Mittwoch, 01. Juli 2020  -  21:16

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Ein palästinensischer Mann ruht am 5. Februar 2014 in der Nähe der Stelle des alten Dorfes Ein Hijleh im Jordantal nahe der Stadt Jericho im Westjordanland.
 

 

Wenn man die Palästinenser im Jordantal fragt, wie sie die Annexion empfinden, werden viele sagen, dass sie schon vor langer Zeit annektiert wurden.
Salem Barahmeh -  29. Juni 2020


Der Blick vom Haus meiner Großeltern in Jericho, der Stadt, in der ich aufgewachsen bin, geht auf die Bergkämme des Jordantals, die bis zum Toten Meer hinunter donnern. Über dem Horizont dieser Berge, von einem Mittelmeer, das außerhalb meiner Reichweite als Bewohner des besetzten Westjordanlandes liegt, würden die schönsten Sonnenuntergänge kommen. Ich habe mich immer gefragt, ob meine Vorfahren, die auf demselben Land lebten, diese Aussicht genauso genossen wie ich.

Meine Familie, die Barahmehs, gehören zu den indigenen Clans von Jericho, ihre Wurzeln im Jordantal reichen Jahrhunderte zurück. Doch schon in jungen Jahren erkannte ich - wie mein Vater und mein Großvater -, dass das Tal nicht mehr "uns" gehörte.

Kurz nach unserer Besetzung im Jahr 1967 begann Israel mit dem Bau von Siedlungen wie Mitzpe Yericho, Yitav und Kalia um Jericho und im gesamten Jordantal, wo sie bis heute gewachsen und geblieben sind. Diese koloniale und expansionistische Politik begann nicht mit dem Likud oder anderen rechten Parteien, sondern mit der Arbeitspartei. Solche Landdiebstähle und Annexionen waren immer ein zentraler Teil der institutionellen Identität Israels, der sich über Generationen von Palästinensern erstreckt.

Betrachtet man heute eine Karte des Westjordanlandes, so erscheint Jericho als eine isolierte, palästinensische Insel, die auf allen Seiten von einem Meer aus israelisch kontrolliertem Land und jüdischen Siedlungen umgeben ist. Obwohl ich das Privileg hatte, die Welt zu bereisen, gibt es Orte nur wenige Kilometer von meiner Heimat entfernt, die ich nie besucht habe, weil Israel es mir nicht erlaubt. Als Palästinenser mit einem grünen Personalausweis trennt uns Israel durch ein abgestuftes Identifikationssystem, das festlegt, wohin wir reisen können oder nicht. Um Jerusalem, meine Geburtsstadt, zu besuchen, bräuchte ich eine vom israelischen Militär ausgestellte Genehmigung.

 



Israelische Soldaten patrouillieren in der Nähe von Beit HaArava, einer israelischen Siedlung und einem Kibbuz im Westjordanland, die in der Nähe des Toten Meeres und Jerichos an der Verbindungsstelle zwischen Beit HaArava und Jericho liegt.


Nie war ich mit dieser Realität mehr konfrontiert als mit 19 Jahren, als ich versuchte, den Strand von Kalia am Nordufer des Toten Meeres im besetzten Westjordanland zu besuchen. Obwohl er nur 15 Autominuten von Jericho entfernt ist, gehören diese Strände den Israelis und werden von ihnen betrieben. Sie sollten uns Palästinensern "eigentlich" offen stehen, aber sofort nach meiner Ankunft wurde ich aus rassistischen Gründen ins Rassenprofil aufgenommen und mir die Einreise verweigert. Für sie war ich ein unerwünschter "Gast" genau an den Ufern, die meine Vorfahren jahrhundertelang bereisten.

Wenn Sie die Palästinenser im Jordantal fragen, wie sie die Annexion empfinden, werden Ihnen viele sagen, dass sie dachten, wir seien bereits vor langer Zeit annektiert worden. Deshalb können wir nicht umhin, den wachsenden, alarmierenden und existentiellen Aufschrei der Welt lächerlich zu machen, während wir uns dem 1. Juli nähern - dem Datum, an dem die israelische Regierung versprochen hat, die Annexion "de jure" voranzutreiben.

Bei dieser Empörung geht es nicht um uns Palästinenser. Wäre es so, hätte uns die Welt schon vor Jahren Gehör geschenkt. Vielmehr geht es um diejenigen, die eine große Illusion am Leben erhalten, die es ihnen erlaubt, nachts zu schlafen, anstatt sich mit der systematischen Unterdrückung der Palästinenser auseinanderzusetzen. Diese große Illusion ist das gescheiterte Oslo-Paradigma, das nie die schreckliche Realität widerspiegelte, die Israel vor Ort gestaltete, zusammen mit dem bankrotten "Friedensprozess", der die Phantasie der Welt befriedigen und ihr die Notwendigkeit zum Handeln nehmen sollte. Für diejenigen, die diese Illusion schützen, ist die Fassade der Zwei-Staaten-Lösung weitaus wichtiger als das Leiden von Millionen von Menschen.

Ich weiß nicht, was am 1. Juli geschehen wird oder was genau Israel plant, sich formell zu annektieren. Aber ich weiß, dass das Kontinuum der israelischen Politik, die versucht, die Vision eines Groß-Israel zu erfüllen, schrittweise voranschreiten wird. Jahrzehntelang hat Israel unser Land und unser Wasser eingenommen, unsere Bewegungsfreiheit eingeschränkt, unsere Wirtschaft zerstört, unsere Gemeinschaften vertrieben und unser Leben beendet, während es uns gleichzeitig als weniger menschliche Wesen behandelt - einfach weil wir Palästinenser sind. Und nach all dem glaubt die Welt immer noch, dass wir den Rubikon noch nicht überquert haben.

 



Ein palästinensisches Beduinenkind sucht in den Trümmern eines beschädigten Zeltes, nachdem es von israelischen Bulldozern unter dem Vorwand des unerlaubten Baus im al-Baq'a-Lager nahe der Stadt Jericho im Westjordanland am 20. August 2013 demontiert wurde.


Die Welt sollte nicht überrascht sein von dem, was am 1. Juli geschieht, sondern empört darüber, dass wir gezwungen sind, in einem System zu leben, das Freiheit und Rechte auf der Grundlage der ethnischen Zugehörigkeit gewährt. In diesem System sind wir Palästinenser entweder unfrei, ungleich oder beides, je nachdem, ob wir Bürger Israels, Bewohner Jerusalems, Besatzungstruppen im Westjordanland und im Gazastreifen oder Flüchtlinge sind, die auf ihre Rückkehr warten. Es ist ein System, in dem Palästinenser zu sein manchmal den Unterschied zwischen Leben und Tod bedeuten kann. Ein System, das unverhohlen die Vormachtstellung und Vorherrschaft einer Gruppe von Menschen über eine andere Gruppe festschreibt.

Im palästinensischen Kampf geht es heute nicht nur darum, gegen die Annexion zu kämpfen, was wir auch weiterhin tun müssen. Es geht darum, das gesamte System der Apartheid abzubauen. Die Welt muss diese Realität als das anerkennen, was sie ist, und politischen und wirtschaftlichen Druck auf Israel ausüben, um dieses System abzubauen. Wenn die Welt mehr daran interessiert ist, die gegenwärtige Realität aufrechtzuerhalten, weil sie eine bequeme Fassade nährt, dann ist die Welt selbst mitschuldig.

Anstatt diese große Illusion aufrechtzuerhalten, brauchen wir jetzt systematische Lösungen, die einen neuen Gesellschaftsvertrag zwischen dem Fluss und dem Meer aufbauen, in dem jeder gleichberechtigt frei sein kann. Es geht nicht darum, wer Sie sind oder woher Sie kommen, oder ob Sie Palästinenser oder Jude sind - es geht um die Werte, für die Sie stehen. Wir können nicht zulassen, dass eine weitere Generation von Palästinensern unter der Apartheid aufwächst.   Quelle

Westjordanland
Wie weit gehen Israels Annexionspläne?
Bereits ab dem 1. Juli könnte die israelische Regierung mit ihren Annexionsplänen von Teilen des besetzten Westjordanlands beginnen. Die umstrittenen Pläne hatten bereits im Vorfeld für Kritik gesorgt.

Tania Krämer - 30.06.2020

In den israelischen Medien laufen die Spekulationen noch immer auf Hochtouren, ob Israel tatsächlich mit der geplanten Annexion von Teilen des besetzten Westjordanlands beginnen wird. Unklar ist auch weiterhin, was genau annektiert werden soll. In Ramallah im besetzten Westjordanland sind junge Palästinenser wie Salem Barahmeh zutiefst frustriert, wenn sie darüber sprechen, wie ihre Zukunft fremdbestimmt wird. "Ich komme aus der Oslo-Generation, uns wurde ein Staat versprochen, und wir haben nie einen bekommen", sagt Barahmeh, Leiter des Palestine Institute for Public Diplomacy, einer unabhängigen Nichtregierungsorganisation. "Wir sind extrem frustriert und wütend, aber wir sind auch enttäuscht darüber, dass die Welt uns nicht zuhört. Unser Land wird de facto schon seit langem besiedelt und niemand hat dagegen auch nur irgendetwas unternommen."

USA Israel Donald Trump und Ministerpräsident Benjamin Netanjahu (picture-alliance/Consolidated News Photos/CNP/J. Lott)
Israels Premier Netanjahu kann bei seinem politischen Kurs mit der Unterstützung von US-Präsident Trump rechnen

Ab dem 1. Juli könnte Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu mit der Annexion von bis zu 30 Prozent des besetzten Westjordanlands beginnen - basierend auf dem im Januar veröffentlichten Nahostplan von US-Präsident Donald Trump. Doch bislang gibt es nur Spekulationen, wann und in welchem Umfang die Annexion stattfinden wird. Netanjahu sprach anfangs von der Eingliederung des Jordantals und von 135 Siedlungen, die von der internationalen Gemeinschaft als illegal angesehen werden. Nun gibt es unbestätigte Berichte, nach denen die israelische Regierung zunächst vereinzelte Siedlungen oder Siedlungsblöcke annektieren könnte. Auch dauern die Gespräche mit Washington über die Pläne noch an.  >>>



Mit Felsbrocken und Leitplanken blockierte Einfahrt nach Jabaa. Bild: Peter Schäfer

Israelische Annexionspläne
Peter Schäfer - 29. Juni 2020

Annektiert Israel ab dem 1. Juli Teile des Westjordanlands? Selbst in Israel wird darüber spekuliert, ob Ministerpräsident Netanjahu bis zu 30 Prozent des palästinensischen Territoriums zu israelischem Staatsgebiet machen wird oder nicht

Völkerrechtlich wäre die Annexion zwar illegal, weshalb in einigen europäischen Hauptstädten bereits an schriftlichen Verurteilungen gefeilt wird. Enthielten diese Substanz, wäre das ein Novum. Der Zeitpunkt könnte für Israel jedenfalls nicht günstiger sein: Die Trump-Administration schlug in Form des "Jahrhundert-Deals" bereits selbst ähnliches vor. Kriege in der Region und die Corona-Pandemie bündeln internationale Aufmerksamkeit. Und die israelischen Beziehungen zu einigen Staaten der Arabischen Halbinsel erleben angesichts des gemeinsamen Feinds Iran eine Blüte.

International werden die Annexionspläne mit der Übernahme der Krim-Halbinsel durch Russland 2014 verglichen, zumindest hinsichtlich der Verletzung internationaler Normen. Israel muss jedoch weder Soldaten in Marsch setzen, die sind nämlich schon vor Ort. Und die Infrastruktur zur Isolierung der palästinensischen Bevölkerung steht auch bereits.

Die Annexionspläne fokussieren auf den Jordangraben sowie die größeren israelischen Siedlungsblöcke im Westjordanland. Wie auf der Karte unschwer zu erkennen, sind die Gebiete um Ariel im Norden, Maale Adumim östlich von Ost-Jerusalem und Gush Etzion bei Betlehem bereits durch Mauern und andere Sperranlagen aus dem Westjordanland herausgetrennt und seit Jahren nur von Israel aus frei zugänglich. Die Landnahme ist somit längst abgeschlossen. Ab dem 1. Juli könnte sich lediglich die Bezeichnung dafür ändern.

Während also in den europäischen Hauptstädten seit fast 30 Jahren am Mantra der Zwei-Staatenlösung krampfhaft festgehalten wird, wurde gleichzeitig nichts gegen die Zerstückelung des Gebiets, auf dem der palästinensische Staat entstehen sollte, unternommen. In Israel selbst jedoch war die Debatte nicht ausschließlich auf die Lösung im Rahmen der Osloer Friedensverträge ab 1993 fixiert.


Einstaaten-Lösung
- Spätestens seit 2009 - seitdem ist der derzeitige Ministerpräsident Netanjahu auch schon im Amt - diskutieren Vertreter der rechten Likud-Partei und angeschlossener Think Tanks öffentlich eine Einstaaten-Lösung, also ein Staat für alle Bewohner des Gebiets zwischen Mittelmeer und dem Fluss Jordan. Oder doch nicht für alle? Die Idee ähnelt nämlich nur dem Namen nach dem linken Pendant. Während linke Israelis und Palästinenser von einem gemeinsamen Staat und gleichen Rechten für alle sprechen, wie beispielsweise die Kampagne für den "einen demokratischen Staat", diskutiert die israelische Rechte anderes und gibt einen Vorgeschmack auf die Situation nach einer Annexion.  >>>

 

Textsammlung - Einstaaten- Zweistaatenlösung  >>>




*Israelische Annexion von Teilen der Westbank würde das Völkerrecht brechen – UN-Experten*
Presse-Aussendung: UNO Spezialverfahren – Menschenrechte

Palestine Update Nr. 378 – Israelische Annexion – 18.6.2020

Das Abkommen der neuen Koalitionsregierung von Israel, signifikante Teile der besetzten Westbank nach dem 1. Juli zu annektieren, würde ein Eckpunkt-Prinzip des Völkerrechts verletzen und muss von der internationalen Gemeinschaft mit Nachdruck abgelehnt werden.

UNO-Experten sagten heute, dass 47 der unabhängigen Mandatare für Spezialverfahren, die vom Menschenrechtsrat ernannt wurden, folgende Stellungnahme herausbrachten:

„Die Annexion von besetztem Gebiet ist eine schwere Verletzung der Charta der Vereinten Nationen und der Genfer Konventionen und wurde entgegen fundamentalen Regeln oft durch den Sicherheitsrat und die Generalversammlung der Vereinten Nationen bestätigt, dass der Erwerb von Land durch Krieg oder Gewalt unzulässig ist. Die internationale Gemeinschaft hat die Annexion genau deswegen verboten, weil sie Kriege, wirtschaftliche Verwüstung, politische Instabilität, systematische Menschenrechts-Missbräuche und weitverbreitetes menschliches Leid verursachen. Israels vorgestellte Pläne für die Annexion würden die Souveränität über den größten Teil des Jordantales und über alle der mehr als 235 illegalen israelischen Siedlungen in der Westbank ausdehnen. Das würde annähernd 30 % der Westbank betragen. Die Annexion dieses Gebietes wurde durch den „American Peace and Prosperity Plan“ (Amerikanischer Friedens- und Wohlstandsplan) unterstützt und Ende Jänner 2020 herausgebracht.

Die Vereinten Nationen haben bei vielen Gelegenheiten festgestellt, dass die 53 Jahre alte Okkupation durch Israel eine Quelle für tiefgreifende Menschenrechtsverletzungen gegen das palästinensische Volk ist. Diese Verletzungen enthalten Landkonfiskation, Siedlergewalt, diskriminierende Planungsgesetze, die Konfiskation von Naturschätzen, Hauszerstörungen, gewaltsame Umsiedlung der Bevölkerung, exzessive Anwendung von Gewalt und Folter, Ausbeutung der Arbeitskraft, extensive Überschreitung privater Rechte, Restriktionen in den Medien und Freiheit des Ausdrucks, die Missachtung von aktiven Frauen und Journalistinnen, Festnahme von Kindern, Vergiftungen durch giftige Abfälle, gewaltsame Vertreibung und Umsiedlung, wirtschaftliche Beraubung und extreme Armut, Festnahme ohne Grund, Mangel an Bewegungsfreiheit, Nahrungsunsicherheit, diskriminierende Ausübung von Gesetzen, und die Auferlegung des Zweidrittel-Systems von ungleichen politischen, rechtlichen, sozialen, kulturellen und wirtschaftlichen Rechten aufgrund von ethnischer und nationaler Zugehörigkeit. Palästinensische und israelische Menschenrechtsverteidiger, die in friedlicher Weise öffentliche Aufmerksamkeit für diese Verletzungen erzeugen, werden beschimpft, kriminalisiert oder als Terroristen bezeichnet. Im Ganzen gesehen, bedeutet die israelische Okkupation die Verweigerung des Rechts der Palästinenser auf Selbstbestimmung.

Diese Menschenrechtsverletzungen würden nach der Annexion nur noch intensiver werden. Was von der Westbank übrigbleiben würde, wäre ein palästinensisches Bantustan, Inseln von unverbundenem Land, das vollständig von Israel umgeben wäre und keine Landverbindung zur Außenwelt hätte. Israel hat kürzlich versprochen, dass es eine permanente Sicherheits-kontrolle zwischen dem Mittelmeer und dem Jordanfluss errichten werde. So würde der Morgen nach der Annexion die Kristallisation einer bereits jetzt ungerechten Realität sein: zwei Völker, die auf dem gleichen Fleck leben, vom gleichen Staat regiert werden – mit zutiefst ungleichen Rechten. Das ist eine Vision der Apartheid im 21. Jahrhundert.

Schon zweimal hat Israel besetztes Land annektiert – Ostjerusalem 1980 und die syrischen Golanhöhen 1981. In beiden Fällen hat der UNO-Sicherheitsrat sofort die Annexionen als ungesetzlich verurteilt, aber keine sinnvollen Gegenmaßnahmen getroffen, um sich gegen die Aktionen Israels zu stellen. Ähnlich hat der Sicherheitsrat wiederholt die israelischen Siedlungen als eine abscheuliche Verletzung des Völkerrechts kritisiert. Dennoch, Israels Verleugnung dieser Resolutionen und sein Weiterbau der Siedlungen waren von der internationalen Gemeinschaft unbeantwortet geblieben.

Diesmal muss es anders sein. Die internationale Gemeinschaft hat ernsthafte rechtliche und politische Verantwortlichkeiten, einen auf Regeln ruhenden internationalen Befehl zu verteidigen, den Verletzungen von Menschenrechten und grundlegenden Prinzipien des Völkerrechts entgegen zu treten und seinen vielen Resolutionen Wirksamkeit zu geben, die kritisch sind gegen Israels Verhalten in dieser vorgezogenen Okkupation. Im Besonderen: die Staaten haben die Pflicht, einen anderen Staat nicht anzuerkennen, ihm nicht zu helfen oder zu assistieren bei jeder Form von illegaler Aktivität, wie der Annexion oder der Schaffung von zivilen Siedlungen auf besetztem Gelände. Die Lektionen aus der Vergangenheit sind klar: Kritik ohne Konsequenzen wird weder die Annexion vereiteln noch die Okkupation beenden.

Verantwortlichkeit und ein Ende der Straffreiheit müssen eine sofortige Priorität für die internationale Gemeinschaft werden. Für dieses erreichbar ist ein breites Menü an Maßnahmen der Verantwortlichkeit, die vom UNO-Sicherheitsrat weit und erfolgreich in anderen internationalen Krisen während der letzten 60 Jahre angewandt wurden. Die Maßnahmen der Verantwortlichkeit, die ausgewählt werden, müssen mit dem Völkerrecht in vollem Einklang stehen, proportional und wirksam sein, einer regelmäßigen Übersicht unter-liegen, im Einvernehmen stehen mit den Menschenrechten, dem humanitären und Flüchtlings-recht, und skizziert sein, um die Annexionen abzuschaffen und Okkupation und Konflikt zu einem gerechten und dauerhaften Schlusspunkt zu bringen. Palästinenser und Israelis verdienen nicht weniger.

Wir drücken unser großes Bedauern aus über die Rolle der Vereinigten Staaten von Amerika in der Unterstützung und Ermutigung von Israels ungesetzlichen Plänen für eine weitere Annexion von besetztem Gebiet. Bei vielen Gelegenheiten während der vergangenen 75 Jahre haben die USA eine wichtige Rolle in der Förderung der globalen Menschenrechte gespielt. Bei dieser Gelegenheit sollten sie sich dem drohenden Bruch eines fundamentalen Prinzips des Völkerrechts aus vollem Herzen widersetzen statt aktiv seine Verletzung gutzuheißen.“

 

 



Palästinensische Kinder stehen vor ihrem Haus; Wäsche flattert an der Leine im Shati Flüchtlingslager in Gaza City, Palästina

*Eine bleibende Tragödie (Auszüge aus „Palästinenser erleben die weitergehende ‚Nakba‘)*

Mehr als sieben Jahrzehnte sind vorüber seit dem Anfang der „ethnischen Säuberung“ des palästinensischen Volkes durch Israel 1948, gefolgt von der Okkupation 1967, und dennoch, dieser Angriff auf die Palästinenser geht weiter und eskaliert systematisch. Die weitergehende Nakba ist charakterisiert durch die Politiken und Praktiken Israels, die skizziert und angewendet werden, um ein Maximum an Land mit einer minimalen Zahl von Palästinensern zu kontrollieren. Bis heute werden mehr Palästinenser aus ihren Heimstätten ausgewiesen und müssen die militärische und strukturelle Gewalt der siedler-kolonialen Ausdehnung Israels aushalten. Israel schneidet Fragmente ab und isoliert palästinensische Gemeinden und Ländereien, um deren soziale, kulturelle und nationale Identität zu unterdrücken. Die Nakba geht weiter und zerstört die palästinensische Gesellschaft zu Hause und im Exil. Ihre Flüchtlingsgemeinden sind unter den verletzbarsten in der Region.

Nach der Registrierung der UNWRA von 2018 befinden sich 17% aller erfassten Flüchtlinge in der Westbank, weitere 25 % leben im Gazastreifen. Unter den arabischen Ländern befinden sich in Jordanien 39 % aller palästinensischen Flüchtlinge, während Libanon und Syrien um die 9 % bzw. 11 % erreichten. Das palästinensische Yarmouk-Flüchtlingslager in Syrien unterliegt Terror, Belagerung und wiederholten Vertreibungen. Zusätzlich haben die Flüchtlinge in Gaza – 74 % der gesamten Bevölkerung des Streifens – seit mehr als einem Jahrzehnt unter schwerer Belagerung und wiederholten Angriffen durch Israel aushalten müssen; Tausende wurden dabei getötet. Die 180.000 palästinensischen Flüchtlinge im Libanon leiden unter systematischer Diskriminierung, Isolation und Gewalt.
Palästinenser in der Westbank und in Ostjerusalem unterliegen einer anderen Form der Nakba. Siedlergewalt, Hauszerstörungen, tägliche Demütigungen, wirtschaftliche Unterdrückung und hunderte Mauern, Checkpoints und Straßenblockaden bilden das tägliche Leben für 3 Millionen Palästinenser.


*Das neue Kapitel* - Die Situation ist noch bitterer geworden durch den sogenannten „Deal of the Century“, einem Plan, den die Trump-Administration im Jänner 2020 vorgestellt hat. Das Programm, das Israel unterstützt und es belohnt für schwere Brüche des Völkerrechts, ist beabsichtigt, um einen „pragmatischen“ Zugang zum palästinensischen Thema zu nehmen, der nach Ansicht von Trump das Völkerrecht, die Konventionen und UNO-Resolutionen ablösen soll. Seine Vision entschleiert, wie die Erschaffung eines sogenannt „sich selbst regierenden“ Staates sich in einer nicht von der Nachbarschaft eingenommenen palästinensischen Volksgruppe manifestieren würde mit von Israel regulierten Grenzen, die miteinander durch von Israel kontrollierte Brücken, Tunnels und Straßen verbunden sind.

Trump’s Plan legitimiert das israelische siedler-koloniale Projekt in Palästina. Er betrachtet diese Mediationsbemühungen der Vergangenheit als Fehlschläge, weil sie die israelischen expansionistischen Realitäten vernachlässigten. Diese enthalten Israels einseitige Annexion von Ostjerusalem 1980 und die kontinuierliche Erweiterung der Siedlungen in der Westbank. De facto hat Israel mehr als 600.000 seiner Bürger in jüdisch-exklusive Zonen in der Westbank und in Ostjerusalem verlegt. Heute leben zwischen 600.000 und 750.000 Israelis in diesen umfangreichen Siedlungen, grob geschätzte 11 % der gesamten jüdisch-israelischen Bevölkerung, womit Artikel 49 der Vierten Genfer Konvention gebrochen wurde, der einer Besatzungsmacht verbietet, ihre Zivilisten in das von ihr besetzte Gebiet umzusiedeln.

Der Trump-Plan kann daher nicht isoliert von dem jahrhundertelangen siedler-kolonialen Projekt in Palästina gesehen werden. Dieser sogenannte Friedensplan wertet die Rolle der internationalen Institutionen und Normen ab, und erklärt weiter, dass internationale Resolutionen „politische Führer befähigt haben, das Ansprechen der Komplexität dieses Konflikts zu vermeiden, statt einen realistischen Pfad zum Frieden zu ermöglichen.“ Letztlich verweigert Trump’s Vision palästinensischen Flüchtlingen und intern versetzten Personen ihr Recht auf Reparationen, namentlich die Rückkehrrechte in ihre Häuser, die Rückgabe ihres Eigentums und Kompensationen dafür. Er tut dies, indem er gut erkennbar das Thema der palästinensischen Flüchtlinge wegschiebt und versucht, die Anzahl der für Reparationen in Frage Kommenden restriktiv zurückzuweisen, und Israel aus seinen Verantwortlichkeiten für die Vertriebenen entlässt und zur gleichen Zeit diese Verantwortlichkeiten an Staaten der dritten Partei, hauptsächlich arabischen Staaten, hinüberschiebt.

Es ist daher klar, dass die Ingenieure dieses Planes meinten, ihre Mühen außerhalb von existierenden Parametern von internationalen Institutionen und Konsens zu situieren. Stattdessen visierte der Plan an, eine Alternative vorzustellen, die im Wesentlichen den israelischen Wünschen entspricht und an den historischen Rechten der Palästinenser vorübergeht. Im Grunde nimmt der Plan an, dass man die Palästinenser materiell ausraubt bis zur Verwirkung der nationalen Rechte, für die sie lange gekämpft haben und gestorben sind.

Der Trump-Plan ist daher ein neues Kapitel der Nakba der Palästinenser. So ist die Nakba klar nicht das einzige Kapitel im palästinensisch-zionistischen Konflikt; es ist ein weitergehendes kolonialistisch-destruktives System, dass die Essenz des Zionismus manifestiert, der versucht, die Existenz der Palästinenser physisch und symbolisch auszuschalten. Israel hat keine Landstriche übriggelassen, die eine benachbarte palästinensische politische Körperschaft in der Westbank bilden könnten, und es hat Gaza abgelöst und blockiert, indem es auf ein noch größeres Projekt hinarbeitet, nämlich seine Grenzen zu erweitern und einen anderen großen Teil der palästinensischen Bevölkerung auszuweisen.

Israel ist nur daran interessiert, das größtmögliche Gebiet mit der geringstmöglichen Anzahl von Palästinensern zu kontrollieren. Die Ausweitung dieser Zusammensetzung an Größe und Einfluss ist Israels konstante und zentrale Obsession. Dieses Verständnis sollte die benötigten Politiken informieren, eine politische Plattform zu schaffen, die versucht die zionistischen Ziele zu hinterfragen, die nur auf Zeit 1948 erreicht worden sind und die bis heute weiter existieren in Form von Israels gefährlichen Plan, das Jordantal zu annektieren. Es ist eine Bedrohung, die die Zweistaaten-Lösung als ein politisches Konzept aus der Welt schafft und wird ernsthafte Verwicklungen für die Lebensfähigkeit eines zukünftigen palästinensischen Staates haben.
Quelle             Quelle Update    (Übersetzung: Gerhilde Merz)

 

Gaza ist eine Einbahnstraße: Wie Israels Umsiedlungspolitik palästinensische Gemeinden trennt

Israel lenkt die palästinensischen Bewegungen systematisch in eine Richtung - vom Westjordanland nach Gaza. Familien und Befürworter sagen, dass der stille Transfer die palästinensische Gesellschaft zersplittert.
Henriette Chacar - 30. Juni 2020 - Übersetzt mit DeepL

Am 4. März erhielt Samar Saoud endlich den Anruf, auf den sie gewartet hatte. Es wurde ihr gesagt, sie solle am kommenden Sonntag mit ihren drei Kindern am Übergang Erez auftauchen, und die Familie würde den Gazastreifen verlassen und in die Stadt Nablus im Westjordanland ziehen, wo Saouds Eltern leben.

Aber in Erez wurde Saoud gesagt, sie solle nach Hause zurückkehren. Bitten an die Offiziere der israelischen Armee haben nicht geholfen. Der Grenzübergang, der Israel vom Gaza-Streifen trennt, wurde für einen Tag geschlossen, wahrscheinlich wegen des jüdischen Purim-Feiertags. Nur in "humanitären Ausnahmefällen" - wie etwa bei dringender medizinischer Versorgung - wären Ausfahrten erlaubt.

Saoud war am Boden zerstört. Sie hatte bereits ihr Haus und ihre Habseligkeiten verkauft. Sie konnte nirgendwo hingehen. Saoud, die im Westjordanland aufgewachsen war, zog 2005 nach Gaza, nachdem er einen Palästinenser aus dem Gazastreifen geheiratet hatte. Ihr Ehemann war jedoch im vergangenen Dezember auf der Suche nach Arbeitsmöglichkeiten in die Türkei gegangen. Ohne unmittelbare Familie, die ihr Obdach bot, war Saoud plötzlich obdachlos.

Da der Übergang immer noch geschlossen war, fragte Saoud ihren Schwager, ob sie und ihre Kinder bei ihnen bleiben könnten, bis ihr Fall gelöst sei. Ihr Schwager ist arbeitslos, und während sie in seinem Haus Zuflucht fand, verwendete sie das Geld aus dem Verkauf des Hauses, um die beiden Familien zu versorgen. "Ich habe in den letzten vier Tagen eine Mahlzeit gegessen. Ich stehe am Rande eines Nervenzusammenbruchs", sagt sie am Telefon.

Am 12. März, nachdem Gisha, eine israelische Menschenrechtsgruppe, die sich für die Bewegungsfreiheit im und aus dem Gazastreifen einsetzt, beim Jerusalemer Bezirksgericht einen dringenden Appell eingereicht hatte, wurde Saoud durch den Übergang gelassen.

In derselben Woche schränkte Israel den Reiseverkehr für Palästinenser aus Gaza noch weiter ein, um die Ausbreitung des neuen Coronavirus einzudämmen. Ende Mai kündigte die Palästinensische Autonomiebehörde dann als Reaktion auf Israels bevorstehende Pläne zur Annexion von Teilen des Westjordanlandes an, dass sie ihre Koordinierung mit Israel, auch im Hinblick auf Reisegenehmigungen, beenden werde. Die Richtlinien für das Einreichen solcher Anträge bleiben unklar.

Aber selbst als die Bewegungsfreiheit für Palästinenser erlaubt wurde, waren die Einschränkungen so gravierend, dass sie das Gefüge der palästinensischen Gesellschaft in den besetzten Gebieten effektiv umgestaltet hat, sagen Kritiker. Sie wurde eingerichtet, um in eine Richtung - nach Gaza - zu fließen, was nach einem neuen Positionspapier von Gisha auf das Verbrechen der gewaltsamen Umsiedlung einer besetzten Bevölkerung nach der Vierten Genfer Konvention hinauslaufen könnte.

Das Verständnis dieser Politik, fügen diese Analysten hinzu, wirft ein Licht auf die potenziell verheerenden Auswirkungen der israelischen Annexion auf die Palästinenser.

 

Eine palästinensische Familie isst am 29. Juli 2015 während eines Stromausfalls im südlichen Gaza-Streifen bei Kerzenlicht zu Abend. (Abed Rahim Khatib/Flash90)


Ich sage ihr, dass ich bald mit Süßigkeiten zurückkomme. - Wie Saoud wurde Shada Shendaghli im Westjordanland geboren und heiratete einen Mann, der ursprünglich aus Gaza stammte. Shadas Ehemann, Issam, kehrte im Oktober 2016 in den Streifen zurück, und sie folgte ihm zwei Monate später. Sie haben jetzt zwei Töchter, Masa und Rithal, die beide als Bewohner des Westjordanlandes registriert sind.

Doch Schendaghli fand das Leben im Strip unerträglich, gibt Issam in einem Telefongespräch zu. Die Stromausfälle waren ständig, und Wasser hatten sie nur an zwei oder drei Tagen in der Woche. "Uns fehlt der grundlegende Komfort, den die Menschen im Westjordanland haben. Sie konnte sich nicht anpassen", sagt er.

Shendaghli war entschlossen, nach Ramallah zurückzukehren. Sie beantragte eine Genehmigung, aber die israelische Armee lehnte den Antrag mit der Begründung ab, sie habe sich bereit erklärt, ihren Wohnsitz im Westjordanland aufzugeben und nach Gaza umzusiedeln. Als Gisha in ihrem Namen eine Petition einreichte, argumentierte der Coordinator of Government Activities in the Territories (COGAT), das Militärorgan, das die Besetzung verwaltet, dass sie nun als Bewohnerin des Gazastreifens registriert sei und daher kein Recht habe, in ihre Heimat im Westjordanland zurückzukehren.

Israels Verweigerung des Rechts der Menschen auf Freizügigkeit verstoße gegen das Völkerrecht, sagt Gisha-Sprecherin Miriam Marmur. "Es bedeutet, dass unzählige Palästinenser nicht wählen können, wo sie in den besetzten palästinensischen Gebieten leben, arbeiten und eine Familie gründen wollen.

Shendaghlis Rechtsstreit endete im Juni 2019, als sie mit ihren Töchtern in die Westbank zurückkehren durfte. Der Umzug ging jedoch auf Kosten der Trennung von ihrem Ehemann.

An dem Tag, als die Familie das Land verließ, fühlte sich Issam "gebrochen", erinnert sich Issam. Sein ganzes Leben habe sich verändert, sagt er. "Jetzt eile ich dazu, mein Telefon in das Ladegerät zu stecken, wenn ich von der Arbeit nach Hause komme, und zähle die Sekunden, bevor ich mit ihnen sprechen kann.

"Meine Tochter weint ständig und bittet mich, nach Hause zu kommen", fährt er fort. "Ich sage ihr, dass ich auf dem Weg bin, dass ich ihr eine neue Puppe besorge und dass ich bald mit Süßigkeiten zurückkomme.

Zwischen 2009 und 2017 bearbeitete und genehmigte Israel nur fünf Umsiedlungsanträge für Bewohner des Gaza-Streifens, alle nach rechtlicher Intervention im Namen der Antragsteller. Von diesen fünf Anträgen betrafen vier Minderjährige, die keine Verwandten hatten, die sie in Gaza betreuen konnten. Im Gegensatz dazu genehmigte die KOGAT zwischen 2011 und 2014 58 Anträge von Bewohnern des Westjordanlandes, die eine Umsiedlung nach Gaza beantragten (51 davon wurden von Frauen eingereicht). - weiter in der Google Übersetzung    >>>


 

Quelle Facebook - um die Grafiken zu sehen und  zu vergrößern auf das Bild oben klicken

 

Angesichts einer möglichen formellen ′′ de jure ′′ israelischen Annexion haben wir 6 Visuals aus unserer Visualising Palästina 101-Serie ausgewählt, die wir für besonders relevant halten, mit einer Reihe von Fragen und Antworten, die Sie auf eine Analyse teilen können, die in Rechten basiert und Gerechtigkeit. -


 

Israelische Streitkräfte halten zehn Palästinenser bei Überfällen im Westjordanland fest
30. Juni 2020 - Übersetzt mit DeepL
 

Mindestens 10 Palästinenser wurden nach Angaben der Palestinian Prisoner's Society (PPS) heute von israelischen Streitkräften bei Razzien in mehreren Distrikten des Westjordanlandes festgenommen.

Fünf Palästinenser, darunter zwei Brüder, wurden im Flüchtlingslager Nahalin und Aida im südlichen Westjordanland-Bezirk Bethlehem festgenommen.

Zwei weitere wurden in den Städten Dahrieyeh und Beit Kahel im Bezirk Hebron (Al-Khalil) festgenommen.

In der Stadt Arraba im Dschenin-Gebiet im nördlichen Westjordanland nahmen die Streitkräfte einen ehemaligen Häftling und einen 20-jährigen Jugendlichen fest, der gestern spät in der Nacht in einem Park festgenommen worden war.

Unterdessen wurde ein 20-jähriger Jugendlicher in der Stadt Beit Doqqo, nordwestlich von Jerusalem, festgenommen.

Israelische Streitkräfte stürmen regelmäßig palästinensische Städte und Dörfer im besetzten Westjordanland, um palästinensische Aktivisten des Volkes festzunehmen.   Quelle

VIDEO - ISM live webinar - Palestine
 

 Neue Klage beim IStGH wegen amerikanisch-israelischer Kriegsverbrechen in Palästina eingereicht
Das Gericht wurde gebeten, gegen hochrangige israelische und US-Beamte, darunter Donald Trump, Benjamin Netanjahu, Mike Pompeo und Jared Kushner, zu ermitteln.
30. Juni 2020 - 30. 6. 2020 - Übersetzt mit DeepL

Beim Internationalen Strafgerichtshof (IStGH) wurde ein neuer Antrag gestellt, um hochrangige Beamte aus den Vereinigten Staaten und Israel wegen angeblicher Kriegsverbrechen in Palästina zu untersuchen. Zu ihnen gehören Donald Trump, Benjamin Netanjahu, Mike Pompeo und Jared Kushner.

Professor William Schabas, der federführend an der Vorlage bei der IStGH-Anklagebehörde beteiligt ist, gab heute auf einer Online-Pressekonferenz Einzelheiten der Beschwerde bekannt. Darin wird eine Untersuchung von Kriegsverbrechen gegen hohe Beamte gefordert, die den vorgeschlagenen Friedensplan, den so genannten "Deal des Jahrhunderts", leiten. Der Plan zielt darauf ab, Teile des souveränen Territoriums des Staates Palästina zu annektieren.

Schabas legte die Mitteilung im Namen von vier Palästinensern vor, die direkt von dem Plan betroffen sind. In der Mitteilung wird hervorgehoben, dass der vorgeschlagene Plan, der einseitig ohne die Zustimmung Palästinas umgesetzt wird, gegen das Völkerrecht verstösst, insbesondere in Bezug auf illegale Siedlungen und die drohende Annexion palästinensischer Gebiete.

Die Ankläger des IStGH werden dringend aufgefordert, die drohende Annexion von Teilen des souveränen Territoriums des Staates Palästina durch die Umsetzung des Plans zu untersuchen. In der Mitteilung wird betont, dass es glaubwürdige Beweise dafür gibt, dass Trump, Pompeo, Kushner und andere hohe US-Beamte an Handlungen beteiligt sind, die auf Kriegsverbrechen im Zusammenhang mit dem Transfer von Bevölkerungen in besetzte Gebiete und der Annexion souveräner Gebiete des Staates Palästina hinauslaufen könnten.

In seiner Rede auf der heutigen Pressekonferenz erklärte Schabas, Professor für Völkerrecht an der Middlesex University in London, dass er die Beschwerde heute Morgen auf Antrag prominenter Palästinenser eingereicht habe. Er erklärte, dass die beim Internationalen Strafgerichtshof eingereichte Beschwerde die Aufmerksamkeit der Staatsanwälte in Den Haag auf die Bedeutung des "Friedensplans" für die umfassendere Übernahme Palästinas lenke. In der Mitteilung von heute Morgen wird der IStGH dringend aufgefordert, den Plan im Rahmen seiner umfassenderen Untersuchung mutmaßlicher von Israel begangener Kriegsverbrechen zu prüfen.

Im Dezember beendete die Anklagebehörde des IStGH eine fünfjährige Voruntersuchung der "Lage im Staat Palästina" und kam zu dem Schluss, dass es berechtigte Gründe für die Annahme gibt, dass im besetzten Westjordanland Kriegsverbrechen begangen wurden oder werden. Anfang dieses Monats bestätigte der IStGH, dass er seine Untersuchung der israelischen Kriegsverbrechen trotz der fortgesetzten Anwendung des Osloer Abkommens von 1993 fortsetzen wird. US-Präsident Trump reagierte auf die Entscheidung des IStGH mit der Verhängung von Sanktionen gegen Staatsanwälte und Beamte der zwischenstaatlichen Organisation. Er unterzeichnete eine Durchführungsverordnung, um IStGH-Beamten, die direkt an den Ermittlungen gegen amerikanische Truppen und Geheimdienstbeamte sowie gegen Beamte verbündeter Nationen beteiligt sind, die Einreise in die USA zu untersagen.

In der Mitteilung an den IStGH wird hervorgehoben, dass die hochrangigen US-amerikanischen und israelischen Beamten, die den Plan umsetzen, dies in dem vollen Wissen tun, dass er die Menschenrechte aller palästinensischen Bürger verletzt, einschließlich ihres Rechts auf Selbstbestimmung, Staatsbürgerschaft und Bewegungsfreiheit innerhalb des besetzten palästinensischen Gebiets.   Quelle

 

VIDEO - Press Conference
 

Ein Bild des palästinensischen Künstlers Paul Guiragossian


 

Paul Guiragossian wurde 1926 in Jerusalem geboren und war ein Kind, das seine Freunde und die Menschen um ihn herum mit bemerkenswerter Leichtigkeit zeichnen konnte. Er glaubte, jeder sei fähig, das Gleiche zu tun. Erst viel später erkannte er, dass er einer der wenigen Auserwählten war, die die Vorsehung mit dieser außergewöhnlichen Gabe gesegnet hatte.

Bis zum Alter von sieben Jahren wuchsen Paul und sein jüngerer Bruder in Internaten auf, weil dies die einzige Möglichkeit für ihre Mutter als allein erziehende Mutter war, für diese Einrichtungen zu arbeiten und ihren beiden Söhnen eine Ausbildung zu ermöglichen. Nachdem er zu seiner Mutter zurückgekehrt war, musste Paul im Sommer arbeiten, um seine Familie zu unterstützen, aber schon damals war seine Leidenschaft für die Malerei stärker als er selbst.

Seine Mutter würde seine Werke zerstören und wegwerfen und ihm das Malen verbieten, denn sie pflegte zu sagen: "Kunst wird deine Familie nicht ernähren", aber nachdem alle zu Bett gegangen waren, holte Paul seine versteckten Materialien hervor und malte bei gedämpftem Öllampenlicht weiter.

1942 besuchte Paul das Studio Yarkon in Jerusalem, um seine Leidenschaft für die Malerei zu vertiefen. Später zog er in den Libanon und ließ sich dort nieder. 1953 heiratete er Juliette Hindian, eine junge Malerin, die zunächst seine Schülerin war. Zusammen hatten sie 5 Kinder Sylva, Emmanuel, Araxie, Jean-Paul und Manuella.

1956 gewann Paul den ersten Preis der italienischen Biennale, was ihm ein Stipendium für ein Studium an der Academia di Belle Arti di Firenze (Akademie der Schönen Künste von Florenz) einbrachte.

In den Jahren 1961-2 verbrachte Paul mit einem weiteren Stipendium der französischen Regierung ein Jahr mit Studium und Malerei in Paris, danach kehrte er in den Libanon zurück.

Von 1989 bis 1991 lebte Paul mit seiner Familie in Paris, wo er seine größten Meisterwerke malte und 1992 eine Einzelausstellung im IMA (Institut du Monde Arab) hatte.

Paul starb 1993 am 20. November 1993 in Beirut, nachdem er ein großartiges Ölgemälde vollendet hatte, das er seiner Familie als sein bisher bestes Werk offenbarte.

“ Endlich habe ich erreicht, was ich mir immer erhofft hatte, nämlich das Alte und das Neue in einem Gemälde zu vereinen". Dieses Gemälde bleibt unsigniert und befindet sich in der Guiragossian Family Collection.  Quelle

 

 

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