werden können. Diese Einschränkungen fallen mit der Verschlechterung des Gesundheitssystems im Gazastreifen zusammen, aufgrund der dem Streifen seit 16 Jahren auferlegten Blockade, die einen ständigen Mangel an wichtigen Medikamenten und medizinischen Geräten sowie eine unzureichende Zahl an spezialisierten Krankenhausmitarbeitern verursacht.

PCHR verurteilt die Behinderung der Patienten bei der Ausreise aus dem Gazastreifen zur Behandlung und fordert die internationale Gemeinschaft auf, einschließlich der Hohen Vertragsparteien der Vierten Genfer Konvention von 1949, auf die israelischen Behörden Druck auszuüben, damit sie ihre gesetzlichen Pflichten gegenüber der Bevölkerung des Gazastreifens, einschließlich gegenüber den Patienten, erfüllen und einen adäquaten und sicheren Mechanismus für ihre Reise zur Behandlung außerhalb des Gazastreifens sicherstellen. PCHR drängt die internationale Gemeinschaft, Druck auf Israel auszuüben, die dem Gazastreifen auferlegte Blockade aufzuheben, in Übereinstimmung mit der Resolution des Sicherheitsrates Nr. 1860, die eine unbehinderte Bereitstellung und Verteilung humanitärer Hilfe in ganz Gaza fordert, darunter Nahrung, medizinische Behandlung, beziehungsweise, die Einfuhr von medizinischen Gütern für die Strahlentherapie, chemische Medikamente und periodische Untersuchungen von Krebspatienten zu erlauben, die nicht in den Krankenhäusern Gazas verfügbar sind.
Quelle           (übersetzt von Inga Gelsdorf)

 

 

 

Israelische Menschenrechtsverletzungen in den besetzten palästinensischen Gebieten

(wöchentliches Update 06. – 12. Oktober 2022)

Verletzung des Rechts auf Leben und körperliche Unversehrtheit:

5 palästinensische Zivilpersonen wurden getötet, darunter 3 Kinder, eins von ihnen erlag seiner schweren Verletzung.  Außerdem wurden 34 weitere Zivilpersonen verletzt, darunter 3 Kinder, und dutzende andere litten unter Erstickungsanfällen bei Angriffen der israelischen Besatzungskräfte (IOF) in der Westbank, einschließlich Ostjerusalems. Einzelheiten sind wie folgt:

Am 07. und 08. Oktober 2022 tötete die IOF in 3 separaten Fällen in der Westbank 4 Palästinenser, darunter 2 Kinder, und verletzte 10 weitere,  3 von ihnen in kritischem Zustand, darunter ein Kind. Einzelheiten sind in der Presseerklärung von PCHR: press release.

Am 10. Oktober 2022 erlag  Mahmoud Mohammad Samoudi (12) einer Schusswunde, die er bei den Überfällen der IOF auf das Jenin-Flüchtlingslager am 28. September 2022 erlitten hatte, bei denen 4 Palästinenser getötet wurden, darunter eine Zivilperson, und 28 weitere wurden verletzt. Einzelheiten verfügbar in der Presseerklärung von PCHR: press release.

Am 12. Oktober 2022 wurde Osama ‘Adawi (17) durch das Feuer der IOF im Al ‘Aroub-Flüchtlingslager in Hebron als Teil des exzessiven Gewalteinsatzes getötet.

In der Zwischenzeit wurden diese Opfer von exzessivem Gewalteinsatz, die die IOF-Überfälle in Städten und Dörfern oder bei der Unterdrückung der friedlichen Proteste begleitete, die palästinensische Zivilpersonen organisiert hatten, und zwar wie folgt:

Am 07. Oktober 2022 wurden 13 Palästinenser mit Metallkugeln bei Zusammenstößen mit der IOF verletzt, nachdem Letztere den wöchentlichen Protest von Kafr Qaddoum im Norden Qalqilyas unterdrückt hatten.

Am 08. Oktober 2022 griff die IOF eine Gruppe Palästinenser an und verhaftete einen von ihnen, während sie Oliven im Dorf Silwan in Ostjerusalem erntete. Am selben Tag wurde ein 36jähriger Palästinenser von einer scharfen Kugel ins linke Knie getroffen, nachdem die IOF das Feuer auf eine Gruppe Arbeiter in der Nähe der Trennmauer, im Norden von Tulkarm eröffnet hatte, die versuchte, nach Israel zur Arbeit zu gelangen. Ebenso erlitt ein Kind eine Verletzung durch eine gummi-ummantelte Stahlkugel, während andere Prellungen davontrugen und Erstickungsanfälle hatten. Darüber hinaus wurden 15 Palästinenser verhaftet, nachdem sie während der Niederschlagung der Feierlichkeiten anlässlich des Geburtstags des Propheten Mohammed, auch bekannt als Mawlid An-Nabawi, im Bab Al ‘Amoud-Hof in Ostjerusalem, geschlagen worden waren. Darüber hinaus wurde ein Palästinenser von einer gummi-ummantelten Stahlkugel verletzt, und 3 andere, darunter eine Frau, bei Zusammenstößen mit der IOF verhaftet. Sie drang in das Shu’fat-Flüchtlingslager in Ostjerusalem nach einem Angriff auf die IOF, die am Kontrollpunkt des Lagers stationiert war, ein.

Am 09. Oktober 2022 wurden 2 Palästinenser, darunter ein Kind, bei Konfrontationen mit der IOF, die in das Dorf  Sarda von gummi-ummantelten Stahlkugeln eindrank, im Norden von Ramallah verletzt.

Am 10. Oktober 2022 wurden 2 Palästinenser bei der Niederschlagung von Demonstrationen gegen Strafmaßnahmen, die dem Shu’fat-Flüchtlingslager und dem al-Salam-Viertel in Ostjerusalem auferlegt wurden, verletzt.

Am 12 Oktober 2022 griff die IOF 3 Palästinenser an, darunter 2 Wächter der Al-Aqsa-Moschee, kurz bevor sie diese in den Vorhöfen der Moschee verhaftete, was zeitgleich mit den Angriffen der Siedler geschah. Am selben Tag wurden 2 Palästinenser von scharfen Kugeln getroffen, als die IOF das Feuer auf sie bei den Zusammenstößen eröffnete, die auf die Angriffe der von der IOF beschützten Siedler im Dorf Qusra in Nablus folgten. Außerdem wurde ein 22jähriger Palästinenser bei Zusammenstößen mit der IOF in der Nähe des Militärkontrollpunktes 300, im Norden von Bethlehem,  von einer gummi-ummantelten Stahlkugel am Auge verletzt. Ebenso wurde ein Palästinenser verletzt und ein weiterer wurde bei weitreichenden und ständigen Konfrontationen in den Vierteln Jerusalems im Rahmen der Proteste gegen die 5tägige Schließung des Shu’fat-Flüchtlingslagers und des Dorfes Anata verhaftet. Am Abend wurde ein 14jähriger von einer scharfen Kugel am Fuß verletzt, kurz bevor er bei Zusammenstößen mit der IOF im Westen von Beit Ummar in Hebron verhaftet wurde.

Im Gazastreifen wurden 8 Schießereien der IOF auf Fischerboote vor den Küsten Gazas (West-Gaza) und 3 weitere Schießereien auf landwirtschaftliche Gebiete im Osten des Gazastreifens verzeichnet.
 

Bis heute in 2022 töteten Angriffe der IOF 133 Palästinenser, darunter 93 Zivilpersonen: 27 Kinder, 8 Frauen; 2 Palästinenser wurden von israelischen Siedlern getötet und der Rest waren Aktivisten; 15 von ihnen wurden bei Angriffen der IOF im Gazastreifen und der Westbank gezielt getötet, außerdem hunderte verletzt, darunter Frauen und Kinder.  Des Weiteren starben 4 palästinensische Häftlinge, darunter eine Frau in israelischen Gefängnissen.

 

Landeinebnungen, Zerstörungen und Bescheide

Die IOF zerstörte 2 Häuser und machte so eine 8köpfige Familie, darunter 2 Frauen und 4 Kinder, obdachlos, außerdem ein für landwirtschaftliche Zwecke genutztes Zelt. Einzelheiten sind wie folgt:

Am 08. Oktober 2022 zwang die IOF einen Palästinenser, sein Haus in der Altstadt von Ostjerusalem selbst zu zerstören, unter dem Vorwand einer nicht genehmigten Konstruktion, was ihn und seine Mutter obdachlos machte.

Am 10. Oktober 2022 zerstörte die IOF ein landwirtschaftlich genutztes Zelt im Süden von Yatta in Hebron.

Am 06. Oktober 2022 zerstörte die IOF ein 110 qm großes Haus in Dura in Hebron, wodurc eine 6köpfige Familie, darunter 4 Kinder, obdachlos wurde, unter dem Vorwand nicht genehmigten Baumaßnahmen. Bei der Zerstörung griff die IOF einen Palästinenser und seinen Sohn an und verhaftete einen von ihnen, entließ ihn jedoch später.

 

Seit Beginn 2022 machten die israelischen Besatzungskräfte 118 Familien zu Obdachlosen, insgesamt 699 Personen, darunter 135 Frauen und 317 Kinder. Das war das Ergebnis der Zerstörung von 126 Häusern und vielen Wohnzelten. Die IOF zerstörte ebenfalls 92 weitere zivile Objekte, ebnete unbebaute Flächen von Land ein und stellte dutzende Abriss-, Baustopp- und Evakuierungsbescheide aus.

 
Siedlerangriffe

Mit Beginn der Olivenernte und wie jedes Jahr griffen Siedler diese Woche Bauern und Grundbesitzer an und stahlen ihre Ernte, außerdem rissen sie die Bäume aus. Einzelheiten, wie folgt:

Am 09. Oktober 2022 zerstörten israelische Siedler, geschützt von der IOF, 4 landwirtschaftliche Zelte im Süden Yattas in Hebron. Am selben Tag warfen Siedler, die auf der Hauptstraße, die zum Jalazone-Flüchtlingslager in der Nähe der “Beit El”-Siedlung im Norden von Al-Bireh stationiert waren, Steine auf palästinensische Fahrzeuge, jedoch wurden keine Verletzungen verzeichnet. Am Abend griffen Siedler vom Siedlungsaußenposten, der in Jabal Al-Raysan in der Nähe des Dorfes Ras Karkar errichtet worden war, ein palästinensisches Haus an, kurz bevor die Palästinenser sich gegen die Siedler stellten und Steine auf sie warfen.

Am 10. Oktober 2022 griffen Siedler Bauern an, die im Gebiet von Khallet Hassan, im Westen von Salfit, Oliven ernteten. Das führte dazu, dass einige von ihnen verletzt wurden.

Am 11. Oktober 2022 warfen Siedler aus der Siedlung “Ma’ale Levona” im Osten von Ramallah Steine auf palästinensische Häuser entlang der Alten Nablus-Straße im Dorf Sinjil, im Osten der Stadt, wodurch Schäden an Fenstern von Häusern und einem Auto in dem Gebiet entstanden.

Am 12. Oktober 2022 griffen Siedler aus dem Esh Kodash-Siedlungsaußenposten, der auf den Ländereien der Stadt Qusra, im Südosten von Nablus, errichtet worden war, die östlichen Außenbezirke des Dorfes an und blockierten die Qasra-Jalud-Straße mit Steinen. Sie setzten 3 neu erbaute und fest verschlossene Baracken, die als kleine Geflügelfarmen genutzt wurden, in Brand. Ebenso setzten sie einen LKW in Brand, den sie zuvor mit Geflügel beladen hatten, bevor die Palästinenser sich ihnen mit Steinen entgegenstellten und es zu heftigen Auseinandersetzungen kam.

Seit Jahresbeginn verübten Siedler mindestens 149 Angriffe. Bei zwei der Angriffe wurden 2 Palästinenser getötet.

 

Übergriffe und Verhaftungen palästinensischer Zivilpersonen durch die IOF:

Die IOF führte 203 Übergriffe auf die Westbank, einschließlich des besetzten Ostjerusalems, aus. Diese Übergriffe schlossen Razzien und Fahndungen in zivilen Häusern und Einrichtungen sowie die Errichtung von Kontrollpunkten ein. Bei diesen Übergriffen wurden 107 Palästinensern verhaftet, darunter 9 Kinder und 2 Frauen. Im Gazastreifen führte die IOF am 12. Oktober 2022 einen limitierten Angriff auf das östliche Al-Bureij-Flüchtlingslager im Osten des zentralen Gazastreifens aus.

 

Bis heute in 2022 führte die IOF 6.897 Übergriffe in die Westbank aus, darunter das besetzte Ostjerusalem, bei denen 3.982 Palästinenser verhaftet wurden, darunter  373 Kinder und 36 Frauen. Die IOF führte auch 33 limitierte Übergriffe auf den östlichen Gazastreifen aus und verhaftete 86 Palästinenser, darunter 49 Fischer, 32 Infiltratoren und 5 Personen, die über den “Erez”-Übergang in Beit Hanoun reisten.

 

Strafmaßnahmen in Jerusalem

Den 5. Tag in Folge legte die IOF auch weiterhin dem Shu’fat-Flüchtlingslager und dem Dorf ‘Anata  im besetzten Ostjerusalem Belagerungenauf, darunter die Schließung von Eingängen und Kontrollpunkten, sowie die Verhaftung von 25 Palästinensern, als Teil kollektiver Strafmaßnahmen gegen Zehntausende von Menschen, mit der Behauptung, die Person, die den Angriff in Jerusalem verübte, bei dem eine israelische Soldatin getötet wurde, komme aus dem Shu’fat-Flüchtlingslager. Einzelheiten in der Presseerklärung von PCHR: press releas.

Israelische Absperrpolitik und Beschränkungen der Bewegungsfreiheit:

Die israelische Besatzung hält ihre illegale und unmenschliche 15jährige Blockade des Gazastreifens aufrecht. Einzelheiten über die Gaza-Übergänge verfügbar im monatlichen Update von PCHR: monthly-update.

Die israelischen Behörden verkündeten, dass die Übergange zur Westbank und zum Gazastreifen ab Sonntagmittag, dem 09. Oktober 2022  bis Dienstag, dem 11. Oktober 2022, um Mitternacht, wegen der jüdischen Sukkot-Feiertage geschlossen werden.

In der Westbank, einschließlich des besetzten Ostjerusalems, verhängt die IOF weiter Einschränkungen der Bewegungsfreiheit. Zusätzlich zu ihren 108 permanenten Kontrollpunkten errichtete die IOF 114 temporäre Militär-Kontrollpunkte in der Westbank, einschließlich des besetzten Ostjerusalems, und verhaftete dort 4 Palästinenser.

Bis heute in 2022 errichtete die IOF 3.527 temporäre Militär-Kontrollpunkte und verhaftete 159 Palästinenser an diesen Kontrollpunkten 

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[1]  Die IOF zerstörte palästinensische Häuser aufgrund von Abrissbescheiden im besetzten Ostjerusalem, indem sie ihre Fahrzeuge einsetzte, unter dem Vorwand einer nicht genehmigten Baugenehmigung oder im Rahmen ihrer kollektiven Bestrafungspolitik, vorausgesetzt die Palästinenser bezahlen die hohen Abrissgebühren oder sie zwingt sie zur Selbstzerstörung ihrer Häuser.    
Quelle          (übersetzt von Inga Gelsdorf)

 

 


 

Israelische Menschenrechtsverletzungen in den besetzten Gebieten
( Wöchentliches Update 06. – 12. Oktober 2022)


Verletzung gegen das Recht auf Leben und auf körperliche Unversehrtheit:

5 palästinensische Zivilpersonen wurden getötet, darunter 3 Kinder; eins von ihnen erlag seinen Verletzungen, während 34 weitere Zivilpersonen verletzt wurden, darunter 3 Kinder und dutzende andere erlitten Erstickungsanfälle bei den Angriffen der israelischen Besatzungskräfte (IOF) in der Westbank, darunter auch Ostjerusalem. Einzelheiten, wie folgt:

Am 07. und 08. Oktober 2022 tötete die IOF 4 Palästinenser, darunter 2 Kinder und verletzten 10 weitere, darunter 3 in kritischem Zustand; einer von ihnen war ein Kind bei 3 verschiedenen Vorfällen in der Westbank. Einzelheiten in der Presseerklärung von PCHR: press release.

Am 10. Oktober 2022  erlag Mahmoud Mohammad Samoudi (12) einer Bauchverletzung. Eine scharfe Kugel hatte ihn bei den Überfällen der IOF auf das Jenin-Flüchtlingslager am 28. September 2022 getroffen, bei denen 4 Palästinenser, darunter ein Zivilist, getötet und 28 weitere verletzt wurden. Einzelheiten in der Presseerklärung von PCHR: press release.

Am 12. Oktober 2022 wurde Osama ‘Adawi (17) durch Schüsse der IOF im Al ‘Aroub-Flüchtlingslager in Hebron getötet, als Teil der Verbrechen der exzessiven Gewaltanwendung.

Diejenigen, die verletzt wurden, waren Opfer exzessiver Gewaltanwendung, die die Razzien der IOF bei ihren Übergriffen auf Städte und Dörfer oder bei der Unterdrückung friedlicher Proteste, die von palästinensischen Zivilpersonen organisiert wurden,  begleitete, und zwar, wie folgt:

Am 07. Oktober 2022 wurden 13 Palästinenser von Metallkugeln bei Zusammenstößen mit der IOF verletzt nach der Unterdrückung des wöchentlichen Protestes von Kafr Qaddoum im Norden von Qalqilya.

Am 08. Oktober 2022 griff die IOF eine Gruppe von Palästinensern an und verhaftete einen von ihnen, während sie im Dorf Silwan in Ostjerusalem Oliven ernteten. Am selben Tag wurde ein 36jähriger Palästinenser von einer scharfen Kugel ins linke Knie getroffen, nachdem die IOF das Feuer auf eine Gruppe Arbeiter in der Nähe der Annexionsmauer, im Norden von Tulkarm eröffnet hatte,  als Letztere versuchte, nach Israel zu gelangen, um zu arbeiten. Außerdem wurde ein Kind von einer gummi-ummantelten Stahlkugel getroffen, wobei andere Prellungen und  Erstickungsanfälle erlitten. Darüber hinaus wurden 15 Palästinenser verhaftet, nachdem sie bei der Unterdrückung der Feierlichkeiten zum Geburtstag des Propheten Mohammed, auch bekannt als Mawlid An-Nabawi, im Bab Al ‘Amoud-Hof in Ostjerusalem, von der IOF geschlagen worden waren. Ein Palästinenser wurde von einer gummi-ummantelten Stahlkugel verletzt, und 3 andere, darunter eine Frau, erlitten Verletzungen bei Zusammenstößen mit der IOF, die in das Shu’fat-Flüchtlingslager in Ostjerusalem eindrang, nachdem die am Kontrollpunkt des Lagers stationierte IOF durch Beschuss angegriffen worden war.

Am 09. Oktober 2022 wurden 2 Palästinenser, darunter ein Kind, von gummi-ummantelten Stahlkugeln bei Auseinandersetzungen mit der IOF verletzt, die in das Dorf Sarda, im Norden von Ramallah einfiel.

Am 10. Oktober 2022 wurden 2 Palästinenser bei der Niederschlagung von Demonstranten durch die IOF, die gegen die gegen das Shu’fat-Flüchtlingslager und al-Salam Suburb in Ostjerusalem verhängten Strafmaßnahmen protestierten, verletzt.

Am 12. Oktober 2022 griff die IOF 3 Palästinenser an, darunter auch 2 Wächter der Al-Aqsa Moschee, kurz vor ihrer Verhaftung in den Höfen der Moschee und zeitgleich mit den Übergriffen der Siedler. Am selben Tag wurden 2 Palästinenser von scharfen Kugeln getroffen, als die IOF das Feuer bei Zusammenstößen, die auf die Angriffe der Siedler unter dem Schutz der IOF folgten, im Dorf Qusra in Nablus eröffnete. Außerdem wurde ein 22jähriger Palästinenser bei Zusammenstößen mit der IOF in der Nähe des Militärkontrollpunktes im Norden von Bethlehem von einer gummi-ummantelten Stahlkugel am Auge verletzt. Ebenso wurde ein Palästinenser bei weitreichenden und anhaltenden Auseinandersetzungen mit der IOF in den Vierteln von Jerusalem im Rahmen der Proteste, die gegen die fünftägige Abriegelung des Shu’fat-Flüchtlingslagers und des Dorfes Anata organisiert wurden, verletzt und ein weiterer verhaftet. Am Abend wurde ein 14jähriger von einer scharfen Kugel in den Fuß getroffen, kurz bevor er bei Zusammenstößen mit der IOF im Westen von Beit Ummar in Hebron verhaftet wurde.

Im Gazastreifen wurden 8 Schießereien der IOF auf Fischerboote vor Gazas Küste (West-Gaza) berichtet und 3 weitere Schießereien auf landwirtschaftliche Gebiete im Osten des Gazastreifens.

In 2022 töteten Angriffe der IOF 133 Palästinenser, darunter 93 Zivilpersonen: 27 Kinder, 8 Frauen, 2 Palästinenser wurden von israelischen Siedlern getötet und der Rest waren Aktivisten; 15 von ihnen wurden bei Angriffen im Gazastreifen und der Westbank  gezielt getötet, zusätzlich Hunderte verletzt, darunter Frauen und Kinder.  Des Weiteren starben 4 palästinensische Gefangene, darunter eine Frau, in israelischen Gefängnissen.

 

Landeinebnungen, Zerstörungen und Bescheide

Die IOF zerstörte 2 Häuser, wodurch eine 8köpfige Familie, darunter 3 Frauen und 4 Kinder, obdachlos wurden, sowie ein landwirtschaftlich genutztes Zelt.

Am 08. Oktober 2022 zwang die IOF einen Palästinenser zur Selbstzerstörung seines Hauses in der Altstadt von Jerusalem, unter dem Vorwand einer nicht-genehmigten Konstruktion und machte ihn und seine Mutter zu Obdachlosen.[1].

Am 10. Oktober 2022 zerstörte die IOF ein landwirtschaftlich genutztes Zelt im Süden von Yatta in Hebron.

Am 06. Oktober 2022 zerstörte die IOF ein Haus von 110 Quadratmetern in Dura in Hebron, wodurch eine 6köpfige Familie, darunter 4 Kinder, obdachlos wurden, unter dem Vorwand einer nicht genehmigten Konstruktion. Bei der Zerstörung griff die IOF einen Palästinenser und seinen Sohn an, verhaftete einen von ihnen, entließ ihn später aber wieder.

Seit Anfang 2022 machten die israelischen Besatzungskräfte 118 Familien zu Obdachlosen, insgesamt 699 Personen, darunter 135 Frauen und 317 Kinder. Das war das Ergebnis der Zerstörung von 126 Häusern und zahlreichen Wohnzelten durch die IOF. Die IOF zerstörte auch 92 andere zivile Objekte, ebnete unbebaute Landflächen ein und stellte dutzende Abriss-, Baustopp- und Evakuierungsbescheide aus.

 

Siedlerangriffe

Mit Beginn der Olivenernte-Saison und – so wie jedes Jahr – griffen die Siedler diese Woche Bauern und Grundstückseigentümer an und stahlen ihre Ernte, außerdem sägten sie Bäume ab. Einzelheiten, wie folgt:

Am 09. Oktober 2022 zerstörten israelische Siedler unter dem Schutz der IOF 4 landwirtschaftliche Zelte im Süden von Yatta in Hebron. Am selben Tag versammelten sich Siedler auf der Hauptstraße, die zum Jalazone-Flüchtlingslager in der Nähe der “Beit El”-Siedlung, im Norden von Al-Bivereh, führt und warfen Steine auf palästinensische Fahrzeuge, jedoch wurden keine Verletzungen verzeichnet. Am Abend griffen Siedler aus dem Außenposten, der in Jabal Al-Raysan bei dem Dorf Ras Karkar errichtet wurde, einen palästinensischen Jungen an, kurz bevor die Palästinenser sich gegen die Siedler stellten und sie mit Steinen bewarfen.

Am 10. Oktober 2022 griffen Siedler Bauern an, die Oliven im Gebiet von Khallet Hassan, im Westen von Salfit ernteten. Das Ergebnis war, dass einige von ihnen Verletzungen davontrugen.

Am 11. Oktober 2022 warfen Siedler aus der Siedlung “Ma’ale Levona” im Osten von Ramallah Steine auf palästinensische Häuser an der Alten-Nablus-Straße im Dorf Sinjil, im Osten der Stadt, wodurch Fensterscheiben der Häuser und eines Autos in dem Gebiet beschädigt wurden.

Am 12. Oktober 2022 griffen Siedler aus dem Siedlungsaußenposten Esh Kodash, der auf Ländereien der Stadt Qusra, im Südosten von Nablus, errichtet wurde die östlichen Außenbezirke des Dorfes an und blockierten die Qasra-Jalud-Straße mit Steinen. Sie setzten 3 neu erbaute und fest verschlossene Baracken, die als kleine Geflügelfarmen genutzt wurden, in Brand. Außerdem setzten sie noch einen LKW in Brand, den sie mit Geflügel beladen hatten, bevor die Palästinenser sich ihnen mit Steinen entgegenstellten und es zu heftigen Zusammenstößen kam. 
 

Seit Jahresbeginn führten die Siedler mindestens 149 Angriffe aus. Bei zwei der Angriffe wurden 2 Palästinenser getötet.
 

 Übergriffe und Verhaftungen palästinensischer Zivilpersonen durch die IOF:

Die IOF führte 203 Übergriffe auf die Westbank, einschließlich des besetzten Ostjerusalems, aus. Diese Übergriffe beinhalteten Razzien und Fahndungen in zivilen Häusern und Einrichtungen sowie die Errichtung von Kontrollpunkten. Bei diesen Übergriffen wurden 107 Palästinenser verhaftet, darunter 9 Kinder und 2 Frauen. Im Gazastreifen führte die IOF am 12. Oktober 2022 einen begrenzten Angriff auf das östliche Al-Bureij-Flüchtlingslager im Osten des Zentral-Gazastreifens aus.

Bis heute in 2022 führte die IOF 6.897 Übergriffe auf die Westbank, darunter auch das besetzte Ostjerusalem, aus, bei denen 3.982 Palästinenser verhaftet wurden, darunter 373 Kinder und 36 Frauen. Die IOF führte auch 33 limitierte Angriffe auf den östlichen Gazastreifen durch und verhaftete 86 Palästinenser, darunter 49 Fischer, 32 Infiltratoren sowie 5 Reisende die über den Beit Hanoun “Erez”-Übergang fuhren.

 

Strafmaßnahmen in Jerusalem

Für den fünften Tag in Folge setzt die IOF ihre Belagerung des Shu’fat-Flüchtlingslagers und des Dorfes ‘Anata im besetzten Ostjerusalem fort. Dazu gehört die Schließung der Eingänge und Kontrollpunkte sowie die Verhaftung von mindestens 25 Palästinensern als Teil der kollektiven Strafmaßnahmen gegen Zehntausende von Menschen, weil angeblich die Person, die den Angriff in Jerusalem verübt hat, bei dem eine israelische Soldatin getötet wurde, aus dem Shu’fat-Lager stammte. Einzelheiten in der Presseerklärung von PCHR verfügbar: press release.

Israelische Absperrpolitik und Einschränkungen der Bewegungsfreiheit:
Die israelische Besatzung hält ihre illegale und unmenschliche 15jährige Blockade des Gazastreifens aufrecht. Einzelheiten verfügbar im monatlichen Update von PCHR über die Gaza-Übergänge: monthly-update.

Die israelischen Behörden verkündeten die Schließung der Übergänge der Westbank und des Gazastreifens von Sonntagmittag, dem 09. Oktober 2022, bis Dienstag um Mitternacht, anlässlich des jüdischen Sukkot (Laubhütten)-Festes.

In der Westbank, darunter auch das besetzte Ostjerusalem, verhängt die IOF weiterhin Einschränkungen der Bewegungsfreiheit. Zusätzlich zu ihren 108 ständigen Kontrollpunkten errichtete die IOF 114 temporäre Militärkontrollpunkte in der Westbank, darunter das besetzte Ostjerusalem, und verhaftete 4 Palästinenser an diesen Kontrollpunkte.

 

Bis heute in 2022 errichtete die IOF 3.527 temporäre Militär-Kontrollpunkte und verhaftete 159 Palästinenser an diesen Kontrollpunkten.
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[1]  Die IOF zerstört palästinensische Häuser auf Abrissbescheide hin im besetzten Jerusalem und benutzt deren Fahrzeuge, unter dem Vorwand nicht genehmigter Baumaßnahmen oder im Rahmen der kollektiven Bestrafungspolitik, vorausgesetzt, die Palästinenser bezahlen entweder die hohen Abrisskosten, oder sie zwingen sie, ihre Häuser selbst zu zerstören.    Quelle

(übersetzt von Inga Gelsdorf) 

 

 

 

 

Israelische Menschenrechtsverletzungen in den besetzten palästinensischen Gebieten

(Wöchentliches Update v. 29. September – 05. Oktober 2022)
 

Verstöße gegen das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit:

Fünf palästinensische Zivilpersonen, darunter ein Kind, wurden getötet und 19 andere, darunter 3 Kinder und 2 Journalisten verletzt, während dutzende andere bei Angriffen der israelischen Besatzungskräfte (IOF) in der Westbank, einschließlich des besetzten Ostjerusalems, unter Erstickungsanfällen litten.

Am 29. September 2022 starb Rayan Yasir Suliman (7) an Herzversagen, während er in dem Dorf Teqoa’, Bethlehem, im Süden der Westbank von der IOF gejagt wurde.(Einzelheiten siehe Presseerklärung: press release).

Am 01. Oktober 2022  erschoss die IOF  Khaled Damdom (18) im Dorf al-‘Eizariya im besetzten Ostjerusalem. ( Einzelheiten in dieser Presseerkärung verfügbar: press release).

Am 03. Oktober 2022 wurden Salama Shari’ia (19) und Khaled ‘Anbar (21) getötet und ein Dritter wurde verletzt, bevor er von der IOF verhaftet wurde. Sie eröffnete das Feuer auf ein Auto, mit dem die drei unterwegs waren, unter dem Vorwand, sie hätten versucht, israelische Soldaten im Jalazone-Flüchtlingslager in Ramallah zu überfahren. (Einzelheiten in dieser Presseerklärung verfügbar: press release).

Am 05. Oktober 2022 wurde Alaa Nasir Zaghal (21) getötet, nachdem er einen Kopfschuss erlitten hat und 7 andere Palästinenser, darunter zwei Journalisten, wurden durch IOF-Beschuss bei den Zusammenstößen verletzt, die das Absperren des Hauses durch die IOF begleiteten, nachdem sie in das Dorf Deir al-Hatab, im Nordosten von Nablus vorgerückt waren. Vor ihrem Rückzug verhaftete die IOF den Palästinenser, der in dem Haus gefangen war.

In der Zwischenzeit waren diejenigen, die verletzt wurden, Opfer exzessiver Gewaltanwendung wurden, die die IOF Übergriffe auf die Städte und Dörfer begleiteten sowie die Unterdrückung friedlicher Proteste, die von palästinensischen Zivilpersonen organisiert wurden und sie waren, wie folgt:

Am 29. September 2022 erlitten drei Palästinenser bei den Zusammenstößen Verletzungen, die den Überfall der IOF in das Dorf Dura in Hebron begleiteten. Am selben Tag wurde ein Kind verletzt und zwei Palästinenser bei den Zusammenstößen mit der IOF im Bab al-Zawiyia-Gebiet, im Zentrum von Hebron, verhaftet.

Am 30. September 2022 wurde ein Kind mit einer gummi-ummantelten Kugel in seinen Kopf geschossen und zwei Palästinenser, darunter ein Kind, wurden bei Zusammenstößen mit der IOF in der Nähe des Militär-Kontrollpunktes, im Norden von Bethlehem verhaftet. Außerdem wurden fünf Palästinenser, darunter ein Kind, von dem Feuer der IOF bei Zusammenstößen verletzt, die der Niederschlagung des wöchentlichen Protestes von Kafr Qaddoum im Norden von Qalqilya folgten.

Am 01. Oktober 2022 wurde ein Kind von einer gummi-ummantelten Kugel in seinen Kopf bei Zusammenstößen mit der IOF in den Dörfern Al-Eizariya und Abu_Dis im besetzten Ostjerusalem nach der Beerdigung des palästinensischen Teenagers, Fayiz Damdoum geschossen, der vorher am selben Tag von der IOF getötet wurde.

Im Gazastreifen wurden von 3 Schießereien auf landwirtschaftliche Gebiete im Osten des Gazastreifens berichtet, und 4 Schießereien auf Fischerboote vor der Westküste von Gaza, wobei Materialschäden an zwei Fischerbooten vor der Nordküste Gazas verursacht wurden.

Am 02. Oktober 2022 erlitten zwei Sanitäter, die für das Palästinensische Rote Kreuz arbeiteten, Prellungen, nachdem die IOF ihren Krankenwagen angehalten und sie angegriffen hatten, als die Sanitäter auf ihrem Weg in das Dorf Beit Furik waren, nachdem dort Unruhen ausgebrochen waren.

Bis heute in 2022 töteten Angriffe der IOF 133 Palästinenser, darunter 93 Zivilpersonen: 27 Kinder, 8 Frauen, 2 Palästinenser wurden von israelischen Siedlern ermordet und der Rest waren Aktivisten; 15 von ihnen wurden ermordet. 32 der Getöteten, darunter 19 Zivilpersonen: 8 Kinder und 3 Frauen wurden bei der letzten israelischen Offensive gegen den Gazastreifen getötet. Außerdem wurden 1.392 Palästinenser bei Angriffen der IOF verletzt, darunter  215 Kinder, 40 Frauen und 25 Journalisten,  alle im Gazastreifen und in der Westbank. Darüber hinaus starben 4 palästinensische Gefangene, darunter 1 Frau, in israelischen Gefängnissen.

Landeinebnungen, Zerstörungen und Bescheide

Die IOF zerstörte 3 Häuser, wodurch eine 5köpfige Familie, darunter 3 Kinder, obdachlos wurden. Sie übergab einen Bescheid für ein weiteres Haus und beschlagnahmte Baumaterialien in der Westbank, hier die Einzelheiten:

Am 29. September 2022 zerstörte die IOF ein im Bau befindliches Haus und zwei Landwirtschaftsräume und übergaben Abrissbescheide für ein weiteres Haus und einen Landwirtschaftsraum im Dorf Artas im Süden Bethlehem unter dem Vorwand einer nicht genehmigten Baumaßnahme.

Am 01. Oktober 2022 beschlagnahmte die IOF einen Generator und Baugeräte, nachdem sie ein im Bau befindliches Haus in dem Dorf al-Jawaya in Hebron unter dem Vorwand nicht genehmigter Bauarbeiten im Gebiet C abgerissen hatten.

Am 02. Oktober 2022 zerstörte die IOF ein im Bau befindliches Haus (104 qm) im Dorf Irfa’iyia  in Hebron unter dem Vorwand einer nicht genehmigten Baumaßnahme.

Am 03. Oktober 2022 zerstörte die IOF ein Haus im Osten von Hebron unter dem Vorwand einer nicht genehmigten Baugenehmigung im Gebiet C, wodurch eine 5köpfige Familie, darunter 3 Kinder, obdachlos wurden.

Seit Anfang 2022 machten die israelische Besatzungsstreitkräfte 116 Familien zu Obdachlosen, insgesamt 691 Personen, darunter 133 Frauen und 313 Kinder. Das war die Folge der Zerstörung von 124 Häusern und 41 Wohnzelten durch die IOF. Die IOF zerstörte außerdem 92 weitere zivile Wirtschaftsgüter, ebnete unbebaute Flächen ein und stellte dutzende von Abriss-, Baustopp- und Evakuierungsbescheiden aus.

Siedlerangriffe gegen palästinensische Zivilpersonen und ihr Eigentum:

Am 30. September 2022 fällten israelische Siedler 10 Olivenbäume im Dorf Bruqin, im Westen von Salfit.

Am 03. Oktober 2022 beschädigten Siedler 25 Olivenbäume und Fenster eines Hauses in den Dörfern Madama und Huwara, im Südosten von Nablus. Am selben Tag warfen israelische Siedler Steine auf einen Krankenwagen des Palästinensischen Roten Halbmondes, der eine kranke Frau transportierte, was dazu führte, dass das rechte Fenster des Krankenwagens zerbrochen wurde.

Seit Jahresbeginn führten Siedler mindestens 187 Angriffe aus. Bei zwei der Angriffe wurden 2 Palästinenser getötet.

Übergriffe und Verhaftungen von palästinensischen Zivilpersonen durch die IOF:

Die IOF verübte 179 Übergriffe auf die Westbank, darunter auch das besetzte Ostjerusalem. Diese Übergriffe beinhalteten Razzien und Fahndungen in zivilen Häusern und Einrichtungen und die Errichtung von Kontrollpunkten. Bei diesen Übergriffen wurden 66 Palästinenser verhaftet, darunter 11 Kinder. Im Gazastreifen verhaftete die IOF am 30. September 2022 einen Palästinenser, der versuchte, über den Grenzzaun im nördlichen Gazastreifen zu gelangen.

Bis heute in 2022 führte die IOF 6.694 Übergriffe auf die Westbank, einschließlich des besetzten Ostjerusalems, aus, bei denen 3.875 Palästinenser verhaftet wurden, darunter 364 Kinder und 34 Frauen. Die IOF führte auch 32 limitierte Übergriffe auf den östlichen Gazastreifen aus und verhaftete 86 Palästinenser, darunter 49 Fischer, 32 Infiltratoren und 5, die über den Beit Hanoun “Erez”-Übergang reisten.
 

Israelische kollektive Bestrafungs- und Absperrpolitik sowie Einschränkungen der Bewegungsfreiheit:

Die israelische Besatzung hält ihre illegale und unmenschliche 15jährige Blockade des Gazastreifens aufrecht. Einzelheiten verfügbar im monatlichen Update von PCHR über die Gaza-Übergänge: monthly-update

Die israelischen Behörden verkündeten die Schließung der Übergänge mit der Westbank und des Gazastreifens von Dienstag, 04. Oktober 2022, bis Mittwochabend, den 05. Oktober 2022, wegen des jüdischen Neujahres.

In der Westbank, darunter das besetzte Ostjerusalem, verhängte die IOF weiterhin Einschränkungen der Bewegungsfreiheit. Zusätzlich zu ihren 108 permanenten Kontrollpunkten errichtete die IOF 115 temporäre Militär-Kontrollpunkte in der Westbank, einschließlich des besetzten Ostjerusalems, und verhaftete 4 Palästinenser an diesen Kontrollpunkten. Außerdem schloss die IOF während dieser Woche die Eingänge zu mehreren Dörfern und Militär-Kontrollpunkte über mehrere Stunden, blockierte den Verkehr und öffnete sie dann später wieder.

Am 04. Oktober 2022 schloss die IOF die meisten Eingänge zu Vierteln, Dörfern und Kreuzungen im besetzten Ostjerusalem, was mit dem jüdischen Feiertag Yom Kippur zusammenfiel.

Bis heute in 2022 errichtete die IOF mindestens 3.413 temporäre Militär-Kontrollpunkte und verhaftete 155 Palästinenser an diesen Kontrollpunkten.   

 (übersetzt von Inga Gelsdorf)                      Quelle

 

 

 

 

 

 

 

Schwerwiegende Eskalation der Tötungen aufgrund der Verbrechen von exzessiver Gewaltanwendung:

4 Palästinenser getötet, darunter 2 Kinder, und 10 andere verletzt, darunter ein Kind in kritischem Zustand durch den Beschuss der israelischen Besatzungsstreitkräfte in der Westbank

Ref: 127/2022 - 08. Oktober 2022

Die israelischen Besatzungsstreitkräfte (IOF) töteten 4 Palästinenser, darunter 2 Kinder, und verletzten 10 weitere, darunter 3 in kritischem Zustand; einer von ihnen ist ein Kind, bei 3 verschiedenen Zwischenfällen heute morgen und gestern Abend in Jenin, Ramallah und Qalqilya in der Westbank. Diese Tötungen fallen unter Verbrechen der exzessiven Gewaltanwendung aufgrund der lockeren Standards bei Schießbefehlen hochrangiger Militärs und Politiker. 


Das Palästinensische Zentrum für Menschenrechte (PCHR) verurteilt die anhaltende Eskalation sowie die Übergriffe der IOF, weit in die von der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA) kontrollierten Gebiete hinein, die die Tötung oder Verhaftung zum Ziel haben, und weist auf einen rasanten Anstieg der Todesopfer in der Westbank in den vergangenen 2 Wochen aufgrund dieser „Schieß-um-zu-töten“-Befehle hin, obwohl keine unmittelbare Gefahr oder Bedrohung für das Leben der IOF besteht. 

Untersuchungen von PCHR bezüglich der Tötung von 2 Palästinensern, darunter ein Kind, und der Verletzungen von 9 weiteren in Jenin zufolge, drang am Samstag, 08. Oktober 2022, um circa 08:55 eine israelische Spezialeinheit der “Yamam Unit” in das Flüchtlingslager von Jenin im Westen von Jenin ein und sperrte das Haus von Sameer Saleh Abu Zeina im Zentrum des Lagers ab. Augenblicke später rückte die IOF im Schutze von Militärfahrzeugen und 2 Flugobjekten: einem Helikopter und einer Drone, in das Lager ein, belagerte es und zog den Ring um das Haus enger. Die IOF begann mit schwerem Beschuss des 2stöckigen abgesperrten Hauses. Es gelang ihr, den Sohn des Hauseigentümers, Saleh (25) zu verhaften. Während der Absperrung des Hauses, die bis 10:30 anhielt, kamen Palästinenser und warfen, als die IOF sie unter Beschuss nahm, Steine auf deren Fahrzeuge in dem Lager. Beim Rückzug der IOF kam es an der Al-Hamamah-Kreuzung im Westen und der Al-Batekha-Kreuzung im Nordwesten von Jenin zu  Auseinandersetzungen. Das Ergebnis war: 11 wurden verletzt: 5 von ihnen lebensgefährlich, darunter 2 Kinder. Sie wurden alle ins Krankenhaus in Jenin gebracht, wo man 2 der Schwerverletzten für tot erklärte. Man identifizierte sie als  Mahmoud Moayyad Mahmoud Sous (17), ein Bewohner des Flüchtlingslagers von Jenin, der an der Al-Hamamah-Kreuzung in den Nacken geschossen wurde, und Ahmad Mohammad Hussein Daraghma (19), ein Bewohner aus Tubas, der an der Al-Batekha-Kreuzung in den Kopf geschossen wurde.

PCHRs Ermittlungen bezüglich der Tötung eines palästinensischen Zivilisten und der Verletzungen eines anderen in Ramallah zufolge, versammelten sich um circa 17:00 Uhr am Freitag, 07. Oktober 2022, dutzende von jungen Palästinensern im Jabal al-Harasha-Gebiet im Dorf al-Mazra’a al-Gharbiyia, im Norden von Ramallah, um gegen die Siedlungsaktivitäten zu protestieren, da dieses Gebiet von der Konfiszierung durch die IOF bedroht ist, die dort einen Militär-Kontrollpunkt errichtet hat. Dann warfen die jungen Palästinenser Steine, leere Flaschen und Molotow Cocktails auf die IOF, die in dem Gebiet stationiert war, wobei die Letztere scharfe Munition und gummi-ummantelte Stahlkugeln, Blendgranaten und Tränengaskanister auf die Demonstranten schoss und heftige Auseinandersetzungen in dem Gebiet ausbrachen. Die Schüsse der IOF, um circa 17:55 Uhr, verletzten zwei Palästinenser schwer, darunter ein Kind. Sie wurden ins Istishari Arab Hospital in Ramallah gebracht. Um circa 19:30 Uhr verkündeten medizinische Quellen den Tod von einem von ihnen und identifizierten ihn als Mahdi Mohammed ‘Abed al-Mo’ti Ladadwa (19). Er war von einer scharfen Kugel in seiner linken Hüfte getroffen worden.

Ein Augenzeuge berichtete PCHRs Feldmitarbeiter, ein israelischer Soldat habe das Feuer aus einer Entfernung von weniger als 20 Metern auf Ladadwa eröffnet, der keinerlei Bedrohung oder Gefahr für das Leben der Soldaten dargestellt hätte. Ladadwa fiel zu Boden und wurde von einem zivilen Auto ins Krankenhaus gefahren, bevor man ihn dann später für tot erklärte.

Was das verletzte Kind betrifft, so wurde es als Nour ‘Ali al-Sa’di Shreiteh (16) identifiziert, der von einer scharfen Kugel in sein Becken getroffen wurde. Die IOF versuchte, ihn nach seiner Verletzung festzunehmen, aber es gelang den Menschen, ihn ins Krankenhaus zu bringen. Einer dieser Menschen, die die Verhaftung verhindert hatten, wurde von der IOF verhaftet.

PCHRs Ermittlung bezüglich der Tötung eines Kindes in Qalqilya zufolge, eröffnete die in der Nähe der Annexionsmauer im Olivenhaingebiet, das als „Birin“ im Süden von Qalqilya bekannt ist, stationierte IOF das Feuer auf eine Gruppe Jungen und Kinder in einem der Haine, wo sie von Zeit zu Zeit normalerweise hingehen, und der circa 100 Meter entfernt von der IOF ist. Das Ergebnis war, dass ‘Adel Ibrahim ‘Adel Dawoud (14) von einer scharfen Kugel am Kopf getroffen wurde, in das Qalqilya Governmental Hospital gebracht und dann in das Rafidia-Krankenhaus in Nablus verlegt wurde. Dort wurde er von medizinischen Quellen für tot erklärt.

Der israelische Militärsprecher sagte, dass eine israelische Militäreinheit eine Routine-Aktivität in der Nähe des Sicherheitszaunes in Qalqilya ausführte, als ein Verdächtiger einen Molotow Cocktail auf die Einheit geschleudert habe, die mit scharfem Beschuss geantwortet habe und ihn so verletzt haben könnte. Der Sprecher fügte hinzu, die Untersuchung der Umstände des Vorfalls würde fortgesetzt.[1]

Ein Landwirt, der sich in dem Gebiet befand, berichtete dem Feldmitarbeiter von PCHR, dass die Jungen gewöhnlich in dem Gebiet spielen und manchmal Steine auf die IOF werfen. Er fügte hinzu, die Jungen hätten ihm berichtet, dass Dawoud verletzt worden sei, als er auf einer Wasserpfeife in dem Gebiet saß, in dem sich zu dem Zeitpunkt keinerlei Vorfälle ereigneten.

Bis heute in 2022 töteten Angriffe der IOF 137 Palästinenser, darunter 97 Zivilpersonen: 29 Kinder, 8 Frauen, 2 Palästinenser, die von Siedlern ermordet wurden und der Rest waren Aktivisten; 15 von ihnen wurden ermordet. Darüber hinaus erlitten Hunderte andere Verletzungen bei den Angriffen der IOF, darunter Frauen und Kinder im gesamten Gazastreifen und der Westbank.

PCHR fordert von der internationalen Gemeinschaft, unverzügliche Maßnahmen zu ergreifen, um die Verbrechen der israelischen Besatzung und die Doppelmoral, wenn es sich um das Völkerrecht handelt, zu beenden, und drängt die Staatsanwaltschaft des IStGH, sich ernsthaft einzusetzen, wenn es um Palästina geht. PCHR fordert ebenso, dass die Hohen Vertragsparteien der Vierten Genfer Konvention ihre Verpflichtungen gemäß Artikel 1 der Konvention nachkommen: „alles zu unternehmen, um die Konvention zu achten und deren Einhaltung unter allen Umständen sicherzustellen” sowie ihren Verpflichtungen gemäß Artikel 146 derselben Konventionen, was bedeutet, Personen, die beschuldigt werden, schwere Verstöße gegen die Konvention begangen zu haben, zur Rechenschaft zu ziehen.   
Quelle    (übersetzt von Inga Gelsdorf)             

 

 

 

Palästinensischer Teenager von den israelischen Besatzungskräften in Ostjerusalem erschossen

Ref: 123/2022 - 2. Oktober 2022

im Rahmen ihrer exzessiven Gewaltanwendung erschossen die israelischen Besatzungskräfte (IOF) einen palästinensischen Teenager gestern am Abend in al-‘Eizariya, im Nordosten des besetzten Jerusalems.  Ermittlungen des Palästinensischen Zentrums für Menschenrechte (PCHR) bestätigen, dass es ein vorsätzlicher Mord war, da der junge Mann gezielt und unberechtigter Weise anvisiert wurde. Dieses Verbrechen spiegelt die lockeren Standards für das Schießen der IOF wider, die unter eine Reihe hochrangiger Militärbefehlen für das „Schießen, um zu töten“ fallen, obwohl keine unmittelbare Gefahr oder Bedrohung für das Leben der IOF bestand.

Den Ermittlungen von PCHR zufolge, versammelten sich um circa 14:00 Uhr am Samstag, 01. Oktober 2022, dutzende palästinensische junge Männer in der Nähe der Annexionsmauer in dem Gebiet von Ras Kabsa, zwischen den Dörfern Abu Dis und Al ‘Eizariya, im Südosten des besetzten Ostjerusalems, und begannen, ein an der Mauer befestigtes Tor zu zerstören.  Es gelang ihnen, durch das Tor einzudringen, so dass die IOF-Patrouillen zur al-Eizariya Hauptstraße und zum Eingang nach Abu Dis vorrückten. Sie feuerten scharfe Munition und gummi-ummantelte Stahlkugeln in das Gebiet, wo die Zusammenstöße mit dutzenden von palästinensischen jungen Männern stattfanden. Um circa 16:00 Uhr, als die IOF in der Nähe der Al-Murabiteen-Moschee im Stadtzentrum von al-‘Eizariya stationiert war, eröffnete einer der Soldaten das Feuer auf Fayez Khaled Damdom (18), der auf seinem Motorrad saß und sich einem Militär-SUV der IOF in dem Gebiet näherte. Die Folge war, dass Damdom von einer scharfen Kugel im Nacken getroffen wurde, zu Boden fiel und dort minutenlang blutend lag. Die Soldaten überprüften seine Verletzung und erlaubten dann einem Krankenwagen, ihn in die „Al-Makassed-Society-Clinic“ in Abu Dis zu transportieren, wo sein Tod verkündet wurde. Nur wenige Minuten nach seiner Ankunft in der Klinik war er seinen Verletzungen erlegen.

Die israelische Polizei behauptete in einer Presseerklärung, dass „ Aufstände im Dorf Al ‘Eizariya entstanden, woraufhin ein Angreifer neutralisiert wurde“. Der israelische Kanal Kan zitierte einen israelischen Sicherheitsbeamten, der gesagt habe, ein Palästinenser habe versucht, einen Molotow-Cocktail auf die israelischen Streitkräfte in al-‘Eizariya zu werfen. Daraufhin habe die israelische Grenzpolizei das Feuer auf ihn eröffnet.

Ermittlungen von PHCR bewiesen jedoch, im Gegensatz zu den Anschuldigungen der IOF, dass Damdom weder Steine noch Molotow Cocktails hatte, als er von seinem Motorrad stürzte, und dass  in dem Dorfzentrum keinerlei Unruhen zum Zeitpunkt der Schüsse ausgebrochen waren. Virale Bilder, die von Aktivisten in den sozialen Medien miteinander geteilt wurden, dokumentierten den jungen Mann, als er während der Fahrt vom Motorrad fiel.

Außerdem bewiesen die Untersuchung des jungen Mannes durch die IOF und ihr Versuch, ihm gegenüber Erste Hilfe zu leisten und einem palästinensischen Krankenwagen die Erlaubnis zu erteilen, ihn ins Krankenhaus zu bringen, obwohl sie ansonsten immer Personen, die verdächtigt wurden, Angriffe gegen sie ausgeführt zu haben, in Gewahrsam nahm und palästinensischen Krankenwagen nicht erlaubte, sich den Verdächtigen zu nähern, dass er in keinen Angriff gegen die IOF involviert war.

Bis heute in 2022 töteten Angriffe der IOF 130 Palästinenser, darunter 89 Zivilpersonen: 27 Kinder, 8 Frauen, 2 Palästinenser wurden von israelischen Siedlern getötet und der Rest waren Aktivisten; 15 von ihnen wurden ermordet. Darüber hinaus erlitten hunderte andere Verletzungen bei Angriffen der IOF, darunter Frauen und Kinder im Gazastreifen und der gesamten Westbank, einschließlich des besetzten Ostjerusalems.

PCHR fordert die internationale Gemeinschaft auf, sofortige Schritte zu unternehmen, um die Verbrechen der israelischen Besatzung sowie die Doppelmoral bei dem Völkerrecht zu unterbinden, und drängt die Staatsanwaltschaft des IStGH, in Bezug auf die Situation in Palästina ernsthafte Schritte zu unternehmen.

PCHR fordert die Hohen Vertragsparteien der Vierten Genfer Konvention auf, ihre Verpflichtungen gemäß Artikel 1 der gemeinsamen Konvention zu erfüllen:“ Unter allen Umständen alles zu unternehmen, um die Beachtung und Einhaltung dieser Konvention zu gewährleisten“ sowie ihre Verpflichtungen gemäß Artikel 146 derselben Konvention, was bedeutet, Personen, die beschuldigt werden, schwere Verstöße gegen die Konvention begangen zu haben, die gemäß Artikel 147 der Konvention als Kriegsverbrechen gelten, zur Verantwortung zu ziehen und im Einklang mit dem Zusatzprotokoll I der Konvention das Recht auf Schutz für die palästinensischen Zivilpersonen in den besetzten Gebieten zu gewährleisten.       Quelle             (übersetzt von Inga Gelsdorf)

 

 

 


Israelische Menschenrechtsverstöße in den besetzten palästinensischen Gebieten

(Wöchentliches Update 22. – 28. September 2022)

Verletzung des Rechts auf Leben und auf körperliche Unversehrtheit:
6 Palästinenser wurden getötet, und 48 weitere wurden verletzt, darunter 6 Kinder und ein Journalist, während dutzende andere bei Angriffen israelischer Besatzungskräfte (IOF) in der Westbank, darunter Ostjerusalem, unter Erstickungsanfällen litten. Einzelheiten, wie folgt:

Am 22. September 2022 wurde Mohammad Osama Abo Jom’a (23), Bewohner des Al-Tor-Viertels in Ostjerusalem durch das Feuer der israelischen Polizei am Militärkontrollpunkt Beit Sira am Eingang zur Modi’in-Siedlung, im Westen von Ramallah, nach einem Kampf mit einem israelischen Siedler getötet. Von den israelischen Streitkräften oder der Polizei wurde keine Stellungnahme veröffentlicht, wohingegen die israelischen Medien über Verletzte unter den Siedler durch Messerangriffe berichteten, während Augenzeugen diese Behauptungen widerlegten.

Am 24. September 2022 wurde Mohammad ‘Awad Abu Koufa (37), aus Beit Ijza in Ostjerusalem, getötet, als die IOF das Feuer auf ein palästinensisches Fahrzeug, das er steuerte eröffnete, nachdem er mit einem israelischen Polizeifahrzeug, im Westen von Nablus zusammengeprallt war. Dadurch wurden ein israelischer Polizeioffizier und ein Soldat verletzt.

Am 28. September 2022 tötete die IOF 4 Palästinenser, darunter ein Zivilist, und verletzte 20 andere, nachdem sie in das Flüchtlingslager von Jenin eingedrungen war. Die meisten von ihnen waren Zivilisten, darunter 4 Kinder: 2 befinden sich in kritischem Zustand. Die IOF verriegelte ein Wohnhaus und beschoss es mit einem Sperrfeuer von Kugeln und Raketen. (Einzelheiten, hier: here)
Diejenigen, die verletzt wurden, erlitten Verletzungen durch den exzessiven Einsatz von Gewalt bei den Übergriffen der IOF auf Städte und Dörfer oder bei der Niederschlagung friedlicher Proteste, die palästinensische Zivilpersonen organisiert hatten, und zwar wie folgt:
Am 23. September 2022 wurden 11 Palästinenser, darunter ein Journalist und ein Kind, verletzt, als die IOF bei Unruhen infolge ihrer Niederschlagung des wöchentlichen Protestes von Kafr Qaddoum im Norden von Qalqilya das Feuer eröffneten. Am selben Tag wurde eine behinderte Person nach dem Überfall der IOF auf das Al-Dhahr Gebiet, in der Nähe der “Karmei Tzur”-Siedlung im Norden von Hebron, bei der Schießerei, die danach aufkam, ins Bein getroffen.

Am 25. September 2022 erlitt ein Palästinenser eine Verletzung durch eine gummi-ummantelte Stahlkugel, und 15 andere litten unter Erstickungsanfällen aufgrund des Tränengases bei Auseinandersetzungen mit der IOF im Dorf Silwan in Ostjerusalem.

Am 26. September 2022 wurde eine ältere Person verletzt, und andere erlitten Prellungen, während 13 andere bei der Verdrängung von Gläubigern in der Al-Aqsa-Moschee verhaftet wurden, um das Eindringen der Siedler auf das Gelände der Al-Aqsa-Moschee anlässlich des jüdischen Neujahres sicherzustellen. Die IOF sperrte die Al-Aqsa-Moschee und verschloss deren Tore, wobei sie überall in Jerusalem intensiv stationiert war, besonders in der Altstadt. Die IOF griff die Teilnehmer bei der Beerdigung einer Frau an, nachdem sie versucht hatten, die Al-Aqsa Moschee zu betreten, um das Trauergebet zu verrichten und verhaftete 5 Mitglieder ihrer Familie.

Am 28. September 2022 wurden 3 Palästinenser mit scharfen Kugeln bei Zusammenstößen am Eingang zum Dorf Beit Ummar in Hebron verletzt. Außerdem erlitten 12 weitere, darunter ein Kind, das in Lebensgefahr schwebt, Verletzungen durch Schrapnel und Kugeln, und 14 litten unter Erstickungsanfällen während der Zusammenstöße mit der IOF in der Nähe des Kontrollpunktes des Militärgerichtes am nördlichen Eingang zu Al-Bireh.

Bei separaten Vorfällen erlitten Dutzende Erstickungsanfälle, nachdem die IOF Tränengaskanister bei ihrer Niederschlagung der Proteste oder Übergriffe auf palästinensische Viertel oder in der Nähe der Saumzonen in der Westbank, darunter Ostjerusalem, abfeuerten.

Im Gazastreifen wurde über 5 IOF-Schießereien auf Fischerboote vor den Küsten Gazas (westliche Gaza-Küsten) berichtet sowie über 10 weitere Schießereien auf landwirtschaftliche Gebiete im Osten des Gazastreifens.
Bis heute in 2022 tötete die IOF 128 Palästinenser, darunter 87 Zivilpersonen: 26 Kinder, 8 Frauen, 2 Palästinenser wurden von einem israelischen Siedler getötet und die restlichen waren Aktivisten; 15 von ihnen wurden ermordet. 32 der Getöteten, darunter 19 Zivilpersonen: 8 Kinder und 3 Frauen wurden bei der letzten israelischen Offensive gegen den Gazastreifen getötet. Außerdem wurden 1.373 Palästinenser verletzt, darunter 212 Kinder, 40 Frauen und 23 Journalisten, bei Angriffen der IOF im Gazastreifen und der Westbank. Des Weiteren starben 4 Palästinenser darunter eine Frau, in den israelischen Gefängnissen.

Landeinebnung, Abrisse und Bescheide
Die IOF riss 2 Häuser ab, was 2 Familien, 16 Personen, obdachlos machte. Einzelheiten, wie folgt:


Am 22. September 2022 zerstörte die IOF ein Haus in Yatta, im Süden von Hebron, wodurch eine 10-köpfige Familie vertrieben wurde. Zuvor hatte sie dem Hauseigentümer Baustopp- und danach den Abrissbescheid ausgehändigt.

Am 25. September 2022 zwang die IOF einen Palästinenser aufgrund eines Beschlusses der israelischen Stadtverwaltung zur Selbstzerstörung seines Hauses im Wadi Al-Joz-Viertel in Ostjerusalem, unter dem Vorwand einer nicht vorhandenen Baugenehmigung. Das Haus wurde Jahre zuvor erbaut und vor 15 Jahren repariert, als er einen weiteren Anbei hinzufügte, so dass die Fläche des Hauses insgesamt 80 Quadratmeter ausmachte. Er lebte dort mit seiner Frau, die vollkommen behindert war, sowie seinen 4 Kindern.

Seit Anfang 2022 machten israelische Besatzungskräfte 115 Familien obdachlos, insgesamt 686 Personen, darunter 132 Frauen und 310 Kinder. Das war das Ergebnis der Zerstörung von 121 Häusern und 41 Wohnzelten durch die IOF. Die IOF zerstörte auch 92 weitere zivil-wirtschaftliche Objekte, ebnete unbebaute Grundstücke ein und stellte Dutzende von Abriss-, Baustopp- und Evakuierungsbescheide aus.

Siedlerangriffe

Am 23. September 2022 stürmten israelische Siedler in Begleitung des Knessetabgeordneten Samha Rotman den islamischen Friedhof Bab Al-Rahma und die Umgebung der Al-Aqsa-Moschee-Tore in Ostjerusalem im Schutz der IOF. Sie bliesen die Trompete und vollzogen dort religiöse Rituale.

Seit Beginn dieses Jahres verübten Siedler mindestens 184 Angriffe. Bei zwei Angriffen wurden 2 Palästinenser getötet.

IOF-Übergriffe und Verhaftungen palästinensischer Zivilpersonen:

Die IOF führte 188 Überfälle auf die Westbank aus, darunter das besetzte Ostjerusalem. Diese Überfälle beinhalteten Razzien und Fahndungen in zivilen Häusern und Einrichtungen sowie die Errichtung von Kontrollpunkten. Bei diesen Überfällen wurden 86 Palästinenser verhaftet, darunter 4 Kinder, 2 Journalisten und eine Frau.

Bis heute in 2022 führte die IOF 6.515 Überfälle auf die Westbank aus, darunter das besetzte Jerusalem, bei denen 3.802 Palästinenser verhaftet wurden, darunter 353 Kinder und 33 Frauen. Die IOF führte ebenso 32 limitierte Überfälle im östlichen Gazastreifen und 85 Palästinenser, darunter 49 Fischer, 31 Infiltratoren und 5 Reisende über den Beit Hanoun “Erez”-Übergang.

Israelische Absperrpolitik und Einschränkungen der Bewegungsfreiheit:

Die IOF hält ihre illegale und unmenschliche 15jährige Blockade des Gazastreifens weiterhin aufrecht. Einzelheiten in dem monatlichen Update von PCHR über die Gaza-Übergänge: monthly-update.

Am 23. September 2022 starb Waseem Sameer ‘Azzam (28), aus dem nördlichen Gazastreifen, weil man ihm die Ausreise zur Behandlung im Al-Makassed-Krankenhaus in Ostjerusalem verweigert hat. ‘Azzam brach sich beim Schwimmen am 15. September sein Genick und litt unter einer vollkommenen Zerebralparese und Hypoästesie, „Gefühlverlust“. Somit ist die Zahl der Patienten, die an der Ausreise zur Behandlung außerhalb (des Gazastreifens) gehindert wurden, seit Anfang des Jahres auf 7 gestiegen, darunter 3 Kinder.

Die IOF kündigte die Sperrung der Übergänge zum Gazastreifen und der Westbank von Sonntag, dem 25. bis zum 27. September, unter dem Vorwand des jüdischen Neujahres, wobei der Al-Jalama -Übergang für den Verkehr israelischer Fahrzeuge nach Jenin nur am 27. September geöffnet blieb.

In der Westbank, darunter das besetzte Ostjerusalem, verhängt die IOF auch weiterhin Einschränkungen der Bewegungsfreiheit. Zusätzlich zu ihren 108 ständigen Kontrollpunkten errichtete die IOF 95 temporäre Kontrollpunkte in der Westbank, darunter das besetzte Ostjerusalem, und verhaftete 5 Palästinenser an diesen Kontrollpunkten.

Am 26. September 2022 verschloss die IOF die 3 Tore der Ostjerusalem-Mauer und errichtete Dutzende von Polizeikontrollpunkten im Umkreis der Altstadt, der Al-Aqsa-Moschee und ihrer Tore, was mit dem Beginn des jüdischen Neujahr-Feiertag zusammenfiel.

Bis heute in 2022 errichtete die IOF 3.298 temporäre Militärkontrollpunkte und verhaftete 151 Palästinenser an diesen Kontrollpunkten.           Quelle       (übersetzt von Inga Gelsdorf)
 

 

 

 

 

Israelische Menschenrechtsverletzungen in den besetzten Gebieten

(Wöchentliches Update 15. - 21. September 2022)

Verletzungen des Rechts auf Leben und auf körperliche Unversehrtheit:

Ein palästinensisches Kind wurde getötet und 9 andere Zivilpersonen, darunter 2 Kinder, wurden verletzt, während dutzende andere bei Angriffen der israelischen Besatzungskräfte (IOF) in der Westbank und auch im besetzten Ostjerusalem unter Erstickungsanfällen litten.

Am 15. September 2022 wurde ‘Odai Salah (17) wurde getötet und 3 andere Palästinenser, darunter ein Kind, wurden durch Schüsse der IOF verletzt, als die letztere in das Dorf Kafr Dan, im Westen von Jenin in der Westbank eindrangen. Bevor sie sich zurückgezogen hat, verhaftete die IOF 3 Palästinenser. (Einzelheiten in dieser Presseerklärung: press release).

Die Verletzten waren Opfer von exzessivem Einsatz der Gewalt, die die Übergriffe der IOF auf Städte und Dörfer sowie die Niederschlagung friedlicher Proteste, die von palästinensischen Zivilpersonen organisiert wurden, begleitete, und zwar, wie folgt:

Am 15. September 2022 erlitten 5 Studenten Atemnot aufgrund der Einatmung von Tränengas, nachdem die IOF Blendgranaten und Tränengaskanister auf den Hof der Isawiya-Hochschule für Jungen während ihres Eindringens in das Dorf Isawiya im besetzten Ostjerusalem geschossen haben.

Am 16. September 2022 wurden 4 Palästinenser, darunter ein Kind, mit gummi-ummantelten Stahlkugeln bei Zusammenstößen infolge der Niederschlagung des wöchentlichen Protestes von Kafr Qaddoum im Norden von Qalqilya beschossen.

Am 18. September 2022 wurde ein Palästinenser durch das Feuer der IOF bei Zusammenstößen nach dem Eindringen der Letzteren in das Dorf Husan, im Westen von Bethlehem verletzt.

Am 20. September 2022 wurde ein Palästinenser bei Zusammenstößen nach der Unterdrückung einer Beerdigung in der Nähe der Umgehungsstraße 60 in Beit Ummar in Hebron von der IOF in den Fuß geschossen.

Im Gazastreifen wurden 2 Schüsse auf landwirtschaftliche Gebiete im Osten verzeichnet, und eine Schüsse auf Fischerboote vor der westlichen Küste von Gaza.

Bis heute in 2022 töteten IOF-Angriffe 121 Palästinenser, darunter 86 Zivilpersonen: 26 Kinder, 8 Frauen, 2 Palästinenser wurden von israelischen Siedlern getötet, und die restlichen waren Aktivisten; 15 von ihnen wurden ermordet. 32 der Getöteten wurden bei der letzten israelischen Offensive gegen den Gazastreifen, darunter 19 Zivilpersonen: 8 Kinder und 3 Frauen, getötet. Außerdem wurden bei den Angriffen der IOF 1.325 Palästinenser, darunter 206 Kinder, 40 Frauen und 22 Journalisten im Gazastreifen und der Westbank verletzt. Darüber hinaus starben 4 palästinensische Häftlinge in den israelischen Gefängnissen.

Landeinebnungen, Zerstörungen und Bescheide

Die IOF zerstörte ein Haus und eine Einrichtung, stellte Bescheide aus zwecks Einstellung der Bauarbeiten bei 4 anderen Einrichtungen und baute 7 Zelte ab und beschlagnahmte sie. Einzelheiten, wie folgt:

Am 15. September 2022 stellte die IOF für 4 industrielle Einrichtungen Baustopp-Bescheide im Dorf Qarawat Bani Hassan, im Westen von Salfit, unter dem Vorwand fehlender Baugenehmigungen, aus.

Am 19. September 2022 zerstörte die IOF ein Haus und eine Baracke für das Vieh im Dorf ad-Duyuk al-Foqa, im Westen von Jericho, unter dem Vorwand fehlender Baugenehmigung im Gebiet C.

Am selben Tag baute die IOF 7 Zelte ab, die für ein Unterhaltungsprojekt im Dorf Al-Auja, im Nordosten von Jericho errichtet worden waren.

Seit Anfang 2022 machten israelische Besatzungstruppen 113 Familien heimatlos, insgesamt 670 Personen, darunter 130 Frauen und 310 Kinder obdachlos. Das war das Ergebnis der IOF-Zerstörungen von 119 Häusern und 41 Wohnzelten. Die IOF zerstörte ebenso 92 andere zivile wirtschaftliche Objekte, ebneten unbewohnte Landgebiete ein und stellten Dutzende von Abriss-, Baustopp- und Evakuierungsbescheide aus.

Siedlerangriffe gegen palästinensische Zivilpersonen und ihr Eigentum:

Am 15. September 2022 drang im Schutz der IOF der extremistische israelische Knessetabgeordnete (MKs), Rabbi Yehuda Glick, in den islamischen Friedhof Bab Al-Rahma, der in der Nähe der al-Aqsa-Moschee aus östlicher Richtung ein. Er blies die Trompete und hisste die israelische Flagge.

Am 17. September 2022 drang ein bewaffneter israelischer Siedler in das Dorf ‘Ein al-Qasis area in al-Khader, im Westen von Bethlehem, ein, hielt einen palästinensischen Bauern mit vorgehaltenem Gewehr gefangen und ließ ihn später wieder frei.
Am 20. September 2022 überfielen israelische Siedler Kaufleute des al-Khawajat Markt in der Altstadt des besetzten Ostjerusalems und überschwemmten den Markt mit Tränengas. Das Ergebnis war, dass Dutzende von Kaufleuten und Passanten aufgrund des Einatmens von Tränengas unter Erstickungsanfällen litten.

Seit Jahresanfang führten Siedler mindestens 183 Angriffe aus. Bei zwei Angriffen wurden 2 Palästinenser getötet.

Übergriffe und Verhaftungen von palästinensischen Zivilpersonen durch die IOF:

Die IOF übte 187 Übergriffe auf die Westbank aus, darunter das besetzte Ostjerusalem. Diese Übergriffe enthielten Razzien und Durchsuchungen ziviler Häuser und Einrichtungen sowie die Errichtung von Kontrollpunkten. Bei diesen Übergriffen wurden 98 Palästinenser verhaftet, darunter 10 Kinder. Im Gazastreifen verhaftete die IOF am 17. September 2022 einen Palästinenser, der versuchte, über den Trennzaun, der an den nördlichen Gazastreifen grenzt, einzudringen.

Bis heute in 2022 führte die IOF 6.327 Übergriffe auf die Westbank, einschließlich des besetzten Ostjerusalems, bei denen 3.716 Palästinenser verhaftet wurden, darunter 349 Kinder und 32 Frauen. Die IOF führte ebenfalls 32 begrenzte Übergriffe auf den östlichen Gazastreifen durch und verhaftete 85 Palästinenser, darunter 49 Fischer, 31 Infiltratoren, und 5 Reisende, die über den Beit Hanoun “Erez”-Übergang reisten.

Israelische kollektive Bestrafungs- und Absperrpolitik sowie Einschränkungen der Bewegungsfreiheit:

Mittlerweile hält die IOF ihre illegale und unmenschliche Blockade des Gazastreifens seit 15 Jahren aufrecht. Einzelheiten sind im monatlichen Update über die Gaza-Übergänge von PCHR verfügbar: monthly-update.

Am 20. September 2022 starb ein Patient mit Namen Tayseer Daoud Yousuf Al-Sayegh (67), aus Gaza Stadt, als die israelischen Behörden seine Ausreise zur Behandlung im Al-Muttala-Krankenhaus im besetzten Jerusalem ablehnten. Dementsprechend ist die Zahl der Patienten, denen die Ausreise zur Behandlung außerhalb (des Gazastreifens) genehmigt wurde seit Beginn des Jahres auf 6 gestiegen, darunter 3 Kinder. (Einzelheiten in dieser Pressemitteilung verfügbar: press release).

In der Westbank, darunter das besetzte Ostjerusalem, verhängte die IOF weiterhin Einschränkungen der Bewegungsfreiheit. Zusätzlich zu den 108 ständigen Kontrollpunkten errichtete die IOF 98 temporäre Militärkontrollpunkte in der Westbank, darunter das besetzte Ostjerusalem, und verhaftete 5 Palästinenser an diesen Kontrollpunkten.

Am 18. September 2022 öffnete die IOF die Übergänge, al-Jalama und Salem, wieder, während sie die Genehmigungen der Dorfbewohner von Kafr Dan, darunter auch Arbeitsgenehmigungen, auf Eis gelegt hat. Erwähnenswert ist, dass die IOF am 14. September 2022 die Schließung der beiden oben erwähnten Übergänge und die Verhängung von Einschränkungen beschloss, als Teil ihrer kollektiven Bestrafungspolitik nach einem Feuergefecht in der Nähe des al-Jalamah-Übergangs in Jenin. (Einzelheiten in dieser Pressemitteilung verfügbar: press release.)

Bis heute in 2022 errichtete die IOF mindestens 3.203 temporäre Militärkontrollpunkte und verhaftete 151 Palästinenser an diesen Kontrollpunkten.        Quelle             (übersetzt von Inga Gelsdorf)

 

 


Wöchentlicher Bericht über die israelischen Menschenrechtsverletzungen in dem besetzten palästinensischen Gebiet (8. – 14. Juli 2021)


Israelische Menschenrechtsverletzungen in dem besetzten palästinensischen Gebiet
8. – 14. Juli 2021

• 13 Palästinenser verletzt, darunter 2 Kinder und 1 Frau, aufgrund der exzessiven Gewaltanwendung in der Westbank.

• Bericht über zwei Schüssen der IOF auf Fischerboote und landwirtschaftliches Gebiet im nördlichen Gazastreifen.

• Bei 126 IOF-Razzien in der Westbank, auch im besetzten Ostjerusalem, wurden 72 Zivilpersonen verhaftet, darunter 3 Kinder, eine Frau, und ein Journalist.

45 Studenten der Birzeit-Universität wurden an einem IOF-Militärkontrollpunkt in Ramallah verhaftet, als sie von einem Solidaritätsbesuch beim Abriss des Hauses eines palästinensischen Gefangenen zurückkehrten.

• Politik der Kollektivbestrafung: Die IOF zerstörte das Haus eines palästinensischen Mannes, der im israelischen Gefängnis sitzt.

• Zerstörungen im besetzten Ostjerusalem: Wohnhaus (4-stöckig) und Schafstall von der IOF zerstört, sowie zwei Häuser (vom Besitzer) selbst zerstört

• Zerstörungen durch die IOF in der gesamten Westbank: 11 Baracken, 5 als Wohnraum und die anderen zu gewerblichen Zwecken genutzt; Abrissbescheid gegen einen Friedhof ausgestellt; eine Kurklinik beschlagnahmt.
• Angriffe israelischer Siedler in der Westbank: Olivenbäume abgeschnitten, Zivilpersonen angegriffen und ein Stromnetz beschädigt.

• Die IOF errichtete 50 temporäre Militärkontrollpunkte in der Westbank und verhaftete 2 palästinensische Zivilpersonen an den besagten Kontrollpunkten


Zusammenfassung

Israelische Besatzungskräfte (IOF) begingen weiterhin Verbrechen und vielfache Gewalttaten gegen palästinensische Zivilpersonen und ihr Eigentum, einschließlich Razzien in palästinensischen Städten, die durch den Einsatz von extremer Gewalt, durch Übergriffe, Misshandlungen und Angriffe gegen Zivilpersonen gekennzeichnet sind. Sie verwandelten die Westbank in isolierte Landblöcke und betrieben auch weiterhin die Ausdehnung der israelischen Siedlungen auf palästinensischen Eigentum und Land. Mittlerweile erlebt der Gazastreifen sein 15. Jahr unter der Blockade, die die humanitäre Krise in dem Gebiet noch verschärft.

Schießereien und Verletzung des Rechts auf körperliche Unversehrtheit durch die IOF:

13 Palästinenser wurden durch den brutalen Einsatz von Gewalt in der Westbank, einschließlich Ostjerusalems verletzt, darunter 2 Kinder und eine Frau: 6 wurden bei IOF-Angriffen während friedlicher Proteste in Sabeih Mount, Nablus, verletzt, darunter 1 Kind; ein Schafhirte wurde verletzt und danach in Nablus verhaftet; 5, darunter 1 Kind und eine Frau, wurden bei einem Übergriff der IOF gegen das Jenin-Flüchtlingslager verletzt. Ein weiterer Palästinenser erlitt schwere Verletzungen in Silwan, im besetzten Ostjerusalem. Dutzende erlitten Atemprobleme durch die Inhalation von Tränengas, das die IOF bei ihren Angriffen in der Westbank abfeuerte.

Im Gazastreifen wurde über 1OF-Schüsse auf landwirtschaftliche Gebiete berichtet sowie über einen weiteren Zwischenfall mit Fischerbooten auf dem Meer, im nördlichen Gazastreifen.

IOF-Übergriffe und Verhaftungen palästinensischer Zivilpersonen: Die IOF verübte 126 Übergriffe in der Westbank, einschließlich Ostjerusalems. Diese Übergriffe schlossen Razzien in Häusern von Zivilpersonen und Schießereien ein, die Angst unter der Zivilbevölkerung entfachten, und viele wurden angegriffen. Während der Übergriffe von dieser Woche wurden 72 Palästinenser verhaftet, darunter 3 Kinder, eine Frau, ein Fotograf und ein Journalist.

In anderen eklatanten Verstößen verhaftete die IOF 45 Studenten der Birzeit-Universität am Mittwoch, den 14. Juli 2021, nachdem sie sie mit einem temporären Militärkontrollpunkt am Dorfeingang von Turmus Ayya in Ramallah in den Hinterhalt gelockt hatten, als sie von einem Solidaritätsbesuch bei dem Haus des palästinensischen Gefangenen, Montaser Shalabi, zurückkamen, das die IOF am 08. Juli 2021 in Ausübung ihrer Kollektivbestrafungs-Politik gegen die Palästinenser zerstört hatte. 12 Studenten wurden später wieder entlassen, wohingegen die anderen bis zu diesem Augenblick im IOF-Gewahrsam verblieben.

Im Gazastreifen verhaftete die IOF 3 Palästinenser, darunter 1 Kind bei dem Versuch, den Gaza-Grenzzaum im Osten von Khan Younis zu überqueren. Zwei wurden später entlassen, darunter auch das Kind.

Zerstörungen:


PCHR-Feldarbeiter dokumentierten 10 Verstöße:

Hebron: Abrissbescheid gegen einen Friedhof, Kurklinik in Yatta beschlagnahmt, 2 Landwirtschaftsräume und eine Mauer in Ost-Bani Naim zerstört.

Besetztes Ostjerusalem: 4-stöckiges Wohnhaus in Shufat abgerissen; 2 Häuser in Jabel Mukaber und Silwan selbst zerstört ; Schafstall-Baracken in Nabi Samuil zerstört.

Salfit: 5 kommerzielle Einrichtungen (Baracken) in Haris zerstört.

Qalqilya: Baustopp-Bescheid gegen einen Neubau ausgestellt und 2 Räume in Azzun Atma zerstört.

Ramallah: 7 Baracken (mit Zinnblechen zusammengestellt) zerstört, darunter, 5 zu Wohnzwecken und 2, die zur Unterbringung von Vieh in al-Mughayer dienten.

Siedler-Angriffe: PCHR Feldarbeiter berichteten und dokumentierten 3 Angriffe israelischer Siedler gegen palästinensische Zivilpersonen und ihr Eigentum:

Nablus: Stromnetz beschädigt und 150 Olivenbäume gefällt.

Hebron: Palästinensische Zivilpersonen und ihre Ländereien in Yatta angegriffen.

Kollektivbestrafung

Als Teil der Kollektivbestrafungs-Politik der IOF gegen Palästinenser, die angeklagt waren, Angriffe gegen die IOF oder Siedler verübt zu haben, zerstörte die IOF am Donnerstag, 08. Juli 2021, das Haus von Montaser Ahmed ‘Ali al-Shalabis Familie. Shalabi ist ein Palästinenser aus Ramallah, der von Israel inhaftiert wurde, weil er angeblich einen Siedler getötet und andere bei einem Angriff Anfang dieses Jahres verletzt hatte.

Israelische Absperrpolitik und Einschränkungen der Bewegungsfreiheit:


Die israelischen Behörden verhängten weiterhin Kollektivstrafen gegen die Bevölkerung des Gazastreifens durch Verschärfung ihrer Blockade des Gazastreifens, deren 15. Jahr beginnt, ohne jegliches Anzeichen einer Lösung für die Zukunft. Sie beraubt die Bevölkerung von Gaza ihrer wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Rechte. Diese Woche lockerte die IOF die Einschränkungen für Personen und Güter, die seit dem Militärangriff der IOF gegen Gaza verhängt worden waren, erweiterte das Fischereigebiet von 9 auf 12 Seemeilen, und genehmigte den Export von Agrar- und Textilwaren nach Israel und die Einfuhr einiger Rohmaterialien und medizinischer Güter über den Karm Abu Salem-Übergang. Die IOF kündigte auch an, dass Journalisten, die für internationale Medienorganisationen sowie das palästinensische Ministerium für Medien tätig waren, den Beit Hanoun-Übergang passieren dürfen, auch all diejenigen, die Termine bei ausländischen Botschaften oder eine medizinische Fortbildung im Ausland haben.

In der Zwischenzeit setzte die IOF die Teilung der Westbank in isolierte Kantone durch die seit der Zweiten Intifada in 2000 von der israelischen Besatzung blockierten wichtigen Zufahrtsstraßen fort. Bis heute sind diese durch temporäre und dauerhafte Kontrollpunkte gesperrt, wodurch die Bewegung der Bürger eingeschränkt ist und sie der Verhaftung ausgesetzt sind, besonders an dem al-Karama Grenzübergang, an der palästinensisch-jordanischen Grenze.

Schießereien und andere Verletzungen des Rechts auf Leben und der körperlichen Unversehrtheit


• Um circa 13:00 Uhr am Freitag, 09. Juli 2021, versammelte sich eine Gruppe Palästinenser im Zentrum des Dorfes Beita, im Südosten von Nablus und ging dann Richtung Sabeih Mount, im Süden der Stadt, wo die IOF den “ Avitar“-Siedlungsaußenposten einige Wochen zuvor errichtet hatte, um gegen die Errichtung dieses Außenposten dort zu protestieren. Die Palästinenser versammelten sich auf der Westseite des Berges, setzten Reifen in Brand auf einer Straße, die zu dem Berg führt. Die IOF eröffnete willkürlich das Feuer gegen die Demonstranten und prallte mit ihnen zusammen. Die Demonstranten warfen daraufhin Steine auf die IOF, die weiterhin scharfe Munition und gummi-ummantelte Stahlkugeln, Schallgranaten und Tränengaskanister auf die Demonstranten abfeuerten. Die Auseinandersetzungen hielten bis 19:00 Uhr an und führten zu Verletzungen bei 6 Demonstranten, darunter ein Kind. Alle wurden zur Behandlung ins Rafidia Hospital gebracht. Bei den Zusammenstößen wurden auch gummi-ummantelte Stahlkugeln auf einen Krankenwagen der palästinensischen Rote Kreuz-Gesellschaft (PRCS) geschossen, so dass die Windschutzscheibe zerberstete.

• Nach dem Freitagsgebet unterdrückte die IOF einen friedlichen Protest, der gegen die Siedlung im Dorf Hizma, im Nordosten des besetzten Ostjerusalems, organisiert worden war. Daraufhin erlitten Dutzende von Palästinensern Atemprobleme aufgrund der Einatmung von Tränengas. Danach versammelten sich dutzende Dorfbewohner aus Hizma im al-Thaghra-Gebiet, wo sie das Freitagsgebet verrichteten und dann in Richtung Stacheldraht gingen, der das al-Thaghra-Gebiet von der Hauptstraße trennt, und protestierten gegen die Errichtung einer Siedlungsstraße auf den Ländereien des Dorfes. Die Demonstranten trugen palästinensische Fahnen und schrien Slogans gegen die Siedlung. Indessen verteilte sich die IOF in dem Gebiet, umzingelte die Demonstranten und feuerte gummi-ummantelte Stahlkugeln und Tränengaskanister auf sie. Das führte dazu, dass dutzende Demonstranten aufgrund der Einatmung von Tränengas Atemprobleme erlitten. Es sollte angemerkt werden, dass israelische Behörden eine Siedlungsstraße auf Ländereien des Dorfes Hizma bauten, hingegen palästinensischen Bürgern und Schafhirten den Zugang zu ihren eigenen Ländereien verweigerten.

• Um circa 21:00 Uhr am Sonntag, 11.Juli 2021,
drang die IOF in das Viertel Bir Ayoub im Dorf von Silwan, Altstadt ein. Die IOF nahm auf den benachbarten Straßen Stellung, sperrte die Hauptstraße, errichtete mehrere Militärkontrollpunkte, durchsuchte palästinensische Fahrzeuge, überprüfte ihre ID-Karten, hinderte sie am Betreten des Viertels und zwang sie, über Nebenstraßen zu fahren. Daraufhin versammelten sich dutzende Palästinenser in dem Gebiet, warfen Steine auf die IOF und deren Fahrzeuge und warfen Feuerwerkskörper auf sie. Die IOF griff sofort die Demonstranten an, feuerte willkürlich scharfe Munition und gummi-ummantelte Stahlgeschosse, Schallgranaten und Tränengaskanister auf sie und jagte die Palästinenser, die Pfeiler verbrannten, an denen Überwachungskameras der IOF befestigt waren.

Daraufhin brachen Kämpfe aus und hielten bis zum Morgengrauen an. Das führte dazu, dass Harbi Nidal al-Rajbi (18) von einer Kugel in seinem Rücken getroffen wurde, als er aus dem Haus kam, um das Isha-Gebet zu verrichten. Harbi Nidal wurde wegen seines kritischen Gesundheitszustandes ins al-Maqased Hospital im al-Tur-Viertel, im Osten der Stadt, gebracht. Nidals Vater sagte Feldarbeitern von PCHR, sein Sohn habe sich mehreren Operationen unterzogen, in denen die Ärzte seine Niere und einen Teil seiner Milz entfernt hätten. Er fügte hinzu, der Gesundheitszustand seines Sohnes sei immer noch ernst, und er werde noch auf der Intensivstation behandelt (ICU). Al-Rajbi wies darauf hin, dass die IOF das al-Maqased Hospital überfallen hatte, um seinen Sohn zu finden. Daraufhin mischte sich die Krankenhausverwaltung ein und sagte der IOF, dass Harbis Gesundheitszustand kritisch sei und er sich einer schweren Operation unterziehe. Es sollte angemerkt werden, dass al-Rajbi von der IOF mehrere Male verhaftet wurde, die letzte war 2 Wochen zuvor, als die IOF in den Laden seines Vaters im al-Bostan-Viertel eingedrungen war und ihn und seine Familienmitglieder schwer geschlagen hat. Man muss anmerken, dass Harbi an Diabetes litt.

• Um circa 04:00 am Montag, 12. Juli 2021
, drang die IOF in das Flüchtlingslager von Jenin, in das al-Jabriyat-Gebiet und in Abu Duhair Moubt ein, das im Westen von Jenin, im Norden der Westbank an das Lager angrenzt, wo sie eine Verhaftungskampagne durchführten. In der Zeit versammelte sich eine Gruppe von Palästinensern und stellte sich vor die IOF-Fahrzeuge. Die IOF reagierte mit scharfer Munition und gummi-ummantelten Stahlgeschossen, Schallgranaten und Tränengaskanistern. Das Ergebnis war, dass 5 Palästinenser, darunter ein Kind und ein Mädel von scharfer Munition getroffen wurden. Die PCHR bewahrt die Namen der Verletzten.

• Um 00:30 am Dienstag, 13. Juli 2021, positionierte die IOF sich entlang des Grenzzauns mit Israel, im Norden von Beit Hanoun, im nördlichen Gazastreifen, und eröffnete sporadisch das Feuer in dem Grenzgebiet. Opfer wurden nicht verzeichnet.

• Um circa 22:15 verfolgten israelische Kanonenboote, die an der Küste von al-Waha, nordwestlich von Beit Lahia, und vor der Küste von al-Sodaniyia, westlich von Jabalia, im Norden des Gazastreifens stationiert waren, palästinensische Kanonenboote innerhalb der 1-5 Seemeilen, eröffneten um sie herum das Feuer und feuerten Leuchtraketen in die Luft, was bei den Fischern Angst entfachte und sie zur Flucht zwang. Über Opfer wurde nichts berichtet.

• Um circa 10:00 am Mittwoch, 14. Juli 2021, eröffnete die IOF, die in der “Yitzhar“-Siedlung, die auf dem Land des Dorfes, Madama in Nablus errichtet wurde, stationiert war, das Feuer auf einen palästinensischen Schafhirten, der seine Schafe in dem al-Rasem-Gebiet hütete. Das Ergebnis war, dass der Schafhirte, Ma’moun Ameen Fayiz Nassar (47) aus dem Madama-Dorf, von einer scharfen Kugel am Fuß getroffen und später verhaftet wurde. Ma’moun wurde im Beilinson Hospital in Israel behandelt.

Überfälle und Verhaftungen
Donnerstag, 08. Juli 2021:

• Um 01:00 drang die IOF in das Aroub-Flüchtlingslager, im Norden von Hebron ein. Sie überfielen und durchsuchten mehrere Häuser und verhafteten (5) Zivilpersonen, darunter ein Vater mit seinem Sohn. Die Verhafteten sind: Dawoud Ahmed Banat (48), sein Sohn Ayoub (21), Ehsan Mohammed Tafish (30), Abdullah Mahmoud Tafish (35), und Hisham Rawhi Tafish (29).

• Fast zur selben Zeit drang die IOF in das Shu’afat-Flüchtlingslager, im Nordosten des besetzten Ostjerusalems ein. Sie überfielen und durchsuchten das Haus von Yousef Ahmed al-Hawas (23) und verhafteten ihn.

• Um circa 01:40 drang die IOF in das Dorf, Tell, im Südosten von Nablus ein. Sie überfielen und durchsuchten das Haus von Emad Yousef Raihan (54), einem ehemaligen Kandidaten der Wahlliste „Jerusalem ist unser Schicksal“ von 2021, und verhafteten ihn.

• Um circa 02:00 drang die IOF in Hebron ein und bezog Stellung im Juneid-Gebiet. Sie überfielen und durchsuchten das Haus von Yehya Mohammed Qawasmah (39) und verhafteten ihn.

• Ungefähr zur selben Zeit drang die IOF in das Dorf, Abu Dis, im Osten des besetzten Ostjerusalems ein. Sie überfielen und durchsuchten das Haus von Abdul-Salam Ayyad (49), einem Mitglied der Stadtverwaltung von Abu Dis, und verhaftete ihn.
• Um circa 02:10 drang die IOF ins Dorf Thinnaba in Tulkarem ein. Sie überfielen und durchsuchten mehrere Häuser und verhafteten Eman Khalil ‘Amarnah (52) und ihren Sohn, Mohammed Belal ‘Amarnah (31).

• Um 03:05 drang die IOF in das Dorf, Beita, im Südosten von Nablus ein. Sie überfielen und durchsuchten das Haus von Rani Hashem Dweikat (23) und verhafteten ihn.

• Um circa 11:00 drang die IOF in das Viertel, Tur, im Osten der besetzten Altstadt von Ostjerusalem. Sie überfielen und durchsuchten das Haus von Khaled Isma’el Abu Ghannam (46) und verhafteten ihn. Die IOF hinterließ eine Verfügung an seinen Sohn, Emad (16), sich an die israelischen Geheimdienste zu wenden.

• Zur gleichen Zeit verhaftete die IOF Ahmed Yousef Bader (31), einen Mitarbeiter der palästinensischen Zollpolizei aus Abu Dis, im Osten der besetzten Altstadt von Ostjerusalem, während er einen temporären Militärkontrollpunkt passierte, nahe der “Ma’ale Adumim”-Siedlung im Osten der Stadt.

• Um circa 14:00 verhaftete die IOF Ibrahim Sami Mutair (29) in seinem Laden am Flüchtlingslager Qalandiya, im Norden des besetzten Ostjerusalems.

• Um 15:30 verhaftete die IOF Khaled al-Zeir aus Silwan im Süden der Altstadt des besetzten Ostjerusalems, während er sich in der al-Jesir street in Beit Hanina, im Norden der Altstadt des besetzten Ostjerusalems, aufhielt.

• Um circa 21:00 schlich eine Gruppe der Mista’arvim, ( israelische Spezialeinheit, getarnt als Palästinenser) nach Birzeit, im Norden von Ramallah, und bezog an der Kreuzung der Altstadt Stellung. Sie hielt ein graues Fahrzeug an und verhaftete den Fahrer, Abdul Rahman Husain al-Jalies (35), und Fares Ahmed Zumra (33), bei ihrer Rückkehr ins Jalazone-Flüchtlingslager im Norden der Stadt.

• Die IOF führte Angriffe (8) in Jalamah und Beit Kad, im Nordosten von Jenin, Deir Sharaf und Beit Iba, im Westen von Nablus; Badhan, im Norden von Nablus; Sarra, Awarta und Usarin, im Südosten von Nablus. Über Verhaftungen wurde nichts berichtet.

Freitag, 09. Juli 2021:

• Um circa 02:30 drang die IOF in das Dorf Sa’ir, im Norden von Hebron ein. Sie überfielen und durchsuchten 2 Häuser und verhafteten Nassar Eissa Jabarin (40), sowie seinen Bruder, Ayyoub (37).
• Fast zur gleichen Zeit drang die IOF in Hebron ein. Sie fielen in das Haus von Bassam Hamed Qufeisha (35) ein, durchsuchten es und verhafteten ihn.

• Um circa 03:00 drang die IOF in Yatta ein, im Süden des Bezirks Hebron und bezog in Ruq’a area Stellung. Sie drangen in das Haus von Isma’el Abdul Hadi Makhamera (42) ein und verhafteten ihn.

• Um circa 07:00 drang die IOF in das Bab Huta-Viertel, eins der Altstadtviertel des besetzten Ostjerusalems, ein. Sie drangen in das Haus von Sufian Omar al-‘Ajlouni (23), durchsuchten es und verhafteten ihn.

• Um circa 13:00 verhaftete die IOF Naser Mohammed Nawaj’a (38), einen Feldforscher des israelischen Informationszentrums für Menschenrechte in den besetzten Gebieten, aus dem Dorf Susya, im Süden von Yatta, nachdem sie ihn bei seiner Rückkehr in das Dorf angehalten hatten. Die IOF entließ ihn später.

• Um circa 14:30 verhaftete die IOF drei Zivilpersonen nach ihren Freitagsgebeten in den Außenanlagen der Aqsa Moschee in der Altstadt des besetzten Ostjerusalems und brachten ihn in eins der Untersuchungszentren der Stadt. Die Inhaftierten sind: Ahmed Yasine Kmail (28), aus Qabatiya im Bezirk Jenin; Baker Awni Barri (26), aus Immatain im Bezirk Qalqilya; und Yousef Shehada Khalil (26), aus dem Nur Shams-Flüchtlingslager im Tulkarm Bezirk.

• Um circa 15:00 Uhr verhaftete die IOF Sameer Mohammed Shahin (39) aus Hebron, nachdem sie sein Fahrzeug an einem temporären Militärkontrollpunkt angehalten hatten, den sie am Eingang des Dorfes Samu im Süden von Hebron errichtet haben.

Samstag, 10. Juli 2021:

• Um circa 01:00 rückte die IOF nach Hebron vor. Sie drangen in das Haus von Sameer Mohammed Shahin (39), durchsuchten es und verhafteten ihn.

• Um circa 02:00 rückte die IOF in das Karkafe-Gebiet nach Bethlehem vor. Sie drangen in das Haus von Hamza Da’dara (24) ein, durchsuchten und verhafteten ihn.

• Um circa 17:00 verhaftete die IOF (3) Zivilpersonen, darunter ein Kind, bei dem Versuch, durch den Grenzzaun in Khan Yunis zu gelangen. Die Verhafteten sind: Qusai Hasan Abu Selmi (17) aus Abasan al-Kabeera; Mohammed Ramadan al-Derdisi (20) und ‘Ahed Ahmed Abu Shehada (19), beide aus Bani Suheila. Die IOF entließen Selmi über den Erez-Übergang am nächsten Morgen und hielten al-Derdisi und Abu Shehada in Haft.

• Die IOF führten Überfälle (6) in den Dörfern, Kaubar und Kafr Malik in Ramallah; Beit Ummar, Bayt Kahil, Beit Mirsim und Hadab. Keine Verhaftungen wurden verzeichnet.

Sonntag, 11. Juli 2021:

• Um circa 01:00 rückte die IOF in das Ras al-Amud-Viertel,im Osten der Altstadt des besetzten Ostjerusalems vor. Sie drangen in 2 Häuser ein, die Mohammed al-Salaima (23) und Mohammed al-Tweity (21) gehören, durchsuchten diese und verhafteten sie.

• Um circa 17:00 rückte die IOF in Silwan, im Süden der Altstadt des besetzten Ostjerusalems ein. Sie drangen in das Haus von Khaled Omar Rweidy’s (12), durchsuchten es und verhafteten ihn.

Montag, 12. Juli 2021
:
• Um circa 02:00 rückte die IOF ins Dorf Idhna, im Westen von Hebron, ein. Sie drangen in das Haus von Ahmed Abdul Rasoul Bashir (44) ein, durchsuchten es, Verhaftungen wurden jedoch nicht verzeichnet.

• Um circa 03:00 rückte die IOF nach Qabatia vor, im Südosten von Jenin. Sie drangen in mehrere Häuser ein, durchsuchten sie und verhafteten Hussain Amin Samadi (35), und Adham Khaled Abu Aisha (18).

• Um circa 03:30 rückte die IOF nach Beita vor, im Südosten von Nablus. Sie drangen in das Haus von Issam Ghassan Hamayil (23), durchsuchten es und verhafteten ihn.

• Um circa 04:00 drang die IOF in das Jenin-Flüchtlingslager, die Jabriyat- und Jabal Abu Thhair-Gebiete, die an das Flüchtlingslager angrenzten, im Westen von Jenin, ein. Sie drangen in mehrere Häuser, durchsuchten sie und verhafteten Mo’tasem Omar Steity (37), aus dem Jenin-Flüchtlingslager, Omar Bayan Abed (28) und seinen Bruder, Osaid (20), aus Jenin. In der Zwischenzeit eröffnete die IOF das Feuer auf die Demonstranten, die erneut gegen das Stürmen ihres Dorfes protestierten. Das Ergebnis war 5 Zivilpersonen, darunter ein Kind und ein Mädel, wurden verletzt. Mehr Einzelheiten unter: “Schießereien und andere Verletzungen des Rechts auf Leben und der körperlichen Unversehrtheit” in diesem Bericht.

• Um circa 10:00 hat die IOF Mazen al-Jabari, Direktor des Jugendentwicklungsinstitut für arabische Studien, zum Verhör in das al-Maskobiya Polizeizentrum in Westjerusalem vorgeladen.

• Um 14:00 rückte die IOF in Isawiya, im Nordosten des besetzten Ostjerusalems ein. Sie drangen in das Haus von Ra’fat Tareq al-Isawiya’s (50), durchsuchten es und verhafteten ihn. Man sollte anmerken, dass Ra’fat am selben Tag, an dem die Verlobungsparty seiner Tochter stattfand, verhaftet wurde, einen Tag, bevor sein Bruder, Medhat, entlassen wurde, der über 27 Jahre in israelischen Gefängnissen verbracht hatte.

• Um circa 15:00 verhaftete die IOF Zeid Anwar Rabay’a (26) aus dem Dorf, Ubeidiya, im Osten von Bethlehem, als er das Bab al-Amud-Gebiet im besetzten Ostjerusalem besuchte. Die IOF brachte ihn an einen unbekannten Ort.
• Die IOF verübte Überfälle (3) auf das Dura und ‘Aroub-Flüchtlingslager in Hebron. Keine Verhaftungen wurden verzeichnet.

Dienstag, 13. Juli 2021:

• Um circa 02:00 rückte die IOF nach Beit Fajjar, im Süden Bethlehems ein. Sie drangen in mehrere Häuser ein, verhafteten (3) Zivilpersonen und brachten sie zu unbekannten Zielen. Die Inhaftierten sind: Ahmed Khaled Taqatqa (22), Eyad Nader Taqatqa (20) und Mohammed Akram Taqatqa (26).

• Um circa 02:00 drang die IOF in das Dorf Sur Baher, im Süden des besetzten Ostjerusalems ein. Sie rückte in 2 Häuser vor, die Mo’tasem Emad ‘Atwan (20) und Mousa Zeyad ‘Atwan (21) gehörten, durchsuchte und verhaftete sie.

• Um circa 02:15 rückte die IOF in das Dorf, al-Tabqa, im Süden von Dura, im Südwesten des Hebron-Bezirks. Sie drangen in das Haus von Hani Mohammed Amro (37) und durchsuchten es und verhafteten ihn.

• Um circa 03:30 rückte die IOF in das Dorf, Aqraba, im Südosten von Nablus vor. Sie drangen in das Haus von Hammam Waleed Bani Fadel (23), durchsuchten es und verhafteten ihn.

• Um circa 03:40 rückte die IOF nach Hebron vor. Sie drangen in das Haus von Belal Saleem Salhab (35) ein, durchsuchten es und verhafteten ihn.

• Um circa 07:00 verhaftete die IOF, die Stellung am al-Container Militärkontrollpunkt, im Osten von Bethlehem, bezogen hatte, Mahmoud Hasan Salah (32) beim Überqueren des Kontrollpunktes. Die IOF brachte ihn an ein unbekanntes Ziel.

• Um circa 18:00 rückte die IOF in das Viertel, Tur, im Osten der Altstadt des besetzten Ostjerusalems. Sie drangen in 2 Häuser ein, die Ra’ed Hazem al-Sayyad (16) and Na’eem Ibrahim Abu al-Hawa (16) gehörten, durchsuchten sie und verhafteten sie.

• Um circa 23:00 rückte die IOF in das Dorf, Bidu, im Nordwesten des besetzten Ostjerusalems vor. Sie drangen in das Haus von Ayyoub Mohammed al-Khadour’s (29) vor, durchsuchten es, verhafteten ihn und beschlagnahmten sein Fahrzeug.
• Die IOF verübte (2) Überfälle in den Dörfern, Halhul and Surif, im Hebron-Bezirk. Keine Verhaftungen wurden verzeichnet.

Mittwoch, 14. Juli 2021:

• Um circa 02:00 rückte die IOF in das Dorf, al-Ram, im Norden des besetzten Ostjerusalems vor. Sie drangen in das Haus von Yazan Ahmed Shawabka (24) ein, durchsuchten es und verhafteten ihn.

• Um circa 02:00 rückte die IOF nach Tulkarm vor. Sie drang in mehrere Häuser ein, durchsuchte sie und verhaftete (4) Zivilpersonen, darunter ein Fotojournalist. Die Verhafteten sind: der Fotojournalist Khaled Adnan al-Zebda (30), Hamada Abdullah Badawi (27), Ahmed Mohammed Owda (26), und sein Bruder, Ra’d (28).

• Um circa 02:30 rückte die IOF in das Dorf, Beita, im Südosten von Nablus. Sie drangen in mehrere Häuser ein, durchsuchten sie und verhafteten (11) Zivilpersonen, darunter ein Kind und 2 Geschwister. Die Verhafteten sind: Adham Sameer al-Shorafa (24), Yousef Mohammed al-Shorafa (28), Hamad Taleb Ma’ali (23), Yousef ‘Ahed Hamayil (26), Rashed Hasan Qawariq (21) und sein Bruder, Ramiz (20), Omar Dawoud Borhom (21), Bayan Abdul Jalil Borhom (21), Emad Faleh Dawoud (31), Qassam Zahi ‘Adili (17), und Na’eem Taleb Dweikat (22).

• Um circa 03:00 rückte die IOF in Teqoa ein, im Osten von Bethlehem. Sie drangen in das Haus von Abdullah Adel al-‘Ammour (27, durchsuchten es und verhafteten ihn.

• Um circa 18:30 rückte die IOF in das Dorf, Turmus Ayya, im nordöstlichen Ramallah, und bezog Stellung in der Nähe des Haupteingangs zum Dorf. Die IOF-Soldaten positionierten sich auf den Feldern in der Nähe des Dorfeingangs und errichteten einen temporären Militärkontrollpunkt. Die Soldaten hielten einen Mercedes-Bus an, Eigentum der al-Tamimi Gesellschaft, der Studenten der Birzeit-Universität von einem Solidaritätsbesuch bei Montasser Shalabis Familie zurückbrachte, deren Haus von der IOF am 8. Juli 2021 zerstört worden war. Shalabi war von den Israelis inhaftiert worden, weil er angeblich einen Siedler getötet und 2 andere bei einem Angriff am Zatara-Kontrollpunkt im südlichen Nablus verletzt hatte.
Die Soldaten verhafteten die gesamte Gruppe, 45 Studenten, und nahmen sie mit. Um circa 23:00 entließ die IOF 12 Studenten, wobei die anderen in Haft blieben.

Anmerkung: Eine Liste der Namen der Inhaftierten ist bei PCHR verfügbar.

• Die IOF führte 2 Überfälle in den Dörfern, Dura and Sa’ir, in Hebron aus. Verhaftungen wurden nicht verzeichnet.

Siedlungserweiterung und Siedlergewalt in der Westbank, darunter im besetzten Ostjerusalem
Zerstörungen, Beschlagnahmungen und Bescheide

• Um circa 10:00 am Donnerstag, 08. Juli 2021, rückte die IOF durch ein Militärfahrzeug gedeckt und von einem Fahrzeug der israelischen Zivilverwaltung begleitet, in das Dorf al-Deirat im Osten von Yatta, südlich von Hebron, ein. Der israelische Verwaltungsbeamte händigte einen Bescheid (endgültige Entscheidung) für die Zerstörung eines Friedhofs aus, den die Dorfbewohner in dem Gebiet erbaut hatten. Der Friedhof schließt eine Reihe von Gräbern ein, die aus Zement gebaut wurden. Am 18. April 2021 händigte die IOF den Dorfbewohnern einen Baustopp-Bescheid aus und beschlagnahmte daraufhin 2 Bagger auf landwirtschaftlichem Gebiet in demselben Dorf unter dem Vorwand, sie arbeiteten im Gebiet C.

• Zur gleichen Zeit händigte die IOF Nasser Abu Khudeir einen Räumungsbescheid aus, da die israelische Bezirksverwaltung die Absicht hat, das 4-stöckige Wohnhaus, indem er im Shuafa-Viertel lebt, im Norden der besetzten Altstadt Ostjerusalems, innerhalb von 14 Tagen abzureißen. Das Gebäude beherbergt 10 Familien mit 55 Personen.
Abu Khudeir sagte, ein israelischer Geheimdienstoffizier habe ihn angerufen und aufgefordert, sein Haus zu räumen, da die Gemeinde beabsichtigt, die Zerstörung innerhalb von 14 Tagen durchzuführen. Abu Khudeir sagte, das Gebäude sei von einer Reihe von Zivilpersonen auf einem Grundstück westlich des Shuafat-Strukturplans errichtet worden. Das Grundstück ist für die Bebauung vorgesehen, aber liegt in einer nicht genehmigten Zone. Abu Khudeir fügte hinzu, dass die israelische Gemeinde den Bau zur Zeit unterbunden hat und eine hohe Gebühr von über USD 200.000 erhoben hat. In 2005 stellte sie einen Beschluss aus, das Wohngebäude abzureißen. Während der Anhörungen wurde der Abrissbeschluss von einer Entscheidung ersetzt, alle Ausgänge des Gebäudes mit Ziegeln vollständig zuzumauern. Man sollte anmerken, dass die Ramat Shlomo-Siedlung, die auf dem konfiszierten Land des Shuafat-Viertels erbaut wurde, nur 200 Meter von dem Gebäude entfernt ist. Abu Khudeir hob hervor, dass die Siedler den Bau bei der Gemeinde zum Thema machten, den Abriss verfolgten und dann dessen Schließung anstrebten.

‘Ezzatt Ghaith, einer der Appartement-Eigentümer in dem Gebäude, dem der Abriss droht, sagte, die Gebäude beherbergten 10 unterschiedliche palästinensische Familien, die ihre Appartements nach 2015 wieder in Stand gesetzt hatten, nachdem die Eigentümer den Aufhebungsbescheid der Schließung erhalten hatten. Ghaith fügte hinzu, dass alle Appartement-Eigentümer hart gearbeitet hätten, um die Baulizenz zu bekommen und sämtliche gesetzliche Verfahren durchlaufen haben. Daraufhin erlaubte die israelische Stadtverwaltung ihnen, einen Antrag an die israelische Tabu zur Erteilung einer Baulizenz zu stellen. Die Stadtverwaltung erlaubte ihnen sogar, das Gebäude um eineinhalb Stockwerke aufzustocken. Ghaith sagte, sie seien alle über den Abrissbeschluss erstaunt gewesen, da die Lizenzverfahren vollkommen gut liefen, und wiesen darauf hinnte, dass der Abrissbescheid der Stadtverwaltung für das Gebäude Teil der Kollektivbestrafungspolitik ist, da Naser Abu Khudeir, der in dem Gebäude lebt, von der israelischen Stadtverwaltung und dem Geheimdienst gesucht wird.

• Um circa 10:00 am Montag, 12. Juli 2021, rückte die IOF, durch Militärfahrzeuge gedeckt und von israelischen Zivilverwaltungsbeamten begleitet, mit einem Kranwagen in das Um Qussa-Gebiet, im Osten der Stadt Yatta,südlich von Hebron. Die IOF bezog rund um eine Schule Stellung und beschlagnahmte einen als Klinik genutzten Zinnblechraum (10 qm) unter dem Vorwand einer fehlenden Lizenz.

• Fast zur gleichen Zeit zerstörten die israelischen Bulldozer 5 Baracken im Westen der Dorfes Haris in Salfit, unter dem Vorwand, sie befänden sich im Gebiet C. Die Baracken, die sich auf den Nebenstraßen (Samaria) befinden, gehören Fadi Hasan Saleh Suliman. Diese Weißblechbaracken dienten als Gemüseladen, Autoreparatur-Werkstatt, eine Werkstatt mit Verkauf von Aluminium, eine Schmiedewerkstatt und eine Schreinerei. Fadi Suliman sagte, dass dies das fünfte Mal sei, dass die IOF seine Baracken zerstörte und jedes Mal habe er sie wieder aufgebaut. Er fügte hinzu, dass die IOF die Baracken mitsamt deren Inhalt zerstörte, was schwere Verluste verursachte.

• Um cicra 11:30 rückte die IOF, im Schutz von Militärfahrzeugen und in Begleitung von israelischen Zivilverwaltungsbeamten mit 2 Baggern in das Wadi al-Joz-Gebiet, im Osten des Dorfes Bani Na’im im Osten Hebrons . Die IOF bezog Stellung in dem Gebiet, während die Bagger folgende Einrichtungen zerstörten:

1. Ein 30 qm großer landwirtschaftlicher, aus Ziegeln und Weißblech gebauter Raum, ein 150 Kubikmeter großer Wasserbrunnen und eine 100 Meter hohe Zementmauer, was ‚Abdul ‘Aziz Mahmoud ‘Odah, gehört.

2. Eine 100 Meter hohe Betonmauer , die ‘Azzam ‘Abdul ‘Aziz ‘Odah gehört.

3. Ein landwirtschaftlicher Raum von 30 Quadratmetern, aus Ziegeln und Weißblech erbaut, ein Badezimmer von 1,5 Quadratmetern aus Weißblech erbaut und eine 100 Meter hohe Betonwand, die ‘Abed al-Salam ‘Azzam al-Qimiri gehört.

• Am Montag erfüllte Jamal ‘Ajaj den israelischen Stadtverwaltungsbescheid und zerstörte selbst sein Haus im al-Sal’ah-Viertel im Dorf von Jabel Mukaber, im Südosten des besetzten Ostjerusalems, unter dem Vorwand der Nichtgenehmigung. ‘Ajaj sagte, dass sein 4 stöckiger Rohbau ( 110 sqm) drei Monate zuvor erbaut wurde, um mit seiner Frau darin zu leben. Das Haus bestand aus 3 Zimmern, einem Badezimmer und einer Küche. ‘Ajaj erklärte, dass die israelische Stadtverwaltung ihm einen Monat zuvor eine behördliche Abrissverfügung ausgestellt hatte. Gestern Abend erhielt er einen Anruf von der israelischen Polizei, die ihm 24 Stunden gab, um den Abriss durchzuführen, oder eine Gebühr von NIS 100.000 zu zahlen, wenn die Verwaltungsmitarbeiter diesen vornehmen.

• Um circa 23:00 führte Mohammed Nassar al-Hussani den Abrissbescheid der israelischen Stadtverwaltung und Selbstzerstörung seines Hauses im Wad Qaddoum-Viertel im Dorf Silwan, im Süden der Altstadt des besetzten Ostjerusalems durch, unter dem Vorwand der Nichtgenehmigung. Al-Hussani sagte, sein 124 Meter großes Haus habe seine Familie, die aus 7 Personen besteht, darunter zwei Kinder, sein Vater und seine Mutter und seine Schwester beherbergt. Er erklärte, sein Haus sei 2013 gebaut worden und seit der Zeit habe die IOF vor israelischen Gerichten gegen ihn geklagt und ihm Gebühren auferlegt. 2019 verhängte die IOF eine Gebühr von NIS 40.000 gegen ihn. Er fügte hinzu, dass das israelische Gericht trotz aller Versuche, mit Hilfe von Anwälten und Ingenieuren eine Genehmigung für sein Haus zu erhalten, im Januar 2021 eine Verlängerung ablehnte und nun den Abrissbeschluss ausstellte. Al-Hussani betonte, dass die israelische Polizei ihn anrief und ihm sagte, entweder zerstöre er sein Haus selbst oder sie würde eine Gebühr von ihm in Höhe von NIS 200.000 für die Abrisskosten verlangen. Daraufhin räumte er sein Haus aus und lieh sich einen Bulldozer, um den Abriss durchzuführen.

• Um 10:00 am Dienstag, 13. Juli 2021 händigte die IOF 3 Zivilpersonen aus dem Dorf, Azun Atme, im Süden von Qalqilya, Beschlüsse aus; einen Baustoppbescheid für einen Rohbau, von Mohammed Isma’el Younis, sowie zwei andere Bescheide für den Abriss zweier landwirtschaftlicher Räume, die Mohammed Ibrahim Younis and Ahmed Abdul Fattah Younis gehören.

• Um circa 07:00 am Mittwoch, 14. Juli 2021, rückte die IOF, verstärkt von mehreren Militärfahrzeugen und 2 Fahrzeugen der israelischen Bau- und Organisationsabteilung (Zivilverwaltung), einem Bulldozer, einem LKW und einem Bagger in das Qaboun Complex-Gebiet ein, im Osten des Mughayir-Dorfes, im Nordosten von Ramallah. Sie zerstörten 7 Baracken (2 für das Vieh und 5 als Wohnung genutzt). Des Weiteren brachten die Israelis Arbeiter mit, die 3 Zelte und einen Traktor beschlagnahmten.

Hier folgen die Einzelheiten der betroffenen Prioritäten:

Name Familien-mitglieder Kinder Vieh Beschlagnahmte Einrichtungen Bescheide

Atallah Hamed Hamed 8 3 50 · 2 (70 qm) Baracken
· (90 qm)Zelt fürs
Vieh
· Wassertank
· 6 Viehfutteranlagen
· Traktor
Keine vorherigen Bescheide
Abdullah Jaber Hamed 7 4 70 · (60 qm) Wohnbaracke
· (60 qm) Viehbaracke Keine vorherigen Bescheide
Abdul Raheem Atallah al-Qabouni 12 5 90 · 2 (70 qm) Wohnbaracken
· (90 qm) Viehzelt Keine vorherige Bescheide
Abdullah Hassan al-Qabouni 10 3 – · (70 qm) Wohnbaracke
· (50 qm)Wohnzelt Keine vorherige Bescheide erhalten

• Um circa 09:00, am Mittwoch, 14. Juli 2021, zerstörten israelische Bulldozer eine Vieh-Baracke, die Ibrahim Obaid gehörte, im Dorf al-Nabi Samuil, im Nordwesten des besetzten Ostjerusalems und befahlen, 2 Baracken unter dem Vorwand der Nichtgenehmigung abzureißen.
Ibrahim Obaid sagte, er sei überrascht gewesen, als die IOF in das Gebiet stürmte und seine Viehbaracke zerstörte, und wies darauf hin, dass die Zerstörung seiner (26 qm) Baracke ihm hohe Verluste und Ärger verursachen wird. Man sollte anmerken, dass die IOF Mohammed Ayed und Za’al Abu Dahouk 2 Verfügungen ausgehändigt ha, ihre Baracken zu zerstören.

Siedler greifen palästinensische Zivilpersonen und deren Eigentum an

• Am Sonntagmorgen, 11. Juli 2021, griff eine Gruppe von Siedlern aus der “Ahya”-Siedlung, die auf den östlichen Ländereien des Dorfes, Jalud, errichtet wurden, das Stromnetzwerk in Kherbet Sarah, im Südosten des Dorfes an, beschädigte die Netzleitungen und durchtrennte die Masten des Netzes.

• Um circa 10:00 warf eine Gruppe Siedler der “Ma’on” Siedlung, im Osten von Yatta, südlich des Hebron-Gouvernorats, Steine auf palästinensische Schafhirte, während diese auf ihren Weiden in der Nähe der oben genannten Siedlung weilten, und zwang sie, das Gebiet zu verlassen. In der Zwischenzeit traf die IOF ein, hinderte die Siedler jedoch nicht daran, Steine auf die palästinensischen Schafhirte zu werden und sie anzugreifen.

• Am Mittwoch, 14 Juli 2021, griff eine Gruppe Siedler aus der “Yitzhar” Siedlung, die auf dem Gebiet südöstlich von Nablus, im Norden der Westbank, errichtet worden war, palästinensische landwirtschaftliche Ländereien in Jabal Salman,im Osten des Dorfes Burin, an. Das Ergebnis war, dass die israelischen Siedler 150, 60-70 Jahre alte, Olivenbäume absägten. Sie benutzten dafür Hand- und automatische Sägen und Steine. Der Besitzer war Mohammed Mustafa Zebin aus Nablus.

Kollektive Bestrafung:

Als Teil der Kollektivbestrafungspolitik gegen die Palästinenser, die beschuldigt werden, Angriffe gegen die IOF oder Siedler verübt zu haben, zerstörte die IOF am Donnerstag, 08. Juli 2021, das Haus der Familie eines Gefangenen aus Ramallah. Er befindet sich im israelischen Gefängnis, nachdem man ihn angeklagt hatte, einen Siedler getötet und andere verletzt zu haben.
Laut Untersuchungen des PCHRs rückte die IOF um circa 00:00 Uhr am Donnerstag im Schutz von dutzenden Militärfahrzeugen in das Dorf Turmus Ayya, im Nordosten von Ramallah, ein. Die Soldaten sprangen aus den Militärfahrzeugen und nahmen zwischen Häusern Stellung, 30 von ihnen deckten die Dächer ab. Inzwischen drang eine große Anzahl israelischer Streitkräfte in das Haus der Familie von Montaser Ahmed ‘Ali al-Shalabi (44), der seit dem 06. Juni 2021 in Haft ist, um die Verfügung zur Zerstörung umzusetzen, worüber die Familie informiert wurde infolge der Behauptung der IOF, der Gefangene habe einen Siedler getötet und 2 andere am Za’atarah Kontrollpunkt im Süden von Nablus.

Die IOF zwang die Nachbarn neben Shalabis Haus, ihre Häuser zu räumen. Inzwischen kesselte die IOF ein weiteres Haus ein, das der Familie der Frau eines Gefangenen, Sanaa’ Hamdi al-Shalabi, gehörte, die den PCHR-Feldarbeitern sagte, sie sei mit ihren 3 Kindern, Sarah, Mohammed und Ahmed in das Haus zu ihren Eltern gezogen, nachdem sie von ihrem Anwalt einen Anruf am 30. Juni 2021 erhalten hatte. Er informierte sie über die Verfügung, ihr Haus zu zerstören. Nachdem die IOF das Haus ihrer Familie eingekesselt hatte, habe sie versucht, herauszugelangen und in der Nähe zu bleiben, aber die IOF habe sie daran gehindert. Deshalb ging sie zu dem Haus ihrer Familie zurück und beobachtete über das Live-Video auf der Turmus Ayya-Seite und durch das Fenster ihres Familienhauses, wie die IOF ihr Haus im östlichen Viertel neben der Turmus Ayya-Schule einkesselte und Sprengkörper in die Wände platzierte. Um 06:15 sprengten sie das Haus von innen, aber ein Teil des Stockwerks blieb stehen. Deshalb platzierten die Soldaten Sprengkörper in das Gelände unter dem ersten Stock. Um 08:30 wurde das Haus vollständig gesprengt und die IOF zog sich aus dem Dorf zurück.

Schließungspolitik und Einschränkungen der Bewegung von Personen und Gütern:
Der Gazastreifen:

Die israelischen Behörden legten der Bevölkerung von Gaza weiterhin Kollektivbestrafungen auf, darunter Einschränkungen für Im- und Exporte, was eine ernsthafte Verschlechterung der wirtschaftlichen und kulturellen Rechte der Palästinenser bedeutet.

Der Gazastreifen leidet immer noch unter der von Israel verhängten Blockade, die kürzlich ihr 15. Bestehen erlebt, mit außergewöhnlichen Einschränkungen der Freiheit der Bewegung für Personen und Güter, die die fortgesetzte Verschlechterung der humanitären Bedingungen noch verschärfen und katastrophale Konsequenzen für alle Lebensbereiche haben. Bitte sehen Sie für weitere Informationen das monatliche Update von PCHRs „Status der Übergänge“, sowie die PCHR-Berichte über die Blockade.

Am Montag,12. Juli 2021 verkündete die IOF, dass sie einige ihrer Einschränkungen nach ein paar Tagen Ruhe lockern würde, auch die Fischereizone von 9 auf 12 Seemeilen erweitern. Gemäß ihrer Ankündigung wird die IOF den Import von Fischereimaterialien, Rohmaterial zur Produktion und Herstellung aus Israel in den Gazastreifen via Karm Abu Salem erlauben; der Export von Produkten und Textilien von Gaza nach Israel wird ebenfalls erlaubt sein. Zusätzlich gibt es Lockerungen bezüglich der Bewegung von Personen über den Beit Hanoun “Erez” Übergang, wie Journalisten, medizinisches Personal und bestimmte humanitäre Fälle, zum Beispiel wird Paaren, die nicht im selben Gebiet leben, die Ein- und Ausreise aus und in den Gazastreifen erlaubt sein.

Die Westbank:

Außer den 108 permanenten Kontrollpunkten und geschlossenen Straßen konnte man diese Woche die Errichtung von 50 temporären Kontrollpunkten sehen, die die Bewegung von Personen und Gütern einschränkt und wo die IOF Fahrzeuge von Palästinensern durchsucht, ihre Personalausweise überprüft und 2 von ihnen verhaftet wurden. Die IOF schloss viele Straßen mit Zementblöcken, Metalldetektortoren und Sandbermen und verschärfte ihre Maßnahmen gegen die Bewegung von Personen auf permanenten Militärkontrollpunkten. Die IOF verstärkte ihre Einschränkungen der Bewegungsfreiheit der Zivilpersonen bei ihren permanenten Kontrollpunkten in der Westbank und schloss einige Kontrollpunkte mehrere Stunden lang bei verschiedensten Gelegenheiten.

Hier folgt eine PCHR-Dokumentation über Einschränkungen der Bewegungsfreiheit und die von der IOF errichteten temporären Kontrollpunkte in der gesamten Westbank in dieser Woche:

Jerusalem:


• Am Donnerstag, 08. Juli 2021, errichtete die IOF einen Kontrollpunkt am Eingang zum Dorf, Biddu, nordwestlich von der Stadt.

• Am Freitag, 09. Juli 2021,errichtete die IOF einen Kontrollpunkt am Eingang zum Bir Ayoub-Viertel im Silwan Dorf, im Süden der Altstadt des besetzten Ostjerusalem.

• Am Dienstag, 13.Juli 2021, errichtete die IOF 4 Kontrollpunkte an den Eingängen zu den Vierteln Wadi Helwa und ‘Ein al-Louz im Dorf, Silwan, am Eingang zum al-Thawri-Viertel sowie am Eingang zum Dorf, Hizma, im Nordosten der Stadt.
• Am Mittwoch, 14. Juli 2021, schloss die IOF den Kalandia-Militärkontrollpunkt, nachdem ein Unbekannter am Kontrollpunkt eine Schießerei veranstaltet hat. Die IOF jagte die Person und verhaftete sie. Der Kontrollpunkt wurde später geöffnet. Außerdem errichtete die IOF einen Kontrollpunkt am Tunnel des Dorfes, Biddu, im Nordwesten der Stadt.

Bethlehem:

• Am Donnerstag, 08. Juli 2021, errichtete die IOF 2 Kontrollpunkte am Nordeingang zum Dorf, Tuqu, und am Eingang des Dorfes, Wadi Fukin, im Westen der Stadt.

• Am Freitag, 09. Juli 2021errichtete die IOF 2 Kontrollpunkte am Nordeingang des Dorfes, Tuqu, und am Nordeingang zum Dorf, Nahalin, westlich der Stadt.

• Am Samstag, 10. Juli 2021 errichtete die IOF 3 Kontrollpunkte an den nördlichen und westlichen Eingängen zum Dorf, Tuqu, und am Nordeingang zum Dorf, Nahalin, im Westen der Stadt.

• Am Sonntag, 11. Juli 2021, errichtete die IOF 2 Kontrollpunkte an den nördlichen und westlichen Eingängen zum Dorf, Tuqu.

• Am Montag, 12. Juli 2021, errichtete die IOF 2 Kontrollpunkte an dem Nordeingang zum Dorf, Tuqu, und an der al-Nashash-Kreuzung, im Süden der Stadt.

• Am Dienstag, 13. Juli 2021, errichtete die IOF 4 Kontrollpunkte am Nordeingang zum Dorf, Tuqu, am Westeingang zum Dorf, Beit Fajjar, am Eingang zum Dorf, Wadi Fukin, an der Kreuzung des Dorfes, Fureidis, im Osten der Stadt.

• Am Mittwoch, 14. Juli 2021, errichtete die IOF 2 Kontrollpunkte am Nordeingang zum Dorf, Tuqu, und am westlichen Eingang zum Dorf, Husan, im Westen der Stadt.

Nablus:

• Am Sonntag, 11. Juli 2021, errichtete die IOF einen Kontrollpunkt an den Eingängen zum Dorf, Beita.

• Am Dienstag, 13. Juli 2021, errichtete die IOF 2 Kontrollpunkte zwischen den Dörfern, Urif und Asira al-Qibliya, und im al-Moraba’a-Gebiet, in der Nähe des Dorfes, Tell, im Südosten von Nablus.

Jenin:

• Am Donnerstag, 08. Juli 2021, errichtete die IOF einen Kontrollpunkt an der Jenin-Hifa Street, im Westen von Jenin.

Hebron:

• Am Donnerstag, 08. Juli 2021, errichtete die IOF 4 Kontrollpunkte am südlichen Eingang von Hebron und an den Eingängen der Dörfer Idhna, Bani Na’im und as-Samu.

• Am Freitag, 09. Juli 2021, errichtete die IOF 2 Kontrollpunkte am Nordeingang von Hebron und am Eingang zum Dorf, Beit Ummar.

• Am Samstag, 10. Juli 2021, errichtete die IOF 3 Kontrollpunkte an den Eingängen zu den Dörfern, Surif und as-Samu sowie an der Wadi al-Joz-Straße.

• Am Sonntag, 11. Juli 2021, errichtete die IOF 2 Kontrollpunkte am nördlichen Eingang von Halhul City und am westlichen Eingang von Hebron.

• Am Montag, 12. Juli 2021, errichtete die IOF 4 Kontrollpunkte an den Eingängen der Dörfer Idhna, ad-Dhahiriya und as-Samu, und am Eingang des Fawwar-Flüchtlingslagers.

• Am Mittwoch, 14. Juli 2021, errichtete die IOF 3 Kontrollpunkte an den Eingängen der Dörfer, Khasa and Beit Awwa, und am nördlichen Eingang der Stadt Yatta.

Salfit:

• Am Montag, 12. Juli 2021,errichtete die IOF 4 Kontrollpunkte an den Eingängen der Dörfer Deir Istiya, Deir Ballut und Kafr ad-Dik sowie am Eingang von Salfit.    Quelle

Übersetzt von Inga Gelsdorf

 

 

PCHR: Israelische Menschenrechts-Verstöße in dem besetzten palästinensischen Gebiet

4. Sep. 2020

Zusammenfassung

Israelische Besatzungskräfte (IOF) übten weiterhin Verbrechen und vielfältige Gewalt gegen palästinensische Zivilpersonen und ihrer Eigentümer aus, darunter Razzien in palästinensischen Städten, deren Charakter exzessive Gewaltanwendung, Anschläge, Missbrauch und Angriffe gegen Zivilpersonen beinhalten. Diese Woche verletzte die IOF 6 palästinensische Zivilpersonen, einschließlich eines Kindes durch die Anwendung von exzessiver Gewalt bei Razzien in palästinensischen Städten sowie Unterdrückung von friedlichen Protesten in der Westbank. Die IOF fuhr mit ihrer Politik der Zerstörung und des Abrisses palästinensischer Häuser und Einrichtungen für ihre Siedlungserweiterungspläne fort.

Ende dieser Woche starb Dawoud Tal’at al-Khatib (48) im Ofer-Gefängnis durch einen Herzinfarkt, nur vier Monate vor seinem Entlassungsdatum. Al-Khatib aus Bethlehem wurde die letzten 18 Jahre von Israel in Gefangenschaft gehalten. Während seiner Gefängniszeit bekam er extreme Herzprobleme. Zuletzt in 2017, wo er einen Herzinfarkt erlitt.  Der Beschluss, seine Haft zu verlängern, verschlimmerte seinen kritischen Gesundheitszustand, so dass er schließlich durch einen Herzinfarkt am 2. September 2020 starb.

Die Ausgangssperre im Gazastreifen hält nun die zweite Woche in Folge an, um die Ausbreitung des Corona-Virus einzudämmen, nachdem außerhalb der Quarantäne-Zentren Corona-Fälle aufgetaucht waren.  PCHR befürchtet eine katastrophale Verschlechterung der Lebensbedingungen, falls die Ausgangssperre über einen längeren Zeitraum ohne Schutzmechanismus für die armen, arbeitslosen und am Limit lebenden Familien bestehen bleibt. Dasselbe gilt für die Tagesarbeiter, die ihre Einkommensquellen durch den Notstand und die Ausgangssperre verloren haben.  PCHR warnt vor den katastrophalen Folgen der Corona-Virusausbreitung im Gazastreifen, vor allem aufgrund des bereits erschöpften Gesundheitssystems durch die unmenschliche Blockade und der Kollektivbestrafungspolitik, die die IOF über den Gazastreifen seit nunmehr 14 Jahren verhängt hat.

Diese Woche wurden von PCHR 151 Verstöße gegen das internationale Menschenrecht und das internationale humanitäre Recht (IHR) durch die IOF und durch Siedler in dem besetzten palästinensischen Gebiet dokumentiert. Dabei ist daraufhinzuweisen, dass aufgrund der Einschränkungen durch die Corona-Virus-Pandemie die Mobilität der PCHR-Mitarbeiter und ihre Möglichkeit, Felddokumentationen auszuführen, begrenzt war. Deshalb beinhalten die Informationen in diesem Bericht nur einen Teil der ständigen IOF-Verstöße.

 

IOF Schießerei und Verstoß gegen das Recht auf körperliche Unversehrtheit: IOF verletzte 6 Zivilpersonen, darunter ein Kind, durch die von der IOF in der Westbank angewandte exzessive Gewalt: 2 Zivilpersonen, darunter ein Kind, verletzt in Jenin; 1 Verletzter bei Zusammenstößen in Hebron; 2 bei der Unterdrückung des Kufur Qaddoum-Protestes in Qalqilia durch die IOF; und ein Verletzter in Bethlehem. Die IOF ermordete einen älteren Palästinenser in Tulkarem, der über den Boden geschleift und schwer geschlagen und gedemütigt wurde. Medien und Journalisten dokumentierten den Vorfall. Israelische Menschenrechtsverstöße in dem besetzten palästinensischen Gebiet ...

Im Gazastreifen eröffnete die IOF fünfmal das Feuer auf landwirtschaftlichen Gebiete im Osten von Khan Younis und Rafah, im südlichen Gazastreifen.

 

IOF-Übergriffe und Verhaftungen palästinensischer Zivilpersonen: Die IOF verübte 70 Übergriffe in der Westbank, darunter im besetzten Ostjerusalem.  Diese Übergriffe schlossen Razzien in zivilen Häusern und Schiessereien ein, verbreiteten Furcht unter der Zivilbevölkerung und griffen viele von ihnen an. In dieser Woche wurden bei Übergriffen 38 Palästinenser verhaftet, darunter 6 Kinder und ein Journalist. In Gaza führte die IOF einen begrenzten Einmarsch in den Osten von Rafah durch, im Süden des Gazastreifens.

 

Siedlungserweiterungsaktivitäten und Siedlerangriffe: Die IOF setzte ihre Siedlungserweiterungsoperationen in der Westbank, einschließlich in Ostjerusalem, fort. PCHR dokumentierte 7 Verstöße, einschließlich:

Jenin: Bäckerei zerstört und eine Abrissorder an eine Schreinerei zugestellt;

Ostjerusalem: 3 selbstzerstörte Häuser;

Bethlehem:  Palästinenser am Weiterbau seines Hauses gehindert und Beschlagnahme der Baumaterialien;

Hebron: 2  Wellblech-Häuser und eine Baracke zerstört, 1 Raum (Ziegelsteine und Wellblech) zerstört;

Ramallah: 3 Wohnzelte abgerissen und beschlagnahmt.

 

Siedlerangriffe: PCHR dokumentierte einen Brandanschlag auf ein Kraftfahrzeug und Vandalismus gegen Araber in Nablus.

 

Israelische Abriegelungspolitik und Beschränkungen der Freiheit der Bewegung:

Am Montag, 31. August 2020, erklärten die israelischen Behörden die Wiedereröffnung der Karem Abu Salem- Kreuzung und erlaubten die Wiedereinfuhr von Benzin und Baumaterial in den Gazastreifen.

Israelische Behörden entschieden auch, die Fischerei-Zone wieder zu erweitern, wie sie war, bevor dem Gazastreifen die jüngsten Strafmaßnahmen auferlegt wurden. Das geschah, nachdem eine Verständigung zur Eindämmung der israelischen Eskalation, die am 10. August im Gazastreifen begonnen hatte, erreicht wurde. Israel hatte Strafmaßnahmen gegen Gaza verhängt, angeblich als Reaktion auf den Start von Brandballons gegen israelische Siedlungen, die an den Gazastreifen angrenzen.

Der Gazastreifen leidet noch immer unter der schlimmsten Abriegelung in der Geschichte der israelischen Besetzung der palästinensischen Gebiete. Ohne irgendeine Verbesserung im Hinblick auf die Bewegung von Personen und Waren, auf humanitäre Bedingungen und die katastrophalen Folgen für alle Aspekte des Lebens, hat bereits das 14. Jahr in Folge begonnen.

Für die zweite Woche in Folge bleibt die dem Gazastreifen auferlegte Ausgangssperre, um den Ausbruch des Corona-Virus einzudämmen. Besonders, nachdem Fälle außerhalb der Quarantäne-Zentren im Gazastreifen bestätigt wurden. Als Ergebnis hat sich das Leiden der Bevölkerung im Gazastreifen noch vergrößert. PCHR befürchtet eine katastrophale Verschlechterung der Lebensbedingungen, wenn die Ausgangssperre für längere Zeit aufrechterhalten wird, ohne einen Schutzmechanismus für die armen, arbeitslosen und am Limit lebenden Familien sowie für die Tagesarbeiter, die ihre Einnahmequellen aufgrund des Notstandes und der Ausgangssperre verloren haben.

In der Zwischenzeit teilt die IOF die Westbank weiter in getrennte Kantone, mit Hauptstraßen, die von der israelischen Besatzung seit der zweiten Intifada mit temporären und ständigen Kontrollpunkten abgesperrt wurden, was die Bewegungsfreiheit der palästinensischen Zivilbevölkerung einschränkt. Außerdem unterliegen sie der Verhaftung.  

 

I. Schießereien und andere Verstöße gegen das Recht zu leben und auf körperliche Unversehrtheid

·      Um circa 02:00 Uhr am Donnerstag, 27. August 2020, stürmte die IOF durch mehrere Militärfahrzeuge verstärkt das al-Fawar-Flüchtlingslager im Süden Hebrons. Sie patrouillierten die Straßen des Lagers entlang und positionierten sich im südlichen Gebiet, wohingegen die Soldaten zwischen den Häusern der Zivilbevölkerung im Zentrum des Lagers stationiert waren. Eine Anzahl Soldaten führte eine Razzia durch und durchsuchte ein dreistöckiges Haus, dass 5 Apartments der Familie Abu Hashhash beinhaltet. Die Soldaten brachen in das Apartment von Iyad Mahmoud Ahmed Abu Hashhash ein und griffen ihn an, indem sie brutal auf ihn einschlugen und ihn verhafteten. Die Soldaten griffen auch Iyads Bruder Yaqoub (35) an und, nachdem sie sein Apartment durchsucht hatten, schlugen sie ihn brutal, trafen seine Nase, die dadurch gebrochen war.  Die Soldaten legten Yaqoub Handschellen an und nahmen ihn mit zum Apartment seines Bruders. Dort begannen sie, mit den Händen und mit ihren Gewehrkolben auf beide Brüder einzuschlagen und mit den Füßen zu treten. Das Ergebnis war, dass sie ohnmächtig wurden. Nachdem sich die IOF aus dem Hause zurückgezogen und Iyad mitgenommen hatte, wurde Yaqoub ins al-Ahli Hospital gebracht, wo er medizinisch behandelt wurde, während die Ärzte einen Termin für seine Nasenoperation festlegten. Als Yaqoub nach Hause zurückkehrte, fand er heraus, dass israelische Soldaten NIS 5.800 gestohlen hatten, die in seinem Schlafzimmer waren. Es sei darauf hingewiesen, dass israelische Soldaten eine Razzia in dem Haus einen Monat zuvor durchgeführt und Yaqoub angegriffen und ihm die Nase gebrochen haben, obwohl er gerade eine Nasenoperation hinter sich hatte.

 

·       Um circa 23:30 Uhr am Donnerstag, 27. August 2020, eröffneten die israelischen Soldaten, die entlang des Grenzzaunes, östlich des al-Shoka Dorfes, im Osten von Rafah, stationiert waren, das Feuer auf landwirtschaftliche Gebiete. Es wurde über keine Opfer berichtet.

 

·      Um circa 13:30 Uhr am Freitag, 28. August 2020, versammelte sich eine Anzahl palästinensischer junger Männer im Bab al-Zawiyah-Gebiet im Zentrum von Hebron und warf Steine auf israelische Soldaten, die an dem, an der geschlossenen al-Shuhada Straße errichteten, Militärkontrollpunkt stationiert waren. Einige israelische Soldaten feuerten Schallbomben auf die Steinewerfer. Die jungen Männer verteilten sich in den Beir al-Sabe’a und Wadi al-Tuffah-Gebieten, kamen zu dem Kontrollpunkt zurück und warfen wieder Steine auf die israelischen Soldaten, die hinter den Betonblöcken positioniert waren. Die Soldaten feuerten mit scharfer Munition auf sie. Das Ergebnis war, dass eine Kugel das linke Knie eines 18jährigen jungen Mannes getroffen hatte. Die Soldaten jagten ihn, verhafteten ihn und nahmen ihm mit zum Kontrollpunkt. Um circa 19:30 Uhr erreichte eine Militärambulanz das Gebiet und transportierte den verwundeten Zivilisten ins Staatliche Krankenhaus in Hebron. Seine Verletzung wurde als geringfügig eingestuft.

 

·      Um circa 13:00 Uhr, am Samstag, 29. August 2020,  unterdrückte die IOF, die am nördlichen Eingang auf dem Gebiet des Kufur Qaddoum-Dorfes im Norden von Qalqilia stationiert war, einen Protest, an dem dutzende palästinensische Zivilpersonen teilnahmen. Die IOF stieß mit ihnen zusammen und feuerte gummi-ummantelte Stahlkugeln, Schallbomben und Tränengaskanister auf sie.  Das Ergebnis war: 2 Zivilpersonen wurden mit scharfer Munition in ihre unteren Extremitäten geschossen.

 

·      Um circa 01:00 Uhr am Sonntag, 03. August 2020, stürmte die von mehreren Militärfahrzeugen verstärkte IOF das al-Aroub-Flüchtlingslager im Norden von Hebron and positionierte sich in der Nähe des UNRWA-Auslieferungslagers. Die Soldaten patrouillierten zwischen den Vierteln und warfen viele Flyer, die den Bewohnerm des Flüchtlingslagers wegen sogenannter „Gewalt und Unruhen und fortgesetztem Steinewerfen“ drohten.  In der Zwischenzeit versammelten sich Dutzende junger Männer und bewarfen die Infantrie-Einheiten der IOF mit Steinen, während die letzteren wahllos Schallbomben und Tränengaskanister auf die Steinewerfer und zwischen die Häuser feuerten. Das Ergebnis war, dass zahlreiche Steinewerfer durch das Einatmen des Tränengases Probleme mit dem Atmen bekamen.  Die Zusammenstöße zwischen der IOF und den jungen Männern hielten bis 02:30 Uhr an, wo die IOF ein Sperrfeuer scharfer Kugeln in die Luft feuerte, um sich von dem Lager zurückzuziehen. Weder über Festnahmen, noch Hausdurchsuchungen wurden berichtet.

 

·      Um circa 02:15 Uhr am selben Sonntag stürmte die IOF Hebron und positionierte sich an der al-Malek Faisal-Straße und zwischen den Häusern. Sie führten eine Razzia in der Schreinerei und Möbelfabrik der Taha Abu Suneinah-Familie durch und durchsuchten sie, nachdem sie die Türe mit Spezialwerkzeugen geöffnet hatten. In der Zwischenzeit kamen mehrere palästinensische junge Männer zusammen und warfen Steine und leere Flaschen auf die IOF, wobei die letztere wahllos Schallbomben und Tränengaskanister abfeuerte. Das Ergebnis davon war, dass eine Schallbombe in das Zimmer der Inneren Medizin-Abteilung des Aaliyah Governmental Hospitals fiel, das in der Nähe des Gebietes liegt, wo sich die Zwischenfälle ereigneten. Fast 25 Patienten kämpften ebenfalls mit Atemnot und wurden in andere Abteilungen des Krankenhauses gebracht.  Um circa 04:00 Uhr am gleichen Tag zog sich die IOF aus dem Gebiet wieder zurück. Über keine Verhaftungen wurde berichtet.

 

·      Um circa 20:30 Uhr am Montag, 31. August 2020, eröffnete die IOF, die  die Annexionsmauer im Nordosten des Faqqua-Dorfes, nordöstlich von Jenin bewacht, das Feuer auf Mahmoud Taleb Mahmoud Shaheen (18), während er nach Hause zurückkehrte, das 200 Meter von der obengenannten Mauer entfernt ist. Das Ergebnis war, dass Shaheen von einer scharfen Kugel ins rechte Bein getroffen wurde. Er wurde ins Dr. Khalil Suleiman Hospital in Jenin zur medizinischen Behandlung eingeliefert.

Shaheens Vater sagte zu dem Mitarbeiter von PCHR:

“Um circa 20:30 Uhr am Montag, 31. August 2020, nahm mein Sohn Mahmoud (18) an einer Hochzeitsfeier im Faqqua-Dorf, im Nordosten von Jenin, teil. Er befand sich auf dem Rückweg nach Hause im nordöstlichen Viertel, das 200 Meter von der Annexionsmauer entfernt ist. Als er circa 40 – 50 Meter von der Mauer entfernt war,  eröffneten die israelischen Soldaten, die die Annexionsmauer zu bewachen, das Feuer auf ihn, verletzten sein rechtes Bein, ohne jeglichen Grund. Sofort kamen Nachbarn und lieferten ihn ins Dr. Khalil Suleiman Hospital zur medizinischen Behandlung ein.”

·      Um circa 03:50 Uhr am Dienstag, 01. September 2020, stürmte die IOF die al-Saf and al-Mahd Straßen im Zentrum von Bethlehem. Sie führten eine Razzia durch,  durchsuchten eine Reihe von Häusern und verhafteten Shadi Mohammed al-Harimi (31) und Touni Asa’ad Qatan (27). In der Zwischenzeit versammelten sich mehrere junge Palästinenser in der Nähe des al-Mahd Square und warfen Steine und Molotow-Cocktails auf die in dem Gebiet stationierte IOF, während die letztere gummi-ummantelte Stahlgeschosse, Schallbomben und Tränengaskanister auf sie abfeuerte. Das Ergebnis war, dass zahlreiche junge Männer durch das Einatmen von Tränengas erstickten.

 

·      Um circa 13:00 Uhr unterdrückte die auf dem Land der Dörfer, Shufah und Jbarah, im Südosten von Tulkarem,stationierte IOF einen Protest, an dem Dutzende von Zivilpersonen teilnahmen. Die IOF jagte die jungen Männer, die sich in dem Gebiet versammelt hatten, stieß mit ihnen zusammen und feuerte scharfe und gummi-ummantelte Stahlkugeln, Schallbomben und Tränengaskanistern auf sie. Die IOF griff Khairi Hanoun (64), aus dem Anabta-Dorf, im Osten von Tulkarem, an, indem sie auf seine Füße schlug. Sie inhaftierten ihn und entließen ihn nach anderthalb Stunden wieder. Die IOF griff viele Journalisten an, die über die Proteste berichteten, einschließlich: Fadi Yaseen, der Fotograf von Palästina-TV. Außerdem rangen viele Zivilpersonen nach Luft, nachdem sie Tränengas eingeatmet hatten.

 

Um circa 00:20 Uhr am Mittwoch, 02. September 2020, feuerte die entlang des Grenzzauns, im Osten von Khan Younis, stationierte IOF scharfe Munition und Tränengaskanister auf landwirtschaftliche Gebiete, im Osten des Qararah-Dorfes, das an den Grenzzaun angrenzt.

 

·      Um circa 04:00 Uhr, am selben Mittwoch, eröffnete die IOF, die in dem Militärbeobachtungsturm im Gebiet von Rachels Grab, das an die Bilal Ben Rabah Moschee im Norden von Bethlehem grenzt, stationiet ist, das Feuer auf einen 32-jährigen Zivilisten, der in dem Gebiet spazierenging.  Das Ergebnis war, dass er mit scharfer Munition in seinen Fuß geschossen wurde. Er wurde ins Beit Jala Hospital für medizinische Behandlung eingeliefert.

 

·      Um 04:15 Uhr stürmte die IOF das Ash-Shuhada-Dorf, südöstlich von Jenin, im Norden der West Bank. Die IOF umstellte das Haus von Ihab Hatem Husein Darwish Asous (27). In der Zwischenzeit versammelten sich zahlreiche palästinensische Zivilisten und warfen Steine auf die IOF, während die letztere mit scharfer Munition, Schallbomben und Tränengaskanistern antwortete. Das Ergebnis war, dass ein 16-Jähriger mit 2 scharfen Kugeln erschossen wurde.  Er wurde ins Dr. Khalil Suleiman Governmental Hospital zur medizinischen Behandlung gebracht. Bevor die IOF sich aus dem Dorf zurückzog, verhaftete sie den Zivilisten Asous.

 

·      Um circa 08:30 Uhr am selben Mittwoch, feuerte die am Grenzzaun, im Osten von  Khan Younis, stationierte IOF scharfe Munition auf landwirtschaftliche Gebiete, östlich des Khuza’a-Dorfes, das an den Grenzzaun angrenzt. Es wurde von keinen Opfer berichtet.

 

II. Übergriffe und Verhaftungen:

Donnerstag, 27. August 2020:

·      Um circa 01:00 Uhr rückte die IOF in das Biddu-Dorf ein, im Nordwesten des besetzten Jerusalems. Sie führten Razzien durch und durchsuchten Ayyoub Mohammed al-Khadours (28) Haus und verhafteten ihn. Man sollte beachten, dass al-Khadour ein ehemaliger Häftling in israelischen Gefängnissen war.

·      Um circa 02:00 Uhr rückte die IOF ins Qutna-Dorf ein, im Nordwesten des besetzten Ostjerusalems. Sie führten Razzien aus und durchsuchten Mos’ab Saleem Shamasnas (23) Haus und verhafteten ihn.

·      Um 02:30 Uhr rückte die IOF ins Jabal Hindaza-Dorf vor, im Osten von Bethlehem. Sie führten Razzien aus und durchsuchten Na‘eem Mousa Abu ‘Ahours (18) Haus und verhafteten ihn. Es sollte darauf hingewiesen werden, dass Abu ‘Ahour von einer Kugel ins Bein getroffen wurde, während er in der Nähe des al-Quds-Kraftwerks in der Nähe der Bilal Bin Rabah Moschee, am nördlichen Eingang von Bethlehem, war.

·      Ungefähr zur selben Zeit rückte die IOF ins al-‘Arqa-Dorf, im Südwesten von Jenin ein. Sie führten eine Razzia durch und durchsuchten Nael Mohammed Yehyas (24) Haus und verhafteten ihn.

·      Um circa um 03:10 Uhr rückte die IOF ins Rujeib-Dorf, südöstlich von Nablus, im Norden der Westbank ein. Sie führten eine Razzia aus und durchsuchten Khalil Abdul Khaleq Mohammed Dwaikats Haus, der einen israelischen Soldaten in Bitah Tikva in Israel am 26. August 2020, erstochen hat, um Maßnahmen gegen die Zerstörung des Hauses zu ergreifen. Man sollte bedenken, dass die israelischen Behörden die Zerstörung als Politik der Kollektivstrafe gegen palästinensische Familien anwenden.

·      Um 03:30 Uhr rückte die IOF in das al-‘Abayat-Dorf, im Osten von Bethlehem vor. Sie führten eine Razzia durch und durchsuchten Omar Khaled Ayyads (17) Haus und verhafteten ihn.

·      Um 03:30 Uhr rückte die IOF ins Qarawat Bani Zeid-Dorf,im Nordwesten von Ramallah, ein. Sie führten eine Razzia durch und durchsuchten Amer Bassam Sneifs (31) Haus und verhafteten ihn. Später entließ ihn die IOF.

·      Um circa 03:50 Uhr rückte die IOF ins Beit Loqya-Dorf, im Südwesten von Ramallah, ein. Sie führten eine Razzia durch und durchsuchten Najeeb Ahmed Najeeb Mafarjas (35) Haus und verhafteten ihn.

·      Um circa 06:30 Uhr rückte die IOF ins Jin Safout-Dorf, im Osten von Qalqilia, ein. Sie führten eine Razzia durch und durchsuchten Karam Khamees Shobakis (22) Haus ein und verhafteten ihn.

·      Um circa 07:00 Uhr rückte die von mehreren Militärfahrzeugen und Bulldozern verstärkte IOF 100 Meter in das al-Shwaika-Dorf, im Osten von Rafah, im Süden des Gaza Streifens, ein. Sie starteten vom al-Motabaq-Tor, das an den Grenzzaun zwischen Gazastreifen und Israel angrenzt. Sie durchkämmten und planierten das Land und rückten gegen 11:00 Uhr wieder aus.

·      Gegen 14:00 Uhr verhaftete die IOF Ghassan Alian (55), aus Bitir, im Westen von Bethlehem, nach einem Hinweis der israelischen Geheimdienste in der Siedlung “Gush Etzion”,  im Süden der Stadt.

·      Die IOF führte Überfälle (6) in den Dörfern Beit Ammer, Hadab al-Fawwar, Sa’eer  in Hebron; Faqoua’, im Südosten von Jenin; Tayaseer, im Osten von Tubas; Karf Ein, im Nordwesten von Ramallah. Keine Verhaftungen wurden berichtet.

Freitag, 28. August 2020:

·      Um circa 02:00 Uhr rückte die mit verschiedenen Militärfahrzeugen verstärkte IOF ins al-‘Aroub-Flüchtlingslager, im Norden Hebrons ein. Sie führte Razzien durch und durchsuchte  Bara’ Abdul Hai Jawabras (19) Haus and verhaftete ihn.

·      Um circa 03:50 Uhr rückte die IOF ins Azun-Dorf, im Osten von Qalqilia ein. Sie führten Razzien durch und durchsuchten Karam Fares Shbaitas (18) Haus und verhafteten ihn.

·      Um circa 22:30 Uhr verhaftete die IOF 3 Zivilisten, während sie in der al-Wad-Straße in der Altstadt des besetzten Ostjerusalems waren, nachdem sie sie brutal geschlagen hatten. Die IOF nahm sie mit zum al-Qishla-Ermittlungszentrum in der Altstadt. Die Verhafteten sind: Khaled al-Sokhn (23), Abdullah al-Julani (28), und Mohammed Zein (21).

·      Die IOF führte Überfälle (6)n in Hebron aus, im al-Fawwar-Flüchtlingslager, und Yatta im Hebron Gouvernorat; Yamoun, im Westen von Jenin; Kufur Qaddoum und Hibla, im Osten von Qalqilia. Keine Verhaftungen wurden berichtet.

Samstag, 29. August 2020:

·      Um 16:00 Uhr rückte die IOF in die al-Bostan-Straße im Obaid-Viertel ein, im Westen von al-‘Isawiya, nordöstlich des besetzten Jerusalems. Sie führte Razzien durch und durchsuchte Mo’tasem Hamza Obaids (17) Haus und verhaftete ihn. Man sollte zur Kenntnis nehmen, dass Obaid 10 Tage zuvor verhaftet wurde und zwei Wochen unter Hausarrest freigelassen.

·      Die IOF führte Überfälle (4) in al-Samoua’, Hebron, Beit Ammer und den al-Mowreq-Dörfern im Hebron Gouvernorat durch. Keine Verhaftungen wurden berichtet.

Sonntag, 30. August 2020:

·      Um 01:00 rückte die IOF ins Nahaleen-Dorf,  im Westen von Bethlehem, ein. Sie führte Razzien durch und durchsuchte mehrere Häuser und verhaftete Mahmoud Maher Shakarna (17) und übergab Hamdan Yousef Fannoun (32) eine Vorladung zum israelischen Geheimdienst im Gush Etzion-Siedlung, im Süden der Stadt.

·      Um circa 02:30 Uhr rückte die IOF in die al-Shwaika-Vorstadt, im Osten von Tulkarem ein. Sie führten Razzien durch und durchsuchten zwei Häuser, die Sameer Abdul Qader Mohammed Omar (47) und Sameh Adnan Mohammed Obaid (31) und verhafteten sie.

·      Um circa 07:00 Uhr legte die IOF einen Hinterhalt in der Nähe von Haddad Resort, im Osten von Jenin, im Norden der Westbank, an und verhaftete Yaser Waleed Khuzeima (30), von Qabatya, im Südosten von Jenin, nachdem sie ihn angehalten und sein Auto durchsucht hatten. Die IOF nahm ihn zu einem unbekannten Ziel mit und verließ sein Auto. Man sollte zur Kenntnis nehmen, dass Khuzeima ein ehemaliger Gefangener in den israelischen Gefängnissen ist.

·      Um circa 15:00 Uhr hielt die IOF einen Bus an und zwang (4) die Kinder auszusteigen, um sie zu verhaften, im Zentrum von Jerusalem und nahm sie mit zur “al-Bareed”-Polizeistation in Salah al-Dein-Straße. Die Verhafteten sind: Ahmed Dari (17), seine Schwester Noumi (16), Yasmine Qaisiya (16) und Sajeda Abu Roumi (16).

·      Augenzeugen sagten, die IOF hielten einen Bus an und durchsuchten ihn in der Nablus-Straße und prüften ihre ID-Karten und zwang einige von ihnen, aus dem Bus auszusteigen, indem sie behaupteten, sie trügen ihre Masken nicht richtig. Sie fügten hinzu, dass die IOF  einige von ihnen geschlagen und gestoßen und (4) Studenten verhaftet hätte, die nach der Schule auf dem Heimweg nach al-‘Isawiya waren. Das Ergebnis war, dass Qaisiya und Abu Roumi gegen Kaution freigelassen wurden. Dari wurde nach mehreren Stunden entlassen, unter der Bedingung, zwei Tage unter Hausarrest zu stehen und ein zehntägiges Verbot, den Eingang ins Damascus Tor “Bab al-‘Amoud” zu betreten.

·      Die IOF führte einen Überfall in Sabastya, nordwestlich von Nablus aus. Keine Verhaftungen wurden berichtet.

Montag, 31. August 2020:

·      Um circa 02:00 Uhr rückte die israelische Infantrie-Einheit in die Altstadt von Hebron.

·      Sie führten eine Razzia durch und durchsuchten Saif al-Dein Mahmoud al-Ja’baris (22) Haus und verhafteten ihn.

·      Um circa 02:30 Uhr rückte die IOF nach Nablus, im Norden der Westbank ein. Sie führten Razzien durch und durchsuchten Mohammed Hilal al-Titis (22) Haus und verhafteten ihn.

·      Um circa 04:00 Uhr rückte die IOF in das Anata-Dorf ein, im Nordosten des besetzten Ostjerusalem. Sie führten Razzien durch und durchsuchten Mohammed Mahmoud al-Rifais (21) Haus und verhafteten ihn.

·      Um circa 08:00 Uhr verhaftete die IOF Khalaf Hussain Obaidallah (26), während er sich am Eingang des Kisan-Dorfs  im Südosten von Bethlehem aufhielt. Die IOF nahm ihn mit zu einem unbekannten Ziel.

·      Um circa 19:00 Uhr rückte die IOF ins Bab Hatta-Dorf vor, eins der Viertel im besetzten Ostjerusalem. Sie führten Razzien aus und durchsuchten Ameer Farid al-Bastis (23) Haus und verhaftete ihn.

·      Um circa 19:45 Uhr verhaftete eine Gruppe der Mista‘arvim (Israelische Spezialeinheit, die sich als palästinensische Zivilisten tarnten) Nizar Issa Obaid (22), aus Kufur Qaddoum, im Osten von Qalqilia, während er an der al-Natour Tankstelle in Tulkarem.  Laut einer Überwachungskamera, die den Vorfall dokumentiert hat, kam ein Fahrzeug mit einem palästinensischen Nummernschild zur Polizeistation, als Obaid kam, um ihr Kraftfahrzeug zu tanken, stiegen zwei Männer aus dem Auto und verhafteten ihn.

·      Um circa 23:00 Uhr. Die israelischen Geheimdienste luden drei Mitglieder der Fatah-Bewegung in Silwan, im Süden der Altstadt des besetzten Jerusalems, zur Befragung in der al-Bareed-Polizeistation in der Salah al-Dein-Straße. Shadi al-Mtawr, der Sekretär der Fatah Bewegung, sagte, dass die israelischen Geheimdienste Fawzi Sha’ban, Mohammed Abu Sowi, und Ahmed al-‘Abbasi vor, um sie über ihre Anwesenheit bei einem Treffen in Bezug auf die Häuserzerstörung in Silwan zu befragen. Die IOF entließ sie nach mehreren Stunden auf Bewährung (3.000 NIS/pro Person) und mit einem 3-monatigen Verbot, an der Sitzung des al-Bostan-Viertels in Silwan teilzunehmen.

·      Die IOF führte Überfälle (4) aus in Ethna, Surif, und Karma-Dörfern im Hebron Gouvernorat und Tulkarem. Keine Verhaftungen wurden berichtet.

Dienstag, 01. September 2020:

·      Um circa 01:00 Uhr rückte die IOF in Hebron ein, und positionierte sich an der al-Salam-Straße. Sie führten Razzien aus und durchsuchten Ma’moun Hussain al-Natshas (25) Haus und verhafteten ihn.

·      Die IOF führte Überfälle aus (2) in Dura und al-Samoua’ im Hebron Gouvernorat. Keine Verhaftungen wurden berichtet.

Mittwoch, 02. September 2020:

·      Um circa  02:00 Uhr rückte die IOF in Yatta ein, im Süden Hebrons und positionierte sich in dem Roq’a Gebiet. Sie führten Razzien aus und durchsuchten Shadi Bader al-‘Amours (30) Haus und verhafteten ihn.

·      Um circa 05:00 Uhr rückte die IOF in das al-Fridis-Dorf, im Osten von Bethlehem. Sie führten Razzien aus und durchsuchten Jom’a Abu Moheimeds (29) Haus und verhafteten ihn.

·      Um circa 18:00 Uhr rückte die IOF in al-‘Isawiya ein, im Nordosten des besetzten Ostjerusalems. Sie führten Razzien aus und durchsuchten das Haus des Fotojournalisten, Mohammed Qarout Edkaik (27), verhafteten ihn und beschlagnahmten seine Ausrüstung, Kameras und viele seiner Unterlagen und persönlichen Papiere.

1.      Samer Edakaik, Mohammeds Bruder, sagte dem PCHR-Mitarbeiter, dass die IOF stürmte, durchsuchte und mehrere Kameras, Mobiltelefon, persönliche Papiere und einen Laptop, die Mohammed gehören, beschlagnahmt habe. Er bestätigte, dass die IOF seinem Bruder Handschellen anlegte und ihn zur “al-Bareed”-Polizeistation in der Salah al-Dein Straße mitgenommen hat.

Man sollte zur Kenntnis nehmen, dass Edkaik ein Fotojournalist von Al Jazeera und vielen anderen Nachrichtenagenturen und ein Aktivist der Sozialen Medien mit tausenden Followern ist.

·      Die IOF führte (4) Überfälle in Hebron, Ethna, Beit Owa, und Deir Samit-Dörfern im Hebron Gouvernorat durch. Keine Verhaftungen wurden berichtet.

III. Siedlungserweiterung und Siedlergewalt in der Westbank:

a. Zerstörung und Beschlagnahmung von zivilem Eigentum

·      Um circa 09:00 Uhr am Donnerstag, 27. August 2020, rückte die IOF unterstützt von Militär-Baufahrzeugen und begleitet von Offizieren der israelischen Zivilverwaltung in das ‘Arraba-Dorf, im Südwesten von Jenin, ein. Die Militär-Baufahrzeuge zerstörten Rami Ahmed Abu Mashaikhs im Bau befindliche Bäckerei, die vor drei Monaten auf 170 Quadratmetern erbaut wurde. Man sollte zur Kenntnis nehmen, dass die IOF vor 12 Tagen einen Arbeitsstopp in der Bäckerei verhängt, als Auftakt, um sie zu zerstören, unter dem Vorwand, der Bau sei illegal Gebiet C. Desweiteren setzte die IOF Mostafa ‘Ali Hammad in Kenntnis, dass sie seine Schreinerei aus ähnlichen Gründen zerstören würde.

 

·      Am Sonntag, 30. August 2020, setzte Khaled Mahmoud Mohammed Basheer den Beschluss der israelischen Stadtverwaltung um und zerstörte selbst sein Haus im Jabal al-Mokkaber Dorf, im Südosten des besetzten Ostjerusalem, der Vorwand, die Genehmigung fehle. Basheer sagte, dass er vor drei Monaten für seinen Sohn ein Haus von 50 Quadratmetern gebaut habe, das ein Zimmer, eine Küche und ein Badezimmer enthielt. Basheer erklärte, dass Mitarbeiter der israelischen Stadtverwaltung im Verbund mit dem Innenministerium in seinem  Haus vor zwei Wochen eine Razzia veranstaltet und ihm eine Abrissankündigung ausgehändigt hätten. Basheer fügte hinzu, er sei gezwungen worden, sein Haus selbst zu zerstören, um die Abrisskosten für die Mitarbeiter der Stadtverwaltung, die auf NIS 100.000 geschätzt waren, zu vermeiden. Er sagte auch, dass die Mitarbeiter der Stadtverwaltung 2014 das Haus seines Sohnes Mahmoud im al-Sal’ah Viertel des Jabal al-Mokkaber-Dorfs abgerissen und eine Strafe in Höhe von NIS 80.000 unter dem Vorwand der Nicht-Genehmigung verhängt hätten.

 

·      Am Montag, 31. August 2020, erfüllten ‘Odai and ‘Abed al-Salam al-Razem den Beschluss der israelischen Stadtverwaltung und rissen selbst ihre Häuser im al-Ashqariyia-Viertel im Beit Hanina-Dorf, im Norden der Altstadt des besetzten Ostjerusalems, unter dem Vorwand der Nicht-Genehmigung, ab. ‘Abed al-Salam al-Razem sagte, dass seine Familie, die aus 6 Personen besteht und die Familie seines Bruder, die aus 3 Personen besteht, seit 8 Jahren in ihrem Haus von 65 Quadratmetern leben. Er erklärte, die Mitarbeiter der Stadtverwaltung hätten vor 5 Jahren Razzien in ihren Häusern durchgeführt und seinen Bruder davon in Kenntnis gesetzt, dass er die Häuser selbst abreißen müsse. Außerdem hätten sie ihnen eine Strafe von NIS 40.000 auferlegt. ‘Abed al-Salam fügte hinzu, dass er und sein Bruder in den vergangenen Jahren versucht hätten, eine Genehmigung für die Häuser zu erhalten, jedoch vergebens. Er sagte außerdem, dass das israelische Gericht den endgültigen Abrissbeschluss gegen ihre Häuser einen Monat zuvor gefällt habe und falls sie dem nicht Folge leisteten, würden das die Mitarbeiter der Stadtverwaltung übernehmen und sie zwingen, die auf NIS 125.000 geschätzten Abrisskosten zu zahlen.

·      Um circa 06:30 Uhr am Donnerstag,  01. September 2020, rückte die durch Militär-Baufahrzeuge unterstützte IOF in das Tuqu-Dorf ein, im Südosten von Bethlehem, wo sie Mohammed Fahed Shawareeh die Einstellung der Bauarbeiten in seinem Haus befahlen und das Baumaterial beschlagnahmten. Der Bürgermeister des Tuqu-Dorfes, Tayseer Abu Mefreh, sagte, dass die IOF Baumaterialien von Shawareehs Rohbau beschlagnahmt habe. Er fügte hinzu, Shawareeh sei ein Baustopp-Bescheid vor einer Woche übergeben worden, unter dem Vorwand der Nicht-Genehmigung.

 

·      Um circa 10:00 Uhr Mittwoch, 02. September 2020, rückte die von Militär-Baufahrzeugen unterstützte und von israelischen Offizieren der Zivilverwaltung begleitete IOF  in das Gebiet von al-Masafer in Yatta ein, südlich von Hebron. Die IOF war zwischen palästinensischen Häusern stationiert, während die Militär-Baufahrzeuge 2 Wellblech-Häuser unter dem Vorwand der Nicht-Genehmigung abrissen.

Es waren folgende Abrisse:

Mahmoud ‘Isaa Rab’i: ein Haus aus Wellblech und Ziegelsteinen, mit 16 Bewohnern;

Mahmoud ‘Isaa Rab’i: Barracken, die aus Ziegeln und Wellblech bestanden, für das Vieh;

Fadel ‘Isaa Rab’i: Haus aus Wellblech und Ziegelsteinen, mit 15 Bewohnern.

·      Man sollte zur Kenntnis nehmen, dass die israelischen Behörden am 23. Februar 2012

2 Baustopp-Bescheide für die beiden Häuser und die Baracke ausgestellt haben.

·      Um circa 10:00 Uhr rückte die von Militär-Baufahrzeugen unterstützte und von Offizieren der Zivilverwaltung begleitete IOF in das Dorf Beren, im Osten von Hebron, ein. Die IOF wurde zwischen palästinensischen Häusern positioniert, während die Militär-Baufahrzeuge  Faraj Mohammed Ghaiths aus Ziegelsteinen erbauten 40 qm großen Raum zerstörten, unter dem Vorwand der Nicht-Genehmigung.

·      Um circa 13:00 rückte die von Militär-Baufahrzeugen unterstützte und von Offizieren der Zivilverwaltung begleitete IOF in das Dorf, Deir Dibwan, im Osten von Ramallah, ein. Die IOF brachte israelische Spezialarbeiter mit, um 3 Wohnzelte abzubauen und zu beschlagnahmen, unter dem Vorwand der Nicht-Genehmigung im Gebiet C.

Die Wohnzelte gehören:

Suliman Mostafa Ka’abnah: Abbau und Beschlagnahmung eines Wohnzeltes, das seine Familie, die  aus 7 Personen besteht, beherbergte.

‘Oda ‘Awwad Ka’abnah: Abbau und Beschlagnahmung eines Wohnzeltes, das 8 Personen                                                         beherbergte.

Suliman Salem Ka’abnah: Abbau und Beschlagnahmung eines Wohnzeltes, das 8 Personen    beherbergte.

·    Man sollte zur Kenntnis nehmen, dass die IOF Eigentum, das den oben genannten Personen gehört zum 2. Mal zerstörte und ohne vorherige Warnung, die die Zerstörung dieses Eigentum am 25. August 2020 angekündigt hätte.

b. Israelische Siedlergewalt

·      Um circa 02:30 am Freitag, 28. August 2020, griffen israelische Siedler der “Price Tag”-Gruppe, die südliche Seite des Dorfes, Asira al-Qibliya, im Südosten von Nablus, an. Die Siedler  setzten Wael Mousa ‘Asayrahs Auto in Brand und beschmierten seine Hauswände mit rassistischen Slogans.  Quelle

(übersetzt von Inga Gelsdorf)

 

 



Palästinensisches Zentrum für Menschenrechte (PCHR): Wochenbericht für den 3. - 9. September 2020

11. September 2020 - Übersetzt mit DeepL

Zusammenfassung - Die israelischen Besatzungstruppen (IOF) verübten weiterhin Verbrechen und vielschichtige Verstöße gegen palästinensische Zivilisten und deren Eigentum, einschließlich Razzien in palästinensischen Städten, die durch exzessive Gewaltanwendung, Übergriffe, Misshandlungen und Angriffe auf Zivilisten gekennzeichnet sind. In dieser Woche verwundete die IOF bei Razzien in palästinensischen Städten 9 palästinensische Zivilisten durch exzessive Gewaltanwendung. Die IOF setzte auch ihre Politik des Abrisses und der Zerstörung palästinensischer Häuser und Einrichtungen für ihre Siedlungserweiterungspläne fort. Darüber hinaus kam es in dieser Woche zu einer erheblichen Zunahme der Verhaftungskampagnen gegen Palästinenser, insbesondere in Hebron.

Die Ausgangssperre wird im Gazastreifen die zweite Woche in Folge aufrechterhalten, um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen, nachdem Fälle außerhalb der Quarantänezentren entdeckt wurden. Die PCHR warnt vor den katastrophalen Auswirkungen der Verbreitung des Coronavirus im Gaza-Streifen, insbesondere angesichts des bereits erschöpften Gesundheitssystems aufgrund der 14 Jahre illegaler und unmenschlicher Abriegelung und der Politik der Kollektivbestrafung, die die IOF dem Gaza-Streifen auferlegt hat.

In dieser Woche dokumentierte das PCHR 164 Verletzungen der internationalen Menschenrechte und des humanitären Völkerrechts (HVR) durch die IOF und Siedler in den besetzten palästinensischen Gebieten (oPt). Es sei darauf hingewiesen, dass die Einschränkungen aufgrund der Coronavirus-Pandemie die Mobilität und die Fähigkeit der Feldarbeiter des PCHR zur Durchführung von Felddokumentationen eingeschränkt haben; daher sind die in diesem Bericht enthaltenen Informationen nur ein Teil der fortgesetzten IOF-Verletzungen.

IOF-Schießen und Verletzung des Rechts auf körperliche Unversehrtheit: Die IOF verwundete 9 Zivilisten bei der exzessiven Gewaltanwendung der IOF im Westjordanland: 4 wurden bei zwei verschiedenen Zwischenfällen in Ramallah verwundet; 2 (Brüder) erlitten Schrapnellwunden von einer Bombe, mit der die IOF die Tür zu ihrem Haus im Flüchtlingslager von Dschenin öffnete; die IOF verhaftete beide Brüder, nachdem sie ihnen kritische Wunden zugefügt hatten; 3 weitere wurden in der Nähe der Annexionsmauer in Qalqilia verwundet.

Im Gaza-Streifen eröffnete die IOF dreimal das Feuer auf landwirtschaftlich genutzte Flächen und einmal auf Fischerboote im östlichen und westlichen Gaza-Streifen.

Einfälle der IOF und Festnahmen palästinensischer Zivilisten: Die IOF führte 90 Übergriffe auf das Westjordanland durch, darunter auch auf das besetzte Ostjerusalem. Diese Überfälle beinhalteten Razzien auf Zivilhäuser und Schießereien, die unter der Zivilbevölkerung Angst auslösten und viele von ihnen angriffen. Während der Überfälle in dieser Woche wurden 97 Palästinenser verhaftet, darunter 5 Kinder und 4 Frauen. In Gaza führte die IOF einen begrenzten Überfall in Ost-Khan Younis im südlichen Gazastreifen durch; außerdem nahm die IOF eine psychisch kranke Palästinenserin fest, nachdem sie sich über die nördliche Küstengrenze des Gazastreifens nach Israel eingeschlichen hatte.

Siedlungserweiterungsaktivitäten und Angriffe von Siedlern: Die israelischen Besatzungsbehörden setzten ihre Siedlungserweiterungsoperationen im Westjordanland fort, das PCHR dokumentierte acht Verstöße, darunter

Salfit: Die archäologischen Stätten Deir Samaan und Kherbet al-Qal'a wurden beschlagnahmt und 42 Dunams niedergemacht;

Bethlehem: Abrisshinweise für zwei als Scheunen genutzte Baracken;

Ost-Jerusalem: 5 kommerzielle Einrichtungen in Jabal al-Mokkaber selbst abgerissen; Familie al-Jebri erhält eine Aufforderung, ihr Wohngebäude in Silwan zu räumen, und 1 Haus in der Altstadt selbst abgerissen;

Hebron: 2 Häuser erhielten eine Aufforderung zum Baustopp;

Ramallah: 22 Olivenbäume entwurzelt und 44 Dunams beschlagnahmt.

Israelische Siedler - Angriffe: Das PCHR dokumentierte 3 Angriffe von Siedlern im Westjordanland: Angriff auf Zivilisten und ihre Fahrzeuge in Ramallah; Steinwurf auf Zivilhäuser in Hebron; Angriff auf Fahrzeuge in Nablus. Es ist anzumerken, dass mehrere Autos beschädigt wurden (zerbrochenes Glas).

Israelische Schließungspolitik und Einschränkungen der Bewegungsfreiheit: Der Gazastreifen leidet nach wie vor unter der schlimmsten Blockade in der Geschichte der israelischen Besetzung des oPt, da er das 14. Jahr in Folge in das 14. Jahr der israelischen Besetzung eingetreten ist, ohne jegliche Verbesserung des Personen- und Warenverkehrs, ohne humanitäre Bedingungen und mit katastrophalen Folgen für alle Lebensbereiche.  weiter in der Google Übersetzung >>>

 



 

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