Dienstag, 09. Juni 2020  -  12:26

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Regierung de luxe
Elf neue Ministerien plus Mitarbeiter: Das neue Koalitionskabinett unter Ministerpräsident Benjamin Netanjahu kostet die Steuerzahler Millionen.
Alexandra Föderl-Schmid - 8. Juni 2020

Es hat mehr als 18 Monate und drei Wahlen gedauert, ehe in Israel Mitte Mai wieder eine neue Regierung vereidigt werden konnte - die größte in der Geschichte des Landes und wohl auch die teuerste: 36 Minister und 16 Vizeminister für ein Land mit neun Millionen Einwohnern. Benjamin Netanjahu hat vielen vieles versprochen, um eine fünfte Amtszeit als Ministerpräsident zu schaffen. Es galt, die Ansprüche seines Likud, der blau-weißen Partei seines früheren Rivalen Benny Gantz, der Arbeitspartei und von zwei Abgeordneten anderer Parteien zu berücksichtigen.

Beim Zuschnitt der Ressorts zeigte sich Netanjahu kreativ: So gibt es ein Ministerium für soziale Gleichheit neben dem Ministerium für Wohlfahrt, ein Ministerium für die Entwicklung der Gemeinden neben dem Ministerium für die Peripherie. Ein Minister ist für Bildung zuständig, ein anderer für Hochschulbildung. So kursiert auf Hebräisch bereits ein Witz, wonach man doch auch das Religionsministerium zweiteilen könnte: Gemäß den Koscher-Regeln in eine Zuständigkeit für milchige und eine für fleischige Speisen.

Der Minister für höhere Bildung, Zeev Elkin, bekam auch noch die fachlich nicht gerade naheliegende Zuständigkeit für Wasserressourcen - und beansprucht deshalb zwei Generaldirektoren: einen für Wasser, einen für höhere Bildung. Insgesamt elf neue Ministerien wurden geschaffen, wobei für ein neues Ministerium zur Stärkung und Entwicklung der Kommunen erst ein Gesetz beschlossen werden muss. All diese Ministerien brauchen auch neue Mitarbeiter - rund dreihundert zusätzliche Stellen.

Außerdem wurde der Titel des "alternierenden Ministerpräsidenten" eingeführt, den in den ersten eineinhalb Jahren der vereinbarten Amtszeit Benny Gantz trägt. Dann soll er laut Koalitionsvertrag im   >>>

 

  „Peace Now“ gegen israelische kriminelle Siedlungspolitik“
Palestine Update Nr. 371 - 29.5.20

*Die israelische Friedengruppe „Peace Now“ wünscht, dass Israel seine kriminelle Siedlungspolitik einstellt.*

Meinung - Ranjan Solomon - Israel kann die peinliche Tatsache niemals ignorieren, dass es sich im Zustand des Belagerers befindet – eine Tatsache, die in den Palestine Updates wiederholt bestätigt wird. Alles Land, das von Siedlern besetzt ist, wurde am helllichten Tag gestohlen. Das vergewaltigt jedes Gesetz in jedem Gesetzbuch. Das ist vielleicht der einzige Diebstahl, den die Leute wahrnehmen, manchmal mit weit aufgerissenen Augen beobachten, aber wenig oder gar nichts dagegen tun. Was wird diesen illegalen Landdiebstahl zu Ende bringen? BDS – ganz sicher! Aber nicht auf die Weise, wie es bis jetzt verfahren ist. BDS muss durchgreifend und militant werden. Es muss den Schekel hart treffen und die Wirtschaft verletzen. Es muss Israel das Gefühl der Absonderung geben; als ein unguter Nachbarn-Schinder behandelt werden, den man am besten ignoriert und ohne Freunde abseits lässt.  

Israel mag noch seinen kleinen Club von Freunden finden: die Vereinigten Staaten, manchmal Großbritannien, Kanada, Deutschland, kleine Inselstaaten, die als Gegengabe für ihre Stimme bezahlt werden. „Peace Now“ ist eine liberale israelische NGO, die sich mit Anwaltschaft und Aktivitäten gegen die Okkupation betätigt. Sie behauptet, dass Teile des Landes im Siedler-Bauprojekt in der Region von Efrat E2 privates palästinensisches Eigentum ist. Sie fragen: Wie konnten diese Ländereien überhaupt als Staatsland zugeteilt werden? In israelischen Gerichtshöfen ist Gerechtigkeit für Palästinenser eine seltene Angelegenheit. Eine Kontroverse vor Gericht könnte die Gewissen aufrütteln. Sie ist wie eine Kerze in der Dunkel-heit, die sagt: „Ich bitte zu differenzieren“. Man hofft, dass die Palästinenser diese Kerze für die Gerechtigkeit zum Leuchten bringen.

 Die Palästinenser zeigen auch Mut und Trotz in der Behandlung der Grenzen des Ausgehverbots. Der Premierminister hat angekündet, dass Moscheen, Kirchen und Geschäfte in der Westbank am Dienstag (1. Juni?) durch die Erleichterung der Einschränkungen wegen des Corona-Virus wieder geöffnet werden. Es braucht Mut, vorsichtig wieder ins normale Leben zurückzukehren. Die Leute müssen Schritt für Schritt ihre Immunität zurückgewinnen oder für immer eingeschlossen bleiben.

Das Datum, das für eine mögliche Annexion angesetzt wurde, veranlasste mehr als 140 Parlamentsmitglieder zu einem Brief an Premierminister Boris Johnson mit der Forderung, Israel mit Sanktionen zu belegen, sollte es fortfahren wird mit Annexionsplänen, die den internationalen humanitären und Menschenrechtsgesetzen zuwiderlaufen. Netanyahu hat die Kunst studiert, ein braves Gesicht aufzusetzen – und das ist etwas, was praktizierende Räuber gern tun. Das Thema hier ist jedoch ein riesiger Landdiebstahl im offenen Land. Netanyahu und seine Genossen verbergen so ihre schlimmsten Ängste: ein Verfahren wegen Korruption gegen den Premierminister, die Bereitschaft des ICC (Internationaler Gerichtshof), ein Verfahren wegen Kriegsverbrechen durch Israel in die Wege zu leiten, und die Möglichkeit ihres politischem Endes.   

Die Palästinenser sind nicht bei diesen Geschehnissen dabei. Auch ist es keine düstere Wolke, unter der sie leben. Sie schlagen zurück, manchmal bitter; zu anderen Zeiten mit unendlicher Geduld und Mut ohne Parallelen. Es mag scheinen, als gäbe es kein Licht am Ende des Tunnels. Das heißt, sie sind noch nicht angekommen – noch nicht. Aber sie werden! Und die Befreiung ist im Anmarsch. Die Hoffnung ist größer, wenn sie  in dem Wissen verwurzelt ist, dass die Gerechtigkeit sich am Ende durchsetzen wird.  Ranjan Solomon

 

 

 


 

Eine israelische Soldatengruppe trifft auf einen älteren Palästinenser (erkennbar an seinem Shawl), alle mit Masken
 sie gehen kriegerisch gegen ihn vor

 

*Die Palästinenser brauchen Gründe (Vernunft, einen Grund, Verstand ..), um gegen die Okkupation zu gewinnen*
*Es gibt zahlreiche Herausforderungen für Annexion und Rassismus in Palästina*
 

Sie mag vor dem Hintergrund einer verstörten Welt passieren, die sich gegen das Wüten des Corona-Virus wehrt, und ihre Bedeutung geht größtenteils unbemerkt vorüber, aber sie passiert trotzdem. Noch nie im langen Kampf um Unabhängigkeit – sicher nicht seit dem Erscheinen der infamen Balfour-Deklaration 1917 – sahen sich palästinensische Araber einer derartig entmutigenden Herausforderung gegenüber wie der, mit der sie sich jetzt konfrontiert sehen.

Die Herausforderung? Israel, angetrieben durch seine zionistische Vorliebe für territoriale Erweiterung, ist dabei, ein Drittel der Westbank zu annektieren und überlässt den Palästinensern damit einem Streifen Landes, ein hosentaschen-großen Überbleibsel ihres uralten Patrimoniums, um dort eine begrenzte „Selbstherrschaft“ auszuüben, und so den Stöpsel für die Zweistaatenlösung zu ziehen.

Für andere Araber ist die Herausforderung nicht weniger entmutigend, denn wenn es ihnen nicht gelingt, ausdrücklich auf den Annexionsplan Israels zu antworten, würden sie à la longue das Handtuch werfen müssen in der Konfrontation mit einer siedler-kolonialen Bevölkerung mitten im Herzen ihrer Welt, zu einer Zeit, als der Siedler-Kolonialismus längst tot, begraben und unglaubwürdig geworden war.    *Lesen Sie die ganze Beschreibung  >>>

 

 

 

Die Stadt Efrat in der Westbank, im Hintergrund Bethlehem
 

*“Peace Now“ geht vor Gericht, um das Siedlerbauprojekt in E2-Efrat aufzuhalten*

Die Palästinenser bringen ein, dass die Teile des Landes Privateigentum von Palästinensern sind  und niemals als Staatseigentum bezeichnet werden dürfen.

 

Die Palästinenser und die Israelische Linke haben sich gegen das Projekt gewehrt, weil sie befürchten, dass dadurch das Wachstum der benachbarten palästinensischen Stadt Bethlehem beeinträchtigt wird. Sie nennen es E2, weil sie argumentieren, dass es wie Ma’aleh Adumim’s Projekt E1 das palästinensische Weiterbestehen und den Wert eines zukünftigen Staates schmälern würde. Mit seiner Petition an den Gerichtshof hat „Peace Now“ jedoch argumentiert, dass der sich über 120 ha (296.5 Acres) ausdehnende Landbesitz, der 2004 als Staatsland eingestuft wurde, für palästinensischen Hausbau bestimmt werden sollte, obwohl er technisch gesehen in die Stadtgrenzen der Gemeinde Efrat fällt.   mehr >>>

Die Palästinenser bleiben dabei, dass die Teile des Landes palästinensisches Eigentum sind und niemals als Staatseigentum ausgewiesen hätten werden dürfen. Peace Now argumentiert, dass das Thema eine diskriminierende Landpraxis sei, durch die heute 99,97 % für jüdische Siedlungen bestimmt werden und damit nicht mehr für Palästinenser zugänglich sind, um Area C der Westbank weiter zu entwickeln.  

„Während mehr als 50 Jahren Okkupation hat der Staat Israel alles getan, was er tun konnte, um die Errichtung und Ausdehnung der israelischen Siedlungen in  der Westbank zu sichern – zu Lasten und zum schwerem Leid für die Palästinenser, die geschützte Bewohner (des Gebietes) sind“, steht in der Petition.

 Das Hauptargument, mit dem Israel sein nationales Ziel der Siedlungsentwicklung in den letzten Jahrzehnten durchgeführt hat, ist die Klassifikation und Zuweisung des Landes, steht in der Petition. „Die Zeit ist reif, und die Zeit ist gekommen für die israelische Regierung, ihre Verpflichtung anzuerkennen, das Wohlergehen der geschützten okkupierten Bevölkerung wahrzunehmen und seine kriminelle Zuweisungspolitik abzustellen.“   *Lesen Sie den ganzen Bericht unter  >>>

 

 

 

 

 

*Israel bereit, Teile der okkupierten Westbank zu annektieren, sogar das Jordantal*
Aus dem *Common Concern Network on Israel Palestine*

 

Im Mai hörten wir die Nachricht, dass Israels neue Koalitionsregierung angekündet hat, mit 1.Juli per Gesetz zu bestimmen, formell Teile der okkupierten Westbank - einschließlich dem Jordantal - zu annektieren. Das hat auf die palästinensische Bevölkerung enorme  Auswirkungen. Die Annexion, obwohl sie nach dem Völkerrecht illegal ist, bedroht die Lebensmöglichkeiten, Hoffnungen und den Alltag von tausenden palästinensischen Familien, die bereits jetzt und seit 1967 unter schweren Einschränkungen durch die israelische Okkupation leiden. Trotz internationaler Verurteilung fährt Israel fort, seine Annexionsagenda auszuarbeiten – mit Unterstützung durch die USA. Gleichzeitig erzählen uns Partner am Ort, dass seit dem Beginn der Covid-19-Pandemie Israel seine Praktiken, Hauszerstörungen, Absperrungen, Arretierungen, Einsperren von Kindern und Siedlergewalt verstärkt durch-

Führt. Dieses ist nicht das erste Mal, dass Israel eine Gelegenheit wie diese, wenn die Aufmerksamkeit der Welt anderswohin gerichtet ist, ausnutzt, um seine illegale Kontrolle über die Ländereien und das Leben der Palästinenser weiter einzuschnüren. Das ist nicht nur illegal, sondern auch  unmoralisch.

Vergangene Woche (noch im Mai) haben 140 Mitglieder des Parlaments an Premierminister Boris Johnson geschrieben, er möge Sanktionen auf Israel setzen, wenn es mit seinen Annexionsplänen weitermacht. Das liegt auf der Linie der Erwartungen der Staaten, sich an das internationale humanitäre und Menschenrechtsgesetz zu halten, das einem früheren Gesetz folgt, das von der EU erlassen wurde, als Russland die Krim annektierte.   Mehr dazu >>>

 

 

 

(Bild: Libanon und Palästina: ein Nachbarschaftsstreit -Béryte)

*Warum diese Lügen gegen Palästinenser und im Namen von Palästina heute?*

Vor einigen Tagen erschien Mohammad Fahmi, der Innenminister von Libanon, in einer der lokalen TV-Stationen und befürwortete die „totale Ausgangssperre“ als Mittel im Kampf gegen die Corona-Virus-Pandemie. Was jedoch im Kontrast dazu von Fahmi gesagt wurde, war, dass es die Gesellschaft aus der Mitte verdrängen würde, wenn man sich von diesem Thema entferne, und das sei „offensichtlich die zionistische Absicht“. Diese Satz kam recht lächerlich heraus, besonders für jene, die sich erinnerten, dass man den Palästinensern - den angenommenen Opfern des zionistischen Feindes - die Rückkehr in den Libanon verschlossen hatte. Jedoch geht dieses Thema doch tiefer als die ursprünglichen Annahmen. Es ist ein Affront gegen die Schmerzen der Palästinenser und macht sie kleiner allein durch die  Trivialisierung. Es wurde leider zu einem Tratsch-Thema für den Mann auf der Straße. Muhammad Fahmi arbeitete mit der Naivität des Mannes, der dem Mainstream folgt.

Der Generalsekretär der Hezbollah Hassan Nassrallah sagte in seiner Rede über den „Quds-Tag“: „Wir sind näher als je bei Jerusalem und können es heute noch befreien trotz aller regionalen und internationalen Transformationen und innerem Streit.“ (Aus: ASHARO AL AWSAT, von Hazem Saghieh)    *Lesen Sie mehr >>>

 

 

 



Mann auf der Straße in der Westbank-Stadt Hebron; leere Straßen und geschlossene Geschäfte vor dem muslimischen Feiertag Eid al-Fitr, der das Ende des Fastenmonats Ramadan markiert
 

*Palästinenser erleichtern die Corona-Virus-Einschränkungen in der Westbank
 

Der palästinensische Premierminister sagt, es sei Zeit für eine „vorsichtige Rückkehr ins normale Leben“. Andachtshäuser, Geschäfte und Fabriken machen sich bereit, zum Ende  des heiligen Monats Ramadan wieder zu öffnen.

Die Palästinensische Autorität (PA) hatte im März den „Gesundheits-Notfall“ erklärt und verfügte Ausgangssperren, nachdem die ersten Fälle des neuen Corona-Virus in der Westbank-Stadt Bethlehem bestätigt worden waren. Shatyyeh sagte, es sei Zeit, „vorsichtig in das normale Leben zurückzukehren“, jetzt, wo sich die Infektionsraten verlangsamt hatten. Das palästinensische Gesundheitsministerium hat 423 Fälle des neuen Corona-Virus in der Westbank und zwei Todesfälle bestätigt. Die Gesundheitskrise hat zu einem 50%igen Ausfall bei kommerziellen Einnahmen in der Westbank geführt, einem Schlag für die bereits kränkelnde Wirtschaft, bei der nach Angabe lokaler Beamter die Arbeitslosenrate bei 17,6 % liegt.

Moscheen, Kirchen und Geschäfte in der Westbank werden - nach Angabe des palästinensischen Premierministers Mohammad Shtayyeh vom Montag - am Dienstag (28. Mai ?) mit einer Erleichterung der  durch das Corona-Virus bedingten Einschränkungen wieder geöffnet werden.

Die Wieder-Öffnung der Gebetshäuser, Geschäfte und Fabriken am Dienstag wird mit dem letzten Tag des Eid El-Fitre Ferientages zusammenfallen, der das Ende des muslimischen Fastenmonats Ramadan markiert. Shtayyeh sagte, dass die Ministerien und Büros der Regierung am Mittwoch wieder geöffnet sein werden, und dass die Checkpoints, die den Verkehr zwischen den Städten der Westbank begrenzt haben, weggeräumt würden.   Lesen Sie den ganzen Bericht  >>>

 

 


 

 

 

*Facebook ernennt einen israelischen Zensor Facebook in das Aufsichtsgremium*
 

Facebook hat die frühere Generaldirektorin von Israels Justizministerium Emi Palmor zum Mitglied seines neuen Aufsichtsrates angeworben. Diese Körperschaft wird wirksam bestimmen, welche Inhalte auf der Social Media Plattform zu zensurieren oder zu erlauben sind. Emi Palmor stand an der Spitze des Justizministeriums von 2014 an und bis sie sich im vergangenen Jahr von diesem Posten zurückzog. Unter ihrer Direktion „ersuchte“ das israelische Justizministerium „Facebook, berechtigte Reden von Menschenrechtsverteidigern und Journalisten zu zensurieren, weil derlei für politisch unerwünscht gehalten wurde“, stellten palästinensische Gruppen der Zivilgesellschaft in diesem Monat fest.

Die Gruppen verurteilten die Facebook-Auslese von Palmor und warnten vor ihrer potentiellen Rolle, die Freiheit des Ausdrucks und die Zensur von Verteidigern der Menschenrechte, besonders von palästinensischen, arabischen und muslimischen Stimmen in der Plattform zu verwechseln. Die „Palestine Digital Rights Coalition“, der „Palästinensische Menschenrechtsorganisationen-Rat und das “Netzwerk palästinensischer Nicht-Regierungsorganisationen” drängten Facebook „zu überlegen, welche ernsten Konsequenzen die Wahl von Emi Palmor haben könnte, besonders für palästinensische Menschenrechtsverteidiger und für die Freiheit des Ausdrucks online in Verteidigung der palästinensischen Rechte“.  
Quelle      Quelle Update               (Übersetzung: Gerhilde Merz)

Nein zur Annexion des Westjordanlandes
Beschluss des Parteivorstandes vom 6. Juni 2020

 

DIE LINKE verurteilt die die Pläne der israelischen Regierung Netanjahu/Gantz, Teile des Westjordanlands zu annektieren.

Die angestrebte Enteignung und Annektierung von palästinensischem Land im Jordantal würde der palästinensischen Bevölkerung die Verwaltung, Gesetze und Rechtsprechung Israels aufzwingen, ohne dass die Betroffenen die israelische Staatsbürgerschaft erhalten würden. Ein solcher Schritt hätte zudem dramatische Folgen für das gesamte gesellschaftliche Leben in den besetzten palästinensischen Gebieten und würde die bereits jetzt schon äußerst angespannte Menschenrechtssituation zusätzlich verschärfen.

Dies wäre ein klarer Verstoß gegen das Völkerrecht und ein unwiderruflicher Schlag gegen eine Zweistaatenlösung in den Grenzen von 1967.

Darüber hinaus droht die Annexion die Konflikte in der Region neu zu entfachen. Die rechte Netanjahu/Gantz-Regierung möchte im Windschatten der Corona-Krise und mit der Zustimmung der Trump-Administration noch vor den US-Präsidentschaftswahlen im November 2020 in der Region Fakten schaffen.

Eine Annexion von besetztem Gebiet verstößt gegen mehrere Resolutionen des UN-Sicherheitsrates, darunter die Resolutionen 242(1967), 478(1980) und 2334(2016).

DIE LINKE fordert die Bundesregierung auf, die Annexionspläne gegenüber der israelischen Regierung und im Rahmen ihrer Mitgliedschaft im UN Sicherheitsrat zu verurteilen und darauf hinzuwirken, dass die Europäische Union mit einer gemeinsamen Stimme die Annektierungspläne der israelischen Regierung zurückweist.

Für den Fall, dass die israelische Regierung die Annexion beschließt, setzt sich DIE LINKE dafür ein, das Assoziierungsabkommen zwischen der EU und Israel, das auf der Osloer Friedensvereinbarung von 1993 beruht, auszusetzen. Sie fordert die Bundesregierung dazu auf, diese Positionen auch im Rahmen ihrer Mitgliedschaft im UN Sicherheitsrat, im UN Menschenrechtsrat sowie ab 1. Juli 2020 innerhalb der EU-Ratspräsidentschaft voranzubringen.  >>>

 

Was ist das Nächste im Gazaer Volkswiderstand
Palestine Update Nr. 372 – 31 .5. 2020

 


VIDEO - Was ist das Nächste für den palästinensischen Volkswiderstand in Gaza?*
*Palestine Chronicle TV spricht mit der in Gaza lebenden Journalistin Wafaa Aludaini

 

*Herausgeber von Palestine Chronicle im Gespräch mit der in Gaza stationierten Journalistin Wafaa Aludaini über die Zukunft des Volkswiderstandes (Foto: Palestine Chronicle)*


Wafaa Aludaini ist Zeugin von vielen Tragödien der letzten Zeit in Gaza und dem niemals endenden Widerstand. Sie erlebte die gewalttätige israelische Okkupation und die darauf- folgende Blockade im verarmten Streifen, die mit 2006 begonnen hat. Keiner der zerstörerischen Kriege, die der Belagerung folgten, ergriff sie so stark wie der Krieg von 2014. Dieser Krieg, heruntergespielt von Israel als „Operation Protective Edge“ zerstörte das Haus von Wafaa’s Eltern und ebenso das ihrer zukünftigen Schwiegereltern. Ebenso zerstört wurde auch viel von der Infrastruktur Gazas – tausende Wohnhäuser, hunderte Fabriken, viele Schulen, Spitäler und Gebetshäuser. Der israelische Krieg hat auch mehr als 2.200 Palästinenser getötet und tausende mehr verwundet.

 



Krieg und Belagerung haben jedoch Wafaa‘s Entschluss darin bestärkt, sich mehr mit der Berichterstattung in den Gaza News zu beschäftigen in der Hoffnung, lang verborgene Wahr-heiten zu enthüllen und den Anschauungen und Stereotypen in den Mainstream-News zu trotzen. Während des großen Rückkehrmarsches, einer Volksbewegung, die am 30. März 2018 begann, war Wafaa unter den Protestierenden und berichtete auf täglicher Basis über tägliches Töten und Verletzen unbewaffneter Jugendlicher, die zum Zaun strömten, der das belagerte Gaza von Israel trennt, um ihre Grundrechte zu fordern.
(Bild: Bilder von Ramzy Baroud und Ghada Ageel; index.jpg)     (Übersetzung: Gerhilde Merz)

 

 

 What is Next for Palestinian Popular Resistance in Gaza? Speaking to Journalist Wafaa Aludaini
Ramzy Baroud & Romana Rubeo - 2. 6. 2020 -  - Übersetzt mit DeepL

Wafaa Aludaini ist Zeuge vieler der jüngsten Tragödien im Gazastreifen und auch eines nicht enden wollenden Widerstands. Sie erlebte die gewaltsame israelische Besetzung, die anschließende Blockade des verarmten Gazastreifens und mehrere Kriege, die zum Tod und zur Verwundung von Zehntausenden Palästinensern führten.

Doch keiner der Kriege Israels wirkte sich so stark auf Aludainis Leben aus wie der Angriff von 2014, den Israel als "Operation Protective Edge" bezeichnete. Von den fast 18.000 zerstörten Häusern wurden auch zwei Häuser, eines von Wafaas Familie und das andere ihrer Schwiegereltern, durch die israelischen Bomben zerstört. Die Infrastruktur des Gazastreifens, die bereits durch frühere Kriege und eine langwierige Belagerung baufällig geworden war, wurde während der 51-tägigen israelischen Bombardierung massiv beschädigt.

Der unersetzlichste von all diesen tragischen Verlusten ist das Menschenleben, denn 2.251 Palästinenser wurden getötet und über 11.000 verwundet, viele davon lebenslang verstümmelt.

Krieg und Belagerung stärkten Wafaas Entschlossenheit jedoch nur noch mehr, als sie sich stärker in die Berichterstattung über Nachrichten aus dem Gazastreifen einmischte, in der Hoffnung, lang verborgene Wahrheiten aufzudecken und den Erzählungen der Massenmedien und populären Stereotypen zu trotzen. Während des "Großen Marsches der Rückkehr", einer Volksbewegung, die am 30. März 2018 begann, schloss sich Wafaa den Protestierenden an und berichtete täglich über die Tötung und Verwundung unbewaffneter Jugendlicher, die zum Zaun strömten, der den belagerten Gazastreifen von Israel trennt, um ihre Freiheit und grundlegende Menschenrechte einzufordern.

Wütend über die täglichen Gesänge der Flüchtlinge "Beendet die Belagerung", "Freies Palästina" und ihr unnachgiebiges Beharren auf ihrem "Recht auf Rückkehr" in ihre ursprünglichen Dörfer in Palästina, die während der gewaltsamen Geburt Israels 1948 ethnisch gesäubert wurden, eröffneten israelische Scharfschützen das Feuer. In den ersten beiden Jahren des März wurden Berichten zufolge über 300 Palästinenser getötet und Tausende verwundet.

 

Quelle Facebook - um die Bilder zu vergrößern auf das Bild oben klicken

 

Aludaini war während der gesamten Tortur anwesend, berichtete über die Toten und Verwundeten, tröstete die Hinterbliebenen und nahm auch an einem historischen Moment teil, als sich ganz Gaza erhob und sich hinter einem einzigen Freiheitsgesang vereinte. "Ich bin Journalist, aber ich bin auch ein Flüchtling. Meine Eltern wurden aus ihrem Dorf in Palästina, das jetzt in Israel liegt, vertrieben", sagte sie. "Es ist nicht einfach, Journalistin in Gaza zu sein, denn jeden Tag ist man (der Möglichkeit) ausgesetzt, von den israelischen Besatzungstruppen getötet, verletzt oder verhaftet zu werden. Tatsächlich wurden viele Journalisten auf diese Weise durch israelisches Feuer ermordet".

 



Zu der Frage, warum sie Journalismus als Beruf wählte, obwohl sie englische Literatur an einer örtlichen Universität in Gaza studierte, sagte Aludaini, je mehr sie die Berichterstattung der Mainstream-Medien über Palästina verstand, desto frustrierter sei sie über die unfaire Darstellung Palästinas und des palästinensischen Kampfes. "Journalisten, die die Mainstream-Medien (Erzählungen über Palästina) (voranbringen), helfen in gewisser Weise der israelischen Besatzung dabei, mehr unschuldige Menschen in Palästina, insbesondere im Gaza-Streifen, zu töten. (Sie) stärken die Menschen (Israelis), die uns 1948 vertrieben haben, und ermutigen sie, das Völkerrecht zu verletzen", sagte Aludaini. "Deshalb bitte ich sie, hierher nach Palästina zu kommen, um sich selbst ein Bild zu machen, um die Apartheidmauer zu sehen, um die Kontrollpunkte zu sehen, um zu sehen, was in den israelischen Gefängnissen geschieht. Erst wenn sie es mit eigenen Augen sehen, können sie die Wahrheit sagen, denn Journalisten sollten die Wahrheit sagen und für die Menschlichkeit eintreten, unabhängig von Religion und unabhängig von allem anderen. In einem ähnlichen Ton forderte Aludaini "Verteidiger der israelischen Besatzung" auf, nach Palästina zu kommen und "den Menschen zuzuhören, die ihre Kinder töten ließen; denjenigen, die aus ihren Häusern vertrieben wurden". In jedem Haus in Palästina gibt es eine Geschichte des Elends, aber man wird (diese Geschichten) nie in den Mainstream-Medien finden".

 

 

Pictures from Friday 4 May Gaza Demonstration
Norman Finkelstein
 

Weitere Bilder >>>


In Bezug auf den Großen Marsch der Rückkehr sagte Aludaini, der Marsch sei "ein Volksprotest, bei dem sich die Menschen in Gaza gemeinsam am Trennzaun zwischen Gaza und Israel versammelten", um verschiedene Formen des Widerstands zu zeigen, die sich vor allem auf den kulturellen Widerstand konzentrierten. Die Demonstranten führten verschiedene Formen "traditioneller Aktivitäten durch, wie Dabka tanzen, alte Lieder singen, palästinensische Gerichte kochen", sagte Aludaini und bemerkte, dass die bewegendsten dieser Szenen "ältere Palästinenser waren, die die Schlüssel ihrer Häuser in der Hand hielten, aus denen sie 1948 während der Nakba oder der Großen Katastrophe gewaltsam vertrieben wurden".

"Diese Art des Volkswiderstandes ist für Palästinenser nicht neu, denn sie haben immer alle ihre Mittel eingesetzt, um für ihre Rechte zu kämpfen, um (gegen die israelische Militär-)Besatzung zu kämpfen, wie die wöchentlichen Proteste (am Gaza-Zaun) oder (die symbolischen Akte des) Steinewerfens. Selbst wenn die Gazaner zum bewaffneten Widerstand greifen, hören die Menschen nie auf, auch populäre (Formen) des Widerstands zu zeigen".
 


 


Aber ist dies das Ende des Marsches der Rückkehr? - Aludaini sagte, der Marsch sei noch nicht zu Ende, doch werde die Strategie neu formuliert, um die Zahl der Opfer zu minimieren. "Nach fast drei Jahren der Proteste beschloss das Hohe Komitee des Großen Marsches der Rückkehr, den Ansatz der Proteste zu ändern. Von nun an werden die Märsche nur noch zu nationalen Anlässen und nicht mehr wöchentlich stattfinden, weil Israel tödliche Gewalt gegen friedliche und unbewaffnete Demonstranten anwendet.

Laut Aludaini kann das Gesundheitsministerium des Gazastreifens, das bereits durch den Mangel an Krankenhausausrüstung, Elektrizität und sauberem Wasser überfordert ist, dem Druck der täglichen Todesfälle und Verletzungen nicht mehr standhalten.

Aludaini selbst verbrachte viele Stunden in den Krankenhäusern des Gazastreifens, um die Verletzten zu befragen und zu trösten. Sie erzählte uns von einer vierfachen Mutter aus Gaza, die jeden Freitag unfehlbar am Marsch teilnahm. "Eines Tages wurde sie ins Bein geschossen, und es fiel ihr schwer, zu gehen. Doch am folgenden Freitag kehrte sie zum Zaun zurück. Als ich sie fragte, warum sie trotz ihrer Verletzung zurück ist, sagte sie mir: "Ich werde niemals zulassen, dass die Israelis mein Land stehlen. Dies ist mein Land; dies sind meine Rechte, und ich werde immer wieder zurückkommen (um sie zu verteidigen)'". Für Aludaini ist es die Widerstandsfähigkeit dieser scheinbar einfachen Menschen, die sie inspiriert und ihr Hoffnung gibt.

 



Eine andere Geschichte handelt von einem 19-jährigen Mädchen, das seine Eltern wiederholt angefleht hat, sich den Protesten anzuschließen. Als sie schließlich nachgaben, wurde das junge Mädchen von einem israelischen Scharfschützen ins Auge geschossen. Aludaini und ihre Kameraden eilten in das Krankenhaus, um der Protestierenden, die ihr Auge verloren hatte, ihre Unterstützung zu zeigen, nur um sie in Hochstimmung, stärker und entschlossener denn je wiederzufinden. "Sie erzählte uns, dass sie, sobald sie das Krankenhaus verlasse, plane, zum Zaun zurückzukehren.

Aludaini stellt die "israelische Propaganda" in Frage, die behauptet, dass ihre Kriege und die anhaltende Gewalt in Gaza durch Selbstverteidigung motiviert seien. Wenn das der Fall ist, "warum zielt Israel auf das Westjordanland ab, das ebenfalls von Annexion und Apartheid betroffen ist", fragt sie. "(Gegenwärtig) gibt es keinen bewaffneten Widerstand (im Westjordanland), aber (die israelische Besatzungsarmee) tötet immer noch jeden Tag Menschen. Aludaini, die frustriert ist über die mangelnde Betonung der Medienwissenschaften an den Universitäten des Gazastreifens, ist entschlossen, weiterhin      Quelle

 


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