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Zwei Staaten, eine Heimat
Israel Die geplanten Annexionen in der Westbank belasten die Suche nach Lösungen des Palästina-Konflikts. Dabei gäbe es Alternativen. Droht eine neue Eskalation?
Markus Bickel - Ausgabe 27/2020

Der Appell des UN-Nahostgesandten klang wie ein Abgesang. „Volk Palästinas, verzweifle nicht, gib nicht auf“, rief der Bulgare Nikolaj Mladenow letzte Woche in Jericho Tausenden zu. Ein verzweifelter Aufruf an einem symbolischen Ort. In der biblischen Oasenstadt hatte Jassir Arafat im Juli 1994 das erste Büro der palästinensischen Autonomiebehörde eröffnet und nach Jahrzehnten im Exil seine Anhänger aufgefordert, zu kämpfen, „bis wir einen palästinensischen Staat mit Jerusalem als Hauptstadt gründen“.

Mehr als ein Vierteljahrhundert nach Arafats triumphaler Rückkehr wirkt diese Vorstellung wie eine surreale Utopie. Stattdessen droht mehr als zwei Millionen Palästinensern der Verlust weiterer Gebiete an Israel. Und das möglicherweise schon in den kommenden Wochen. Der Koalitionsvertrag zwischen der Likud-Partei von Premier Benjamin Netanjahu und dem Blau-Weiß-Bündnis von Außenminister Benny Gantz spricht sich für Gesetze aus, die es ermöglichen, Teile der Westbank zu annektieren, darunter drei große Siedlungsblöcke und das Jordantal.

Die seit Jahren von der israelischen Rechten befeuerten Annexionspläne könnten allein deshalb bald Realität werden, weil sie das Wohlwollen Washingtons genießen – anders als unter Barack Obama, dessen Nahostdiplomatie trotz Friedensnobelpreis nie Fahrt aufnahm. So sieht der im Januar vorgestellte, von ihm selbst als „Jahrhundertdeal“ gepriesene Nahostplan Donald Trumps vor, dass gut 30 Prozent des Westjordanlands annektiert werden können.

Im Zentrum des 1967 von Israel besetzten Gebiets liegt Jericho. Zwar würde die Stadt dem Plan zufolge nicht unter israelische Souveränität fallen, sondern als autonome Enklave weiterbestehen – ohne Bürgerrechte für ihre Bewohner allerdings, wie sie israelische Siedler in der Westbank genießen. Ein zusammenhängendes Territorium für einen Palästinenserstaat, wie ihn der Trump-Plan durchaus vorsieht, wird dadurch de facto unmöglich. Mit einer Annexion wird palästinensisches Terrain weiter zerstückelt. Was bleibt, ist ein Flickenteppich rund um die bereits bestehenden mehr als 130 jüdischen Siedlungen, durchkreuzt von israelischen Verkehrswegen, verbarrikadiert mit Straßensperren und Barrieren, kleingehalten von einem ausgetüftelten System der Terminals, für die Passierscheine nötig sind. Die Bürokratie der Besatzung nimmt schon heute Hunderttausenden Palästinensern die Luft zum Atmen. Verbal deutlich, politisch aber wenig wirksam waren denn auch die bisherigen Warnungen der Vereinten Nationen der und Europäischen Union vor erneuter Landnahme. Das einstige Nahost-Quartett aus den USA, Russland, UNO und EU ist nur noch ein Papiertiger.
Kalt erwischt

Die Realität des neuen Nahen Ostens ohne die alte, auf einen Kompromiss zwischen Israel und Palästinensern bedachte Ordnungsmacht USA erwischt nicht nur die EU auf dem falschen Fuß, mehr noch die palästinensische Führung. Nur vier Seiten lang war der im Juni vorgelegte Gegenvorschlag der Autonomieregierung in Ramallah zum Trump-Plan. Darin hält sie an der Gründung eines „souveränen, unabhängigen und entmilitarisierten Palästinenserstaats“ fest und >>>

 

Netanjahu :Enttäuschungsmanöver
Die Annexion kommt erstmal nicht - Trump zieht nicht mit.
 Alexandra Föderl-Schmid - 1. 7. 2020

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat sich selbst in eine missliche Lage manövriert. Mit seiner mehrfachen Ankündigung, am 1. Juli mit der Annexion von Teilen des Westjordanlandes zu beginnen, hat Netanjahu Erwartungen geweckt, die er nun nicht erfüllt. Nicht nur die Siedler sind von ihm enttäuscht.

Die Warnung der EU vor einem Völkerrechtsbruch beeindruckt ihn wenig. Aber im Koalitionsvertrag steht, dass er die Zustimmung der USA braucht. Präsident Donald Trump hat jedoch bisher kein grünes Licht gegeben. Trump registriert die wachsende Kritik in den USA und will seine Wiederwahl nicht gefährden. Auch in Washington wird wahrgenommen, dass israelische Experten eine Destabilisierung der gesamten Region befürchten. Wirkung zeigen auch Warnungen Jordaniens und der Golfstaaten.  >>>

 

 Israel greift Milchviehbetrieb in Gaza an
Mit Hubschraubern und F-16-Kampfflugzeugen wurden mindestens fünf Raketen über das Al-Zaytoun-Viertel östlich von Gaza-Stadt geschickt.
6. Juli 2020 - Übersetzt mit DeepL

Israelische Flugzeuge haben in der vergangenen Nacht mehrere landwirtschaftliche Betriebe östlich des belagerten Gazastreifens bombardiert.

Hubschrauber und F-16-Kampfflugzeuge wurden eingesetzt, um mindestens fünf Raketen über das Al-Zaytoun-Viertel östlich von Gaza-Stadt zu schicken.

Die WAFA berichtete, dass die israelische Artillerie zwei Granaten auf ein weiteres landwirtschaftlich genutztes Grundstück nordöstlich des Viertels Al-Shujaiyya abfeuerte.

Palästinenser, die sich heute Morgen auf ihrem Grundstück umsahen, stellten fest, dass ein Milchviehbetrieb bei dem Angriff zerstört worden war, und auch die Fenster des Hauses des Bauern zerbrachen infolge der Wucht des Angriffs.

Es wurden keine menschlichen Opfer gemeldet.    Quelle

 

Entlarvung israelischer Argumente zum Annexionsplan: „Annexion ist illegal.“
Palästinensische Mission - 6. 7. 2020
 

Während israelische Regierungsvertreter für ihre Annexionspläne werben, entlarven wir eine Reihe ihrer Argumente, die den Raub unseres Landes und die Verweigerung unseres Selbstbestimmungs- und Existenzrechts zu rechtfertigen versuchen.


1. „Es ist keine Annexion, sondern eine Umsetzung israelischen Rechts.“ - Die Anwendung israelischen Rechts auf einen Teil des besetzten Palästinas in den Grenzen von 1967 ist an sich schon die Umsetzung eines falschen Souveränitätsanspruchs Israels, der eine Annexion impliziert. Es ist einer der Euphemismen, mit denen die Besatzungsmacht Israel seine schweren Verstöße gegen das Völkerrecht vertuscht und die Internationale Gemeinschaft irreführt.

2. „Es ist keine Annexion, weil es besetztes Gebiet ist.“ - Diese Rhetorik unterstreicht das Ethos des israelischen Dschungelgesetzes. Das Völkerrecht definiert klar den rechtlichen Status der palästinensischen Gebiete, die seit 1967 von Israel besetzt sind. Dies wurde von den wichtigsten internationalen Gremien, wie dem UN-Sicherheitsrat, dem Internationalen Gerichtshof und dem Internationalen Komitee des Roten Kreuzes betont. Dementsprechend unterstreichen die derzeit überwiegenden internationalen Verurteilen der Annexion die Tatsache, dass palästinensisches Gebiet besetztes Gebiet ist.

3. „Es wurde keine Entscheidung (über die Annexion) getroffen.“ - Der Annexionsprozess begann bereits 1967, indem Israel sein koloniales Siedlungsunternehmen ausbaute, festigte und versuchte, es zu normalisieren. Unter Bezug auf die aktuelle Situation gab es zusätzlich zu den Siedlungen vor Ort mehrere klare Ankündigungen israelischer Beamter, einschließlich des Ministerpräsidenten selbst. Im Koalitionsabkommen der israelischen Regierung wurde außerdem klar festgelegt, dass er ab dem 01. Juli 2020 den Israel-USA-Annexionsplan entweder der Regierung oder der Knesset zur Genehmigung vorlegen wird.

4. „Israel wird seine Souveränität nur in den Siedlungsblöcken ausüben.“ - Unabhängig von ihrer Größe ist jede einzelne israelische Siedlung nach internationalem Recht illegal. Der Begriff „Siedlungsblock“ ist ein irreführender israelischer Begriff, der auf die Normalität der Kolonialsiedlungen hinweist. Im Rahmen der Annexion umfasst der Begriff „Block“ speziell Siedlungen und das Land zwischen ihnen. Er maximiert so das Land, das für die Expansion der israelischen Kolonialsiedlung zur Verfügung steht.

5. „Die Souveränität wird nur in Bereichen umgesetzt, die im Rahmen eines Abkommens Teil Israels sein werden.“ - Solche Aussagen veranschaulichen die Logik hinter den einseitigen Maßnahmen Israels, mit denen weiterhin illegale Tatsachen vor Ort geschaffen werden, um das Existenzrecht Palästinas und unsere Selbstbestimmung zu verhindern. Sie spiegeln auch die wahren Absichten der israelischen Regierung gegen konstruktive Verhandlungen wider. Der einzige Weg zu einem gerechten und dauerhaften Frieden ist das Ende der israelischen Besatzung und die Unabhängigkeit Palästinas. Eine Neugestaltung oder Neudefinition der israelischen Besatzung führt nicht zum Frieden, sondern zur Apartheid. Die Gebiete, die Israel annektieren will, sind für den Staat Palästina von wesentlicher Bedeutung, einschließlich des Jordantals, des westlichen Teils von Bethlehems, des östlichen Tores nach Jerusalem und wichtige Teile der Umgebung von Salfit. Alle diese Teile umfassen bedeutendes Land, natürliche Ressourcen und/oder archäologische, touristische und landwirtschaftliche Ressourcen. Die Akzeptanz solcher Begrifflichkeiten bedeutet, jede Möglichkeit für einen unabhängigen, souveränen und zusammenhängenden Staat Palästina auszuschalten.

6. „Sollten Palästinenser nicht ‚Blöcke‘ als Tatsachen vor Ort akzeptieren und die Grenze von 1967 aufgeben?“ - Nein. Die Grenze von 1967 ist die einzige international anerkannte Grenze zwischen Palästina und Israel, die auf einem schmerzhaften Kompromiss der PLO von 1988 beruht, d.h. einen Staat auf nur 22% des historischen Palästinas zu akzeptieren. Dieses enorme Zugeständnis, dass mit Blick auf einen möglichen Friedensschluss gemacht wurde, scheint von vielen vergessen zu sein. In diesem Zusammenhang sind die israelische Annexionsmauer und die sog. ‚Siedlungsblöcke‘ Teil einer systematischen Kolonialpolitik, die darauf abzielt, die Aussichten eines unabhängigen Staates Palästina zu zerstören.

7. „Die Palästinenser sollten akzeptieren, auf der Grundlage des US-Plans zu verhandeln, um die Annexion zu stoppen.“ - Dies ist an sich schon ein Widerspruch: Im US-Plan geht es darum, die Annexion der besetzten palästinensischen Gebiete zu legitimieren. Palästina war sich seiner Bereitschaft bewusst, einen gerechten und dauerhaften Frieden auszuhandeln. Dieser basiert auf einer Vision von Freiheit, Gerechtigkeit und Gleichheit unter Achtung des Völkerrechts und der einschlägigen UN-Resolutionen. Dies ist ein Grundprinzip, das von der Internationalen Gemeinschaft in Friedensprozessen weltweit angewendet wird und Palästina soll keine Ausnahme sein.

8. „Die Annexion wird den Frieden fördern und die israelischen Siedlungen sind kein Hindernis für den Frieden.“ - Israels koloniale Siedlungsunternehmen und die damit verbundene Infrastruktur, bestehend aus Umgehungsstraßen, Annexionsmauer, Bewegungseinschränkungen, der Ausweitung der israelischen Gesetze auf die Siedlungen, sei es im Rahmen einer ‚de-facto‘ oder einer ‚de-jure‘-Annexion, zielen alle auf dasselbe Ziel ab: die Verhinderung der Ausübung des unveräußerlichen Selbstbestimmungsrechts der palästinensischen Bevölkerung. Der amerikanisch-israelische Plan strebt eine palästinensische Genehmigung an, um die israelische Kontrolle über das Land und seine Menschen in Palästina aufrechtzuerhalten.

Die Botschaft einiger Mitglieder der Internationalen Gemeinschaft: „Israel hat seine Verpflichtungen bis jetzt eingehalten. Wenn sie die Annexion vorantreiben, werden sich die Dinge ändern,“ steht im eklatanten Widerspruch zu Israels Verstößen gegen das Völkerrecht. Israels systematische Verstöße gegen das Völkerrecht, UN-Resolutionen und bilaterale palästinensisch-israelische Abkommen wurden von der Internationalen Gemeinschaft, von den Vereinten Nationen bis hin zu Menschenrechtsorganisationen umfangreich dokumentiert.

Eine solche Botschaft impliziert die Verleugnung jahrzehntelanger Verstöße Israels und unterstreicht die Zurückhaltung, konkrete Maßnahmen gegen Israels koloniale Siedlungsunternehmen einzuleiten, in denen heute mehr als 620.000 Siedler leben und die natürlichen palästinensischen Ressourcen zugunsten von Produkten und Dienstleistungen israelischer und ausländischer Unternehmen stehlen.

Israels Politik und Praktiken im besetzten Palästina wurden zunehmend als Prozess der de-facto-Annexion definiert. Der Begriff wurde in der Stellungnahme des Internationalen Gerichtshofes zu den rechtlichen Konsequenzen des Mauerbaus auf besetztem palästinensischem Gebiet hervorgehoben. Es wurde festgestellt, dass die Annexionsmauer und das dazugehörige Regime ‚fait accompli‘ vor Ort geschaffen hat. In diesem Fall wäre es trotz der formalen Charakterisierung der Mauer durch Israel gleichbedeutend einer faktischen Annexion.

Die Position Palästinas steht im Einklang mit dem Völkerrecht. Die Annexion ist eine Bedrohung für die regelbasierte Weltordnung. Am 29. Juni 2020 sagte die Hohe Kommissarin der Vereinten Nationen für Menschenrechte, Dr. Michelle Bachelet: „Die Annexion ist illegal. Jede Annexion, egal ob es sich um 30% des Westjordanlandes oder um fünf Prozent handelt.“    Quelle

Palästinenser passieren eine käfigartige Struktur an einem militärischen Kontrollpunkt, der Ramallah von Jerusalem trennt. Kish Kim SIPA USA

 

Widersetzen Sie sich der Apartheid, nicht nur der Annexion
Chance Charley - The Electronic Intifada -  6. Juli 2020 - Übersetzt mit DeepL
 

Obwohl der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu vorerst Pläne zur Annexion großer Teile des besetzten Westjordanlandes zurückgestellt hat, sollte die Verzögerung nicht verschleiern, dass das Bestreben eine Folge der anhaltenden Apartheidherrschaft , Enteignung und des Völkermords am palästinensischen Volk ist.

Weit davon entfernt, eine „Abweichung“ von einem ansonsten „demokratischen“ Israel zu sein, enthüllt der Annexionsplan die Natur des israelischen Staates selbst - eine Einheit, die auf der Expansion der Siedler-Kolonialmacht und der ethnischen Säuberung der indigenen palästinensischen Bevölkerung beruht.

Der Annexionsplan ist eine doppelte Anstrengung der USA und Israels, ein imperialistischer Plan, um die Grenzen im Nahen Osten erneut zu ziehen. Es ist ein Ziel, das mit der Wäscheliste der US- und israelischen Aggression in der Region verbunden ist - von der Besetzung des Irak über die Interventionen (per Boot, Drohne und Stellvertreter) in Syrien und im Jemen bis hin zu Grenzkollisionen und Kriegsgefahren mit dem Libanon zu zunehmenden Spannungen mit dem Iran.

Darüber hinaus würde der Plan Netanjahus Machtkonsolidierung nach mehr als einem Jahr Wahlkampf und Korruptionsuntersuchungen zugute kommen und einen weitaus offeneren terroristischen Ausdruck des Zionismus ermöglichen, der die israelische Politik dominiert.

Der Schritt hat bereits eine große Gegenreaktion in Palästina und auf der ganzen Welt ausgelöst. Proteste und Demonstrationen haben in zahlreichen Ländern stattgefunden, und viele weitere sind geplant.

Große Teile der Black Lives Matter-Bewegung haben ihre Unterstützung für die palästinensische Sache zum Ausdruck gebracht. Viele haben die offene Zusammenarbeit zwischen den US-Polizeikräften und den israelischen Besatzungstruppen hervorgehoben.

Die Vereinten Nationen und die Arabische Liga haben Israel aufgefordert , seine Annexionspläne „aufzugeben“ , und das belgische Parlament hat einstimmig Sanktionen gebilligt , die in Kraft treten würden, wenn Israel seine Annexionen im Westjordanland fortsetzen würde.

Gleichzeitig werden die Ermittlungen des Internationalen Strafgerichtshofs gegen amerikanische Truppen in Afghanistan und gegen israelische Truppen in den besetzten Gebieten trotz der von US-Präsident Donald Trump verhängten US-Sanktionen gegen Gerichtsbeamte fortgesetzt.
Eine breite Opposition gibt Anlass zur Vorsicht

All dies zeigt einen breiten Widerstand gegen den Annexionsplan Israels, gibt uns aber auch Anlass zur Skepsis angesichts der Aufzeichnungen dieser Gremien. Die Opposition der Arabischen Liga kommt auch dann zustande, wenn prominente Mitgliedsländer wie die Vereinigten Arabischen Emirate und Ägypten mit ihrer Unterstützung und Zusammenarbeit mit Israel zunehmend offen sind.

Auch die belgische Regierung hat nachweislich den israelischen Siedlerkolonialismus unterstützt und unterstützt , auch wenn sie sich gegen die dreisteren Annexionspläne ausspricht.   weiter in der Google Übersetzung >>>               Quelle

Das Annexionsgespräch ist noch lange nicht beendet
Netanjahu hat seine Annexionsfrist am 1. Juli verpasst, aber Israel hat immer noch Pläne für das Westjordanland
Jonathan Cook - 5. Juli 2020 - Übersetzt mit DeepL
 

Eine Annexion der besetzten palästinensischen Gebiete im Westjordanland durch Israel war am 1. Juli niemals wahrscheinlich, wie viele Beobachter annahmen. Das Datum war keine Frist; es war ein Fenster, das von der israelischen Regierung geöffnet wurde, um die Annexion noch vor dem Ausscheiden von US-Präsident Donald Trump aus dem Amt durchzuführen.

Zu seinem Unglück für den israelischen Premierminister Benjamin Netanjahu könnte dieses Fenster in wenigen Monaten zuschlagen, wenn der derzeitige Trend bei den Wahlen anhält und Trump die Präsidentschaftswahlen im November verliert.

Die Tatsache, dass in der vergangenen Woche keine dramatischen Veränderungen stattgefunden haben, bedeutet sicherlich nicht, dass die Annexion vom Tisch ist. Tatsächlich hat das Büro von Herrn Netanyahu nach Treffen mit US-Beamten in Israel in der vergangenen Woche vorgeschlagen, dass eine Ankündigung der USA über die Annexion innerhalb weniger Tage erfolgen könnte.

Das Zaudern, so die israelischen Medien, spiegele die Spaltungen innerhalb der US-Regierung wider - trotz der Tatsache, dass ihr Anfang des Jahres veröffentlichter so genannter "Nahost-Friedensplan" die Annexion von bis zu einem Drittel des palästinensischen Landes im besetzten Westjordanland durch Israel genehmigte.

Jared Kushner, der Schwiegersohn von Herrn Trump und der Architekt dieses Plans, soll sich mit David Friedman, dem US-Botschafter in Israel, über den Zeitpunkt und den Umfang der Annexion gestritten haben.

Beide sind glühende Befürworter der Siedlungen. Doch während Herr Friedmans engster Vertrauterkreis von Herrn Netanjahu und den Anführern der Siedler dominiert wird, musste Herr Kushner weitergehenden Druck abwägen. Es ist Herr Kushner, der von arabischen und europäischen Führern besorgte Forderungen nach einer Annexion entgegennimmt.

Die Aufmerksamkeit von Herrn Trump konzentriert sich derweil auf andere dringende Angelegenheiten, wie z.B. die Frage, wie ein gefährlicher Rückgang seiner Popularität gestoppt werden kann, während die Pandemie mit potenziell katastrophalen Folgen für die US-Wirtschaft um sich greift.

Nach einem Bericht der israelischen Tageszeitung Haaretz vom Freitag könnte sich die Position von Herrn Netanjahu und Herrn Friedman jedoch langsam durchsetzen. Herr Kushner ist Berichten zufolge nach den jüngsten Meinungsverschiedenheiten in innenpolitischen Fragen weniger für Herrn Trump.    weiter in der Google Übersetzung >>>                         Quelle

 

Die Annexion schreitet voran, und die demokratische/europäische Opposition ist zahnlos ohne konkrete Strafen

- Lara Friedman (Lara Friedman von der Stiftung für den Frieden im Nahen Osten)
 Philip Weiss 6. Juli 2020 - Übersetzt mit DeepL

Die Tatsache, dass Israel die Annexion am 1. Juli nicht vorangetrieben hat, gibt keinen Anlass zur Hoffnung. Das Land ist fest entschlossen, dies zu tun, die Annexion wird unweigerlich die Entwurzelung der Palästinenser und ihre Umsiedlung in Barackensiedlungen bedeuten, und keiner der gepriesenen Opposition gegen die israelischen Pläne, von den Progressiven der Demokratischen Partei bis nach Europa, bedeutet etwas ohne wirkliche Sanktionen, sagte Lara Friedman von der Foundation for Middle East Peace in einem sehr pessimistischen Aufruf mit den Amerikanern für Frieden jetzt.

Lassen Sie sich nicht von der Tatsache trösten, dass am 1. Juli nichts passiert ist, sagte Friedman bei dem Aufruf vom 2. Juli. Wenn Sie die Befürworter der Siedler lesen, sagen sie: Jetzt ist das Fenster offen. "Wir befinden uns in der Phase intensiver echter Verhandlungen zwischen dem, was die Trump-Administration will oder nicht will oder ihnen erlaubt oder nicht erlaubt, und dem, was die Siedler fordern. Dieses Fenster schließt sich möglicherweise am 3. November oder bei der Amtseinführung im Januar, wenn Trump besiegt wird.

Der Annexionsplan ist das Kind von Botschafter David Friedman, sagte Lara Friedman.

"Als Beobachterin fühle ich mich wohl, wenn ich sage, dass dies eine Politik von David Friedman ist, und ich nehme ihn ernst, ich nehme ihn beim Wort, wenn ich an seine Rede bei der AIPAC vor zwei Jahren anknüpfe, wo er fast wie ein Prediger das Äquivalent darlegte: Wie würden wir unseren Kindern in die Augen sehen, wenn wir nicht alle unsere Ziele unter dieser pro-israelischen, wie er sie definiert, Verwaltung in der Geschichte erreichen würden? Und seit ihrem Amtsantritt haben sie systematisch jedes einzelne der Dinge abgehakt, von denen sie sagten, sie würden sie tun. Der letzte Punkt auf ihrer Liste ist die Annexion. Sie ebneten den Weg für die Annexion mit dem Politikwechsel auf dem Golan, wo sie sagten, es sei jetzt offizielle US-Politik, dass es OK sei, Land zu erhalten, wenn man dies in einem Verteidigungskrieg tut.

"Sie sagen, es gibt einen internationalen Rückschlag. Das mag zutreffen. Ich glaube nicht, dass sich diese Regierung auch nur ein kleines bisschen um internationalen Rückschlag kümmert... Ihr Schwerpunkt scheint zu sein: Wir haben eine Reihe von Wählern, die uns wichtig sind, wir haben eine Reihe von Ideologien, die uns wichtig sind, wir werden tun, was wir wollen.... Wir werden es tun, und die Welt wird es entweder annehmen oder zumindest akzeptieren, weil sie nichts tun können, um es in Frage zu stellen.

"Europa... war absolut stärker in seiner Reaktion, aber Europa wird immer noch keine einzige konzertierte Sanktion artikulieren, der Israel ausgesetzt wäre. Wenn ich also im Weißen Haus sitze... was werden die Europäer dann tun? Werden sie noch mehr Besorgnis erregende Erklärungen abgeben? Europa ist nicht bereit, auch nur eine einzige konkrete Sanktion zu artikulieren".

Wie steht es mit der Opposition eines überwältigenden Prozentsatzes der Demokratischen Partei gegen die Pläne Israels? Auch hier sieht Friedman kein Hindernis ohne eine finanzielle Strafe für Israel, und der Kongress spricht nicht darüber.

Sie sagen gut, wenn Sie das tun, wird es sehr problematisch, was die Hilfe für Israel und die Demokraten betrifft. Und ich denke, es war gestern, als der Senat jetzt eine geänderte Version des National Defense Authorization Act (Gesetz zur Genehmigung der Nationalen Verteidigung) vorlegt, die das einzige wichtige Gesetz ist, das wahrscheinlich vor den Wahlen im November verabschiedet wird, und sie haben ohne Diskussion, ohne Debatte... einen riesigen Gesetzentwurf zur Basissteuer hinzugefügt, der das MOU [Obamas Absichtserklärung von 2016] kodifiziert, die Israel 38 Milliarden Dollar über zehn Jahre gibt] in dem Bemühen, es unmöglich zu machen, dass irgendjemand mit der Hilfe für Israel spielen kann, und es fügt Millionen von Dollars und viele, viele Ebenen neuer Zusammenarbeit mit verschiedenen Agenturen in der gesamten Regierung hinzu, und sie haben in der gleichen Gesetzesvorlage ein neues Kooperationsprogramm hinzugefügt, das Israel einen Platz am Tisch auf der Ebene des Sekretärs gibt, wenn es darum geht, Verteidigungsprogramme im Grunde zu entwerfen und zu entscheiden, was in der Verteidigungszusammenarbeit vorankommen soll...

Friedman bemerkte, dass es ein progressives Schreiben des Kongresses gibt, das von der Abgeordneten Alexandria Ocasio-Cortez (AOC) in Umlauf gebracht wurde und in dem von der Zurückhaltung der US-Hilfe in Höhe der Ausgaben Israels für die Annexion die Rede ist, aber das ist ein Ausreißer.  weiter in der Google Übersetzung  >>>       Quelle

 

Israel: Netanjahus Schamlosigkeit
Der Regierungschef agiert vor allem im Sinne seiner eigenen finanziellen Interessen.
 Alexandra Föderl-Schmid - 5. 7. 2020

 Man muss schon sehr viel Chuzpe haben, um sich wie Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu um den eigenen finanziellen Profit zu kümmern in einer Zeit, in der in Israel wegen der Corona-Krise so viele Menschen wie noch nie arbeitslos und in wirtschaftlicher Not sind. Netanjahu hat in den Koalitionsvertrag einen Passus aufnehmen lassen, der ihm Steuerbefreiungen und weitere finanzielle Vorteile im Zusammenhang mit seiner Privatresidenz sichert. Experten beziffern die Vergünstigungen auf 277 000 Euro. Gegen Kritik verteidigte sich Netanjahu damit, er habe nur den Zeitpunkt falsch gewählt.

Außerdem hat Netanjahu das staatliche Aufsichtsgremium ersucht, das Geschenk eines Milliardärs annehmen zu dürfen, um Prozesskosten begleichen zu können. Es geht um 2,6 Millionen Euro. Dabei geht es in dem Strafprozess gegen Netanjahu gerade um Geschenke von reichen Freunden. Ihnen hat der Regierungschef laut Anklage im Gegenzug einen Gefallen getan - eine Hand wäscht die andere, so funktioniert Korruption. Noch dazu ist der gönnerhafte Milliardär zugleich Zeuge im Korruptionsverfahren gegen Netanjahu, der ab 19. Juli fortgesetzt wird. Generalstaatsanwalt Avichai Mandelblit war höflich mit den Worten, die Annahme des Millionengeschenks wäre "unpassend". Sie wäre schamlos.

Netanjahu weigert sich zurückzutreten - auch nach Beginn des Gerichtsverfahrens wegen dreier Korruptionsfälle. Er ist der am längsten dienende Ministerpräsident in der Geschichte Israels und zeigt durch sein Handeln, dass er sein eigenes Wohl wieder und wieder über das des Staates und seiner Bürger stellt. Nicht nur er, sondern seine  >>>

 

*An wessen Seite stehst du?*
Palestine Update Nr. 382 – 29. Juni 20

 Meinung - Ranjan Solomon  -  Israels Kritiker haben es schon lange einen „Apartheidstaat“ genannt, um Israels Okkupation von palästinensischen Gebieten zu beschreiben. Apartheid ist „das verhasste Wort in der zweiten Hälfte des 20ten Jahrhunderts“. Im Falle von Israel ist das Wort „Apartheid“ ein Urteil, das es sich selbst auferlegt hat.

Verteidiger des Staates Israel sind geneigt, dieses Urteil für Israel als zu hart anzuzweifeln. Diejenigen, die sich nicht dazu durchringen können, einen Spaten einen Spaten zu nennen, wenn es um Israels rassistisch-kolonialistische Apartheid-Struktur geht, sind im Widerspruch zur Suche nach einer gerechten Welt.

In seiner Weisheit (und seinem Mut) hatte Erzbischof Tutu folgendes zu sagen: „Wenn du in ungerechten Situationen neutral bist, hast du die Seite des Unterdrückers gewählt. Wenn ein Elefant seinen Fuß auf den Schwanz einer Maus stellt, und du sagst, du bist neutral, wird die Maus deine Neutralität nicht schätzen.“  Als Glaubensgemeinschaften und Menschen, die sich der Gerechtigkeit verpflichtet fühlen, aber sich nicht unbedingt einer speziellen religiösen Glaubensrichtung zuwenden, sind wir an diesem Kreuzungspunkt der palästinensischen Geschichte (und tatsächlich im Falle aller Instanzen menschlicher Unterdrückung) angefragt: ‚An wessen Seite stehst du?‘ Die Antwort sollte wirklich ganz klar ausgesprochen sein. Aber die Antwort kann erschreckend sein, wenn wir uns harten Entscheidungen und Konsequenzen stellen müssen, die unsere Antwort zur Folge hat.  

Als Leute, die sich an ihren Glauben und ihre Ideologie halten, können wir nicht verlangen, treu zu unseren Überzeugungen stehen zu dürfen, es sei denn, dieser Anspruch ist von unserer Bereitschaft begleitet, etwas loszulassen, das wir für unsere Annehmlichkeit gern behalten würden. Der Ausdruck „kostbare Jüngerschaft“ fordert, dass wir bereit sind, alles aufzugeben, was uns persönlich wertvoll ist, um zu riskieren, dass wir uns auf die Seite der Gerechtigkeit stellen.  

Die Bibelstelle drückt es stark aus: Ich kenne deine Taten, und dass du nicht kalt bist und  nicht heiß. Ich wünschte, du wärest entweder so oder so! So aber, weil du lauwarm bist – nicht heiß und nicht kalt – bin ich dabei, dich aus meinem Mund auszuspeien. (Offb. 3/15-16)    Ranjan Solomon

 

 

 

 


 

 

*Palästinensisches Baby stirbt, weil es nicht nach Israel einreisen kann*

Omar Yaghi war 8 Monate alt, als er starb, weil man nicht in der Lage war, ihn von Gaza nach Israel für eine lebensrettende Herzoperation zu bringen, nachdem die palästinensische offizielle Leitung die Koordination mit dem jüdischen Staat abgebrochen hatte. Die Mutter des Kleinkindes, Raneen, war unfähig nach dem Tod ihres Kindes in der vergangenen Woche zu sprechen oder zu essen. Sie gehört zu einer Anzahl von Familien, die in den Disput auf höchster Ebene eingefangen sind, nachdem die Palestine Authority (PA) ihre Sicherheits-koordination mit Israel im Mai beendet hat aufgrund von Israels Plan, Teile der besetzten Westbank zu annektieren. Dieser Schritt hatte dramatische Auswirkungen auf Palästinenser in der Westbank und in Gaza, die israelische Bescheinigungen für Behandlungen brauchen, die zu Hause nicht möglich sind.

„Omar sollte am 24. Mai einer großen Operation unterzogen werden, aber man hat uns gesagt, dass unsere Reise nach Israel unmöglich geworden ist, weil die Koordination eingestellt wurde“, sagte der Onkel des Kleinkindes. Verschiedene Menschenrechtsorganisationen betrieben mit Erfolg Lobby für einen neuen Termin für die Operation, aber Yaghi starb am 18. Juni, gerade nur drei Tage vor der geplanten Operation. Omar Y. war mit komplizierten Herzproblemen geboren und man begann mit der Behandlung im israelischen Sheba Medical Center, als er ein Monat alt war. Da er für den operativen Eingriff nicht wieder dorthin zurückzukehren konnte, erlitt Yaghi am Mittwoch ein Herzversagen, und wurde im Krankenhaus in Gaza (erfolglos)  wieder belebt.   Quelle

 

 

 

 

(Bild: In der Westbank machen die Leiter der israelischen Siedlungen den Annexionsplan komplizierter)
 

*In der Westbank machen israelische Siedler den Annexionsplan komplizierter*

Jüdische Siedlungsleiter, die Widerstand leisten gegen die Schaffung eines palästinensischen Staates, machen es für Israels Pläne komplizierter, Flächen mit Siedlungen in der besetzten Westbank nach dem Friedensentwurf von US-Präsidenten Donald Trump zu annektieren.

Dem Kabinett von Netanyahu steht im nächsten Monat die Diskussion über den Annexionsplan zu, durch welchen Israel die Souveränität über mehr als 30 % der Westbank verlangen wird – in Gebieten, in denen sich die meisten seiner 130 Siedlungen befinden. Dem Plan widerstehen die Palästinenser, die einen eigenen Staat in der ganzen Westbank und im Gazastreifen, mit Ostjerusalem als Hauptstadt verlangen. Die meisten Weltmächte stimmen dem zu.

 

 

 

Der Plan findet  auch von Seiten der Leiter der Siedlungen Widerstand, die sich Trump’s Vor-stellungen von einem zukünftigen palästinensischen Staat widersetzen, der wenigstens 15 jüdische Siedlungen einbeziehen würde – trotz der Garantien der USA für Schutz und Zugang zu den zukünftigen „Enklaven“. … „Wir sprechen über die Strangulierung einer Gemeinschaft“, sagte Hananel Elkayam, der Bürgermeister der Itmar-Siedlung, einer der 15 in dem Plan angeführten Siedlungen. Missfallen äußerten die anderen 14, als Elkayam prophezeite, die Bewohner wären dann nicht in der Lage, zu ihren Jobs durch ein Gebiet zu pendeln, das dann zu einem neuen palästinensischen Staat gehöre, man würde ihnen auch das Bauen verweigern, und das Risiko von Angriffen würde größer sein als zurzeit. „Ich würde (Trump) sagen: Herzlichen Dank für den Plan, herzlichen Dank für die große Zuneigung zum jüdischen Volk, (aber) wir werden unser eigenes Schicksal bestimmen;“ sagte Elkayam.  Quelle

 

 

 

 

 

 

*Sicherung der Anpassung der Datenbank für Betriebe in OPT-Siedlungen*
(opt = occupied Palestinian Territories – besetzte palästinensische Gebiete)

Die Siedlungen sind die Wurzeln der schwerwiegenden systematischen Verletzungen der palästinensischen Rechte und unterminieren ihre Lebensbedingungen und ihre Wirtschaft. Die Umsiedlung der Zivilbevölkerung einer Besatzungsmacht in ein besetztes Gebiet verletzt die Vierte Genfer Konvention und ist ein Kriegsverbrechen. Aktivitäten von Firmen in den Siedlungen tragen dazu bei, diese einzuengen – und verkörpern schweren Missbrauch des Rechts und das belastende diskriminierende System.

Die Datenbank hilft dazu, Transparenz in die Aktivitäten der Firmen zu bringen und ermutigt diese, sich auf ihre Verantwortung gegenüber den Menschenrechten zu besinnen, indem sie ihren Anteil am Missbrauch des Rechts beenden. Das ist bereits von unten her wirksam geworden: Verschiedene Firmen, die durch das Hochkommissariat angesprochen wurden, antworteten mit einer Beendigung ihrer Aktivitäten in den Siedlungen und beendeten damit

ihre Mitschuld am Missbrauch des Rechts - in Übereinstimmung mit den UNO-Leitprinzipien über Geschäfts- und Menschenrechte. Die aufgelisteten Firmen hören gleichzeitig auf mit dem Missbrauch von Rechten und sind berechtigt, aus der Datenbank gelöscht zu werden. Der Menschenrechtsrat hat bereits entschieden, dass die Datenbank alljährlich auf den neuesten Stand gebracht werden müsse und agieren sollte, um entsprechende Quellenforschung und klare Zeitrahmen für weitere Berichte zu sichern. Wir freuen uns auf weitere Anpassungen der Datenbank durch den Hochkommissar, wie von der Resolution 31/36 befohlen.

Anstrengungen in letzter Zeit zur Ausdehnung der Siedlungen unterstreichen die Dringlichkeit, sicher zu stellen, dass diese wichtige Arbeit weitergeht. Diese Entwicklungen beleuchten auch die Notwendigkeit der Nachforschung von Menschenrechtsgruppen und dem Internationalen  Gerichtshof (ICC). Die israelische Regierung, die den Landesdirektor von Human Rights Watch vor sechs Monaten ausgewiesen hat, hinderte auch ein Kampagne-Mitglied von AI (Amnesty International) daran, die Westbank zu verlassen. Außerdem ist der ICC unter Beschuss geraten, weil er im Dezember der Bestimmung des Anklägers gefolgt ist, dass „alle statutenmäßigen Kriterien“ zur Fortführung einer formellen Untersuchung in Palästina getroffen werden. Wir ermutigen die Staaten, sich zur Verteidigung der unabhängigen Darstellungen, die von Rechtsgruppen und dem ICC vorgebracht werden, zu äußern.   Quelle

 

 

 

 

(Bild: Israels Annexionsplan in der Westbank von UN-Menschenrechtsrat verurteilt)

 

*Israels Annexionsplan lässt Vergleiche mit der Apartheid in Südafrika zu.*

„Jahrelang wurde Israel von Kritikern als Apartheid-Staat bezeichnet, womit diese die Bezeichnung benutzten, um Israels Herrschaft über Palästinenser zu beschreiben, denen in besetzten Gebieten die Grundrechte verweigert wurden. Israel hat sich gegen dieses belastete Wort heftig gewehrt. Aber da Premierminister Benjamin Netanyahu seine Annexionspläne vom Stapel lässt – lange diskutiert, aber mit neuem Schwung versehen durch den von US-Präsident Donald Trump vorgeschlagenen sogenannten „Mittelost-Plan“ und von vielen weltweit verurteilt – wird die Bezeichnung „Apartheid“ zunehmend Teil von Israels politischer Konversation. Mainstream-Politiker, die sich der Annexion widersetzen, haben angefangen, dieses Wort zu gebrauchen. Desillusionierte ehemalige Militaristen werfen damit herum. Israels populärste politische Satirenschau, “Wonderful Country“ ließ kürzlich eine Unsinn-Werbung für eine erdachte Drohnen-Gesellschaft laufen, die Palästinenser aufgreift und sie aus dem annektierten Land hinweghebt. Der Name der Drohne: ‚Apart-High‘. „Wenn du anfängst mit diesen einseitigen Aktionen, stellst du dich tatsächlich auf einen sehr schlüpfrigen Hang“, sagte Gadi Shamni, ein pensionierter General, der einst die israelischen Streitkräfte in der Westbank kommandierte. „Es ist unvermeidbar, dass die Palästinenser in annektierten Gebieten die Bürgerrechte fordern, einschließlich dem Wahlrecht, was schließlich eine Art Apartheid schaffen wird,“ warnte er.
Quelle       Quelle  Update     (Übersetzung: Gerhilde Merz)    

 

Es kann Zeiten geben, wo wir keine Macht haben,
um Ungerechtigkeiten zu verhindern,
aber es darf nie eine Zeit geben,
während der wir versäumen zu protestieren.
Ranjan Solomon

Israel:Territorial nicht mehr teilbar
Omri Boehm und Reiner Bernstein nehmen Abschied von der Zwei-Staaten-Lösung und fordern Neues.
Alexandra Föderl-Schmid - 5. Juli 2020

Das Timing könnte nicht besser sein: Wegen der Corona-Krise ist das Erscheinen des Buches von Omri Boehm vom Frühjahr auf Frühsommer verschoben worden und fällt nun genau in jene Zeit, in der sich wieder die Aufmerksamkeit der Weltöffentlichkeit auf diese Region richtet: Von Juli an kann Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu mit der Annexion von Teilen des Westjordanlandes beginnen, so steht es im Koalitionsvertrag. Die nun aufgeschreckten Europäer und die Vereinten Nationen fordern weiter die Umsetzung der in den Osloer Friedensverträgen 1993 vereinbarten Zwei-Staaten-Lösung ein. Statt an diesem Modell festzuhalten, sei es Zeit, Neues zu entwerfen, findet Boehm, der 1979 in Israel geboren und dort aufgewachsen ist. Er lehrt heute als Philosophieprofessor an der New Yorker New School of Social Research. Boehm beruft sich auf den Vordenker der Aufklärung, Immanuel Kant, wonach es "Mut" brauche, sich aus der "selbst verschuldeten Unmündigkeit" zu befreien und sich seines "eigenen Verstandes zu bedienen". Genau das macht Boehm in seinem Buch "Israel - eine Utopie". (...)


Auf das Nationalstaatsgesetz geht Reiner Bernstein in seiner aktualisierten Auflage seines Buchs mit dem etwas sperrigen Titel "Wie alle Völker ...? Israel und Palästina als Problem der internationalen Diplomatie" ein. Es ist eine wissenschaftlich fundierte und detailliertere Herangehensweise des auf Nahostthemen spezialisierten deutschen Historikers und unterscheidet sich dadurch von der leichtfüßiger hingeschriebenen Arbeit des Philosophen. Bernsteins Fokus liegt stark auf dem Einfluss internationaler Akteure, er leuchtet präzise Zusammenhänge aus und bietet historische Hintergründe zu den aktuellen Ereignissen. Durch den ausführlichen Anhang und kürzere, aktuelle Texte am Ende ist eine Art Nahost-Kompendium entstanden. >>>

 

Der Titel "Wie alle Völker …?" geht auf eine Broschüre von Judah L. Magnes, des ersten Rektors der Hebräischen Universität in Jerusalem, zurück. Dieser betrachtete 1930 erstmals die Problematik im Verhältnis zwischen Moderne und Tradition, zwischen Politik und Religion auf, die sich seither durch die Geschichte des Staates Israel zieht. Reiner Bernstein zeigt, dass die Idee eines säkularen Nationalstaates gegen die von Anfang an bestehende theologische Grundausrichtung Israels nur schwer zum Zuge kam. Er macht deutlich, dass der politische Streit als Wesensmerkmal der Demokratie heute erschöpft zeigt und den Einfluss der nationalistischen und ultrareligiösen Gruppierungen nicht mindern kann. Und er hinterfragt, wie der Widerstand gegen das "Nationalstaatsgesetz" vom Juli 2018 die Wende zur politischen Vernunft einleiten und internationalen Konventionen Respekt verschaffen   Quelle

 

Boehm, Omri:  Israel – eine Utopie - Propyläen-Verlag Berlin 2020, ISBN 978-3-549-10007-3 - 20 Euro

 Reiner Bernstein - Wie alle Völker ...?: Israel und Palästina als Problem der internationalen Diplomatie
 ISBN 978-3-534-40102-4 Ver­lag wbg Academic -

Wenn ihr wollt, bleibt es kein Traum
6. Juli 2020 von Abi Melzer

Es gibt orthodoxe Juden und liberal-säkulare Juden, es gibt zionistische Juden und jüdische Weltbürger. Es gibt aber auch nationale, chauvinistische, rassistische Juden und schließlich auch dumme Juden. Da aber nicht alle Juden Zionisten sind und nicht alle Zionisten Juden, braucht man sich auch nicht zu wundern, wenn ein widerlicher Rassist wie Alan Posener der Meinung ist, dass es absolut richtig sei, wenn Israel das Jordantal annektiert, nachdem es seit mehr als fünfzig Jahren schon vom israelischen Militär besetzt ist.

„Ein zionistischer kategorischer Imperativ“ wie es der israelische Philosoph Omri Boehm nennt, „ist nicht nur eine widersinnige Idee, es ist eine beschämende Entstellung des humanistischen Denkens, denn dieser zionistische kategorische Imperativ stellt die Juden als Wesen dar, die über den Rest der Menschheit stehen.“

Es ist eine schöne Zukunft für Palästinenser und Israelis, die Boehm ausmalt: eine liberale Demokratie, die ihre Bürger, Juden und Araber, gleichberechtigt miteinander teilen. Juden und Araber lassen sich nach freier Wahl überall nieder, in Ramallah oder Tel Aviv, in Beersheva oder Bethlehem. Politisch organisieren sie sich autonom und getrennt voneinander. Es soll jedoch eine gemeinsame Hauptstadt geben: Jerusalem. Westjerusalem für die Juden, Ostjerusalem für die Palästinenser. Boehm weiß um praktische Probleme wie das 2018 erlassene Nationalstaatsgesetz, das den jüdischen Charakter des Staates Israel festschreibt. Sein Traum basiert auf Herzls Traum, wie es in seinem Buch „Altneuland“ beschrieben wird.

Auch der erste national-reaktionäre Ministerpräsident Israels, Menachem Begin, benutzte diesen Traum als Grundlage für seinen Entwurf vom 15. Dezember 1977 für eine „Selbstverwaltung für palästinensische Araber, Einwohner von Judäa, Samaria und des Gaza-Destriktes“. Schon Artikel 1 dieses Entwurfes ist äußerst bemerkenswert: „Die Militärverwaltung in Judäa, Samaria und im Gaza-Distrikt wird abgeschafft.“ Es folgen weitere 21 Artikel, die leider in den Mülleimer der Geschichte verlorengegangen sind. Die meisten Israelis wissen nichts davon und naive Israelfans wie Alan Posener auch nicht. Woher auch?  >>>

 

 

 


Eine Vision für Frieden in Israel - die "Republik Haifa"
05.07.2020

Die Nervosität wächst: Annektiert Israel Teile des Westjordanlandes? Geht der Kampf um Land also weiter? Der israelische Philosoph Omri Boehm entwirft in seinem Buch "Israel – eine Utopie" eine andere Perspektive für den Nahost-Konflikt.

Die Utopie, die Omri Boehm in seinem aktuell so brisanten Buch beschreibt, ist eine demokratische Föderation unter dem Dach einer gemeinsamen Verfassung für Juden und Palästinenser. "Die Idee besteht darin, zwei untergeordnete Staaten zu schaffen, ähnlich wie die Bundesländer in Deutschland", erklärt der in New York lehrende Philosoph im Gespräch mit dem BR.

"In jedem der beiden Staaten können die Palästinenser und die Juden ihre nationale Selbstbestimmung verwirklichen. Aber sie sind vereint durch eine gemeinsame Verfassung, die weder jüdisch noch palästinensisch ist, sondern demokratisch. Eine Verfassung, die sicherstellt, dass sich alle auf dem gesamten Gebiet frei bewegen können, alle wirtschaftlichen Rechte besitzen und dass sich Palästinenser und Juden auf dem ganzen Gebiet niederlassen können." Omri Boehm, israelischer Philosoph

Boehms Vision ankert in früheren zionistischen Konzepten
- Boehm verankert diese Idee in der Geschichte des Zionismus und bezieht sich dabei vor allem auf den Plan des israelischen Ministerpräsidenten Menachem Begin aus dem Jahr 1977, der die Selbstbestimmung der Palästinenser vorsah. Omri Boehm meint, die von ihm vorgeschlagene Trennung in zwei Bundesländer schütze die Rechte der verschiedenen Bevölkerungsgruppen und ermögliche auch die Rückkehr der palästinensischen Flüchtlinge.

Dabei geht Boehm – anders als etwa Deutschland und die EU – davon aus, dass die Möglichkeit einer Zweistaatenlösung, wie sie Anfang der 1990er-Jahre im Friedensprozess von Oslo eingeleitet wurde, längst unter der Last der Fakten zusammengebrochen ist. Zum anderen – so argumentiert er – könne ein jüdischer Staat in letzter Konsequenz keine liberale Demokratie sein, weil die Zugehörigkeit zum jüdischen Volk durch Geburt festgelegt ist. >>>>

 

 

 

 

„Äußert Kritik und sagt, was Ihr denkt!“
Der israelische Philosoph Omri Bohm appelliert an die Deutschen: Bekämpft die Situation, in der einen das Aussprechen der Wahrheit zum Antisemiten macht!
Arn Strohmeyer

Der israelische Philosoph Omri Boehm hat ein neues Buch herausgebracht, das den Titel „Israel – eine Utopie“ trägt. Im Vorwort der deutschen Ausgabe des Buches geht er auf die gegenwärtig in Deutschland herrschende Antisemitismus-Hysterie ein. Seine kritischen Ausführungen zu dieser deutschen Anomalie sind für die Debatte hierzulande so bedeutend, dass sie hier – unabhängig vom restlichen Text – ausführlich dargestellt werden. Boehm erinnert zu Beginn seines Vorworts an eine Aussage des deutschen Philosophen Jürgen Habermas. Er wurde 2012 bei einem Besuch in Jerusalem von einem Journalisten der Zeitung „Haaretz“ nach seiner Meinung zur israelischen Politik gefragt. Habermas antwortete, dass zwar die gegenwärtige Lage und die Grundsätze der israelischen Regierung eine politische Bewertung erforderten, dies aber nicht Sache eines privaten deutschen Bürgers seiner Generation sei. Boehm hält dem entgegen, dass man Habermas, der eine Philosophie der Diskursethik begründet habe, schwerlich als „deutschen Privatbürger“ bezeichnen könne. Schweigen sei hier selbst ein Sprechakt und zwar ein höchst öffentlicher.  >>>

 

 

"Israel – eine Utopie" - In Haifa liegt die Lösung! - Der Philosoph Omri Boehm reaktiviert in "Israel – eine Utopie" vergessene Ideen für ein Ende des Nahostdramas.
Eine Rezension von Micha Brumlik - 1. Juli 2020

Vor nunmehr 53 Jahren, im Juni 1967, eroberte der von mehreren arabischen Staaten bedrohte, gerade einmal 19 Jahre alte Staat Israel in einem militärisch brillanten Präventivschlag die Golanhöhen, den Sinai, das Westjordanland sowie den östlichen Teil Jerusalems. Während Israel später den Sinai räumte, Ostjerusalem und die Golanhöhen jedoch förmlich annektierte, blieb das Westjordanland offiziell unter Besatzungsherrschaft und in drei Verwaltungszonen israelischen, palästinensischen und gemischten Charakters aufgeteilt. Vor diesem historischen Hintergrund muss man das wohl bedeutendste Buch zur Lösung des israelisch-palästinensischen Konflikts lesen, das in den vergangenen Jahren erschienen ist. Omri Boehms Israel – eine Utopie könnte die lähmende Resignation des immerwährenden Mantras von der Zweistaatenlösung überwinden. Der Autor  >>>

Präsident Abbas an die deutsche Bundeskanzlerin: Bereit zu Verhandlungen auf der Grundlage von UN-Resolutionen
05. Juli 2020 - Übersetzt mit DeepL

Präsident Mahmoud Abbas hat heute Bundeskanzlerin Angela Merkel mitgeteilt, dass er bereit ist, auf der Grundlage der Resolutionen der Vereinten Nationen und unter der Schirmherrschaft des internationalen Quartetts in Verhandlungen mit Israel einzutreten. In einem Telefongespräch erörterten die beiden Spitzenpolitiker die jüngsten politischen Entwicklungen in der Region, insbesondere die israelischen Pläne zur Annexion der besetzten palästinensischen Gebiete, die von allen Ländern entschieden abgelehnt wird.

Präsident Abbas beglückwünschte Merkel zur Übernahme des Vorsitzes der Europäischen Union und des UN-Sicherheitsrates durch ihr Land und brachte seine Hoffnung zum Ausdruck, dass dies dazu beitragen werde, Stabilität und Unterstützung für das Völkerrecht und die internationale Legalität zu erreichen.

Er dankte Deutschland für die Unterstützung des Völkerrechts und der UN-Resolutionen, insbesondere im Hinblick auf die gewaltsame Annexion der besetzten Gebiete. Merkel bekräftigte ihrerseits das deutsche Eintreten für den Frieden auf der Grundlage der Zwei-Staaten-Lösung und die Einhaltung des Völkerrechts. Sie betonte, wie wichtig es sei, dass beide Seiten, Palästina und Israel, am Verhandlungstisch säßen, und betonte, wie wichtig es sei, den Frieden in der Region zu erreichen, und dass dies erhebliche Auswirkungen auf die Stabilität in der Welt habe.

Präsident Abbas informierte die deutsche Bundeskanzlerin auch über die palästinensischen Bemühungen, der zweiten Welle der Coronavirus-Pandemie entgegenzutreten, und lobte gleichzeitig die Bemühungen und Erfolge Deutschlands bei der Eindämmung der Pandemie. Merkel sagte, ihr Land sei bereit, die Palästinenser bei der Bewältigung dieses Anliegens zu unterstützen.   Quelle

 

Weitere Nachrichten und  Texte
 

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‘That’s the point of the checkpoint, to remind you they’re always there’

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Premier- Lack of control over crossings, borders main reason for coronavirus uptick

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Israel Announces 164 New Illegal Settlement Units in Bethlehem

How Israel’s relocation policy is separating Palestinian communities

Advisory commission on UNRWA meets virtually, shows support to the Agency

Israeli settlers set up tent in Palestinian village in West Bank as a prelude for takeover

Elderly Palestinian prisoner in Israel dies of cancer; group blames medical negligence

Palestinians demonstrate at village where Israeli settlers shot and injured two locals

Process underway to build settler-only road south of Nablus

 

 

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