Samstag, 13. Juni 2020  -  10:12

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Lernen Sie den Künstler kennen, der das Wandbild von George Floyd an der Trennmauer gemalt hat
"Das Wichtigste ist, dass die Menschen wissen, dass dieses Wandbild ein Geschenk Palästinas ist", sagt Taqi Spateen gegenüber Mondoweiss. "Das ist alles, was zählt."
Yumna Patel - 11. Juni 2020 - Übersetzt mit DeepL

Es war mitten in der Nacht, als Taqi Spateen sich seinen Karton mit Sprühfarbe schnappte und sich auf den Weg zur israelischen Trennmauer am nördlichen Ende der Stadt Bethlehem im südlichen besetzten Westjordanland machte.

Nachdem er tagelang beobachtet hatte, wie Proteste und Märsche in den USA wegen des Polizistenmordes an George Floyd anschwollen, war der in Bethlehem lebende Künstler von Inspiration und einem plötzlichen Gefühl der Dringlichkeit ergriffen.

Unter der genauen Beobachtung der israelischen Soldaten, die im nahe gelegenen Militärturm stationiert waren, begann Spateen hastig mit dem Malen eines Wandbildes von Floyd. Als er zwei Stunden später fertig war, packte er seine Sachen und ging nach Hause.
 

Taqi Spateens erstes Wandgemälde von George Floyd an der israelischen Trennmauer in Bethlehem, dem besetzten Westjordanland.

Seit Spateen das Wandgemälde von Floyd gemalt hat, das jetzt neben dem überlebensgroßen Wandgemälde des palästinensischen Teenager-Aktivisten Ahed Tamimi und des ermordeten Arztes Razan al-Najajr steht, wurden Fotos des Gemäldes in sozialen Medien verbreitet und sogar auf CNNs Instagram-Account gezeigt.

Auf die Frage, was er von der Rezeption seines Wandgemäldes halte, sagte Spateen zu Mondoweiss, er habe keine Ahnung, dass es überhaupt in der Art und Weise hochgegangen sei. Als wir ihm den Beitrag auf der Instagram-Seite von CNN zeigten, war er erschüttert.

"Das Wichtigste ist, dass die Menschen wissen, dass dieses Wandbild ein Geschenk aus Palästina ist", sagte Spateen. "Das ist alles, was zählt", sagte Spateen.

Spateen ist ein bekannter Maler und Graffiti-Künstler in Palästina, mit einer Reihe von Wandmalereien, die über die gesamte Länge der israelischen Trennmauer verstreut sind.

Wenn man entlang der Mauer in Bethlehem geht, kann man Spateens Namen auf einer Handvoll Wandgemälde sehen, die in die Ecke aller seiner Gemälde gekritzelt sind - alle bis auf eines.

"Ich habe mich bewusst bemüht, nicht mit meinem Namen unten auf diesem Wandbild zu unterschreiben", sagte er. "Ich wollte nicht, dass es um mich geht, denn es geht nicht um mich."

Spateen sagte zu Mondoweiss, dass er zunächst zögerte, dieses Interview überhaupt durchzuführen, da er nicht von dem eigentlichen Thema abschrecken wolle.

"Ich möchte, dass jeder, der jetzt an dieser Mauer vorbeigeht, dieses Wandbild von George Floyd sieht und sich an ihn erinnert und ihn ehrt", sagte er. "Ich möchte, dass die Menschen in Amerika, die dieses Wandbild sehen, wissen, dass wir in Palästina bei ihnen stehen, denn wir wissen, wie es ist, jeden Tag erdrosselt zu werden.

Für Spateen war es aus einem wichtigen Grund wichtig, das Wandgemälde von Floyd an der Trennmauer zu malen. "George Floyd wurde getötet, weil sie ihn praktisch erwürgt und ihm die Atmung abgeschnitten hatten", sagte Spateen. "Und jeden Tag erwürgt uns diese Mauer und macht es uns schwer, zu atmen."

"Wir dürfen nicht vergessen, dass George Floyd nicht aufgrund von Sauerstoffmangel starb. Er starb wegen eines Mangels an Gerechtigkeit."

Nach unserem Interview mit Spateen griff er zu Pinsel und Leiter und begann mit der Arbeit an seinem bisher größten Wandbild an der Wand: ein weiteres Wandbild von George Floyd.

 



Mehr als fünf Stunden später war das Wandgemälde, das sich über die gesamte Höhe der 25 Fuß hohen Wand erstreckte, fertiggestellt. Neben George Floyd's Gesicht malte Spateen die Worte: "Ich kann nicht atmen. Ich will Gerechtigkeit, nicht O2."   Quelle


 

Israels Regierung plant die Annexion weiter Teile des Westjordanlands. Der Nahost-Friedensprozess wäre damit am Ende, warnt Luxemburgs Außenminister Jean Asselborn. Er fordert eine scharfe Reaktion der EU.
Ein Interview von Markus Becker - 11.06.2020

Der Nahostkonflikt verschärft sich: Israel will sich große Teile des Westjordanlands einverleiben - mit Rückendeckung von US-Präsident Donald Trump. Die neue israelische Regierung unter Führung von Ministerpräsident Benjamin Netanyahu und seines früheren Rivalen Benny Gantz kann laut Koalitionsvertrag ab dem 1. Juli über die Annexion entscheiden.

Es wäre ein Tabubruch: Alle früheren Regierungen Israels und der USA hatten einen solchen Schritt ausgeschlossen, da er de facto das Ende der Zweistaatenlösung mit einem unabhängigen Staat Palästina bedeuten würde. Luxemburgs Außenminister Jean Asselborn warnt im Interview vor einer neuen Welle der Gewalt und vor einem massiven Ansehensverlust Israels in der Welt.

SPIEGEL: Herr Asselborn, die israelische Regierung plant, ab dem 1. Juli Teile des Westjordanlands zu annektieren. Sie vergleichen das mit der Annexion der Krim durch Russland. Ist das nicht übertrieben?

Asselborn: Nein, ich sehe da überhaupt keinen Unterschied. Eine Annexion ist eine Annexion. Sie ist eine der gröbsten Verletzungen des Völkerrechts. Auch die Vereinten Nationen haben sich klar positioniert: Der Sicherheitsrat hat die israelischen Siedlungen in mehreren Resolutionen für illegal erklärt, zuletzt im Dezember 2016. Im religiös geprägten Nahen Osten könnte man auch anmerken, dass eine Annexion gegen das siebte der Zehn Gebote verstößt: Du sollst nicht stehlen. Eine Annexion von Teilen des Westjordanlands wäre genau das: Diebstahl.

SPIEGEL: Die EU hat wegen der Annexion der Krim harte Wirtschaftssanktionen gegen Russland verhängt. Der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell hat kürzlich gesagt, dass die Situation im Nahen Osten zwar eine andere sein könnte, man internationales Recht aber nicht "selektiv aufrechterhalten" könne. Sollte die EU also auch gegen Israel Sanktionen verhängen, falls es zu einer Annexion kommt?  >>>

Leserbrief zum Artikel von Thomas E. Schmidt ”Was ist BDS”? in der Zeit vom 10.06.20
Hermann Dierkes - 12. 6. 2020

 ”In Zukunft könnte BDS laut zu hören sein: Wenn Netanjahus Regierung wie angekuendigt in den nächsten Monaten Teile des Westjordanlandes annektiert, wird das eine neue und heftige Welle antiisraelischer Proteste auslösen” prognostiziert T.E. Schmidt ganz zutreffend. Schlimm, geradezu fatal wäre es doch, wenn dem nicht so wäre. Wenn das geschundene, kolonisierte palästinensische Volk wieder einmal weitgehend im Stich gelassen wuerde. Wenn Völkerrecht, Gerechtigkeit und Moral nur in Lippenbekenntnissen bemueht und Bundesregierung, Zweierlei-Maas, EU und weitere verantwortliche Akteure es wie gehabt nur mit dem Ausdruck ihrer ach so grossen Sorge bewenden lassen wuerden und weiter in business as usual machen (Ruestungsgeschäfte, ”Sicherheitstechnik – und Konzepte”, Polizeiausbildung, geostrategische Frontbildung usw.). Wollen wir hoffen, dass die weltweite Bewegung fuer Menschenrechte, Gleichstellung und strukturelle Veränderungen sowie gegen Unterdrueckungsgewalt auch ”Palestinian Lives Matter” noch stärker auf ihre Fahnen schreibt!

Herr Schmidt erweckt mit seinem Artikel den Eindruck, er sei besonders gut ueber BDS informiert. Umso absurder ist es, dass er dennoch versucht, die völkerrechtliche Legalität und politische Legitimität dieser zivilgesellschaftlichen Bewegung ständig mit Falschbehauptungen, Verdächtigungen und Ablenkungsmanövern zu untergraben, um die alten Dogmen noch ueber ”Die Zeit” zu retten. Wer hat ihm hier die Hand gefuehrt? Wenn die Verwirklichung von internationalem Recht und Demokratie Israel in seinem Bestand gefährdet, dann läuft doch mit der herrschenden Staatsdoktrin in diesem Land etwas grundlegend falsch! Ein halbes Dutzend Beispiele ueber die diskriminierenden Verhältnisse in Israel selbst, die brutale Unterdrueckung und Enteignung in den besetzten Gebieten und die tagtäglichen gewohnheitsmässigen Verbrechen der israelischen Okkupationsarmee wuerden das ganze argumentative Kartenhaus von T.E. Schmidt zusammenfallen lassen. Warum haben die arabischen Israelis und erst Recht die Menschen im Westjordanland und in Gaza all das passiv hinzunehmen? Welchem ”Frieden” sollen sie sich unterwerfen, - der Friedhofsruhe? Ist es nicht offensichtlich, dass derartige Verhältnisse nicht von Dauer sein können? Der grosse Daniel Barenboim hat es mit einem einzigen Satz nach der letztjährigen Apartheid-Gesetzgebung in Israel auf den Punkt gebracht: ”Ich schäme mich, Buerger dieses Landes zu sein”.

Ich kenne die Verhältnisse beiderseits der Mauer, ich habe Freunde dort. Es gibt auch ein anderes Israel als nur das offizielle. Die zahlreichen Stellungnahmen von fortschrittlichen Israelis sind Ihnen, Herr Schmidt, mit Sicherheit bekannt. Sie sind beileibe nicht alle BDS-Unterstuetzer, aber eines eint sie: Eine menschenwuerdige Zukunft gibt es nur, wenn es zu einem historischen Interessenausgleich in der Region kommt – ohne Rassismus, ohne Diskriminierung, Unterdrueckung und Herrenvolksallueren. BDS ist der Notschrei eines unterdrueckten Volkes. Niemand hat das Recht, den Palästinensern ihr einzig verbliebenes ziviles und effektives Kampfmittel streitig zu machen. BDS richtet sich uebrigens gegen alle weltweit, die von Unterdrueckung und Besatzung profitieren, nicht nur gegen israelische Akteure und war bisher recht erfolgreich. Der europäische Gerichtshof fuer Menschenrecht hat soeben einstimmig gegen vorinstanzliche Urteile in Frankreich entschieden: BDS-Aktivitäten sind durch die Meinungsfreiheit gedeckt, die verurteilten Aktivisten sind zu entschädigen. Ich bin ziemlich sicher, dass dieses Urteil auch bei den laufenden Verwaltungsrichtsverfahren in Deutschland in Sachen Raum- und Veranstaltungsverbote zum Thema BDS Beachtung finden wird. T.E. Schmidt schliesst seinen Artikel mit einer nur schlecht verhuellten Drohung: ”Der Einfluss von BDS ist ein gesellschaftlicher, und mit staatlicher Politik wird er kaum zurueckzudrängen sein. Differenzierende Nachfragen sind es, die Sympathisanten dazu zwingen, ihre Haltung zu den BDS-Zielen zu präzisieren. Ein jeder von ihnen muesste offenlegen, wie weit er bereit ist, die Ziele dieser Bewegung mitzutragen.” Geht`s noch, Herr Schmidt? Fehlte nur noch, dass Sie die Anschrift des Bundes”antisemiten”jägers Klein mitgeteilt hätten, dem derartige Geständnisse in dreifacher Ausfertigung vorzulegen sind, damit der Boykotte und Sanktionen (berufliche Nachteile, Veranstaltungsverbote, Rufschädigung, Zensur usw.) eigener Art vorbereiten kann. Andersherum wird ein Schuh daraus: Sie, Herr Schmidt, sollten in sich gehen und offenlegen, ob und wie weit Sie bereit sind, demokratische Verfassungsgrundsätze, Völkerrecht und politische Moral mitzutragen!   - Hermann Dierkes, ehem. Ratsmitglied der Stadt Duisburg/Stadtältester

 

 

 

Thomas E Schmidt - Was ist BDS? - Die weltweite Kampagne ruft seit Jahren zum Boykott Israels auf. Sollte Netanjahus Regierung wirklich Teile des Westjordanlandes annektieren, wird die Bewegung noch populärer werden. Wie antisemitisch ist sie? 
Lana Del Rey will nicht in Israel auftreten, Lauryn Hill nicht, ebenso wenig wie Elvis Costello oder Annie Lennox. Roger Waters, früher Sänger von Pink Floyd, schimpft seit Jahren wie ein Rohrspatz gegen den Judenstaat, er unterstützt die weltweite antiisraelische Kampagne BDS und bedrängt seine Musikerkollegen, es genauso zu tun. Die drei Buchstaben stehen für »Boykott«, »Desinvestition« und »Sanktionen«, Maßnahmen, mit denen Israel für seine Palästinenserpolitik gestraft werden soll. (...) BDS versammelt linkes und linksliberales Unbehagen an Israels Siedlungspolitik, an der desolaten Lage der Palästinenser, aber auch an der Existenz Israels und vielleicht am Judentum generell. Ganz klar wird nie, wo die Grenzen liegen, ein bisschen Übertreibung ist immer im Spiel, wenn BDS Protest organisiert.  >>>

 

Israels nächster britischer Botschafter ist eine Siedler-Extremistin
Asa Winstanley - 12 Juni 2020 - Übersetzt mit DeepL

Tzipi Hotovely (zweite von links mit Fahne) führte im vergangenen Monat eine Siedlerdemonstration an, die die Annexion des palästinensischen Westjordanlandes forderte. (Frauen in Green/YouTube)

Israels nächster Botschafter in Großbritannien ist ein siedlungsfreundlicher Aktivist, der die Bewegung zur Zerstörung der al-Aqsa-Moschee in Jerusalem gefördert hat.

Tzipi Hotovely hat einmal behauptet, es gebe "kein palästinensisches Volk".

Die 41-jährige Extremistin stellt offen fest, dass Palästinenser weniger Rechte verdienen als Juden. Sie versucht, ihren Fanatismus mit einer explizit religiösen zionistischen Ideologie zu rechtfertigen.

Ihr jahrelanges Engagement für die Siedler-"Souveränitäts"-Bewegung hat sich nun endlich ausgezahlt. Bevor ihre Berufung auf den Londoner Posten bekannt gegeben wurde, wurde sie Israels erste Ministerin für Siedlungen. Damit trägt sie die Verantwortung für die Vorbereitung der Annexion eines bedeutenden Teils des Westjordanlandes durch Israel.

Während eines Streits über Israels Pläne, das palästinensische Dorf Khan al-Ahmar abzureißen, beschimpfte Hotovely es als "illegalen Beduinen-Außenposten" und forderte seine Zerstörung. Mit einer typischen kolonialistischen Vernebelung drängte Hotovely darauf, dass "wir diese Gemeinde entfernen müssen, nachdem wir ihnen eine Alternative gegeben haben". Nach einem immensen Kampf der Dorfbewohner, auf ihrem Land zu bleiben, wurde die israelische Zerstörung von Khan al-Ahmar im vergangenen Jahr auf internationalen Druck hin verschoben.


"Kein palästinensisches Volk"
- Hotovely, ein Aktivist in Benjamin Netanjahus Likud-Partei, wird einige Monate damit verbringen, das neue israelische Siedlungsministerium zu gründen, bevor sie nach Großbritannien umzieht, berichteten israelische Medien. Das Ministerium wird eingerichtet, um Israels Plan umzusetzen, bis zu einem Drittel des palästinensischen Landes im Westjordanland im nächsten Monat zu annektieren. Es wird erwartet, dass sie in diesem Sommer in Großbritannien eintreffen wird, wenn der derzeitige Botschafter Mark Regev angeblich abreist.

Hotovely kämpft seit Jahren für die Annexion des gesamten Westjordanlandes und behauptet, dass es zusammen mit dem heutigen Israel allein den Juden gehört.

Alle israelischen Siedlungen sind nach internationalem Recht illegal und stellen ein Kriegsverbrechen dar.

Hotolevy wurde 2015 zum stellvertretenden Außenminister Israels ernannt. Kürzlich prahlte sie auf einer Konferenz in Jerusalem, dass sie seit ihrem Amtsantritt das israelische Außenministerium in eine Bastion des Siedlerrechts verwandelt hat, das Israel auf die Annexion zusteuert. "Das gesamte Gebiet westlich des Jordan kann nur von einer Nation [gehalten] werden: dem jüdischen Volk", sagte sie. Sie sagte auch, dass das Westjordanland allein Israel gehöre und dass es "kein in der Welt anerkanntes palästinensisches Volk" gebe.

Im Jahr 2017 schrie sie die palästinensischen Gesetzgeber in der Knesset, dem israelischen Parlament, an, dass sie keine Geschichte hätten, und schwenkte ein Buch mit leeren Seiten und dem Titel Eine Geschichte des palästinensischen Volkes auf dem Umschlag. "Kennen Sie dieses Buch? Ich werde ein paar ausgewählte Auszüge vorlesen", sagte sie, bevor sie die leeren Blätter theatralisch enthüllte: "Freunde und Mitstreiter der Knesset, dieses Buch ist leer!"

 


"Dieses Land gehört uns. Alles gehört uns."
- Schlagzeilen machte sie nach einer Rede vor Beamten anlässlich ihrer Ankunft im Außenministerium im Jahr 2015, als sie sich auf religiöse Texte berief, um zu behaupten, dass das gesamte historische Palästina allein den Juden gehöre - was sie als "Großes Land Israel" bezeichnet hat. "Dieses Land gehört uns", sagte sie. "Alles gehört uns", sagte sie. Wir sind nicht hergekommen, um uns dafür zu entschuldigen."

Hotovely beanspruchte auch das Recht, Palästinenser zu vertreiben und Häuser für Juden auf dem gestohlenen Land zu bauen, und forderte die Welt auf, "das Recht Israels anzuerkennen, Häuser für Juden in ihrem Heimatland zu bauen, überall".


Israel hat klargestellt, dass es - nach der Annexion - den Palästinensern, die in diesen Ländern leben, keine Bürgerrechte gewähren wird.
- Der Annexionsplan wird von Israels neuer Likud-Blau-Weiß-Labor-Koalitionsregierung vorangetrieben, die die Annexion noch vor den US-Präsidentschaftswahlen im November abschließen will, falls ihr Unterstützer Donald Trump verliert.
Extremist


Selbst für israelische Verhältnisse ist Hotovely ein Extremist.
- Die Ankündigung, dass sie die nächste Botschafterin Israels sein wird, hat auch bei den Zionisten in Großbritannien einigen Widerstand hervorgerufen, die befürchten, dass sie dem Ansehen Israels schaden könnte. In einem Artikel für The Jewish News bezeichnete Jenni Frazer ihre Ernennung als eine Beleidigung für Großbritannien und warnte, dass sie "so viele britische Juden" von Israel entfremden würde. Sogar Melanie Philips, eine hartgesottene Islamfeindin und Kolumnistin der Times, widersetzt sich Hotovely's Ernennung zur Botschafterin, da sie besorgt darüber ist, dass sie "für ein britisches Ohr wie eine tobende Eifererin" klingt.

 
Aber Hotovelys Aufstieg hat fast 15 Jahre gedauert.
- Ihre politische Karriere begann ernsthaft, nachdem sie 2006 als Diskussionsteilnehmerin im israelischen Fernsehen aufgetreten war. Sie nutzte den Auftritt, um ihre Unterstützung für den israelischen Bombenangriff auf den Libanon in jenem Jahr zu bekunden - ein Angriff, bei dem etwa 1.200 Menschen getötet wurden. Das erregte die Aufmerksamkeit von Likud-Führer Benjamin Netanjahu - der damals in der Opposition war. Er warb sie persönlich an, um seiner Partei beizutreten und 2008 für die Knesset zu kandidieren.

Als sie nach dem Sieg im Likud im folgenden Jahr ins israelische Parlament eintrat, begann sie sofort, ihre Position als Gesetzgeberin in der Regierungspartei zu nutzen, um für die Rechte der jüdischen Siedler im Westjordanland auf Vertreibung und Unterdrückung der Palästinenser zu werben.


Unterstützung der Siedlerverbrechen
- Im Jahr 2012 brachte sie zum Beispiel ihre Unterstützung für eine Gruppe jüdischer Extremisten in der palästinensischen Stadt Hebron zum Ausdruck, die in eine palästinensische Familie eingebrochen waren und ihr Haus gestohlen hatten. Die offenkundig falsche Behauptung der Siedler, das Gebäude von seinen palästinensischen Eigentümern gekauft zu haben, wurde Jahre später von einem israelischen Gericht für unbegründet erklärt.

Aber schon Hotovely hatte den eklatanten Diebstahl palästinensischer Häuser sofort mit biblischen Geschichten gerechtfertigt. "Dies ist die jüdische Heimat. Dies ist das erste Land, in dem David der König sein Königtum begann", sagte sie in einem Interview mit dem Hebron-Fonds, einer Gruppe von Siedlern. Das Haus "muss unter israelischer Souveränität bleiben - ich würde es Souveränität nennen", bestand sie darauf.

Hotovely gab vor, über die angebliche Illegalität des palästinensischen Dorfes Khan al-Ahmar besorgt zu sein, da es angeblich "ohne Erlaubnis der israelischen Behörden" errichtet worden sei. Doch ihr Engagement für die Baugenehmigung hat sich auf magische Weise verflüchtigt, als Israelis sich an nicht genehmigten Bauaktivitäten beteiligt haben.

 



Auf die Frage in diesem Interview von 2012, ob sie bestätigen könne, dass die Siedler aus Hebron "keine Genehmigung der Regierung benötigen", antwortete sie: "Auf jeden Fall ... geht es um einen freien Markt und das freie Recht eines Juden, überall zu leben", antwortete sie.

In den Jahren danach hat sie ihre Ministerposten dazu genutzt, in ähnlicher Weise Unterstützung für Diebstahl und Mord durch Siedler zu mobilisieren. Kürzlich wandte sie sich an eine Demonstration der Extremistengruppe "Frauen in den Grünen" und sagte, sie sei "zur Unterstützung der jüdischen Souveränität in Judäa und Samarien" gekommen - und benutzte dabei biblische Terminologie für das Westjordanland.


Jüdische Extremistin
- Sie hat auch eine jüdische Extremistengruppe unterstützt, die die Zerstörung der al-Aqsa-Moschee in Jerusalem zum Ziel hat.

In einer Rede an die Anhänger des Temple Institute im Jahr 2017 forderte Hotovely sie auf, das Moscheengelände zu betreten - die dritthöchste Stätte des Islam.

Sie hat auch die Arbeit von Lehava unterstützt, einer von der Regierung finanzierten Gruppe zur Bekämpfung von Mischehen, die diejenigen terrorisiert, die sich auf Ehen und Beziehungen zwischen Arabern und Juden einlassen. Sie hat argumentiert, dass es wichtig sei, "Mischehen zu verhindern, und Lehava ist die dafür am besten geeignete [Gruppe]".

Als sie 2017 mit einer US-amerikanischen pro-israelischen Lobbygruppe sprach, griff sie amerikanische Juden an, weil sie Nichtjuden heirateten: "Amerikanische Juden verlieren ganz schön viel. Ich sehe die Zahlen, ich bin im Außenministerium: 80 Prozent der amerikanischen Juden assimilieren."

Als solch eine offene Verfechterin des zionistischen Siedler-Kolonialismus und Rassismus wird Tzipi Hotovely eine wahre Repräsentantin des Staates Israel im Vereinigten Königreich sein.  Hotovely wurde um einen Kommentar gebeten.   Quelle und viele weiterführende links.

EU-Kommission wird uns nicht in Antisemitismus-Gruppe aufnehmen
 Arthur Goodman - 112. 6. 2020
(Arthur Goodman ist parlamentarischer und diplomatischer Beauftragter der europäischen Juden für einen gerechten Frieden.)

Die EU-Kommission, Generaldirektion Justiz, hat sich geweigert, europäische Juden für einen gerechten Frieden in die Arbeitsgruppe Antisemitismus der Kommission aufzunehmen.

Die Direktion setzte die "Arbeitsgruppe zur Umsetzung der Erklärung des Rates zur Bekämpfung des Antisemitismus" im Dezember 2018 auf Geheiß der großen jüdischen Gemeindegruppen in Europa und der israelischen Regierung ein.

 

Wir setzen uns für die Verwirklichung der Rechte der Palästinenser ein, indem wir die israelische Besetzung beenden und den Raum für die Debatte über das Thema in der Europäischen Union schützen, indem wir zwischen scharfer Kritik an Israel und Antisemitismus unterscheiden"


Die Mitglieder setzen sich aus einem Vertreter der jüdischen Gemeinde und zwei Vertretern der zuständigen Ministerien jedes Mitgliedslandes, der zuständigen internationalen Organisationen und der jüdischen Dachverbände zusammen.

European Jews for a Just Peace ist als Zusammenschluss von 12 nationalen jüdisch-palästinensischen Selbsthilfegruppen in 10 Ländern eine jüdische Dachorganisation. Wir sind nicht nur für die Mitgliedschaft qualifiziert, sondern unsere Perspektive macht uns für das ordnungsgemäße Funktionieren der Arbeitsgruppe notwendig. Wir setzen uns für die Verwirklichung der Rechte der Palästinenser ein, indem wir die israelische Besetzung beenden und den Raum für die Debatte über dieses Thema in der Europäischen Union schützen, indem wir zwischen heftiger Kritik an Israel und Antisemitismus unterscheiden. Mit anderen Worten, es geht uns darum, sowohl Kritik an Israel zuzulassen als auch Antisemitismus zu bekämpfen.

Im Verlauf unseres Antrags änderte sich die Begründung der Kommission für unsere Ablehnung plötzlich. Der Beamte, der auf unseren ursprünglichen Antrag antwortete und offensichtlich dachte, wir seien nur eine Gruppe in Deutschland, sagte, wir seien keine "jüdische Dachorganisation". Als wir klarstellten, dass wir ein jüdischer Dachverband von 12 Gruppen in 10 Ländern waren, wurde die Mitgliedschaftsqualifikation plötzlich zu "großen jüdischen Dachverbänden".

Die Kommission hat uns offensichtlich abgelehnt, weil sie in der Arbeitsgruppe nur die jüdischen Organisationen haben will, die die israelische Politik unterstützen.

Folglich verweigert sie dem bedeutenden Meinungskörper innerhalb der jüdischen Gemeinden, den wir vertreten, eine Stimme. Sie verzerrt auch unbeabsichtigterweise die Arbeitsgruppe in Richtung einer Unterdrückung der Kritik an Israel.


IHRA-Definition  - Das Thema kann nicht vollständig verstanden werden, ohne die Anwendung der Definition von Antisemitismus der International Holocaust Remembrance Alliance (IHRA) zu berücksichtigen. Die offiziellen jüdischen Gemeindeorganisationen in Europa und Nordamerika, unterstützt von der israelischen Regierung, werben für das Dokument als unanfechtbare Definition von Antisemitismus, seit es 2016 von der IHRA verabschiedet wurde. Der Grund dafür ist nicht schwer auszumachen. Israel wird sechsmal erwähnt, was deutlich macht, dass die Motivation dahinter mindestens ebenso sehr in der Unterdrückung der Kritik an Israel wie in der Unterdrückung des Antisemitismus liegt.

Hintergrund für die Verabschiedung des Dokuments und die spätere Einsetzung der Arbeitsgruppe war das zunehmende Auftreten von Antisemitismus und die zunehmende Kritik an Israel über mehrere Jahre hinweg. Beides waren weitgehend Reaktionen auf die anhaltende Besatzung und die israelische Unterdrückung des palästinensischen Widerstands.

Die Kommission wollte den Antisemitismus unterdrücken, der sich hinter der Kritik an Israel versteckte, aber die jüdischen Gemeindegruppen und die israelische Regierung wollten die Kritik an Israel unterdrücken, indem sie behaupteten, dass ein Großteil davon versteckter Antisemitismus sei, d.h. der so genannte "neue Antisemitismus".

Das gewählte Mittel, um Kritik an Israel zu unterdrücken, ist das IHRA-Dokument, das als mutmaßlicher Test dafür dient, ob Aussagen antisemitisch sind.

Kritik an Israel, Infragestellung des Zionismus und Befürwortung von Boykott, Devestition und Sanktionen (BDS) werden automatisch als antisemitisch bezeichnet, wenn sie in eines der breit formulierten Beispiele fallen.


Der Kontext der Aussagen wird kaum berücksichtigt.
- Der Erfolg der Promotoren ist begrenzt. Bisher haben 17 EU-Mitgliedstaaten und einige politische Parteien das Dokument angenommen oder gebilligt, und einige Regionalregierungen und Universitäten haben aufgrund ihrer Interpretation des Dokuments palästinensische Unterstützungstreffen verboten.

Menschenrechtsgruppen und palästinensische Unterstützungsgruppen haben jedoch zunehmend Druck ausgeübt.

Von 2015 bis 2019 gab es 13 Gerichtsurteile, die Verbotsentscheidungen in EU-Mitgliedsstaaten, Nordamerika und anderen Ländern aufhoben. Sieben davon betrafen das Jahr 2019.

Darüber hinaus gab es 70 Fälle, in denen lokale Behörden und einige nationale Regierungen Gesetze erließen oder Erklärungen abgaben, um die Redefreiheit gegenüber Israel zu schützen.

Als Beispiel für den Missbrauch des Dokuments wurde unsere deutsche Mitgliedsgruppe, die Jüdische Stimme für gerechten Frieden im Nahen Osten, seit 2016 zweimal angegriffen, weil sie Kampagnen des BDS unterstützte. Ihr Bankkonto wurde geschlossen, und es wurde versucht, die Stiftung Friedenspreis Gottingen zu zwingen, den der Gruppe verliehenen Preis 2019 aufzuheben. Die "Argumentation" der Angreifer lautete, der BDS sei antisemitisch, weil er das Existenzrecht Israels in Frage stelle.

Diese Behauptung beruht auf der verdrehten Logik, dass der BDS unter das IHRA-Beispiel der "Anwendung doppelter Standards, indem von ihm [Israel] ein Verhalten verlangt wird, das von keiner anderen demokratischen Nation erwartet oder gefordert wird" fällt.

Tatsächlich verlangt der BDS dasselbe Verhalten von Israel, d.h. die Beendigung der rassistischen Behandlung seiner eigenen palästinensischen Bürger und die Achtung des Völkerrechts durch die Beendigung der Besetzung palästinensischen Landes.   Quelle

 


Großbritanien Definition (IHRA) - Lobbyarbeit
Finkelstein - Hirngespinst  britischer Antisemitismus
Politische Weltbild Schwarz-Friesel
"Antisemitismusbeaufragter" - Aktion seit 2008
Antisemitismus in Frankreich
Antisemitismus in Frankreich? - Uri Avnery
Antisemitismusvorwurf -  Antsemitismuskeule
2019 - Gutachten zur «Arbeitsdefinition Antisemitismus»
2019  Bundestag gegen BDS
2017 - Bundesregierung  Antisemitismus-Definition
2016 - IHRA -   Arbeitsdefinition Antisemitismus
IHRA - Bestreiten jüdischen Selbstbestimmungsrechts
IHRA - Europäische Gewerkschaften
2005 - EUMC Definition  Antisemitismus
2005 Dortmunder Erklärung
2007 - Koordinierungsrat - Antisemitismus
"Expertenkreis" Antisemitismus

NS-Antisemitismus und Muslime:
Eine Achse der anderen Art
Der Historiker Matthias Küntzel hält den Nahost-Konflikt für einen "Langzeiteffekt der jahrelangen antisemitischen Nazipropaganda", die die muslimischen Anführer stark beeinflusste. Was ist dran an dieser steilen These?
Rezension von René Wildangel - 12. 6. 2020

Nach seinem tendenziösen Essay "Djihad und Judenhass" von 2002 hat der Historiker Matthias Küntzel mit seinem jüngsten Buch ein mit zahlreichen Quellen versehenes Sachbuch vorgelegt. Geradezu dreist ist aber die Behauptung des Verlages, das Buch beleuchte ein "bislang unbekanntes Kapitel deutscher Vergangenheit", sind doch mittlerweile unzählige Werke zur Beziehungsgeschichte zwischen Nationalsozialismus und Nahem Osten entstanden.

Wie die Propaganda der Nazis im Nahen Osten funktionierte und rezipiert wurde, haben Historiker wie Stefan Wild oder Gerhard Höpp bereits vor Jahrzehnten dokumentiert mit Analysen zur Rezeption der arabischen Übersetzung von "Mein Kampf" oder antisemitischer Propagandaschriften wie der "Protokolle der Weisen von Zion".

Die arabische Kollaboration mit Deutschland, allen voran des palästinensischen Muftis Amin al-Husseini, ist umfassend dokumentiert. Neuere Studien schildern das vielschichtige Verhältnis von Nationalsozialismus und arabischer Welt. Die NS-Islam-Politik im Zweiten Weltkrieg hat kürzlich David Motadel in seiner Studie "Für Prophet und Führer" (Klett-Cotta, 2017) umfassend dargestellt. Diese wird von Küntzel nur beiläufig erwähnt.

Dabei macht Motadels Buch deutlich: "Islam" und "Naher Osten" sind nicht kongruent. Die islamische NS-Propaganda richtete sich zum Beispiel auch an Muslime auf dem Balkan, in der Sowjetunion oder in Indien. Zugleich ist der Nahe Osten kulturgeschichtlich durch viele Einflüsse geprägt und nicht auf "den Islam" zu verengen.

Wenn Küntzel vom "islamischen Antisemitismus" spricht, geht es ihm aber gerade nicht um antijudaistische Motive in islamischen Kontexten, sondern um den aus Europa importierten Antisemitismus, den die Nazis laut Küntzel erfolgreich im "arabischen Raum" verankerten. >>>

Jacob Cohen: "Die Zionisten sind Meister in der Kunst der Propaganda geworden"
Mohsen Abdelmoumen - 11. Juni 2020 - Übersetzt mit DeepL

Mohsen Abdelmoumen: Wie lautet Ihre Analyse der Annexion des Westjordanlandes am 1. Juli dieses Jahres?

Jacob Cohen: Das zionistische Regime ist nicht verrückt genug, das gesamte Westjordanland zu annektieren, denn dann müsste es alle Palästinenser einbürgern. Es will nur das "nützliche" Westjordanland, d.h. das Jordantal annektieren und damit einen möglichen palästinensischen Staat daran hindern, seine eigenen Grenzen und die großen jüdischen Siedlungsblöcke zu kontrollieren. Es würde also weiterhin über unterwürfige und billige Arbeitskräfte verfügen und über die Mitarbeit einer fügsamen palästinensischen Polizei zur Aufrechterhaltung der kolonialen Ordnung.

Es ist nicht sicher, dass diese Annexion am 1. Juli stattfinden wird. Zionisten sind pragmatische Menschen und wissen, wie sie zurücktreten müssen, um besser zu springen.

Aber in jedem Fall, Annexion oder nicht, werden die Zionisten diese Gebiete, die sie beanspruchen, niemals aufgeben. Das Jordantal wird ihnen bereits implizit von allen Großmächten, sogar von Russland, anerkannt, um "die Sicherheit Israels" zu gewährleisten. Und niemand kann sich vorstellen, dass das zionistische Regime 700.000 Siedler unter die Grüne Linie bringen würde.

Wie erklären Sie sich, dass zwanzig Minister der israelischen Regierung marokkanischer Herkunft sind? Die israelischen Sicherheits- und Verteidigungsunternehmen haben ihren Sitz in Marokko. Wie analysieren Sie diese Fakten? Ist Marokko nicht eine echte Startrampe für die von der zionistischen Entität Israels befürwortete Normalisierungspolitik?

Nur zehn Minister haben eine entfernte Verbindung zu Marokko, was sie nicht interessiert. Es ist die jüdisch-zionistische Lobby in Marokko, angeführt vom "Sayan" (Mossad-Agent) André Azoulay, seit vierzig Jahren Berater der Monarchie, der alles tut, um die Illusion einer perfekten Verständigung zwischen Marokko und seinen ehemaligen jüdischen Bürgern aufrechtzuerhalten. In Marokko wird alles getan, um eine fast erloschene Flamme wieder zu entfachen. Dies, um den Besuch von Israelis in Marokko, Touristen, Künstlern, Geschäftsleuten zu ermöglichen, um auf eine offizielle Normalisierung der israelisch-marokkanischen Beziehungen hinzuwirken.

Es stimmt, dass Marokko seit der Einsetzung des Mossad in diesem Land in den 1950er Jahren, um marokkanische Juden nach Israel zu schicken, und seit dem von Hassan II. 1961 zu diesem Zweck erhaltenen Abkommen de facto Israels Verbündeter und Unterstützung für seine Legitimierung in der arabischen Welt ist. 1986, mitten in der Intifada, empfing der König mit großem Pomp die israelischen Führer Rabin und Peres.

Darüber hinaus tut Marokko andererseits, das die amerikanische diplomatische Unterstützung braucht, um seinen Würgegriff auf die Westsahara sicherzustellen, alles, um Israel, dessen Einfluss auf die amerikanischen Institutionen bekannt ist, zu erfreuen.

Wie erklären Sie sich die strategische Umgruppierung der zionistischen Entität Israels in ganz Afrika?

Diese Umsiedlung hatte in den Bereichen Bauwesen und Landwirtschaft bereits in den 1960er Jahren nach der Unabhängigkeit Afrikas begonnen. Eine Umsiedlung wurde durch den Krieg vom Juni 1967 und die militärische Besetzung großer arabischer Gebiete gestoppt. Die Bewegung der Blockfreien war zu dieser Zeit noch sehr einflussreich.

Das Oslo-Abkommen gab dem zionistischen Regime einen gewissen guten Ruf zurück, da man davon ausging, dass es den Palästinensern auf lange Sicht einen Staat geben würde.

Afrika war ab den 1990er Jahren nicht mehr dieser Block der Blockfreien, der für eine Form der internationalen Gerechtigkeit empfänglich war. Es hatte sich dem globalistischen Kreislauf angeschlossen, und Sicherheitsfragen waren zu einem vorrangigen Thema geworden.

Israel war zu einem wichtigen und gefürchteten Partner geworden. Hat es nicht zur Amputation des südlichen Teils des Sudan beigetragen? Seine Netzwerke in Ostafrika sind sehr aktiv, und ihre Eingreiftruppe ist gut bekannt.

Schließlich ist es dem zionistischen Regime nach und nach gelungen, nach und nach, was vor 20 Jahren noch unvorstellbar war, die diplomatische Unterstützung vieler afrikanischer Länder bei entscheidenden Abstimmungen in internationalen Institutionen zu gewinnen.

Algerien ist eines der wenigen Länder, das Israel nicht anerkennt. Ist Algerien nicht nach wie vor ein ständiges Ziel der zionistischen Entität Israels?


Alle arabischen Länder sind ein ständiges Ziel der zionistischen Entität. Selbst Länder, die sich unterwerfen, werden nicht endgültig verschont. So ist auch Marokko nicht immun gegen die Versuche des Mossad, den Separatismus in den Berbergebieten zu schüren. Schon aus keinem anderen Grund, als um den Druck auf dieses Land aufrechtzuerhalten und ihm klarzumachen, dass es ein Interesse daran hat, seine Nase sauber zu halten.

Erinnern wir uns an das Schicksal des Irak und Syriens, zu deren Zerstörung das zionistische Regime beigetragen hat.

Algerien wird der zionistischen Rachsucht nicht entkommen, die es auf die eine oder andere Weise zu erreichen versuchen wird. Aber dieses Land ist weit weg, nicht sehr empfindlich gegenüber ausländischen Einflüssen, verfügt über ein großes Einkommen, hat eine lange Geschichte des nationalen Widerstands und einen starken Patriotismus. Das ist es, was es zu einem der wenigen Länder macht, die dem zionistischen Gebilde die Stirn bieten. Und aufgrund seiner geographischen Lage und Größe ist es ein Land, das für die regionale Sicherheit von wesentlicher Bedeutung ist und daher erhalten bleibt.


Wir kennen das Gewicht der zionistischen Lobby in den Vereinigten Staaten durch AIPAC. Was ist das Gewicht der zionistischen Lobby in Europa?


Kein Unterschied, außer vom formalen Standpunkt aus. In den Vereinigten Staaten hat die zionistische Lobby eine legale Existenz, mit ihren anerkannten Einflussnetzwerken, ihren Gebäuden in Washington und anderswo, ihren Kongressen, wo jeder Kandidat für ein wichtiges Amt, sei es Senator oder Präsident, erscheinen und Israel seine Unterstützung bekunden muss.

In Europa hingegen ist die Lobby diskreter, aber nicht weniger effektiv. Praktisch alle europäischen Länder haben die BDS-Bewegung verboten und die von einer jüdischen Organisation, die gegen die "Shoah" kämpft, vorgeschlagene Definition von Antisemitismus übernommen. Vor allem damit, dass jede Kritik an Israel mit Antisemitismus gleichgesetzt wird. Die europäischen Länder waren nicht einmal in der Lage, ihre Resolution zur Kennzeichnung von Produkten, die aus den zionistischen Siedlungen im Westjordanland stammen, umzusetzen.

In Frankreich verbeugte sich beim Abendessen des CRIF (Anm.: Repräsentativer Rat der jüdischen Institutionen in Frankreich) die gesamte Einrichtung der französischen Republik, einschließlich des Präsidenten, und erhielt Anweisungen von der jüdisch-zionistischen Lobby.

Die Europäische Union hat ein Gremium zur Bekämpfung des Antisemitismus eingerichtet, das von der Deutschen Katharina von Schnurbein geleitet wird. Wie erklären Sie sich die Tatsache, dass die Europäische Union ein Gremium zur Verteidigung der Interessen Israels mit europäischen Steuergeldern einrichtet und dass man nicht zögert, all diejenigen zu verurteilen, die gegen die kriminelle und faschistische Politik Israels sind, indem man sie als Antisemiten bezeichnet?

Der "Antisemitismus" war eine außergewöhnliche Entdeckung der jüdisch-zionistischen Lobby in Europa. Natürlich kennen wir die Geschichte des Zweiten Weltkriegs. Aber seit etwa 30 Jahren arbeitet diese Lobby hart daran, ihn zur größten Geißel des 21. Jahrhunderts zu machen. Jahrhunderts zu machen. Ein paar arrangierte oder inszenierte Angriffe, ein paar so genannte verbale Aggressionen, ein paar Schändungen, die zur richtigen Zeit stattfinden, ein Hakenkreuz, das hier oder da verloren geht, und alle Mediennetzwerke werden benutzt, um es so aussehen zu lassen, als gäbe es ein Wiederaufleben des Antisemitismus. Die europäischen Regierungen stehen unter Druck. Sie können sich keine Schwäche leisten.

Aber von der Kritik an Israel gehen wir zum Antisemitismus über. Das Argument ist trügerisch, aber es funktioniert. Wenn Sie Israel kritisieren, schüren Sie den "Hass" gegen dieses Land und die jüdischen Bürger Europas und damit eine antisemitische Aggression. Deshalb sollte Israel nicht kritisiert werden. Antizionismus wird zu einem Vergehen, weil er mit Antisemitismus gleichgesetzt wird. Pro-palästinensische Demonstrationen werden verboten, weil sie zu Antisemitismus führen.

Antisemitismus ist zu einer Art Blankoscheck geworden, mit dem die Zionisten in Palästina tun können, was immer sie wollen, ohne sich Sorgen zu machen, verurteilt oder kritisiert zu werden.

Sie sind ein großer antizionistischer Aktivist und ein Verteidiger der gerechten Sache des palästinensischen Volkes. In Ihrem Buch "Le printemps des Sayanim" (Der Frühling des Sayanim) sprechen Sie über die Rolle des Sayanim in der Welt. Können Sie unserer Leserschaft erklären, was Sayanim sind und was genau ihre Rolle ist?

Die "Sayanim", auf Hebräisch "diejenigen, die helfen", sind Juden, die außerhalb Israels leben und die aus zionistischem Patriotismus mit dem Mossad in ihren Tätigkeitsbereichen zusammenarbeiten.

Sie wurden bereits 1959 vom damaligen Chef des Mossad, Méir Amit, gegründet. Sie liegen wahrscheinlich zwischen 40.000 und 50.000. Victor Ostrovsky, ein ehemaliger Mossad-Agent und Flüchtling in Kanada, spricht in bestimmten Fällen darüber. Er schätzt, dass es in den 1980er Jahren allein in London 3.000 Sayanim gab.

Welchen Nutzen haben diese Sayanim? Der Mossad rekrutiert Sayanim, die freiwillig in allen wichtigen Bereichen arbeiten. Zum Beispiel die Medien: Diese jüdischen Journalisten oder Pressechefs in aller Welt werden Informationen so ausrichten, dass sie Israel auf Kosten der Araber begünstigen.

In den Vereinigten Staaten ist die jüdische Macht in der Filmindustrie gut bekannt. Das ist nur ein Beispiel. 1961 produzierte Hollywood zusammen mit Paul Newman den Film "Exodus", der die Geschichte der Geburt Israels im Jahr 1948 aus zionistischer Sicht erzählt. Dieser Film hat das westliche Bewusstsein mindestens eine Generation lang geprägt.

Dasselbe gilt für die in New York ansässigen und von Juden-Zionisten dominierten Finanzinstitutionen.

In Frankreich werden Werbung, Verlagswesen, Presse, Fernsehen, Universität usw. mehr oder weniger vom "Sayanim" kontrolliert.

Es ist daher leicht zu verstehen, dass die zionistische Lobby über eine Streiktruppe verfügt, die im Übrigen unsichtbar bleibt.

Ist der Zionismus, der direkt aus dem Talmud und der jüdischen Kabbala hervorgegangen ist, nicht eine Ideologie, die sowohl rassistisch als auch faschistisch ist?

Wenn wir den Zionismus in seinem politischen Sinne verstehen, d.h. in der nationalistischen Vision der politischen Bewegungen des 19. Jahrhunderts, war er eine säkulare und fortschrittliche Ideologie. Er hatte Zehntausende von Aktivisten, insbesondere in Russland und Polen, verführt, die versuchten, ihr revolutionäres Ideal außerhalb der fortschrittlichen Bewegungen der damaligen Zeit zu verwirklichen. Sie wollten das jüdische Volk verwandeln, es "normal" machen.

Trotz dieser Eigenschaften hatten diese Aktivisten bei ihrer Ankunft in Palästina die Araber von Anfang an von ihrem nationalen Projekt ausgeschlossen. Die Saat des Rassismus war bereits gepflanzt. Die Araber mussten vertrieben oder auf irgendeine Weise beseitigt werden. Selbst die Kibbuzim, die Flaggschiffe des "zionistischen Sozialismus", nahmen keine Araber in sich auf.

Kriege und Eroberungen, insbesondere der "biblischen" Städte im Westjordanland, haben die israelische Gesellschaft in einen messianischen Faschismus und Rassismus gestürzt, die sich nicht einmal mehr verstecken. Das jüngste "Gesetz über die Nation des jüdischen Volkes" legt eindeutig rassistische Elemente fest, wie z.B. die Möglichkeit für eine jüdische Gemeinde, arabische Einwohner abzulehnen, obwohl sie die israelische Staatsangehörigkeit besitzen.

Braucht die gerechte Sache des palästinensischen Volkes angesichts der kriminellen Offensiven der faschistischen israelischen Kolonialarmee nicht eine intensivere Mobilisierung? Denken Sie nicht, dass die Rolle des BDS sehr wichtig ist, um dem israelischen Faschismus entgegenzutreten?

Aus den Gründen, die ich vorhin erwähnt habe, ist es dem zionistischen Regime gelungen, die legitimen Forderungen des palästinensischen Volkes zumindest teilweise zu ersticken. Was die Medien und die Beziehungen zu den Regierungen der Großmächte anbelangt, so ist die Waage zugunsten des Zionismus verschoben. Das ist eine Tatsache. Selbst die Mehrheit der arabischen Länder wendet sich aus Gründen, die nicht eingestanden werden können, von ihm ab.

Der BDS ist eine außerordentliche Waffe, aber wie gesagt, er wird im Westen zunehmend verboten, weil er als "antisemitische" Bewegung betrachtet wird. Es ist absurd, sicher, aber so ist es. Ein Beispiel: Deutschland hat einer Schriftstellerin einen Europapreis entzogen, weil sie einige Monate zuvor pro-BDS getwittert hatte.

Wie erklären Sie sich, dass in einer Zeit, in der freiheitsliebende Westler den BDS unterstützen, arabische Länder wie Saudi-Arabien, die Emirate, Katar usw. ihre Beziehungen mit der zionistischen Entität Israel im Rahmen des "Deals des Jahrhunderts" unter der Führung von Jared Kushner normalisieren?

Historisch gesehen haben diese Monarchien die Palästinenser nie unterstützt, oder zumindest mit Lippenbekenntnissen, weil sie das revolutionäre Potenzial der palästinensischen Bewegungen in den 60er und 70er Jahren fürchteten. Die arabische Welt war damals in "Konservative" und "Progressive" gespalten. Nach dem oben erwähnten Beispiel von Hassan II. warteten diese Monarchien nur auf die historische Gelegenheit, ihre Beziehungen mit dem zionistischen Regime zu normalisieren. Es liegt in ihrem Interesse, dem Interesse der Kasten an der Macht. Wir haben gesehen, was mit nationalistischen oder fortschrittlichen arabischen Regimen (Irak, Syrien, Libyen) geschehen könnte. Sie wurden vor die Wahl gestellt: sich anzuschließen und mit Israel zu kollaborieren, oder einige "Daesh" oder separatistische Bewegungen werden auf sie fallen. Diese Monarchen haben nicht den Selbstmordinstinkt für ein Palästina, das zu einem immer mehr schwindenden Mythos geworden ist.

Was ist Ihre Meinung zu der berüchtigten Blockade, unter der das palästinensische Volk in Gaza leidet, während die Welt sich mitten in der Covid-19-Pandemie befindet?

Das zionistische Regime unterwirft das Volk von Gaza einem Quasi-Konzentrationslager-Regime. Warum quasi? Weil der zionistische Eroberer auf zynische und intelligente Weise knapp unter dem Niveau bleibt, das die Welt nicht mehr gleichgültig lassen könnte. Die Blockade ist nicht hermetisch, so dass sie nach Belieben des Besetzers in Tropfen und Tropfen durchquert werden kann, gerade genug, um nicht unterzugehen. Das Fanggebiet wird verkleinert oder vergrößert, damit dieses Damoklesschwert auf jedem Fischer bleibt, der sich hinauswagt. Die Elektrizität ist auf einige Stunden am Tag beschränkt. Informationen aus dem Inneren werden reduziert, Reisen sind begrenzt. Israel hat sich sogar vor etwa zwei Jahren erlaubt, Europaparlamentariern die Einreise in den Gazastreifen zu verbieten. Dies um so mehr, als die Komplizenschaft Ägyptens es ermöglicht, diese Situation aufrechtzuerhalten, und die Palästinensische Autonomiebehörde alle Zahlungen an Beamte in Gaza zurückhält. Der Welt wird der Eindruck vermittelt, dass die Gazaer zwar kämpfen, dass sie aber etwas damit zu tun haben, weil sie von Zeit zu Zeit ein paar Raketen abschießen und die Hamas als "terroristische" Organisation gilt. Die Zionisten sind zu Meistern der Propagandakunst geworden, mit der Komplizenschaft der westlichen Regierungen. Und Gaza zahlt einen schrecklichen Preis.

Sie wurden bei mehreren Gelegenheiten bedroht und angegriffen, unter anderem von der LDJ (Jewish Defense League), weil Sie die Sache des palästinensischen Volkes unterstützen und weil Sie antizionistisch sind. Wie erklären Sie sich die Tatsache, dass in Frankreich, einem Land, das sich rühmt, ein Rechtsstaat zu sein, und das ein Verfechter der Menschenrechte und der Redefreiheit ist, faschistische Milizen wie Betar (Anmerkung: radikal-zionistisch-jüdische Jugendbewegung), LDJ, CRIF, die die Interessen Israels verteidigen, ungestraft handeln können?

Da ist zunächst die Geschichte des Zweiten Weltkrieges und des Vichy-Regimes, die ein Gefühl der Schuld hinterlässt, ein Gefühl, das von der jüdisch-zionistischen Lobby geschickt ausgenutzt wird mit der Vermehrung von Filmen über die Shoah, die immer wieder auf französischen Kanälen gezeigt werden.

Dann ist da noch die Aktion der "Sayanim", die in den Medien und anderen Institutionen sehr präsent sind und die terrorisieren, das Wort ist nicht zu stark, all jene, die auch nur ein wenig abweichen. Nehmen Sie Dieudonné (Anm.: französischer Humorist, Schauspieler und politischer Aktivist), er ist so sehr zum Teufel gemacht worden, dass er ungestraft ermordet werden kann. Andererseits, wenn man Eric Zemmour (Anm.: französischer politischer Journalist, Schriftsteller, Essayist und Polemiker) auf der Strasse zwei oder drei falsche Worte sagt, und der Präsident der Republik ruft ihn 40 Minuten lang am Telefon an.

Schließlich gibt es eine große Feigheit seitens französischer Intellektueller, Journalisten und Politiker, die nicht sagen, was sie denken. Die Angst vor der CRIF lähmt sie. Erinnern Sie sich an Etienne Chouard, einen sehr berühmten Intellektuellen, der während des Europareferendums 2005 und durch seine Unterstützung der Gelben Westen bekannt wurde. Er wurde vorgeladen, um sich über die Gaskammern auf der Website "Le Média" zu erklären. Der unglückliche Mann versuchte zu verschwinden. Er wurde mit Beleidigungen bombardiert. Er ging, um sich im "Sud Radio" zu entschuldigen. Seither hat er jede Glaubwürdigkeit verloren.

Wie erklären Sie sich die Tatsache, dass alle Medien über die Verbrechen der zionistischen Entität Israels schweigen und Menschen wie Ihnen keine Stimme geben? Wo ist die Meinungsfreiheit, mit der diese westlichen Länder prahlen? Dienen die Massenmedien Ihrer Meinung nach nicht einer Oligarchie?

Die modernen Medien sind nicht dazu da, die Wahrheit aufzuspüren und zu verkünden. Sehen Sie, wie sie mit Covid19 und Big Pharma umgegangen sind. Siehe auch die Berichterstattung über die Präsidenten Trump und Putin durch diese Medien oder den Fall Syrien. Die großen Medien gehören entweder dem Staat (öffentlich-rechtliches Radio und Fernsehen) oder den Finanzoligarchien, die alle, wie ich gezeigt habe, den Interessen der zionistischen Lobby nahe stehen. Wenn sie sich also damit brüsten, frei zu sein und die Redefreiheit zu fördern, sind sie nur Selbstdarstellung durch dreiste Lügen. Darüber hinaus besteht die Tendenz, im Namen dieser "Informationsfreiheit" die sogenannten gefälschten Nachrichten aufzuspüren, d.h. die Informationen, die nicht in die Form passen. Und solange dieses Kräfteverhältnis besteht, werden die Verbrechen des zionistischen Gebildes zum Schweigen gebracht oder verringert und die Rechte des palästinensischen Volkes ignoriert werden.

Waren die Abkommen von Oslo Ihrer Meinung nach nicht ein großer Betrug, der den Palästinensern schadete, indem er sie ihrer Rechte beraubte?

Die Abkommen von Oslo waren einer der besten diplomatischen Betrügereien des Jahrhunderts. Mit der Zustimmung der Palästinenser. In einer SM-Beziehung (sadomasochistisch) nehmen Herr und Sklave ihre Rolle frei ein. Der zionistische Herr fand in Arafat den idealen Sklaven, der diese Rolle spielen konnte.

Ich sage dies mit großer Traurigkeit und Wut. Aber die Realität ist da. Arafat verschwand 1992 von der internationalen Bühne. Wenn Rabin ihm zuwinkt, hält er sich nicht mehr zurück. Er stand kurz davor, wieder ins Rampenlicht zu treten.

Das ist Rabins Geniestreich. Israel befand sich in einer sehr schwierigen, sagen wir katastrophalen Situation. Die Intifada zeigte eine überbewaffnete und brutale Besatzungsarmee im Angesicht steinewerfender Kinder. Die palästinensische Sache stand an der Spitze. Hätte Rabin sich an Barghouti, den Führer der Intifada, gewandt, hätte dieser strenge und unflexible Forderungen gestellt: Unabhängigkeit oder gar nichts.

Arafat hat alles aufgegeben. Zu all den heiklen Themen, den Flüchtlingen, Jerusalem, den Siedlungen, den Grenzen, dem unabhängigen Staat, sagte Rabin zu ihm: "Das werden wir später sehen". Und Arafat stimmte zu.

Und außerdem hat er 60 % des Westjordanlandes unter die totale Souveränität Israels gestellt. Das ist die Zone C, auf der die großen Besatzungsstädte gebaut werden.

Letztendlich hätte Arafat nach 2 oder 3 Jahren erkennen können, dass er manipuliert worden war, dass die Zionisten ihm niemals einen Staat geben werden, und die Tür zuschlagen und den Besatzer wieder vor seine Verantwortung stellen können. Aber nein, er machte bis zu seinem Tod weiter, und Mahmoud Abbas setzt diesen Weg fort, was zur fortschreitenden Strangulierung dessen führte, was von Palästina übrig geblieben war.

Aber für Rabin und das zionistische Regime war der Gewinn fantastisch. Israel war nicht länger der Besatzer. Die ganze Welt gab vor, die Notwendigkeit von 2 Staaten zu verkünden. Es ging nur darum, geduldig zu sein und zu verhandeln. Das zionistische Regime hat so einen Großteil seiner internationalen Glaubwürdigkeit und Legitimität wiederhergestellt.

Wir sahen die Vereinigten Staaten und die ganze Welt schockiert über die Art und Weise, wie George Floyd von einem Polizisten ermordet wurde. Palästinenser erleiden jedoch täglich die gleichen Misshandlungen, da dieser Griff (eine Technik, die als Strangulation bekannt ist) von der israelischen Armee, Tsahal, häufig angewendet wird. Wie erklären Sie sich die Tatsache, dass niemand dagegen protestiert? Die Welt war zu Recht bewegt durch den Mord an George Floyd, warum reagiert sie nicht, wenn Palästinenser ermordet werden?

Wir kommen immer wieder auf dasselbe Problem zurück. Es sind die Medien, die die Nachrichten machen. Und wer kontrolliert die Medien? Die Palästinenser haben aus den oben genannten Gründen keine Stimme. Denn wenn die Medien beschließen, ein Problem aufzublähen, dann tun sie es.   Quelle

 

Wer ist Jacob Cohen?  - Jacob Cohen ist ein 1944 geborener Schriftsteller und Dozent. Polyglott und Reisender, antizionistischer Aktivist, er war Übersetzer und Lehrer an der juristischen Fakultät in Casablanca. Er erwarb einen Abschluss in Rechtswissenschaften an der Fakultät von Casablanca und kam dann zu Science-Po in Paris, wo er seinen Abschluss in Science-Po sowie einen Postgraduiertenabschluss (DES) in öffentlichem Recht erwarb. Er lebte in Montreal und dann in Berlin. Im Jahr 1978 kehrte er nach Marokko zurück, wo er bis 1987 als Assistent an der juristischen Fakultät in Casablanca tätig war. Danach zog er nach Paris, wo er sich nun auf das Schreiben konzentriert. Er hat mehrere Bücher veröffentlicht.

 Mohsen Abdelmoumen - Mohsen Abdelmoumen ist ein unabhängiger algerischer Journalist. Er schrieb in mehreren algerischen Zeitungen wie dem Alger Républicain und an verschiedenen Stellen der alternativen Presse.

 

 

 

Israel drängt Trump, Marokko über der Westsahara zu unterstützen
Barak Ravid  -
3. 2. 2020

Israel und die USA haben ein Abkommen diskutiert, durch das die USA die marokkanische Souveränität in der besetzten Westsahara anerkennen und Marokko nach Angaben israelischer und US-amerikanischer Quellen Schritte zur Normalisierung der Beziehungen zu Israel unternehmen soll.

Warum es wichtig ist: Dies wäre eine wichtige diplomatische Errungenschaft für den marokkanischen König Mohammed VI. Und ein Schub für den israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu, der in gefährlichen politischen Zeiten einen hochkarätigen öffentlichen Besuch in Marokko erhalten würde. Dies könnte auch das Ziel der Trump-Regierung vorantreiben, Israel und die arabischen Staaten näher zusammenzubringen. Dies wäre jedoch ein äußerst kontroverser Schritt, der dem internationalen Konsens zuwiderläuft.  Quelle   
  weiter in der Google Übersetzung  >>>

 

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