Montag, 11. Mai 2020  -  12:15

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Coronapandemie in Palästina
Existenzbedrohende Coronakrise
Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie treffen Palästinenser in Israel, Westbank, Gaza und Diaspora
Gerrit Hoekman
- 9. 5. 2020

Am Dienstag traten die Bürgermeister der palästinensischen Kommunen in Israel für einen Tag in den Streik. Sie protestierten damit gegen die in ihren Augen ungerechte Verteilung der finanziellen Hilfen durch die israelische Regierung. Demnach gehen weniger als zwei Prozent der umgerechnet 738 Millionen Euro, die in der Coronakrise zur Verfügung gestellt wurden, an die arabischen Gemeinden.

Wie die israelische Tageszeitung Haaretz am 2. Mai online berichtete, klagten die Bürgermeister vergangene Woche in einem Brief an Premierminister Benjamin Netanjahu: »Die Arbeitslosenquote in der arabischen Gemeinde ist um mehr als 40 Prozent gestiegen und die Unternehmen schließen eins nach dem anderen.« Das führe zu deutlich geringeren Steuereinnahmen für die Kommunen und mittlerweile fehle es an Geld für die Müllabfuhr, die Straßenreinigung und die Instandhaltung der Schulgebäude.

Israel, Gaza, Westbank und Diaspora – die palästinensische Gesellschaft ist regional in vier Gruppen geteilt und jede hat mit spezifischen Problemen zu tun, auch in Zeiten der Pandemie. Laut einer Verordnung vom 1. Mai dürfen palästinensische Flüchtlinge im Libanon, die ihren   >>>

*Die Palästinenser erleiden schmerzliche und Straf-Restriktionen in den Zeiten von Covid-19*

Palestine Update Nr. 361 – Pal. leiden unter Restriktionen durch Covid-19

 

 

 

*Bank-Einschränkungen auf Interpal riskieren „Lebenslinie“ für Palästinenser*

 HSBC ist dabei, Spenden an die Palestinian Aid Carity – Interpal – zu blockieren!
(HSBC = Hongkong & Shanghai Baking Cooperation Holdings PLC – International arbeitende britische Großbank mit Sitz in London)

 Fast ein Jahrzehnt lang haben die Palästinenser regelmäßig humanitäre Hilfe bekommen, die vom Palestinian Relief and Development Fund (= palästinensischer Unterstützungs- und Entwicklungsfonds), besser bekannt unter dem Namen INTERPAL, zur Unterstützung des belagerten Gazastreifens zur Verfügung gestellt wurde.

In einem enormen Schlag gegen Interpal hat die britische Bank HSBC ihren Kunden in UK mitgeteilt, sie werde ab Ende dieses Monats nicht mehr länger laufende Zuwendungen für karitative Zwecke ausbezahlen – ohne irgendeine Erklärung dafür anzubieten. Die Drohung an Interpal für solche Aktionen ist ernst genug, wobei Rechnungsprüfer in den jüngsten Abrechnungen der karitativen Institutionen bemerkten, dass der Rückzug von Diensten der Kartenverarbeitung durch Kreditkarten-Gesellschaften 2018 und der potentielle Verlust an Zugängen zu Bankeinrichtungen „Unsicherheiten an verfügbarem Material sind, die die Fähigkeit von Interpal beeinträchtigen könnten, wie bisher weiterzumachen“ .  

Interpal wird als eine der wichtigsten Organisationen gesehen, die mithelfen, auf die Nöte der 2 Millionen Menschen umfassenden Bevölkerung einzugehen, von der mehr als die Hälfte in Armut lebt und die Mehrheit abhängig ist von  humanitärer Hilfe. Auf dem Gesundheitssektor sorgt Interpal für Medikamente und medizinische Geräte, mit spezifischen Programmen für den Unterhalt von alten Menschen, für Behinderte und für Kranke in ärgster Armut. Auf dem Entwicklungssektor hat es geholfen, Entsalzungsanlagen zu bauen um etwas gegen die chronische Wasserknappheit in der Enklave zu tun, und gleichzeitig kleine Plastiktanks an bedürftige Familien verteilt und ebenso öffentliche Plätze wie Spitaler, Schulen und Kindergärten mit großen Metalltanks versorgt, die regelmäßig mit Trinkwasser gefüllt werden. Interpal hat einmal 400 bis 500 Studenten unterstützt, indem sie ihre jährlichen Studiengelder bezahlt oder andere Zuwendungen auf dem Erziehungssektor geleistet hat. Interpal hat auch ein Job-Beschaffungsprogramm unterstützt und weitgehende Beiträge für Gesundheits-, Bildungs- und Nothilfeprojekte innerhalb von Gaza geleistet.

Wenn Interpal nicht in der Lage ist, seine Arbeit weiterzuführen, sind es Leute wie sein kranker Sohn, die am meisten darunter leiden müssten. „Wieso wird die karitative Hilfe für die Menschen, die den Armen und den Hilfsbedürftigen hilft, angegriffen, wenn sie das Gute für alle sucht?“   Den ganzen Bericht finden Sie in „Middle East Eye“  >>>

 

 

 

 

 

*Mit der Fortsetzung der Ausgangssperren wegen des Corona-Virus nimmt auch die Anzahl der Morde an Frauen zu*

 Oft wird die eigene Wohnung als der gefährlichste Ort für Frauen bezeichnet, und die Gesetze zum Ausgehverbot wegen des Corona-Virus fegen durch die ganze Welt und durch Palästina – Das bedeutet, dass häusliche Gewalt sehr stark zunimmt, weil Frauen und Kinder mit ihren gewalttätigen Männern in ihrem Heim eingeschlossen sind. Während die Quarantäne-Maßnahmen wegen Covid-19 gezählt werden, wurden in Palästina fünf Frauen aufgrund von  häuslicher Gewalt getötet, insgesamt wurden seit Jahresbeginn 11 Frauen ermordet. Als Antwort zu diesen Morden stellen Frauen und Männer in Palästina und im historischen Palästina Proteste innerhalb ihrer Wohnungen dar: Sie stehen an den Fenstern, hauen mit Kochlöffeln auf Kochtöpfe und Pfannen und schwenken selbstgemachte Banner, um die Aufmerksamkeit für Frauenrechte und das Vordringen der häuslichen Gewalt aufgrund der Gesetze über Ausgangssperren zu wecken.

Nach „Tal’at“, einer unabhängigen feministischen Bewegung, die die Proteste organisiert, kam es zu vier oder fünf Femiciden (= Frauenmorden) seit der Verhängung der Gesetze zur Ausgangssperre; die Frauen starben an Verletzungen durch Gewehrschüsse. Die Tal’at-Aktivistin Soheir Asaad sagte, obwohl „Quarantäne“ für viele Frauen Sicherheit zuhause

vorgibt, ist sie für andere „die Hölle“. „Das bedeutet, mit jemandem leben zu müssen, der dein Leben beendet“, beschreibt sie die Wirklichkeit, der manche Frauen ausgesetzt sind. Frauen-Unterstützungsgruppen berichteten von einer heftigen Zunahme von Frauen, die sich an Hilfsinstitute wenden, und die NGO Assiwar berichtet von 30 % Zunahme von Anrufen über Hilfelinien und wie einem das Blut in den Kopf steigt über die Botschaften in den sozialen Medien. Die Palestinian Working Women Society (= palästinensische Arbeiterinnen-Gesellschaft) erhielt fast 1000 dringende Anrufe innerhalb von 21 Tagen (22. März bis 15. April). 

Den ganzen Bericht können Sie im „Palestine Monitor“ lesen  >>>

 

 

 

 

 Virus-Ausbruch in Israel und Ramadan


*Israel und Palästina zwingen Gemeinschaftsgebeten umfassende Ausgangsperren auf*

Israel und die PA (Palestine Authority) haben beide umfassende Covid-19-Ausgangssperren verfügt. Muslime in Jerusalem beten im Freien in kleinen Gruppen während des heiligen Monats Ramadan; welche Maßnahmen dazu dienen, dass die Corona-Virus-Pandemie sich nicht weiter verbreitet. Die Restriktionen enthalten auch ein HALT für Gebete im Bezirk der Al-Aqsa-Moschee, dem drittheiligsten Ort für den Islam. Gebete an den weltberühmten für Muslime, Christen und Juden heiligsten Orten in Jerusalem waren im vergangenen Monat verboten oder stark eingeschränkt.

Den ganzen Bericht können Sie in „LBC News“ lesen  >>>

 

 

 

 

*Mit gespaltener Zunge reden *

 Gute Nachrichten sind besonders kärglich für Palästinenser: Sie haben die Schaffung eines israelischen Regierung gesehen, die ihre unterdrückerischen Politiken und illegalen Akte fortführen will, und zusätzlich den Beschluss, weite Flächen der Westbank zu annektieren. Es war daher ermutigend, dass die Palestine Solidarity Campaign (PSC) die englische Regierung beim Obersten Gerichtshof für deren Versuch zu Fall brachte, lokale Pensions-Schemata daran zu hindern, sich von Firmen abzusetzen, die Komplizen sind bei Israels Okkupation und der Verteidigungsindustrie von Großbritannien.     

Die blinde Unterstützung von aufeinander folgenden britischen Regierungen für Israel ist gut dokumentiert. In den vergangenen Jahren hat jeder britische Premierminister bei einem gewissen Punkt Britannien als Freund Israel hervorgehoben, niemals sich als Freund des palästinensischen Volkes erklärt. Beim Suchen der britischen Regierung nach kommerziellen Möglichkeiten nach dem Brexit war Israel unter den bevorzugten Ländern, mit dem UK einen Handelsvertrag zu einem sehr frühen Stadium abschließen wollte. Großbritannien hat auch vor kurzem seine Unterstützung für die Resolutionen im UNO-Menschenrechtsrat beendet, die Israels Okkupations- und Siedlungsprojekt verurteilten, und hat sogar den UNHRC         (= United Nations Human Rights Council) „zur Anzeige“ gebracht.

Großbritannien sieht etwas Hilfe für Palästinenser vor und unterstützt die „UN Relief and Works Agency for Palestine Refugees in the Near East“ (= UNRWA), aber es hat sich nie für irgendeine Aktion eingesetzt, Israel zur Verantwortung zu ziehen für seine zahlreichen Brüche des Völkerrechts und seine unterdrückerische Behandlung von Palästinensern. Groß-britannien hat wiederholt illegale Siedlungen verurteilt, aber es hat nie eine Aktion unter-nommen, um die Verantwortlichkeit von Israel anzusprechen. UK verwarnte Israel wegen der Annexion weiter Landstriche in der Westbank – und im nächsten Schritt jubelt es der neuen Regierung zu, die diese Absicht manifestiert hat und stellt sich an die Seite von Israel trotz der barbarischen Angriffe auf Gaza. Es verkauft sogar seine Waffen als wollte es eine Belohnung anbieten für die Fortführung von dem Zustand, der eine der längsten illegalen Okkupationen in der Geschichte darstellt.
Auszüge aus Middle East Eye  >>>

 

 

 

 

Der tägliche Kampf der palästinensischen Arbeiter am Checkpoint 300…

 

*May Day: Israel fährt fort, die Arbeiter durch die Pandemie zu missbrauchen*`
(Aus Berichten von B’Tselem, dem israelischen Informationszentrum für Menschenrechte in den besetzten Territorien) 

Palästinensische Arbeiter aus der Westbank, die in Israel arbeiten (mit oder ohne Arbeits-erlaubnis) haben nicht die Rechte als geschützte Arbeiter – eine Realität, die sie verletzbar gegenüber der Ausbeutung durch die Arbeitgeber lässt. Diejenige mit Arbeitserlaubnis müssen früh am Morgen von zuhause losfahren/gehen, müssen die grausige, abschätzige Erfahrung des (stundenlangen) Anstellens am überfüllten Checkpoint nach Israel durchlaufen, und kehren nach einem langen, ermüdenden Arbeitstag zurück. Viele von ihnen müssen für ihr Permit auch jeden Monat tausende Schekel an Makler bezahlen. Diejenigen, die kein Permit haben, müssen riskante Wege nach Israel finden, die oft lebensgefährlich sind. Keine/r dieser Arbeiter/innen erhält die Sozialleistungen, die ihm/ihr zustehen, und sie werden von ihren Arbeitgebern ausgebeutet – Der Staat aber unterlässt jegliche Supervision ihrer Arbeits-bedingungen.

Nachdem die Corona-Pandemie begonnen hatte, kündete Israel an, dass Palästinenser aus der Westbank, die weiterhin in Israel arbeiten wollen, nicht mehr nachhause zurückkehren dürfen – aus Angst vor der Infektion. Aber die Behörden gaben keine Direktiven über ein Quartier dieser Menschen in Israel heraus, und viele mussten unter entwürdigenden Umständen auf den Baustellen übernachten. Im März erklärte Israel, es würde einigen 70.000 Arbeitern erlauben, in ihrem Gebiet zu bleiben; aber viele entschieden sich, in die Westbank zurückzukehren, viele davon nannten als entscheidenden Grund die Angst vor der Ansteckung und die Schwierigkeit, fern von ihren Familien bleiben zu müssen. Ungefähr 20.000 blieben in Israel. Diese Arbeiter erhielten keine Entschädigung, wie Arbeitslosenunterstützung oder  Ausgleichszahlungen, und viele wurden ohne Entschädigung gefeuert. Die jetzt in Israel verbliebenen Arbeiter haben keine Krankenversicherung, und sollten sie wegen einer Behandlung in die Westbank zurückkehren müssen, haben sie das Risiko, ihren Job zu verlieren. In drei Fällen, die B’Tselem dokumentierte, wurden Arbeiter unter dem Verdacht, den Virus eingefangen zu haben, zu einem Checkpoint in der Westbank gebracht ohne jede medizinische Hilfe oder irgendeinem Kontakt zur Behörde in der Westbank.

Mit 3. Mai gestattet man einigen 50.000 Arbeitern aus der Westbank, nach Israel zu kommen, um auf dem Bau oder in der Landwirtschaft zu arbeiten. Sie werden eine einmalige Einreise-erlaubnis erhalten und dürfen nicht heimkehren, bevor der Ramadan vorüber ist, also in etwa 3 Wochen. Die Verpflichtung, sie mit entsprechender Unterbringung zu versorgen, liegt noch bei ihren Arbeitgebern – ohne vom Staat überwacht zu werden. Sollte jemand während dieser Zeit krank werden, wird er/sie zurückgeschickt in die Westbank. 
Lesen Sie mehr   >>>         Quelle Update       (Übersetzung: Gerhilde Merz)        

Die palästinensische Künstlerin Juhaina Habibi Kandalaft


 

Juhaina Habibi Kandalaft ist eine arabischer Künstlerin palästinensischer Herkunft. Sie wurde 1947 in Jerusalem geboren, wuchs später in Haifa Nazareth auf, wo sie heute lebt; verheiratet, vier Kinder.

Die Künstlerin begann in ihrer Kindheit als Hobby zu malen. Dreizehn Jahre nach ihrer Heirat trat sie in die Kunstschule am Oranim College (Tivon) ein, wo sie 1985 ihren Abschluss machte. Sie unterrichtete Kunst, Bildhauerei und Malerei in verschiedenen Schulen in der Gegend von Nazareth, in ihrer Freizeit malt sie in ihrem privaten Atelier. Sie verwendet Ölfarben auf Leinwand in verschiedenen kombinierten Techniken.
Ihre palästinensische Herkunft kommt in ihren Werken, die das Land, die Bäume, den Boden ihres Landes darstellen, deutlich zum Ausdruck.

Sie respektiert das Recht der Menschen, in ihrer Heimat in Frieden zu leben. Sie ist der festen Überzeugung, dass die Palästinenser und Israelis in Frieden und Gleichheit zusammenleben können, ohne sich gegenseitig auszubeuten. Das können sie nicht mit Gewalt erreichen, sondern indem sie ihre nationalen religiösen Unterschiede überbrücken.

In ihren Werken stellt sie ihr nationales Erbe nebeneinander, das sie verehrt und auf dessen unmittelbare Gegenwart sie stolz ist. Sie sammelt die Formen und Farben des Universums, arrangiert sie neu und setzt sie dann auf ihre Weise um.

Sie verwendet Symbole der Erde, die die Frau mit arabischen Mustern in einer expressionistisch-abstrakten Form kombiniert.

Sie hat eine Reihe von Kunstausstellungen in Nazareth. Sie beteiligte sich an Ausstellungen in Jerusalem, Haifa , Tel-Aviv , Nazareth und anderen arabischen Dörfern des Landes sowie an Ausstellungen im Ausland in Ägypten, EnglQatar.

Ihr Gemälde "Kafa" (genug) wurde in Israel als Postkarte zum Gedenken an den internationalen Tag des Kindes gedruckt, an dem es im Ausland verteilt wurde.

Ihr Stil stellt nicht die Nachahmung der Szene der realen Welt dar, sondern verwendet eher das Symbolische als das Beschreibende, wie Musik, die das Aussehen des Wesens anstelle der äußeren Form suggeriert und nicht beschreibt.

Die Künstlerin Juhanina sagt: "Ich kopiere die Natur nicht, ich reproduziere sie so, wie sie in meinem Wesen in meinen Gefühlen existiert. Ich schaue auf die Rhythmus-Harmonie des geistigen Bewusstseins. Malen ist für mich ein emotionales Bewusstsein prito logisches Denken. Ich beginne mit einer einfachen Idee, einem Ausgangspunkt, und fahre fort, bis ich die Harmonie in der kreativen Arbeit erlebe. Und da Kreativität durch Erfahrung entsteht, ist der Akt des Malens ein Rätsel, eine unbeschreiblich vieldeutige, geheimnisvolle Bewegung. Es ist ein innewohnender Drang, der von innen heraus fließt, bis er sich in einem Gemälde ausdrückt.

Ich wurde nicht von einem bestimmten Künstler beeinflusst, sondern von einer Reihe von Künstlern. Ich habe ein besonderes Interesse an arabischen Künstlern, und ich schätze ihre Werke, insbesondere an modernen ägyptischen Künstlern.

Ich bin auch von den Gedanken Emil Habibis beeinflusst, die in den Gedichten von Mahmoud Darwish geschrieben wurden, von denen ich einige Zeilen in meinen Gemälden verwende.

Religion spielt in meinem Leben eine Rolle in Form meines Glaubens an die Existenz Gottes als eine große Kraft, die sich in unser Leben einmischt und uns mit guten Dingen inspiriert. Diese göttliche Kraft, die in uns existiert, gibt uns die Fähigkeit zu unserem künstlerischen Schaffen.

Ich glaube nicht an irgendwelche Unterschiede in der Kunst von Mann und Frau. Wahre Kunst ist eine kreative Kunst, die weder weiblich noch männlich ist.   Quelle

 

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Israelische Kanonenboote greifen Fischer und ihre Boote in Gaza-Gewässern an

Die israelische Besatzungsmarine eröffnete am Sonntagmorgen vor der Nordküste des belagerten Gazastreifens das Feuer auf palästinensische Fischer und ihre Boote.

Ein lokales Komitee, das israelische Übergriffe gegen Gaza-Fischer dokumentiert, sagte, dass israelische Kanonenboote das Maschinengewehrfeuer auf Fischerboote vor der Küste von Gaza-Stadt eröffneten.

Der Ausschuss fügte hinzu, dass die israelischen Seestreitkräfte während des Angriffs ein Fischerboot beschlagnahmt und die Netze anderer Boote beschädigt hätten.

Im vergangenen Jahr entführten die israelischen Seestreitkräfte 35 Fischer - neun von ihnen befinden sich noch immer in Haft - verwundeten 22 weitere, beschlagnahmten 15 Fischerboote, beschädigten 54 Boote ganz oder teilweise und führten 24 Angriffe auf Küstengebiete durch, in denen sich normalerweise Fischerboote versammeln.
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Ein Tribut an einen südafrikanischen jüdischen Helden und Freiheitskämpfer
Gideon Levy - 03. Mai 2020 - Übersetzt mit DeepL

Ein jüdischer Held starb am Unabhängigkeitstag, wobei sein Tod hier nicht vermerkt ist. Denis Goldberg starb im Alter von 87 Jahren in Kapstadt, der Stadt, in der er geboren wurde. Er war der Inbegriff des Kampfes, der Opferbereitschaft, des Mutes und der Solidarität, alles Eigenschaften, die den Linken in Israel so fehlten. Wäre er nach Israel eingewandert, würde er hier als Verräter und Terrorist betrachtet werden. Aber in Israel gab es nie Juden wie ihn, die bereit waren, im Kampf für die Freiheit der Palästinenser alles zu opfern.

In Südafrika war er nicht der einzige Jude, der für den Kampf für die Freiheit der Schwarzen alles opferte. Ruth First wurde durch eine Paketbombe getötet, die an sie gerichtet war, Albie Sachs verlor einen Arm und ein Auge und wurde später Richter am südafrikanischen Verfassungsgericht. Es gibt nicht viele jüdische Gemeinden, die solche Helden hervorgebracht haben. In Israel erzählt offensichtlich niemand ihre Geschichten.

Goldberg war kein geschätzter Jude wie Sheldon Adelson oder ein einflussreicher Jude wie der israelische Medienmann Sivan Rahav Meir, aber er und seine Freunde waren die Helden, an die sich die Geschichte erinnern wird. Sie kämpften nicht für ihre Nation, sie kämpften für andere. Es fällt schwer, sich ein erhabeneres oder mutigeres Verhalten vorzustellen. Wenn es einen Grund für jüdischen Stolz gibt, dann sind es diese Juden, die in Südafrika die Grenzen überschritten haben und sich nicht der Position der jüdischen Führer in ihrem Land und des Jewish Board of Deputies, dem größten Kollaborateur des Apartheidregimes und seinem eingefleischten Verbündeten, dem Staat Israel, angeschlossen haben.

Goldberg wurde zusammen mit Nelson Mandela am 11. Juli 1963 auf der Farm von Arthur Goldreich, einem weiteren jüdischen Helden, verhaftet. Von den 17 Mitgliedern des Afrikanischen Nationalkongresses, die an diesem Tag auf der Liliesleaf-Farm verhaftet wurden, waren fünf jüdisch. Im Rivonia-Prozess wurde Goldberg zusammen mit Mandela wegen 200 Terrorakten zu vier lebenslangen Haftstrafen verurteilt. Diese Erz-Terroristen gelten heute als nationale und internationale Helden, ein weiterer Denkanstoß für Israel.

In einer hitzigen Debatte in der Literaturabteilung von Haaretz diskutierten die Professoren Hannan Hever und Dan Miron am Wochenende über den Mut des Autors S. Yizhar [einer der ersten Schriftsteller, der über die Ereignisse von 1948 schrieb und einen moralischen Aufschrei darüber aussprach]. Goldberg hätte als Beispiel dienen können, um Hever in seiner Position zu stärken, da er an einen bewaffneten Kampf glaubte. Er verbrachte bis zu seiner Freilassung 22 Jahre im Gefängnis, was zum Teil Herut Lapid zu verdanken ist, einem israelischen Aktivisten, der die Freilassung vieler Gefangener bewirkte.

Goldberg wurde nach Israel geflogen, wo er eine kurze Zeit im Kibbuz seiner Tochter verbrachte, bevor er sich zur Abreise beeilte. Wie seine Kampfgefährten verabscheute er das, was hier geschah. Er sagte dem Historiker Tom Segev, dass Israel das Südafrika des Nahen Ostens sei und dass die Lösung an beiden Orten identisch sein sollte: ein Staat mit gleichen Rechten für alle. Seine Vision wurde in seinem eigenen Land verwirklicht, und Goldberg kehrte dorthin zurück, gekrönt von Ruhm.

Während des Wochenendes schrieb Mandelas Enkel, Häuptling Zwelivelile Mandela, auf WhatsApp: "Wir grüßen einen großen Mann und einen Führer unseres Kampfes ... Er gehörte zu einer besonderen Generation von Menschen, die ein Leben des Kampfes einem Leben der Bequemlichkeit vorzogen, ohne Angst vor der Brutalität des Apartheidstaates. Mandela beendete seine Worte mit den hebräischen Worten zum Gedenken an die Erinnerung an eine Person. Schaudern und jüdischer Stolz. Er fügte ein Foto von sich mit Goldberg hinzu, als dieser bereits im Rollstuhl saß.

Ich kannte ihn nicht, aber ich traf zwei seiner Kampfgefährten, Ronnie Kasrils, der unter Mandela Minister für Geheimdienste war, und Ben Turok, Abgeordneter im Namen des Afrikanischen Nationalkongresses, beide jüdisch. Es gibt nicht viele Juden, die Israel so scharf kritisch gegenüber stehen wie diese beiden. Man kann kein Freiheitskämpfer sein, wie sie es waren und anders denken. In den Augen von Menschen wie ihnen, die ein oder zwei Dinge über Menschenrechte, Gleichberechtigung und Kampf wissen, ist Israel ein Apartheidstaat, genau wie es ihr Land war.

Aber niemand hier will etwas über Goldberg und seine Mitarbeiter wissen. Die Residenz des südafrikanischen Botschafters in Ramat Gan steht seit Monaten leer, ein Protest gegen die Besatzung und die Apartheid. Ein ironischer Zufall wollte es, dass Goldberg am israelischen Unabhängigkeitstag starb. Lassen Sie uns zu seinen Ehren eine symbolische Gedenkkerze anzünden.  Quelle

 

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